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Band: Metalnews nach 'Wiegedood' durchsuchen Wiegedood
Interviewpartner: Levy Seynaeve

Mit ihrem Debütalbum "De Doden Hebben Het Goed" brachten die belgischen Senkrechtstarter WIEGEDOOD vor zwei Jahren atmosphärische Dichte in den Black Metal, ohne sich dabei so genrehip wie DEAFHEAVEN oder waldschratig wie WOLVES IN THE THRONE ROOM zu verkaufen. Nach dem das erste Mysterium gelüftet war und die Bandmitglieder auch bei den Szenegrößen AMENRA und OATHBREAKER zugange sind, war zumindest klar, dass keine blutjungen Frischlinge für kollektive Schwarzwurzel-Ohrgasmen sorgten.

Der vor wenigen Tagen veröffentlichte Nachfolger "De Doden Hebben Het Goed II" klingt zwar mehr nach GORGOROTH zu "Incipit Satan"-Zeiten als nach Räucherstäbchenrituspflege, war in der LP-Version aber trotzdem schon vor Veröffentlichungsbeginn ausverkauft. Was macht die belgischen Wüteriche so besonders? Warum fühlt sich jeder Connaisseur dunkler Klänge so magisch von den wuchtigen Soundwänden der Westeuropäer angezogen? Vor ihrem paralysierenden Auftritt im Wiener Viper Room haben wir Frontmann Levy Seynaeve zum ausführlichen Gespräch gebeten, das eines zeigte: Der gute Mann kämpft zwar gegen seine inneren Dämonen, ist aber keinesfalls humorresistent. So ging die breit gefächerte Gesprächspalette munter von Depressionsphasen über die verhasste MYKRUR bis hin zu Teletubbies.





Levy, unlängst erschien das Album „De Doden Hebben Het Goed II“, was frei übersetzt so viel bedeutet wie „Die Toten haben es gut“. Wo sind die großen Unterschiede zum gefeierten Debüt, das euch gleich an die Spitze des europäischen Black-Metal-Undergrounds katapultierte?

Textlich ist es eine Fortsetzung des Debüts. Das neue Album ist musikalisch aggressiver und stärker auf Old-School-Black-Metal ausgerichtet, weniger auf die Atmosphäre. Es hat jedenfalls einen Faden, der sich auch auf das dritte Album hinausziehen wird. Derzeit sind wir mit unseren Bands viel unterwegs, aber sobald wir etwas Zeit haben, schreiben wir gleich am nächsten Album.


Das dritte Album klingt dann also wie „A Blaze In The Northern Sky“?

Das wäre großartig, würde uns das gelingen. [lacht] Aber darauf würde ich nicht bauen.


Es ist euch also nicht wichtig, einen atmosphärischen dichten Sound zu projizieren?

Wir schreiben einfach das nieder, was uns in den Kopf kommt. Das nächste Album könnte nach DISSECTION klingen oder komplett atmosphärisch – das kann ich jetzt noch nicht sagen. Wir denken nicht unbedingt an den nächsten Schritt und damit sind wir bislang ziemlich gut gefahren.


WIEGEDOOD ist mittlerweile aber zu einer Marke geworden. Ihr könnt nicht mehr ins Unendliche experimentieren.

Das weiß ich nicht so recht, ich beachte so etwas nicht unbedingt. Das nächste Album wird kein Jazzalbum werden, aber alles andere ist noch offen.


Erkläre doch einmal die inhaltliche Ausrichtung, der die insgesamt drei Alben zu Grunde liegen.

Es ist alles auf eine Trilogie aufgebaut, wo schon die Cover-Artworks zusammenhängen. Das erste Cover ist vom Hinterhof unseres Drummers Wim, das aktuelle Bild kommt von der Meeresseite, wo unser Gitarrist Gilles wohnt und als letztes Bild werden wir in meiner Gegend fotografieren. Für uns sind die drei Kapitel ein langes Album. Was dann passiert, das steht noch in den Sternen.




Aber welche Geschichte steckt dahinter?

