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Interviewpartner: Kirk Windstein

Kirk Windstein ist ein beschäftigter Mann – und in den letzten Jahren statt mit CROWBAR vor allem mit seinen jüngeren Bands DOWN und KINGDOM OF SORROW unterwegs gewesen. Nun liegt mit "Sever The Wicked Hand" nach sechs Jahren der Nachfolger zu "Lifesblood For The Downtrodden" vor. Anlass genug für ein langes Gespräch über CROWBAR, DOWN, KINGDOM OF SORROW, Songwritingprozesse, alkoholfreies Bier, Lemmy und New Orleans. Viel Spaß beim Lesen!






Hi, hier ist Lennart von www.metalnews.de

Oh, hey! Wie geht's?


Gut, danke. Und selbst?

Gut, ich komme grade vom Sport, hab' noch ein bisschen trainiert...


Aha! Okay, lass uns gleich zum Thema kommen: CROWBAR bringen ein neues Album heraus – wie sind denn bisher die Reaktionen?

Absolut fantastisch. Ich bin echt gespannt, das sind wir alle. Alle scheinen die Scheibe zu lieben. Wir haben jetzt 39 Shows gespielt, 30 in den Staaten und neun in Großbritannien, ohne das Album draußen zu haben, und die Konzerte waren fantastisch. Also sind alle sehr glücklich mit den Reaktionen, die wir auf die Scheibe bekommen.


Cool. Habt ihr viel vom neuen Album gespielt?

Ein oder zwei Stücke. Normalerweise spielen wir "The Cemetery Angels", zu dem es auch das erste Video gibt, das hier drüben bei MTV veröffentlicht wurde und auch bei Youtube und allgemein online. Die meisten Fans kennen den Song schon, also haben wir ihn so ziemlich jeden Abend gespielt und er kam wirklich gut an.




Kann ich mir vorstellen. Ist ja auch ein richtig guter, schneller CROWBAR-Song, ich kann mir schon denken, dass der live gut funktioniert...

Oh ja. Ich glaube, das erste Mal haben wir ihn am zweiten Abend der Tour gespielt. Wir hatten ihn noch nie vorher live gespielt, aber dann hieß es: "Ach, was solls, wir müssen ihn früher oder später eh spielen, warum versuchen wir es nicht einfach mal?" Und es lief wirklich gut, er kam in der ersten Nacht an gut an und in denen danach auch, es ist also wirklich ein guter Live-Song. Bei einer Band wie CROWBAR – das hier ist jetzt unser neuntes Studioalbum und wir haben nichts davon live gespielt, bevor wir es aufgenommen haben. Ich schreibe die Riffs, zeige den anderen Jungs die Sachen und wir lernen es dann im Proberaum. Daher ist es jedesmal eine etwas seltsame Situation, etwas zum ersten Mal live zu spielen, aber es lief echt gut.


Es war also das erste Mal, dass ihr den Song als Song gespielt habt?

Absolut. Als wir vor den Aufnahmen probten, hatte ich noch nicht einmal einen Text, Gesang und Text waren noch nicht fertig...ich hatte keine Ahnung, was ich draus machen würde, wenn es um den Gesang gehen würde. Wir haben das Stück zwar geprobt, aber ich habe dabei nicht mal gesungen. Das erste Mal haben die anderen es also beim Soundcheck live gehört. Das lief aber so gut, dass wir uns sagten: "Scheiß' drauf, wir machen das einfach heute abend!"


Klingt reichlich spontan. Mir war gar nicht klar, dass ihr so arbeitet – ist das die normale Arbeitsweise für CROWBAR, macht ihr das immer so?

Für CROWBAR ja, CROWBAR ist für mich eine sehr spontane Angelegenheit. Was die Texte angeht – ich schreibe normalerweise Texte für alle Songs, die ich singe - wache ich einfach morgens auf und schreibe hin, was mir gerade in den Sinn kommt. Nachmittags gehe ich dann einfach in die Gesangskabine im Studio, habe mein Notizheft und einen Stift dabei und streiche dann einige Worte, versuche mich einzufühlen und versuche, es auszufeilen. Gewöhnlich, in 90 oder 99 % der Fälle, bin ich zufrieden mit dem, was ich gemacht habe und lasse es dann letztlich wie es ist, ändere nichts mehr.


Wie lief der Schreib-und Aufnahmeprozess ab? Du hast ja erwähnt, dass du die Riffs schreibst und sie dann den anderen zeigst – läuft das üblicherweise so ab, bist du der hauptsächliche Komponist für CROWBAR?

Nun, Pat Bruders, unser Bassist, holt gerade wirklich massiv auf und bringt viele gute Ideen auf den Tisch. Er hat grad viele Riffs. Fakt ist, wir treffen uns morgen sogar und machen neues CROWBAR-Zeug. Ich will den Ball wirklich in Bewegung halten, weil wir mit dem neuen Album und der Situation der Band allgemein gerade so zufrieden sind. Pat kommt also mit viel an und Matt, unser zweiter Gitarrist, hat ein wenig beigesteuert. Zu einem der Songs hat er ein echtes Killer-Riff beigetragen. Ich bin also wirklich offen für das, was die anderen schreiben, aber da ich von Anfang an ca. 90, 95 % des CROWBAR-Materials geschrieben, habe nehme ich oft einfach eine Idee und verbiege sie dann zu meiner eigenen Interpretation. Und wenn sie für CROWBAR funktioniert, dann benutzen wir sie.


