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Interviewpartner: Kai Hansen

Als Gründer von HELLOWEEN und GAMMA RAY sowie Starthelfer von hanseatischen Formationen wie STORMWARRIOR ist Kai Hansen so etwas wie der Papa des deutschen Metal. Beide seiner legendären Bands veröffentlichten Zeit seines Mitwirkens nicht minder legendäre Alben und rangieren nach wie vor auf Augenhöhe. Nach etlichen Touren und einer weiteren Live-DVD nebst Doppel-CD haben sich GAMMA RAY nun einmal mehr ins Studio gewagt, um dort ihre nächste Platte aufzunehmen. Selbige hört auf den Namen „Empire Of The Undead“ und erscheint bereits am 28. März, weshalb wir uns mit Meister Hansen auf einen gemütlichen Plausch einließen.






Hallo Kai und vielen Dank für Deine Zeit! Wir fangen gleich mit der spannendsten Frage an: In Euren Proberäumen bzw. Eurem Studio gab es im November ein Feuer – was ist da passiert?

Tja, da hat es eben gebrannt. Das war ein ziemlich großer Komplex aus alten Fabrikhallen und unser Studio lag ungefähr am einen Ende dieses Areals am Wasser im ersten Stock. Auf der anderen Seite hat es dann angefangen zu brennen und das ganze Ding ist hochgegangen wie Zunder. Warum das Feuer ausgebrochen ist, weiß man nicht genau. Die Leute da unten hökern mit irgendwelchen alten Kühlschränken rum, die ausgeschlachtet werden, mit Teppichen und was nicht alles und da hat wohl irgendwer ein Barbecue veranstaltet und die Kohlen in den Müllcontainer geschmissen. Das wird aber nur gemunkelt, ich weiß tatsächlich nichts genaues. Es ist dann jedenfalls alles abgebrannt, aber unsere Studioräume haben immerhin nicht direkt gebrannt. Unter uns ist alles ausgebrannt – da herrschten ungefähr 1000 Grad und die Stahlträger haben sich verzogen. Wir haben die an uns angrenzenden Übungsräume untervermietet und die sind tatsächlich auch ein Stockwerk tiefer gekracht. Der Schaden bei uns ist hauptsächlich dadurch entstanden, dass die Hitze die Scheiben rausgehauen hat und die Feuerwehr hat natürlich auch schön mit Wasser reingehalten. Jetzt haben wir einen riesigen Wasserschaden und es ist auch alles verrußt wie Sau, was für elektronische Geräte natürlich auch nicht gerade das Beste ist. Wir konnten 90 Prozent bergen und das ist jetzt eingelagert, jetzt müssen wir da mal durchgucken, was definitiv im Eimer ist. Jetzt hatten wir ja erstmal keine Zeit, uns da weiter drum zu kümmern.


Man darf annehmen, dass Ihr gegen solche Dinge versichert seid?

Nein, sind wir eben nicht. Das wäre ja wirklich schön, wenn wir für den Fall eine Versicherung hätten. Aber zum Glück konnte z.B. ich die ganzen Gitarren raus schaffen, die wären ja sonst in jedem Fall abgefackelt. So hatten wir wenigstens noch Glück im Unglück.


Wir wenden uns erfreulicheren Dingen zu: Letztes Jahr wart Ihr zum zweiten Mal zusammen mit HELLOWEEN auf der „Hellish Rock Tour“ - wird das jetzt eine regelmäßiges Tourpaket?

Supergeil. Das war eine echt gute Tour. Aber wir wollen das natürlich nicht überstrapazieren, indem wir es zum zum Dauerprogramm machen, aber es läuft halt immer so gut, dass man das gern auch wiederholen kann. Jetzt wollen wir erstmal eigenes Süppchen kochen und auch mal wieder unser volles Programm spielen. Ob man das dann in zwei, drei oder vier Jahren nochmal machen kann, steht im Moment noch in den Sternen.






Die „Master Of Confusion“-EP ist ziemlich genau vor einem Jahr erschienen – wann habt Ihr nach „To The Metal“ mit den Arbeiten an neuem Material begonnen?

Tja, erstmal gar nicht, weil ich ja für den Moment mit UNISONIC beschäftigt war – da kamen einige Dinge zusammen. Nach den intensiven Touren von „To The Metal“ haben wir auch erstmal eine Pause gemacht, um unsere Batterien aufzufrischen. Dann ging es bei mir mit UNISONIC los und so ist dann die Zeit vergangen. Wir hatten natürlich auch noch Konzerte zwischendurch sind dann noch ein bisschen mehr getourt – ich kann gar nicht genau sagen, wann wir mit den Arbeiten zu „Empire Of The Undead“ angefangen haben, aber auf jeden Fall erst spät.


UNISONIC sind auch als vollwertige Band konzipiert und touren entsprechend, richtig?

