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Interviewpartner: Luc Lemay

Der franko-kanadische Death-Metal-Express GORGUTS hält - mit kurzen Pausen - seit 1989 Kurs und scheint knapp 30 Jahre nach Bandgründung populärer denn je zu sein. Sowohl die Festival-, als auch die Clubshows diesen Sommer in Europa waren ein einziger Triumphzug für den 46-jährigen Frontmann Luc Lemay und seinen Mitstreitern, die trotz ihrer Technikverliebtheit nie das Händchen für nachhaltiges Songwriting aus den Augen verloren haben. Im Zuge ihrer Tour mit CONVERGE, HAVOK und REVOCATION haben wir Luc in der gut gefüllten Wiener Arena vor das Mikro gebeten - mussten aber erst einmal bis nach Showende warten, da der Bandboss eben nicht nur Rockstar auf der Bühne ist, sondern auch brav das Merch verwaltet, Selfies mit Fans schießt und sein Herzensprojekt längst nicht nur als musikalische Spielwiese sieht. Hier ein kurzer Mitternachtsplausch über Leidenschaft, Passion und Hingabe.




Luc, du bist 46 und hast 1989 GORGUTS gegründet – warum hat dich der Death Metal so gepackt?

Ich habe in den 80ern schon Alben von METALLICA und Co. gehört, aber als „Seven Churches“ von POSSESSED rauskam, war es um mich geschehen. Ich war somit auf der Suche nach dem härtesten Shit. Es folgten CELTIC FROST, „Scream Bloody Gore“ von DEATH und „Altars Of Madness“ von MORBID ANGEL. Zwischen 1987 und 1989 habe ich viel Tapetrading betrieben und baute mir durch die Korrespondenz ein Netzwerk auf. „Scream Bloody Gore“ war das Album, das mich final einnahm. Ich wollte so singen wie Chuck Schuldiner und auch so gut spielen. Sogar meine Gitarre hat die gleiche Form wie die seine hatte.


Euer Debüt „Considered Dead“ war eher ein stumpfes Stück Death Metal, das mit dem Rest eurer Karriere wenig zu tun hatte...

Natürlich, aber damals waren auch unsere Fähigkeiten noch limitiert. Mehr brachten wir zu der Zeit nicht auf die Reihe und ich war ein Riesenfan von ENTOMBEDs „Left Hand Path“. Bei den Riffs hörst du diese Einflüsse heraus und wir haben erst für „Erosion Of Sanity“ 1993 in die Technikschiene gefunden.

Damals kam ich für zwei Telefoninterviewtage nach New York City – es gab ja noch kein Internet und man musste an einen bestimmten Platz eingeflogen werden. Jedenfalls habe ich Monte Conner von Roadrunner Records gefragt, ob er uns nicht mit SUFFOCATION vernetzen könnte. Sie haben ihr Debüt „Effigy Of The Forgotten“ einen Monat vor uns im Morrisound eingespielt und die Alben kamen gleichzeitig raus. Sie waren im Juli dort, wir im August – also konnten wir dort exklusiv vor dem Release ihre Songs hören und die haben mich weggeblasen. So etwas hatte ich noch nie zuvor vernommen. Jedenfalls haben wir uns dann kennengelernt, sind um die Häuser gezogen und schätzten gegenseitig unsere Arbeit.

Zwei Jahre später haben wir unsere zweiten Alben veröffentlicht und kannten uns schon gut. Mit Doug Cerrito und Terrence Hobbs hatten wir unheimlich viel Spaß. Ich sang einfach nur so sogar bei „Breeding The Spawn“ mit, natürlich wurde das nirgendwo veröffentlicht. Gegenseitig pushten wir uns aber zu Höchstleistungen und ich konnte mein Technikverständnis beim Gitarrenspiel erhöhen.


Was hast du neben der Musik noch gemacht?

Ich bin Holzarbeiter, mache Initialen für Torbögen und arbeite auf Dächern. In Kanada ist das ganz üblich. Zwischen „The Wisdom To Hate“ (2001) und „Colored Sands“ (2013) liegen zwölf Jahre, da hatte ich genug Zeit für meinen Brotjob. Ich bin aber immer meinem Herzen gefolgt und die Musik war stets mein Baby, das Wichtigste in meinem Leben. Ich kann von GORGUTS nicht leben, muss aber auch nicht permanent einem geregelten Job nachgehen.


Was planst du weiterhin?

Ich habe am Konservatorium in Montreal Klassik studiert und kann Violine spielen. Ich würde gerne ein Soloalbum veröffentlichen, das nichts mit Rock und Metal zu tun hat, sondern rein klassisch klingt. Ich komponiere sehr gerne und würde am liebsten mit dem Prager Orchester zusammenspielen und diese Arbeit in der Zukunft forcieren. Natürlich warten alle auf ein GORGUTS-Album, das es auch geben wird, aber hier liegt genauso viel Herzblut darin. Wien ist die Stadt die Musik und ich habe diese Atmosphäre bewusst eingeatmet. Ich hoffe, dass ich noch einmal mit etwas mehr Zeit in diese Welt eintauchen kann.




Musstest du aufgrund der Musik auf irgendetwas in deinem Leben verzichten?

Natürlich bringst du Opfer, das bringt so eine Karriere mit sich. Aber ich bin immer meinem Herzen und meiner Seele gefolgt und die haben mich stets zur Musik zurückgeführt. Da ich eben auch Holzarbeiter bin, stand ich schon immer auf zwei Beinen, musste mir also keine Sorgen machen, dass ich einmal auf der Straße lande.


Wie passt es zusammen, dass du so ultrabrutalen Death Metal spielst und zu den freundlichsten Menschen des Business zählst?

Ich frage die Leute oft, warum sie von mir erwarten, ein Arschloch zu sein? Was bringt das? Wem bringt das was? Ich bin nett zu meinen Kollegen, anderen Bands, helfenden Händen auf Tour, Journalisten und vor allem den Fans. Wir ziehen alle an einem Strang und wenn jeder von uns glücklich ist, dann ist das Wichtigste getan. Ich habe schon meinem Vater in der Schule immer gesagt, dass Geld nicht so wichtig ist. Natürlich braucht man es, um zu leben, aber ohne Spaß im Leben hilft dir das ganze Geld nichts. Er verstand lange nicht, warum ich Musiker in einer solchen Subsparte werden wollte, aber ich musste einfach meinem Herzen folgen. Erfolg lässt sich nicht immer mit einem Betrag messen.


Es gab mehrere Zwischenbrüche und einen Selbstmord in der Band – du hast GORGUTS, mit Abständen, aber durch alle schwierigen Fahrwässer geführt. Warum hast du immer durchgehalten?

Weil die Band und die Musik mein Leben sind. Du kannst nicht einfach etwas komplett abdrehen, das in dir steckt. Wir hatten schwierige Zeiten und es gab viele Pausen, aber am Ende führten mich immer alle Wege zu dieser Band zurück. Mittlerweile kümmere ich mich auch um das Geschäftliche, stehe jeden Abend vor und nach unseren Auftritten hinter dem Merch-Tisch und verwalte die gesamten Finanzen. Es macht mir aber Spaß, weil es dazugehört und weil ich somit auch den perfekten Überblick habe.

Fotos: Seasons Of Mist (2), Invisible Oranges

Robert Fröwein (Froewe)

Autor: Robert Fröwein [Froewe] | 23.08.2017 | 09:08 Uhr

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