Hört sich vernünftig an. Das nächste kommt eigentlich später auf meiner Liste, aber hier passt es grade ganz gut, glaube ich. Du bist seit langer Zeit Mitglied von CROWBAR und DOWN, seit einiger Zeit dann auch noch bei KINGDOM OF SORROW. Versuchst du, die Bands zu trennen? Wie entscheidest du, ob eine Idee zu CROWBAR, DOWN oder KINGDOM OF SORROW gehört? Funktioniert das überhaupt?

Nun, normalerweise befinde ich mich in einem bestimmten Zustand, wenn ich etwas schreibe. Ich sage dann: "Dies wird für CROWBAR sein, dies für DOWN, dies für KINGDOM." Aber oft läuft es wie bei KINGDOM OF SORROW ab. Den Song "God's Law In The Devil's Land" habe ich zuerst den Jungs von DOWN gezeigt, und sie mochten ihn nicht so richtig. Ich zeigte ihn den CROWBAR-Leuten und sie fanden, dass er zu sehr nach DOWN klingt. Also zeigte ich ihn Jamey Jasta [HATEBREED, KINGDOM OF SORROW] und er stand total drauf und der Song kam auf die KINGDOM-Platte ["Behind The Blackest Tears", Relapse Records 2010. Anm.d.Verf.] Ebenso die Musik zu "From Heroes To Dust" – die wurde auch gewissermaßen für DOWN geschrieben und sie mochten sie nicht. Jamey aber schon...Manchmal läuft es auf diese Weise ab. Aber normalerweise sind die Riffs, die Jamey mag oder die Phil und die Leute von DOWN mögen, für die jeweilige Band geschrieben. Wenn es dann heißt: "Yeah, das ist echt geil, lass uns damit arbeiten!", dann ist das die Art und Weise, wie es laufen soll. Bei CROWBAR bin ich natürlich der Boss, also habe ich das letzte Wort.


Alles klar. Ich war halt neugierig, wie das funktioniert, da du ja als Gitarrist auch diesen sehr eigenen Stil hast, die ganzen Slidings und Bendings zum Beispiel finde ich sehr charakteristisch. Man kann da schon immer hören, dass du an der Gitarre zugange bist...

Oh, das nehme ich als gutes Kompliment! Danke! Aber in der Regel gibt es wirklich keine Probleme. Und was CROWBAR angeht...es ist schon schräg, weißt du, das Album ist noch nicht einmal veröffentlicht und wir schreiben schon an neuem Material. Das ist normalerweise nicht der Fall, aber wir sind alle sehr aufgeregt und gespannt auf die Zukunft und freuen uns darüber, wie gut alles bisher aufgenommen wurde. Also schreibe ich einfach weiter für CROWBAR, DOWN, KINGDOM OF SORROW, für alle. Jamey Jasta hat mir heute morgen eine Email geschickt mit einigen Riffs für neues KINGDOM-Zeug, ich werde mit ihm sprechen, sobald ich es gehör habe. Alle von uns schreiben konstant mit all ihren Bands, das ist eine prima Sache.


Du hast also derzeit nicht diese eine Hauptband, sondern versuchst, dich auf alle drei gleichzeitig zu konzentrieren?

Das trifft's ziemlich genau, ja. Ich meine, DOWN waren ja für die letzten vier Jahre meine absolute Hauptband. Und wenn wir uns mit DOWN befassen, dann ist es auch meine Hauptband. Jetzt gerade bin ich nur damit beschäftigt, CROWBAR zu machen, aber die nächsten Konzerte, die auf mich zukommen, sind DOWN-Shows – eine in New Orleans, eine in Austin, Texas und eine in Houston, das sind DOWN-Konzerte, dann werden DOWN meine Hauptband sein. Die jeweilige Band, mit der ich zu einer Zeit arbeite, ist dann immer meine Hauptband. Aber ich denke, dass mir heute mehr als je zuvor alle drei Bands sehr wichtig sind, während es früher nur CROWBAR war und dann nur DOWN. Aber ich liebe alle drei Bands und ich liebe es, mit all diesen Typen zu spielen. Ich schätze mich sehr glücklich, dass ich das machen kann, also ist alles cool.


Hört sich ganz so an. Aber ist das nicht mitunter schwierig zu organisieren?

Nunja, es ist manchmal schwierig. Aber wir bemühen uns alle, dass es funktioniert und haben Verständnis. Phil hat so viel am Laufen, Jimmy hat natürlich EYEHATEGOD und ich habe DOWN, CROWBAR und KINGDOM, von daher...Jeder von uns versteht, dass die anderen sich entfalten und verschiedene Sounds mit verschiedenen Bands spielen wollen, und alle sehen das ziemlich entspannt.


Est ist ja sechs Jahre her, seit die letzte CROWBAR-Scheibe erschienen ist. Du hast an anderer Stelle mal erwähnt, dass die Leute, die jetzt bei CROWBAR sind, auch schon seit sechs Jahren dabei sind – was habt ihr denn die ganze Zeit gemacht?