Ja, schon, aber natürlich noch nicht im gleichen Ausmaß wie GAMMA RAY. Im letzten Jahr waren wir einmal zusammen mit GOTTHARD unterwegs und dann noch in Asien und Südamerika, also sind auch UNISONIC schon gut rumgekommen...


Wie ist das, sich plötzlich um zwei Bands kümmern zu müssen?

Naja, bei UNISONIC bin ich ja nur Gitarrist und „nur“ Bandmitglied. Das ist natürlich ganz anders, denn das fordert mich nicht so sehr wie GAMMA RAY und da kann ich dann auch etwas entspannen, mich zurück lehnen und die anderen machen lassen. Das ist also alles eher easy und auch im Hinblick auf das Songwriting war das sehr hilfreich. Die Jungs haben sehr gut vorgearbeitet und ich bin dann auch nicht in der Pflicht, Songs abzuliefern, um das Album rund zu machen.


Habt Ihr „Empire Of The Undead“ eigentlich am Stück eingespielt oder immer wieder in Teilen?

Das lief alles mit Unterbrechungen. Im Prinzip hat die Albumproduktion mit der „Master Of Confusion“-EP angefangen und davor lief bereits das Songwriting und dann kam auch die HELLOWEEN-Tour immer näher. Da wurde uns langsam klar, dass wir auf Tour gehen würden und noch gar kein Album haben. Wobei das ja irgendwann mal ganz anders geplant war. Eigentlich hätte „Empire Of The Undead“ zu diesem Zeitpunkt ja schon fertig sein sollen. Wir haben dann die EP gemacht, die ja auch zwei Songs vom fertigen Album enthält, um vorab schon mal was präsentieren zu können. Als wir von der Tour zurück gekommen sind, haben wir gleich mit dem Komponieren und dem Songwriting weiter gemacht und als wir genug hatten, haben wir weiter aufgenommen. Es fehlten dann aber immer noch drei Songs, um das Album abzurunden. Dann sind wir aber erstmal auf den zweiten Teil der „Hellish Rock“-Tour gegangen – da ist dann das Studio abgefackelt und als wir wiederkamen mussten wir erstmal gucken, wo wir unterkommen. Wir sind dann in den Proberaum einer befreundeten Band eingezogen und haben dort weiter komponiert und die letzten drei Songs fertig gestellt. Die aufnahmen liefen dann hier im „Chamäleon Studio“ ab.


Wie würdest Du das neue Album beschreiben?

Naja, das was Ihr gehört habt, das war ja erst die Vorab-Version. Seither ist mit dem Mix noch ein bisschen was passiert, weil da auch noch was gefehlt hat. Was kann man erwarten? Ich würde sagen, man kann eines der stärksten GAMMA RAY-Alben überhaupt erwarten. Ich lehne mich da jetzt einfach ganz dreist aus dem Fenster, weil ich finde, dass das so ist [lacht]. Da ist alles drin, was zu GAMMA RAY dazu gehört plus ein paar Überraschungen.


Einen eher ausgedehnten Opener wie „Avalon“ gab es bei Euch ja schon lange nicht mehr...


Ja, das stimmt. Solche Songs richtet man allerdings nicht auf ihre Position im Album aus. Vielmehr schreiben wir erst die Nummern und gucken dann, wie sie am Besten zusammen passen. Klassisch wäre es natürlich gewesen, mit „Hellbent“ anzufangen und den Hörern erstmal eine Ohrfeige zu verpassen. Traditionell kommt das Epos ja eher am Ende vom Album, aber irgendwie haben wir uns entschieden, das anders zu machen. „Hellbent“ spielt man an und dann hat man gleich das Urteil: “OK, Speed, auf die Fresse, so ist das Album“ aber das stimmt eben nicht. „Avalon“ lässt da ein bisschen mehr Luft und da neigt man auch eher dazu, zu zu hören. Wir hatten ja auch bei der „Land Of The Free“ einen langen Song ganz am Anfang und da war das auch OK.


Würdest Du zustimmen, dass „Empire Of The Undead“ ziemlich rockig ausfällt?

Ja! Das könnte auch der Einfluss von Michael [Ehré, Drummer, Anm. d. Red.] sein. Er spielt anders als Daniel und auch rockiger. Der ist wirklich so ein alter Cozy Powell [u.a. RAINBOW, M.S.G.] und das wirkt sich auf die Atmosphäre in den Songs natürlich aus. Aber ich finde, dass uns das sehr gut zu Gesicht steht.


Hat Michael als Euer neuer Schlagzeuger auch im Studio für frischen Wind gesorgt?

Ja, das würde ich schon sagen. Vielleicht hatten wir nicht von vornherein andere Ideen als sonst, aber sie bekommen durch sein Spiel eben ein anderes Gesicht als mit Daniel.