Es ist schwierig, darüber zu reden. Der Titel sagt im Prinzip alles aus. Es geht darum, dass man nicht wirklich ins Leben passt und man sich eher so vorkommt, als das man ziellos über den Planeten wandelt. Es geht im Prinzip um mich und für mich ist es gut, dieses Gefühl hier kanalisieren zu können. Die Band gibt mir mitunter einen Grund, mein Dasein zu erklären. Ich suche nach einem Platz in diesem Leben.


War es anfangs eure Intention, WIEGEDOOD nur als Projekt für diese drei Albenkapitel zu starten?

Als wir das erste Album abgeschlossen haben wussten wir erstmals, dass wir noch nicht alles sagten, was für uns zu sagen war. Wir waren glücklich damit, aber es war einfach noch kein Ende in Sicht. Wir haben viele Songs geschrieben, die nicht auf dem Album landeten und merkten, dass mehr kommen muss – auch wenn wir diese Songideen dann nie verändert haben. Wir wollten das zweite Album anders gestalten, deshalb haben wir neues Material geschrieben. Ich hoffe, das dritte Album wird gut zu den ersten passen. Wir wollen uns aber nicht nach dem nächsten Werk auflösen, das ist kein Ziel.


Habt ihr WIEGEDOOD auch dazu gegründet, um Ideen zu verwenden, die nicht in eure anderen Bands OATHBREAKER und AMENRA passen?

Definitiv. Ich kann hier viel mehr machen, was ich will, denn in den anderen Bands schreiben andere die Texte. WIEGEDOOD ist mein Baby, wenn man so will. Ich kann die Worte, die mir in den Kopf stoßen, auf Papier bringen und mich nicht nur bei den Riffs austoben. Hier bin ich mehr als nur Gitarrist oder Bassist – zu singen ist auch eine ganz andere Welt, als nur ein Instrument zu bedienen.


Du bist auf der Bühne bei Livekonzerten in der Hauptrolle. Fühlst du dich darin wohl?

Es wird immer besser. Anfangs war das noch extrem schwierig, schon allein von der Technik her. Zu singen und Gitarre zu spielen ist nicht einfach, wenn man es nicht gewohnt ist. Die Alben werden bei uns immer komplexer und technisch herausfordernder, leichter mache ich es mir also auch künftig nicht. Aber man lernt aus Herausforderungen und ich bin schon ganz zufrieden mit mir. In AMENRA kann ich total introvertiert Bass spielen und bei WIEGEDOOD muss ich mich selbst pushen – es ist schön, in beiden Welten zu sein.


Gibt es zwischen WIEGEDOOD und dem gesamten Kult-Zirkel rund um AMENRA irgendwelche Verbindungen?

Nicht zwingend. Jeder macht in der jeweiligen Band sein Zeug, es ist eher dem Internet geschuldet, dass man uns da wo reinverbindet. Rein musikalisch gibt es manchmal durch die langsamen, simplen und extremen Parts Ähnlichkeiten – wobei bei WIEGEDOOD auch alles schwieriger und anstrengender zu spielen ist.


Es gibt tatsächlich Menschen, die sich in der heutigen Zeit von eurem Bandnamen provoziert fühlen. Da kann man als Musiker im Metalgenre doch ruhig einmal stolz darauf sein, oder nicht?

Wir versuchen nicht bewusst, jemanden zu provozieren oder zu schockieren. Ich kann aber verstehen, dass sich einige durch den Namen und die Texte angegriffen fühlen. Aber was soll’s, wir machen ohnehin was wir wollen. WIEGEDOOD ist eine sehr dunkle, depressive und aggressive Band. Es geht darum, dass man in vielen Bereichen des Lebens machtlos und kraftlos ist. Ich habe jedenfalls keine Verbindung zu toten Babys oder so etwas. Uns geht es eher um das Gefühl der Provokation und nicht die Provokation selbst. Wir sind eine trübe Band und wollten einen trüben Bandnamen.




Warum sind Bandname und Albumtitel in Holländisch verfasst, die Lyrics aber in Englisch gehalten?