Oh, ich selber, wie gesagt, hauptsächlich DOWN seit Anfang 2006. Vor fünf Jahren um diese Zeit herum haben wir eine CROWBAR-Tour in UK gespielt, und sobald die vorbei war, wurde mein Leben zu DOWN, das habe ich 90 % der Zeit getan. Die anderen Jungs – Tommy und Pat, unser Schlagzeuger und Bassist, sind schon seit sieben Jahren in der Band – waren also sehr cool und loyal und geduldig beim Warten. Ich finde, ich schulde es ihnen, dass wir so viel wie möglich mit CROWBAR machen, jetzt, wo das neue Album draußen ist.





Lass uns auf das neue Album zurückkommen. Zunächst mal der Titel: Wer hat ihn sich ausgedacht und was bedeutet er?

Oh, es ist einfach ein Titel unter vielen, die herumgeworfen wurden. Jamey Jasta hat etwas Ähnliches erwähnt, als er versuchte, mir mit Songtiteln behilflich zu sein. Erst war "Sever The Wicked Hand" nur ein Songtitel, und es war ein toller Titel. Also schrieb ich den Text und anschließend mochten alle den Titel so sehr, dass es hieß: "Hey, das wäre doch ein großartiger Name für das Album!", worauf ich dann sagte: "Okay, machen wir es einfach."


Mir gefällt der Titel auch, aber um ehrlich zu sein erinnerte er mich zunächst mal an diesen Horrorfilm, wo der Teenager seine vom Teufel besessene Hand abschneiden muss...oder an "Tanz der Teufel 2", hehe...

Haha, ja, okay. Es ist im Prinzip eine Metapher dafür. Bei mir war es so, dass Saufen und Drogen mir außer Kontrolle gerieten. Die "böse Hand abzutrennen" war für mich daher, die Verbindung zu Drogen und Alkohol zu kappen, aber es kann für jeden alles mögliche sein – eine schlimme Beziehung zu einer Frau oder einem Mann, Drogen und Alkohol, ein mieser Job ohne Perspektive, alles. Es könnte auch für Leute mit Essstörungen sein, die sehr fettleibig sind, es kann wirklich alles sein – es geht einfach darum, dich von allem Negativen zu trennen und Positives in dein Leben zu bringen. Denn es gibt da draußen eine positive Seite des Lebens, egal wie schlecht du glaubst, das alles ist. Man muss einfach lernen, sich von den negativen Dingen loszumachen. Es ist schwierig, aber wenn man es hinbekommt, macht es einen zu einem besseren Menschen.


Und für dich war das, mit Drogen und Alkohol Schluss zu machen?

Ja, für mich persönlich lief es darauf hinaus. Es war halt einfach außer Kontrolle geraten. Das ist jetzt sechs Monate her, und für mich läuft es sehr gut; ich genieße es. Das heißt nicht, dass ich nicht mehr trinken werde, aber für den Moment bin ich sehr glücklich damit, wo ich mich grade befinde. Es ist das erste Mal seit 25 Jahren, dass ich so klar im Kopf bin, und es ist ein gutes Gefühl. Ich habe viele Freunde, die aufgehört haben und das so toll finden, dass sie immer so weitermachen wollen, und gerade jetzt geht es mir genauso. Aber ich habe auch viele Freunde, die vielleicht für ein, zwei Jahre oder länger Pause machen, und die dann irgendwann wieder ausprobieren, ob es ihnen gefällt und sie es kontrollieren können. Falls ja, machen sie es halt, es hängt von der Person ab. Ich persönlich bin sehr glücklich damit, wie es gerade ist. I have severed my wicked hand and I'm in a better place right now!


Das ist prima. Es ist vermutlich auch für die Musik gut, nehme ich an...

Ich denke schon, ja. Ich meine, ich habe immer nüchtern geschrieben, ich habe die Gitarre für CROWBAR im Studio immer nüchtern gespielt. Was die Texte angeht, die habe ich auch immer nüchtern geschrieben, mich dann aber immer richtig besoffen bevor ich sie gesungen habe, hehe. Ich dachte vermutlich, dass ich durchs Betrunkensein mehr Emotionen in mir aufrütteln kann, habe aber nicht erkannt, dass es tatsächlich falsche Gefühle waren, weil sie vom Alkohol angetrieben wurden. Auf dem neuen Album, als ich das nüchtern gemacht habe, musste ich wirklich tiefer in meiner Seele bohren. Und ich war zuerst ein bisschen nervös, weil ich nie zuvor irgendwas für CROWBAR oder KINGDOM OF SORROW gesungen habe, ohne zumindest, naja, ziemlich ordentlich angetrunken zu sein. Daher hatte ich anfangs ein bisschen Schiss, aber als ich mich daran gewöhnt hatte, dachte ich mir nur noch: "Wow, das ist so viel besser!", und es hat für mich großartig funktioniert.


Super. Du hast also auch die letzte Tour erstmals komplett nüchtern gespielt?

