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Interviewpartner: Kristoffer Olivius

Irgendwas ist ja immer. Dieser Spruch ist Gesetz. Und gilt vor Allem bei Interviews. Auch im Falle von NAGLFAR verlief es mal wieder nicht nach Plan. Das Telefongespräch mit Sänger Kristoffer Olivius wurde zweimal unterbrochen, dann versagten die Leitungen komplett. Die abschließenden Fragen wurden dann auf dem schriftlichen Wege von Marcus Norman beantwortet, so daß ihr doch noch das komplette Interview geniessen könnt.




Hi, Kristoffer. Erst mal Gratulation zum neuen Album. Ein gutes Album, wie ich finde. Fast fünf Jahre sind seit dem letzten Album vergangen. Was habt ihr solange gemacht?

Oh, danke. Wir haben auch lange dran gearbeitet. Aber es fühlt sich gut an, mal wieder etwas zu veröffentlichen. Es tut gut, zwischendurch auch mal etwas anderes zu machen als Musik. Dadurch haben wir auch eine Menge Inspirationen bekommen, um neue Songs zu schreiben. Es ist aber ebenso gut zu wissen, das die Leute der Band über nahezu 20 Jahre gefolgt sind und es auch hoffentlich weiter tun. Vor allem, weil man spüren kann, das wir eine Menge Arbeit in das neue Album investiert haben.


Für mich persönlich ist „Bring Out Your Dead“ ein absolutes Highlight. Bereits beim ersten Hören bin ich begeistert. Wie sind die bisherigen Feedbacks auf manche Songs?

Es ist natürlich und normal, daß unterschiedliche Leute unterschiedliche Meinungen zu den einzelnen Tracks haben. So soll es ja auch sein. Jeder hat da einen anderen Favoriten. Ich finde das in Ordnung, denn wir wollten ein komplett gutes Album machen und nicht nur ein oder zwei Hits schreiben und den Rest Lückenfüller.


Ihr seid nur noch zu dritt. War die Entscheidung für euch die Richtige?

Irgendwann wird die Band zu so etwas wie einer Familie. Du verbringst mehr Zeit mit den Bandkollegen als mit deiner regulären Familie. Die anderen Beiden und ich, wir sind die Hauptsongwriter und haben uns dazu entschlossen, diesen Weg in der Zukunft zu gehen. Das Bandgefüge ist absolut intakt so.




Du bist vom Bass an das Mikrophon gewechselt. Wie kam es zu dieser Entscheidung? Wolltest du nicht beides machen? Gesang und Bass?

Es sieht einfach nicht cool aus, das ist die simple Antwort, haha. Ich finde es einfach besser, wenn der Sänger nicht gleichzeitig Bass oder ein anderes Instrument spielen sollte.


Als Drummer habt ihr Dirk Verbeuren verpflichtet. Eine gute Wahl, wie ich finde. Sein Stil belebt den Sound.

Ja, das denke ich auch. Auch gerade ihm hat es richtig Spaß gemacht. Wir haben ihn erst gar nicht involviert. Zunächst wollten wir die Pre-Produktion ohne ihn machen. Doch es klang millionenfach besser, als er seinen eigenen Touch eingebracht hat. Wir sind sehr zufrieden.


Seid ihr auch mit der Produktion zufrieden? Meiner Meinung nach sind vor allem die Gitarren richtig fett. Vor allem der letzte Song „The Dying Time Of Existence“ klingt richtig heavy.

Oh, Ja. Wir sind sehr zufrieden. Schließlich hat Marcus es produziert und engineert in seinem eigenen Studio. Und dann hatten wir auch Hilfe von Mathias Edlund. Aber Marcus hat den Hauptjob gemacht und ich möchte eigentlich nie wieder mit jemand anderes zusammen arbeiten.


Was bedeutet „Téras“?

Markus: Der Titel bedeutet die widerliche Laune, die wir Mutter Erde nennen.


„Pale Horse“ ist ein schnelles Lied zu Beginn. Kannst du mir etwas über das „matte Pferd“ erzählen? Ist ja eigentlich kein typischer Black Metal Songtitel. Wer oder was ist damit gemeint?

Markus: Um es mal simpel auszudrücken : Der Tod.




Niklas Sundin ist für das Coverartwork verantwortlich. Hat er eure Ideen aufgegriffen oder das Cover alleine hergestellt?

Markus: Wir hatten die grundlegenden Ideen dafür. Doch wir haben Niklas alle Freiheiten gegeben, die er brauchte, um die Arbeit fertig zu stellen. Ich weiß wirklich nicht, was seine Inspirationen waren, aber es ist auf jeden Fall großartig geworden, muß ich sagen.


Ihr kommt aus Umea. Zusammen mit Riga ist Umea zur europäischen Kulturhauptstadt 2014 gewählt worden. Macht dich das ein wenig stolz?

Markus: Stolz würde ich jetzt nicht sagen. Aber es wird interessant werden, die ganzen Besucher zu beobachten, die dann herkommen.


Stell dir vor, jemand wie ich möchte nach Schweden in den Urlaub fahren. Welche „Spezialitäten“ würdest du mir empfehlen?

Markus: In den Norden Schwedens auf jeden Fall. Damit man mal die Einsamkeit und die vielleicht damit vebundene Depression erfährt.


Zwanzig Jahre Naglfar. Wird gefeiert?

Markus: Es ist nichts wirklich geplant. Aber ein neues Album herausbringen, nach all den Jahren, das ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Fränky

Autor: Frank Wilkens [Fränky] | 29.03.2012 | 17:00 Uhr

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