Die Wahrheit ist, dass mir die Songtexte in meiner Heimatsprache einfach zu real sind und ich mich dabei nicht wohl fühle. Das ist auch der Grund, dass der Bandname auf viele so offensiv wirkt. Würde ich die Texte auch so schreiben, dann wäre das zu offensichtlich provokativ, auf Englisch kann ich mich ein bisschen davon distanzieren. Die Titel sind sehr bedeutungsvoll und ich will mich selbst damit herausfordern. Englisch ist für mich auch ein gewisser Schutzprozess. Bislang funktioniert das für mich sehr gut.


Dann gibt es wieder Leute, die schreiben „eure Musik ist wie Medizin für mich“ auf eure Facebook-Seite. Was geht einem als Musiker dabei durch den Kopf?

Ich finde das gut. Für mich ist die Musik eine Art Medizin, weil es schon im Songwriting wirkt. Ich sehe nicht viel Positives in unserer Musik, deshalb verstehe ich nicht ganz, wie man das positiv konnotieren kann. Wenn es aber jemandem gelingt, ist das absolut okay. Ich bin eher am anderen Ende des Spektrums angesiedelt. Das ist eine sehr subjektive Sache.


Gibt es irgendwo eine Art von Schönheit in all dem Negativen, das dich beim Songwriting umgibt?

Nein, absolut nicht. [lacht] Das Debütalbum wird auf ewig ein Testament dafür sein, welches depressive Lebensgefühl ich damals hatte. Ich ging um 14 Uhr ins Studio, arbeitete dann nachts durch und habe mich um nichts sonst gekümmert. Das Debüt ist eine gute Erinnerung daran, dass ich nicht mehr in diesen Zustand zurückkehren sollte. Das Songwriting dazu war wie eine Therapie für mich. Gilles und Wim haben mich aus diesem Tief herausgeholt. Ich habe mich eine Zeit lang fertiggemacht und um nichts gekümmert, mir war alles egal. Aber die Jungs haben sich um das Projekt gesorgt und es finalisiert. Ich bin unheimlich dankbar dafür, denn sonst hätte es das Album wohl auch nie gegeben.


Im Vergleich dazu muss das zweite nun ja förmlich vor Fröhlichkeit übersprießen.

Das würde jetzt zu weit gehen. [lacht] Ich habe mittlerweile eine gewisse Richtung in meinem Leben gefunden, die ich so gut wie möglich beibehalten möchte. Ich bin pünktlich bei Proben, beim Songschreiben und auf der Bühne und diese Ordnung hilft mir. Ich habe schon jetzt viele Ideen für das dritte Album und WIEGEDOOD ist wichtig, weil mir die Band einen Grund gibt, jeden Morgen aufzustehen.


Um WIEGEDOOD herrscht heute ein richtiggehender Underground-Kult. Hat dir das zweite Album dabei geholfen, an Selbstsicherheit zu gewinnen oder deinen Weg im Leben zu finden?

Möglicherweise schon. Ich war sehr überrascht davon, wie gut das erste Album angenommen wurde. Vom neuen Album haben wir die ersten 1.000 LPs schon verkauft, bevor sie überhaupt offiziell veröffentlicht wurden. Dass die Leute uns so vertrauen, gibt mir auch eine Extramotivation, aber am Wichtigsten sind mir die täglichen 40 Minuten auf der Bühne mit zwei meiner besten Freunde, weil ich an absolut nichts anderes als den jeweiligen Moment denken muss.


Ist dieser Underground-Erfolg in gewisser Weise furchterregend?

Nicht unbedingt. Um Erfolg oder etwas in die Richtung sorgen wir uns nicht. Es ist cool, dass die Leute das Album kaufen und zu den Shows kommen, weil wir dadurch auch weitermachen können. Aber Erfolg wird niemals ein Grund dafür sein, etwas Bestimmtes zu tun. Wenn jeder das dritte Album Scheiße finden wird, wir es aber gut, dann ist das auch okay und wird uns nicht vom Weg abbringen.




Rutscht ihr eine Art andere Dimension, wenn ihr auf der Bühne eure überlangen, intensiven Songs zelebriert?