Ja, ich habe jetzt 39 Shows nüchtern gespielt, das erste Mal seit etwa 25 Jahren, seit ich ungefähr zwanzig war. Am Anfang habe ich nichts getrunken, bis die Show gelaufen war. Das wurde dann zu: "Okay, ich trinke erst, wenn ich auf die Bühne gehe." Dann wurde ein Bier vor der Show draus, dann irgendwann fünf, irgendwann zehn. Dann trinkt man noch während des Konzerts und danach, lebt immer mit einem Kater, fühlt sich beschissen...es wurde einfach zu viel. Darum sagte ich mir, dass es Zeit ist, davon Abstand zu nehmen und mal zu schauen, wie es sich so ohne lebt. Und das heißt auch, dass es wieder nur noch um die Liebe zur Musik geht, wegen der ich damals überhaupt angefangen habe, Gitarre zu spielen und Musik zu schreiben. Der Kreis hat sich also geschlossen. Und obwohl ich jetzt viel älter bin, fühle ich im Herzen wieder wie ein Teenager, was die Liebe zur Musik angeht. Das ist schwer, wenn man keinen klaren Kopf hat. Ich war an dem Punkt angekommen, dass ich zwar nach dem Aufwachen sechs bis acht Stunden gewartet habe, bevor ich mein erstes Bier getrunken habe. Aber ich hatte dann die Nacht zuvor so viel getrunken, dass ich immer noch Alkohol in meinem Körper, in meinem System hatte und das Bier sofort gespürt habe...es war also einfach zuviel, es war Zeit, damit Schluss zu machen.


Ja, hört sich ganz so an. Gut, dass du das hingekriegt hast! Aber mal ehrlich – wie ist es denn so auf Tour, wenn man nicht mal ein, zwei Bierchen zischen kann? Fällt dir das schwer?

Ja, schon. Aber ich trinke einfach alkoholfreies Bier, das habe ich auf der UK-Tour auch getan und hier in den Staaten gibt es auch ein paar gute Sorten...Also ist es für mich so, dass ich einfach im Club sein und kaltes Bier trinken kann. Die guten alkoholfreien Biere sind echt prima. Es gibt natürlich auch welche, die beschissen schmecken, hehe. Aber die guten alkoholfreien Biere schmecken, und ich kann einfach im Club sein, ein paar Bier trinken und immer noch einen klaren Kopf haben und spielen und singen, so gut ich kann. In einer Bar oder einer Kneipe kann das schwierig sein, aber ich habe mich dran gewöhnt, das ist okay.






Du rätst also jungen Leuten nicht zur Lemmy'schen Lebensweise mit Sex, Drugs and Rock'n'Roll?

Hehe...weißt du, das ist eine persönliche Sache. Es fragen mich schon Leute, was ich zu jungen Leuten und jungen Musikern sage, die trinken oder Drogen nehmen. Und ich sage dann, okay, wenn es das ist, was du tun möchtest, dann mach es. Man muss selbst lernen, was für einen funktioniert und was nicht, eins nach dem anderen. Es gab auch eine Zeit, während der ich ein ziemlich heftiges Problem mit Kokain hatte, bis ich an den Punkt kam, an dem ich mich fragte: "Warum zum Teufel mache ich das eigentlich? Ich riskiere meine Leben, gebe mein Geld dafür aus, fühle mich beschissen!" Es wurde einfach langweilig, es hat mir nichts mehr gebracht. Ich habe früher mit vielen Drogen experimentiert, Acid, Extasy, was auch immer, ich habe es halt für mich selber ausprobiert. Ich habe herausgefunden, dass ich Gras nicht mag. Irgendwie wünsche ich mir zwar, es zu mögen, mag ich aber nicht. Weißt du, ich werde hier nicht sagen: "Nehmt Drogen!", aber manche Leute bekommen das halt hin mit den kleinen Mengen und haben Spaß daran und manche nicht. Und wenn du zu den Leuten gehörst, die das nicht können, dann hör auf jeden Fall auf! Aber ich denke, es ist Sache jedes Einzelnen, im Lauf der Zeit herauszufinden, was geht und was nicht.


Da bin ich mit dir ziemlich einer Meinung, das können wir doch einfach mal so stehen lassen. Um noch mal zur neuen Scheibe zurückzukommen: Inwiefern würdest du sagen, dass sich "Sever The Wicked Hand" von "Lifesblood For The Downtrodden" musikalisch unterscheidet?

Oh, ich denke, dass es eine Art natürliche Weiterentwicklung ist. Okay, natürlich mögen die meisten Musiker ihre neueste Platte am liebsten. Ich denke, "Sever The Wicked Hand" unterscheidet sich nicht wirklich von allen anderen CROWBAR-Sachen, aber es ist das erste Album, dass alles vereint, was den CROWBAR-Sound ausmacht. Alle Sachen, die wir auf den acht vorherigen Alben angeschnitten haben, befinden sich auf dieser Platte, und ich finde, es ist das vielseitigste Album, das wir je gemacht haben. Ob es sich deswegen von "Lifesblood..." oder den anderen CROWBAR-Geschichten unterscheidet....ich finde einfach, dass dieses Album vom Beginn des ersten bis zum Ende des letzten Songs alle Seiten dessen zeigt, was den Sound von CROWBAR ausmacht.