Groovende Nummern wie „Demonseed“ kommen mit ihrem Härtegrad fast schon als Überraschung...

Naja, wir stehen ja alle auf sowas. Bei „Demonseed“ musste ich beim Einsingen an DIO-Songs aus den 80ern denken und das hat sich wohl auch breitgemacht - der ganze Song hat diese Atmosphäre. Als ich mit der Nummer ankam, war das Riff noch ein bisschen verfrickelter und wir haben das Ganze dann noch ein bisschen härter gemacht und ein bisschen vereinfacht. Das steht dem Song ja auch gut zu Gesicht. Ich finde das geil, denn einen derartigen Song hatten wir mit GAMMA RAY bisher noch nicht.






Seid Ihr eigentlich wirklich so unorganisiert, wie Ihr in „Master Of Confusion“ behauptet?

[lacht] Ja. Vielleicht nicht ganz so extrem, aber schon. Wir bringen gerne mal ein bisschen Unruhe in die Dinge hinein. Bei uns ist etwas erhalten geblieben, was vielen Bands abhanden gekommen ist – die meisten sind inzwischen Rock 'n' Roll-Beamte geworden und leben nach der Stechuhr oder irgendwelchen Zeitplänen. Ich glaube, wir haben automatisch angefangen, Rock 'n' Roll zumachen, weil das bedeutet, nicht mit solchen Dingen konform zu gehen. Die Tonindustrie lebt natürlich von Zeitplänen und man muss sich auch an gewisse Sachen halten. Wenn ich mich davon vollkommen frei machen würde, dann würde ich jetzt nicht dieses Interview geben, sondern vielleicht unten im Wohnzimmer einen Drink schlürfen [lacht]. Man hält also schon Sachen ein, aber es gibt auch Momente, in denen man sich die Freiheit nimmt und dann fängt was auch immer halt erst eine Stunde später an. Wenn ich einen Zahnarzttermin habe, aber die Gesangsaufnahmen laufen gerade ziemlich gut, dann mache ich sicher nicht um fünf pünktlich Feierabend, sondern dann geht es im Zweifelsfalle einfach weiter und ich vergesse den Zahnarzt. Mein Zahnarzt hat mich auch schon mal rausgeschmissen, weil ich so oft Termine versemmelt habe. Aber das liegt eben in der Natur der Sache. Also es stimmt schon, dass wir ein bisschen chaotisch sind, wenn wir auf Promotour sind oder auch generell.


Was hast Du sonst in den Texten von „Empire Of The Undead“ verarbeitet?

Naja, meine Texte drehen sich eigentlich durchgehend um das Thema Untote. Nennen wir es „Geschichten aus der Gruft“ [lacht].


Die „Master Of Confusion“-EP enthält ja auch zwei Cover-Songs, u.a. „Death Or Glory“ von HOLOCAUST. Wie habt Ihr die Nummern ausgewählt?

Von HOLOCAUST hatten wir ja schon mal „Heavy Metal Mania“ gecovert und ich finde, dass diese Band in den 80ern zu Unrecht ein bisschen untergegangen ist. Spielerisch oder von der Performance her war das sicher nicht das allerbeste, aber irgendwie war „The Nightcomers“ für mich ein Album, das einen großen Einfluss hatte. Das war eben echte New Wave Of British Heavy Metal. Das war richtig dreckig und kam direkt von der Straße und brachte es auf den Punkt, wie es mir ging. Darum mochte ich die Platte immer sehr gerne. Und SWEET, von denen wir „Lost Angels“ gecovert haben, sind meine alten Helden. Mit denen bin ich groß geworden und das ist eine Band, die mich wirklich beeinflusst hat. Zusammen mit vielen anderen Tausend war ich deren größter Fan. Wir hatten es schon lange im Kopf, endlich mal „Lost Angels“ einzuspielen und ich mag unsere Version auch. Es ist echt nicht einfach, SWEET zu covern, ohne dass das albern wirkt.


Wie sieht es mit Euren Tourplänen aus?

Die erste Show ist schon am 20. März, das ist eine Woche vor Veröffentlichung - „Empire Of The Undead“ erscheint ja erst am 28. Ich bin gespannt, wie das überhaupt abläuft. Wir werden dann erstmal drei Monate unterwegs sein. Als Gäste haben wir RHAPSODY OF FIRE und in Deutschland STORMWARRIOR dabei. Im Ausland sind wir mit ELVENKING und hin und wieder auch mit DYNAZTY unterwegs.


Möchtest Du gerne noch etwas hinzufügen?

Ich freue mich auf die Tour und ich hoffe, dass viele von Euch kommen, um mit uns zu feiern. Und wir sind keine Power Metal-Band. Wir sind eine Heavy Metal-Band [lacht]!


Vielen Dank!

Metalviech

Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 06.03.2014 | 09:44 Uhr

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