Speziell bei den repetitiven, langsamen Parts, die nicht zu technisch sind. Ich will aber nicht lügen, denn es gibt Momente auf der Bühne, wo ich mich einfach so extrem darauf konzentrieren muss, keine Fehler zu machen, dass ich nicht in eine andere Dimension abrutschen kann. Aber insgesamt hält sich das Ganze die Waage.


Musiker sehen sich selbst selten in gewissen Genres und Nischen verortet - wo kann man WIEGEDOOD am besten einteilen?

Black Metal natürlich. Manchmal hasse ich diese Adjektivgeilheit wie Cascadian Atmospheric Wood Black Metal oder so. [lacht] Es gibt verschiedene Arten des Black Metal, aber warum muss man das so auseinanderrupfen? Wir sind mit dem neuen Album sicher im traditionelleren Pfad unterwegs, aber ich würde uns jetzt deshalb nicht woanders kategorisieren. Wenn ich an atmosphärischen Black Metal denke, kommen mir Bands wie DEAFHEAVEN oder MYRKUR in den Sinn und die mag ich überhaupt nicht. Ich will dort nicht zugeteilt werden.


Gibt es ganz spezielle Bands, die euch besonders stark inspiriert haben?

Beim Debüt waren wir in den langsamen, behäbigen Bereichen beheimatet. Als Inspiration dienten da hauptsächlich französische Bands wie CELESTIA. Ich habe über die letzten Jahre aber auch traditionelle Bands wie DARKTHRONE oder GORGOROTH zu schätzen gelernt. Es muss einfach schnell, intensiv und dreckig sein. Diesen Sound habe ich beim Schreiben automatisch im Hinterkopf. Für das nächste Album wird sich wohl wieder etwas verändern, wir werden sehen.


Was war das schlimmste Black-Metal-Album, dass du dir jemals angehört hast?

Puh, harte Frage. Ich denke MYRKUR. Sie hat nichts von dem Material selbst geschrieben. Es ist für mich kein richtiges Album, eher so JUSTIN BIEBER-Black-Metal. Da ist nichts Echtes, Wahres dran, einfach nur Bullshit. Ich höre mir lieber ein Black-Metal-Album mit schlechteren Songs an, die dafür selbst geschrieben sind, als so ein überproduziertes, zusammenkopiertes Riffgeschiebe. Es ist gut, wenn man professionell und nicht tölpelhaft arbeitet, aber mach es bitte selbst und echt. Eine Song-Manufaktur, die die Masse zufriedenstellt, braucht im Black Metal niemand.


Was macht WIEGEDOOD einzigartig, was sind die wichtigsten Zutaten für diese Band?

Auch schwierig. [lacht] Wir gehen jedenfalls keine Kompromisse mit uns ein. Als wir das erste Album schrieben, hatten wir eine kurze Diskussion, ob wir in einem Song sieben Minuten lang Blastbeats machen können, aber wir haben es einfach gemacht, weil wir es wollten. Warum auch nicht? Ob ihr es mögt oder nicht, es ist unsere Entscheidung.


Euer „Panzer Division Marduk“-Moment.

[lacht] Absolut. Das ist eines der besten Alben überhaupt und die MARDUK-Jungs gingen auch niemals einen Kompromiss ein. Du hörst kurz eine Gitarre und dann wird schon wieder weitergeklopft – so muss das sein.




Viele Black-Metal-Bands bezeichnen ihre Auftritte heute nicht bloß als Konzerte, sondern als richtiggehende Rituale. Wie stehst du dazu?

Dazu habe ich keine Meinung, die Bands sollen machen, was sie wollen. Manchmal mag ich es, wenn es keinen Bullshit drumherum gibt und jemand auf den Punkt kommt. Es gibt ohnehin zu viele Regeln. Manchmal kommen auch Leute auf mich zu, um mir zu sagen, dass ich ohne Corpsepaint kein Black-Metal-Musiker sein kann. Fick dich doch, das ist so lächerlich. Mit Corpsepaint würde ich mich selbst betrügen. Jeder, der es machen will, soll es machen. Viele sind sehr tief darin verwurzelt und fügen der Musik damit einen zusätzlichen wichtigen Aspekt bei.