Gibt es eine Seite des CROWBAR-Sounds, die dir wichtiger ist als eine andere? Zum Beispiel die schnellen Hardcore-Anteile und die langsamen Doom-Riffs, wie balancierst du die aus?

Das ist schwierig. Ich persönlich mag beides gleich gern. Als Songschreiber und als Hörer sind mir in gewisser Weise die doomigeren, melodischeren und dunkleren Sachen lieber. Wenn es ums Livespielen geht, versuche ich, es aufzuteilen. Wenn wir zwei langsame, doomige Songs hintereinander gebracht haben, werfe ich gerne einen schnelleren, aggressiveren ein, um die Setliste ein wenig aufzumischen. Live kommen die schnellen, aggressiven Sachen besser, aber das ist ja nur ein kleiner Teil des CROWBAR-Sounds. Es hängt auch davon ab, mit welchen Bands CROWBAR gerade auf Tour sind. Wenn wir eine größere Band begleiten und es eine Death Metal oder Hardcore Band oder dergleichen ist, neigen wir dazu, mehr schnellere Sachen in die Setlist zu tun, weil es dem Publikum vermutlich besser gefällt. Aber wenn wir, wie gerade hier in Amerika, mit ST VITUS auf Tour gehen, haben wir sicherlich mehr Doom in der Setlist, weil VITUS ja auch diesen alten Doom spielen. Es kommt also immer drauf an, aber ich mag wirklich beides gleich gern.


Damit hatte ich ja irgendwie auch gerechnet, hehe. Du warst mit sehr verschiedenen Bands auf Tour, ihr habt sogar mit AC/DC gespielt wenn ich mich nicht irre...

Ja, mit DOWN haben wir für AC/DC eröffnet, in Bukarest in Rumänien. Das war unglaublich!


Ach, richtig, das war mit DOWN!

Ja, mit DOWN haben wir alles mögliche gemacht. Wir haben mit AC/DC gespielt, mit MOTÖRHEAD, mit METALLICA, haben in ein paar Stadien in Osteuropa gespielt und den ersten Abschnitt der "Death Magnetic"-Tour hier in den Staaten...mit CROWBAR haben wir seit der ersten Tour alles gemacht, MORBID ANGEL, PANTERA natürlich einige Male, was fantastisch war, wir sind mit CATHEDRAL getourt, mit SUFFOCATION, ein paar Mal mit NAPALM DEATH...ich glaube, wegen der verschiedenen Elemente in unserem Sound können CROWBAR zu jeder Art von Band passen, solange sie in irgendeiner Weise heavy ist, egal ob nun Doom-heavy oder aggressiv...solange die Band heavy ist, passen wir zu allem.


Mit welchen Bands bist du besonders gern auf Tour?

Ich bin ein echter Glückspilz, ich meine, ich kann in einem heißen, verschwitzen Club mit CROWBAR spielen oder auf dem "Download"-Festival mit DOWN vor 70000, 80000 Leuten. Oder vor AC/DC, vor 50000 Leuten. Es ist cool, beides machen zu können. Mit DOWN haben wir HEAVEN AND HELL begleitet, in Kanada und auch in Australien und Neuseeland. Es ist echt fantastisch, beides machen zu können, von den kleinen, verschwitzten Kneipen bis hin zur Arena oder großen Festivals.


Das beste aus beiden Welten also! Es gibt da diesen Song auf "Sever The Wicked Hand", der ziemlich heraussticht, es ist "A Farewell To Misery". Hat schon etwas von einem Begräbnismarsch und ist im CROWBAR-Kontext recht ungewöhnlich – wie bist du darauf gekommen?

Nun, ich hatte den halt herumliegen. Tatsächlich habe ich ihn vor etwa sechs Jahren geschrieben. Ich glaube, DOWN habe ich den nicht gezeigt, denn da liegen so viele Riffs und Ideen herum. Dort sind es fünf Typen, die alle großartige Sachen schreiben, da kommt keine Knappheit auf. Ich habe ihn Jamey gezeigt, habe die Gitarre tatsächlich schon aufgenommen und ihn gefragt, ob er es für KINGDOM OF SORROW verwenden würde, er hat ihn dann aber weggelassen. Also sagte ich mir: "Scheiß' drauf, ich nehm ihn für CROWBAR!" Ich hatte eine Vision davon im Kopf, was ich damit wollte, und wir haben es geschafft, sie einzufangen. Es ist ziemlich in der Mitte des Albums, was genau meine Absicht war, es ist ein perfektes Stück, um die erste Hälfte des Albums von der zweiten Hälfte zu trennen. Ich denke immer noch in Alben, vermutlich wegen meines Alters, als ich aufwuchs, war das halt einfach so. Für mich ist es so, dass du die erste Hälfte des Albums hast, dann diese gespenstische, aber auch schöne und gleichzeitig heavy klingende Instrumentalstück und dann fängt die zweite Hälfte des Albums mit Vollgas an, das mag ich wirklich sehr.


Du denkst also noch in dieser Vinyl-Aufteilung in Seite A und Seite B?

Ja. Ja, das trifft es so ziemlich, so bin ich eben. Weißt du, viele Journalisten sagen mir in Interviews das gleiche, nämlich, dass sie sich das Album einige Male angehört hätten, aber keinen wirklichen Lieblingssong darauf hätten, sondern stattdessen einfach das ganze Album hören würden. Das ist großartig, das war genau meine Absicht. Das man halt nicht die Cd einlegt oder sich seinen Ipod schnappt und dann eben Lied Nummer zwei oder Nummer vier hört, um seine Dosis CROWBAR zu kriegen, sondern dass man sich, wenn man zum Beispiel eine Stunde fährt, das ganze Album anhört, als eine einheitliche Erfahrung, eine Reise. Das war mein Ziel mit diesem Album.


Würdest du also sagen, dass das Album als Kunstform dieser Tage am Verschwinden ist?

Ja! Zumindest im Allgemeinen denke ich, dass es irgendwie verschwindet. Ich glaube, die meisten modernen Bands, vor allem junge Bands, versuchen, ein oder zwei Songs zu haben, die richtig bekannt werden. Hits, die die Leute runterladen oder als Klingeltöne kaufen können oder was auch immer. Das sind zwar sehr gute Wege, Musik zu verbreiten, aber ich werde in weniger als drei Monaten 46 Jahre alt. Und während ich aufgewachsen bin, in den 70er und frühen 80ern, war es einfach so, dass ich mir die Alben meiner Lieblingsbands komplett angehört habe. Wenn ich BLACK SABBATHs "Master Of Reality" auflege, dann höre ich die ganze Scheibe, nicht nur "Into The Void", das ist einfach meine Herangehensweise.


Bei Kassetten oder Platten ist das mit dem Skippen ja auch nicht so einfach...

Ja, das hatte vermutlich viel damit zu tun. Als ich jung war, war das mit den Tapes wirklich mordsmäßig nervig. Aber selbst bei Vinyl - wenn du grade auf dem Sofa oder auf dem Bett herumliegst und ein Album hörst und dazu die Texte liest, das Artwork anschaust, das Ganze richtig aufsaugst, dann willst du nicht aufstehen und die Nadel auf dem Plattenteller weiterbewegen. Du hörst dir einfach Seite eins an, wenn die durch ist drehst du das Ding um und hörst die zweite Seite, weißt du.


Es ist definitv eine andere Art des Hörens. Ich meine, ich versuche immer, mir ganze Alben anzuhören, aber wenn ich Musik auf dem Computer höre oder auf meinem Mp3-Player, dann ertappe ich mich auch beim Weiterklicken...

Oh ja, ich mache das selber auch. Aber wenn ich die Gelegenheit habe, wenn ich beispielsweise eine Stunde fahren muss, 45 Minuten oder eine Stunde, und ich dabei allein bin, werfe ich einfach eine Cd ein – ROSE TATTOOs "Scarred For Life" oder was auch immer – und höre die ganze Cd. Aber oft, besonders auf Flügen, setze ich mir einfach Kopfhörer auf. Ich habe etwa 8500 Songs in meinem Itunes-Ding auf meinem Computer. Wenn ich also im Flugzeug bin, dann springe ich herum und höre vielleicht erst MOTÖRHEAD, dann CHEAP TRICK und dann etwas völlig anderes, einfach einen Mix aus verschiedenen Sachen.


Ja, zum Alben hören braucht man auch eine besondere Umgebung und vor allem etwas Zeit, man muss sich drauf konzentrieren können...das ist im Auto vielleicht einfacher als im Flugzeug oder einer anderen unruhigen Umgebung.

Ja, auf jeden Fall!


Die neue CROWBAR-Scheibe kommt also auch auf Vinyl heraus, vermute ich?

Ja, wird sie. Es wird eine Doppel-Lp werden, vier Seiten, wegen der Länge. Es sind 51 Minuten, und bei Vinyl ist die Qualität ja umso besser, je weniger Musik du auf einer Seite hast. Daher wird es ein Doppelalbum, Doppel-Vinyl als Gatefold, so eine Oldschool-Sache. Ich finde es cool, dass es auch auf Vinyl herauskommt. Wir hatten eine sehr limitierte Vinyl-Auflage von "Lifesblood For The Downtrodden". Es scheint wirklich wieder im Kommen zu sein, das Interesse an Vinyl scheint zu wachsen. Als die Cd kam war das Ding erstmal gegessen, tot. Aber jetzt werden wieder Plattenspieler verkauft. Ich selber habe keinen, der letzte, den ich hatte, ging vor Jahren kaputt und ich dachte: "Warum zum Geier sollte ich mir einen neuen Plattenspieler kaufen, ich brauche das Ding nicht mehr!" Aber jetzt kommen alle auf den Vinyl-Geschmack, und weil ich ein Fan von Vinyl bin, sollte ich vermutlich mal anfangen mit dem Sammeln...


Ja, ich glaube auch, dass das zurückkommt. Zumindest, was den Underground angeht, war es ja auch nie ganz weg, aber da geht wieder mehr. Aber den Plan, eure Alben nur auf Vinyl herauszubringen, wie das einige Undergroundbands machen, habt ihr vermutlich nicht, oder?