Oder Schweineblut, dass ihr euch über die Häupter schüttet…

Absolut. Ich hätte keine Lust, mit Schweinen durch Europa zu touren. Es ist schlimm genug, die Backline über die Stiegen der Venues zu schleppen. [lacht] Unser Ritual ist einfach die Show an sich. Wir kopieren sicher keine Modetrends.


Unter eurem Facebook-Profilbild hat jemand die „Wiegetubbies“, ein Bild mit Teletubbies, die euch und eurem Hintergrund ähneln, gepostet. Wie viel Platz habt ihr für diese Art von Humor und Selbstironie als solches?

Darüber mussten wir auch lachen. Die Leute, die unseren Bandnamen in Englisch aussprechen, kommen auch auf irre Ideen. Uns ist die Band sehr wichtig und wir nehmen sie sehr ernst, aber es ist nicht so, dass wir dauernd nur mit finsteren Mienen im Van sitzen und depressiv an die Wand starren. Es muss immer etwas Humor und Licht im Leben sein, man darf sich selbst nicht immer zu ernst nehmen. Natürlich ist mir WIEGEDOOD ernst und ich würde die Band bis zum Tod verteidigen, wenn sie jemand beleidigt. Aber wir leben in einer grimmigen Welt, die anscheinend immer schlimmer wird – seien wir froh, wenn man auch noch Spaß haben kann.


Gibt es eine bestimmte Botschaft, die ihr euren Hörern vermitteln wollt?

Wir machen das alles in erster Linie für uns selbst – was die Leute für sich daraus herausziehen, ist absolut okay. Egal, ob das positiver oder negativer Natur ist.


Und das dritte Album kommt 2018?

Das hoffen wir. Wir sind mit WIEGEDOOD, OATHBREAKER und ich auch in AMENRA extrem beschäftigt. Ich bin in den nächsten Wochen eigentlich nur unterwegs, das macht die Aufnahmegeschichte natürlich nicht leichter. Das zweite Album haben wir innerhalb von drei Tagen geschrieben. Wir waren ein Wochenende lang im Dachboden eines Freundes, hatten schon ein paar Riffs und sie dort zusammengebaut. Ein paar Wochen später haben wir alles aufgenommen und fertig war das Album. Es wäre hilfreich, wenn wir beim dritten wieder so schnell wären. Auch aufgrund unserer dichten Terminpläne.


WIEGEDOOD-Songs zu schreiben geht also viel schneller als bei euren anderen Bands?

Für mich schon, aber bei OATHBREAKER habe ich auch nichts zu schreiben. Da spiele ich Bass und fahre die Touren mit. Bei AMENRA ist es extrem schwierig. Jeder hat seine Auffassung davon, wie ein Song klingen muss und dann muss man sich erst einmal finden. WIEGEDOOD ist ziemlich schneller Black Metal mit vielen intensiven Riffs und es ist schwierig, nicht glücklich damit zu sein, weil jeder Song wie eine Wand klingt. Bei AMENRA könnte ein falsches Lick einen ganzen Song zerstören, man muss dort viel mehr bedenken und es kann viel mehr danebengehen. Das nächste AMENRA-Album ist so gut wie fertig, aber okay, das hat jetzt auch fünf Jahre gedauert. [lacht] Wir waren aber nicht nur faul, tourten auch sehr viel und oft. Dieses AMENRA-Album schrieben wir aber doch einfacher als viele andere davor. Ich bin zwar erst seit dem letzten dabei, aber es war sicher schon alles viel komplexer und schwieriger.


Und WIEGEDOOD wird nach der Albumtrilogie definitiv eine Zukunft haben?

Dagegen spricht derzeit nichts. Die Band bedeutet uns mittlerweile einfach zu viel und der Side-Project-Gedanke ist schon lange durchtaucht. Wir sind sehr gut miteinander befreundet und wussten schon nach dem ersten Album, dass diese Band kein schnelles Ende haben wird.




Fotos: Christoph Kaltenböck (5), Stefaan Temmerman

Robert Fröwein (Froewe)

Autor: Robert Fröwein [Froewe] | 15.02.2017 | 22:16 Uhr

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