Nein, nein, das ist nichts für uns. Ich meine, wir versuchen nicht, underground zu sein, wir sind es einfach, hehe. Wir wollen gerne so groß werden wie wir irgend können, ohne unsere Fans zu verarschen oder unseren Sound zu verwässern. Ich will meine Sachen auf Cd veröffentlichen, auf Vinyl, als Download, alles.


Nun, solange die Leute eine Gelegenheit haben, es sich anzuhören, und sie es mögen, können sie sich ja das Format dann aussuchen. Wo wir gerade bei CROWBAR und Underground sind: Du bist ja mit CROWBAR seit über 20 Jahren Teil der Szene von New Orleans. Wie siehst du die Szene von New Orleans heute? Was ist geblieben, was hat sich geändert? Deine Meinung, bitte!

Sie ist ziemlich cool! Und gerade jetzt...ich meine, Phil hat ARSON ANTHEM und ich bin jetzt bei vielen Bands nicht auf dem Laufenden, aber da ist eine Band namen HAARP auf seinem Label Housecore Records, die ich ziemlich gut finde. Eine ziemlich coole Band und coole Typen, ich werde sie morgen abend zusammen mit ARSON ANTHEM und WARBEAST aus Texas sehen, das wird sicher cool. Die Szene scheint etwas aktiver geworden zu sein, einige Zeit sah es ziemlich tot aus. Aber Phil hat einige gute neue Bands aus der Gegend von New Orleans auf seinem Label, und das hilft, etwas Schwung in die Sache zu bringen.


Cool. Ist der Hurricane noch ein Thema?

Nein, überhaupt nicht. Ich meine, das ist jetzt gottseidank fünf Jahre her. Okay, ich bin gerade mit dem Auto unterwegs und sehe in diesem Moment sogar Spuren des Hurricanes, da sind ein paar neue Gebäude, die vor dem Sturm nicht da waren. Meiner Meinung nach hat die Stadt ein wirklich gutes Comeback hingelegt und wird jeden Tag besser. Sie wird natürlich nie wieder genau so wie früher sein, aber wenn es da eine gute Seite gibt, eine versteckte gute Seite, dann vielleicht, dass hier viele neue Geschäfte eröffnet wurden. Und vieles war vor dem Sturm schmutzig und heruntergekommen, und man hatte keine Wahl, als alles Zerstörte abzureißen und brandneue Gebäude hinzustellen. Glücklicherweise ist das französische Viertel und die meisten der historischen Gebäude noch okay gewesen, sie wurden nicht allzu schlimm beschädigt, sie konnten gerettet werden. Alles andere, das beschädigt wurde, ist jetzt brandneu und modern. Also haben wir jetzt einen Mix aus dem alten Charme von New Orleans und modernem, neuem Zeug. Um ehrlich zu sein – vieles hätte ohnehin neu gemacht werden müssen. Das heißt jetzt nicht, dass ich diesen beschissenen Hurricane gerne haben wollte. Aber so ist es nun, es ist eine Sache der Vergangenheit und die Leute haben einfach weitergemacht, niemand spricht wirklich davon. Es ist halt leider passiert, die Leute haben verloren, was sie eben verloren haben, Freunde, Leben, Familie und was nicht noch, aber man kann es nicht ändern, alles was man machen kann, ist vorwärts zu gehen.


Vermutlich, ja. Die Stadt hat also das beste aus der Situation gemacht?

Ja, das denke ich schon. Es gab auch keine andere Wahl, außer zu sagen: "Fuck it, lass die Stadt sterben!" Aber das wäre nicht passiert, alle haben sich zusammengetan, es hat wirklich für Verbundenheit gesorgt. Es gab auch vorher schon viel Zusammenhalt unter den Einwohnern, aber die Sache hat wirklich alle möglichen Lebensläufe und Nationalitäten zusammengebracht, es waren Alte, Junge, Schwarze, Weiße, Arme, Reiche, die alle unter derselben Sache gelitten haben. Das hat alle irgendwie in die gleiche Realität gebracht, auf die gleiche Ebene. Ich meine, vielleicht warst du arm, hattest nichts und hast alles verloren. Und dann waren da auch viele reiche Leute, die viel hatten, und es auch alles verloren haben. Es waren alle im gleichen Boot, ich denke, das hat der Stadt wirklich einen gewissen Zusammenhalt gebracht. Ich glaube, jeder, der das durchgemacht und es überlebt hat, wird das sein Lebtag lang nicht vergessen.


Das glaube ich. Es war auch hier drüben ziemlich groß in den Medien, eine echt krasse Geschichte...

Ja, es war die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der Vereinigten Staaten...


Deswegen musste ich danach fragen...Okay, ich bin mit meinen Fragen mehr oder weniger durch, aber da gibt es immer noch diese Bonusfrage, die werde ich dir jetzt stellen. Wenn CROWBAR ein Film wäre, was für ein Film wäre das?

Hmmm, wenn CROWBAR ein Film wäre...das bin ich noch nie in einem Interview gefragt worden, hehe. Wenn CROWBAR ein Film wäre, wäre es ein hochemotionales Drama mit einer Prise Horror drin, würde ich sagen!


Ah, okay. Denkst du an irgendwas bestimmtes? Irgendeinen bestimmten Film im Kopf?

Hmmm...nein, nicht wirklich. Ich denke, wir haben zu viele verschiedene Elemente, um es jetzt auf einen bestimmten Film herunterbrechen zu können. Aber es wäre etwas Ernstes. Ich meine, obwohl wir als Menschen viele Scherze machen, viel am Herumalbern sind und allgemein sehr fröhlich sind – wenn es um die Musik von CROWBAR geht, ist da für uns überhaupt nicht Lustiges mehr drin. Also wäre es ein ernstes, düsteres Drama, denke ich.


Okay, das schreib' ich so hin. Passt auch ganz gut, finde ich. Aber den Plan zu einem CROWBAR-Film gibt es noch nicht, oder?

Nunja, nein. Aber es wäre toll, wenn wir das machen könnten!


Sag Bescheid, wenn ihr loslegt. Ich bin nämlich neugierig, wie das wohl aussehen würde...

Hehe...ich auch, echt!


CROWBAR – Der Film. Würde er in New Orleans spielen?

Ja, ich denke schon. Doch, das müsste er wohl. Diese Band könnte ohne diese Stadt nicht existieren, wenn wir nicht aus New Orleans wären, wären wir nicht CROWBAR.


Das ist doch mal 'ne Aussage! Wie sehen eure Zukunftspläne aus, auch was Touren angeht?

Wir starten jetzt eine Tour in den USA mit ST VITUS, HELMET, KYLESA und noch ein paar anderen Bands, das wird eine ungefähr dreieinhalbwöchige Tour in den Staaten sein. Dann kommt da einiges mit DOWN auf mich zu. Soweit es CROWBAR betrifft, sind viele Sachen in Arbeit. Es macht irgendwie Spaß, mit den ganzen Zeitplänen aller Bands zu jonglieren und zu sehen, was wann und wo kommt, und was ich für CROWBAR wann einfügen kann. Es kommt also was mit DOWN, später im Sommer sind dann KINGDOM OF SORROW dran, wir werden das "Mayhem"-Festival spielen, das wird richtig gut für KINGDOM sein...es gibt also viel zu jonglieren! Aber CROWBAR werden definitiv überall auf der Welt touren. Und es wird keine lange Wartezeit auf das nächste Album geben, ich will mit dem Schreiben dranbleiben.


Okay. Schreiben für welche Band? Für alle?

Für alle drei, ja. Ich will weiter mit allen drei Bands neue Musik herausbringen!


Klingt vielversprechend! Okay, ich danke dir für deine Zeit und Geduld! Irgendwelche abschließenden Worte?

Ebenfalls danke! Und besondereren Dank an alle CROWBAR-Fans in Deutschland und überall auf der Welt. Es sind jetzt 20 Jahre...sogar 22 Jahre, also danke für die ersten 22 Jahre, mal sehen, wie weit wir kommen, haha!


Ich hoffe doch, ihr schafft das noch weitere 22 Jahre!

Das wäre ziemlich gut! Ich wäre dann zwar älter als Lemmy, aber das ist okay, hehe...


Haha, das ist doch mal ein Ziel!

Haha, ja, absolut. Ich meine, guck dir den Typen doch an, der ist verdammtnochmal 20 Jahre älter als ich. Und ist besser drauf als ich es vor 20 Jahren war!


Wobei Lemmy vielleicht nicht das beste Vorbild ist...

Er ist es und er ist es nicht. Ein guter Freund von mir sagt immer: "Wir alle lieben Lemmy, aber wollen wir wirklich er sein?" Auf keinen Fall, soweit es seine Rock'n'Roll-Exzesse und Partys angeht. Ich meine, ich liebe ihn. Ich verehre ihn, ich habe drei, vielleicht sogar vier MOTÖRHEAD-Tattoos, verschiedenes Zeug. Ich liebe und verehre ihn, aber er ist ein einzigartiges Exemplar. Versuch nicht, Lemmy zu sein, das überlebst du nicht!


Ich glaube, da ist was Wahres dran. Besser, man versucht es nicht!

Ja, man würde einfach sehr krank werden oder sterben, besser lässt man das bleiben, hehe...


Genau. Okay, danke für das Interview und einen schönen Tag! Wobei ich nicht weiß, welche Zeit du gerade hast...

Ähm, viertel vor zwölf. Du hast in Deutschland sieben Stunden Vorsprung vor mir, müsste jetzt so etwas viertel vor sieben sein...


Stimmt. Das mit den Zeitzonen habe ich nicht besonders drauf...

Ja, okay, wenn man nicht mordsmäßig viel unterwegs ist...ich bin mittlerweile ziemlich gut damit. UK sechs Stunden, Deutschland und Mitteleuropa sieben, wenn man weiter östlich ist, in der Türkei, Israel, Russland können's acht Stunden sein und so weiter...aber wie auch immer, ich wünsche dir einen schönen Abend und vielen Dank für das Interview!


Auch vielen Dank! Hab' eine schöne Zeit, pass auf dich auf und viel Erfolg mit CROWBAR und deinen anderen Bands! Auf Wiedersehen!

Ja, danke Lennart. Auf Wiedersehen!

Grim_Rieper

Autor: Lennart Riepenhusen [Grim_Rieper] | 07.02.2011 | 01:07 Uhr

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