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Reviews von Angel Blake
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Interviewpartner: Marko Tervonen




Marko Tervonen ist vielleicht der mutigste schwedische Metal-Musikant der jüngeren Geschichte. Obwohl er mit seiner alten Combo The Crown wahrlich nicht schlecht im Death/Thrash-Geschäft war, geht er nun einen völlig neuen Weg. Seine aktuelle Combo Angel Blake bewegt sich irgendwo im melodischen Düsterbereich zwischen Danzig und Sentenced. Eine musikalische Kategorie also, die Tervonen aufgrund seiner Geschichte nicht gerade mit einer starken Fan-Basis versorgen wird. Ob der Gute dementsprechend Bammel bezüglich des zu erwartenden Erfolges oder Misserfolges des selbstbetitelten Debüts hat, wollte ich mit ihm schon vor geraumer Zeit besprechen. Doch die anvisierten Gesprächstermine wurden unglaubliche drei Mal verschoben. Schon halb überzeugt, auf die typische Pop-Diva zu treffen, wurde ich kurz nach dem Gelingen des vierten Anlaufs positiv überrascht. Marko ist zwar gestresst, aber überaus freundlich und kein bisschen rockstarig unterwegs:

Marko: Hey Marcus, tut mir wahnsinnig Leid, du hältst mich bestimmt für ein Arschloch, aber es ist wirklich immer etwas völlig Blödes dazwischengekommen.

Mattaru: Kein Problem, man gewöhnt sich ja an fast alles. Außerdem genießen wir ja nun den Vorteil, über den Erfolg des Albums sprechen zu können. Schließlich ist seit der Veröffentlichung ja schon etwas Wasser den Rhein hinunter geflossen.

Marko: Yeah! Um ehrlich zu sein, ist es ganz anders als bei The Crown. Dort waren die Reaktionen immer gut, während die Palette bei Angel Blake von vernichtend bis überschwänglich reicht. Viele Leute – vor allem hier in Schweden - hatten bestimmte Erwartungen bezüglich des Albums. Sie stellten sich auf schnelle Doublebass-Sachen ein und wurden enttäuscht. Außerhalb Schwedens sind die Reaktionen aber sehr viel besser, weil man dort nicht um jeden Preis ein Death Metal Album von mir erwartet hat und mich für einen mutigen Kerl hält, haha.

Mattaru: Genau wie ich, wenn ich ehrlich bin.

Marko: So, na gut, hehe. Es wäre sicher einfacher gewesen, die The Crown-Historie weiterzuführen, aber leider auch ziemlich verlogen. Daher habe ich kein Problem damit, demnächst der meistgehasste Mann Schwedens zu sein, haha.

Mattaru: Apropos The Crown: Offiziell habt ihr die Schnauze vom Business voll gehabt und euch deshalb getrennt. Lauscht man nun deinem Album, so kommen einem eher musikalische Differenzen in den Sinn…

Marko: Na ja, das kann ich natürlich verstehen. Die Wahrheit ist, dass wir das Material bei The Crown immer passend gemacht haben und am Ende auch damit glücklich waren. Rein instrumental findest du bei The Crown einige Dinge, die Angel Blake ähneln. Die Unterschiede bestehen in den verschiedenen Grundtempi beider Bands sowie natürlich im Gesang. Wenn wir bei Angel Blake mit Growls gearbeitet hätten, wäre die Überraschung gar nicht so groß gewesen. Es ist eben meine Musik. Ich nehme meine Gitarre und das, was herauskommt, bin ich, egal, wie die Band heißt – es gibt jede Menge Parallelen.





Mattaru: Gibt es ein Konzept hinter Angel Blake? Schließlich hast Du alles alleine entwickelt und sogar eingespielt. Welcher Spleen steckt hinter der Band?

Marko: Na ja, es hat eben als dieses kleine Megalomaniac-Projekt begonnen. Keine Kompromisse, volle Verwirklichung. Aber ich merkte eben schnell, dass ich eine Band für die Umsetzung brauchte und habe dann ja auch die richtigen Jungs gefunden. Gut getan hat dieser Ego-Trip aber auf jeden Fall, haha.

Mattaru: Deshalb klingt es wahrscheinlich auch ein kleines bisschen nach Danzig.

Marko: Gut aufgepasst, hehe.

Mattaru: Einige Kritiker werfen dir zudem vor, dass die Musik zu sehr nach Sentenced klingt…

Marko: Yep, das mag sein. Sentenced ist eine der Bands, die ich schätze, seit es sie gibt. Es könnte daher eine gewisse finnische Note in meiner Musik auftauchen.

Mattaru: Entwickelt sich das neue Material denn in eine individuellere Richtung?

Marko: Nun, es gibt momentan etwa zehn Tracks, an denen ich arbeite. Sie sind tendenziell etwas dunkler und heavier, der ein oder andere schnellere Song ist auch dabei. Aber grundsätzlich wird sich an der Marschrichtung nichts ändern. Momentan existieren

Mattaru: Ein wirklich herausragender Song auf dem Album ist „Lycanthrope“, der so etwas wie eure Hymne werden könnte. Gibt es zu dem Lied eine Geschichte?

Marko: „Lycanthrope“ gehörte zu den ersten Songs, die ich für Angel Blake geschrieben habe. In Wahrheit war er sogar noch für The Crown gedacht. Als klar wurde, dass er mit Angel Blake herauskommen würde, hatte ich die Idee mit einem textfreien Chorus, der von dieser ohohohohoho….- Melodie getragen werden muss und es hörte sich tatsächlich cool an. Das war der erste Angel Blake-Song, für den ich die Vocal-Arrangements geschrieben habe. Dabei habe ich versucht, darauf zu achten, dass das Ganze seine eigene Note bekommt. Sänger wie Nick Holmes oder James Hetfield, die eine einzigartige Aura mit ihrem Gesang ausstrahlen, sind in dieser Hinsicht sicherlich Vorbilder und ich habe versucht, etwas Ähnliches zu kreieren.

Mattaru: Stehst du immer noch mit den anderen The Crown-Jungs in Kontakt oder gab es eine richtig dreckige Scheidung?

Marko: Gott bewahre, wir sind immer noch dicke Freunde. Jan spielt bekanntlich auch bei Angel Blake, Magnus lebt ca. 50 Minuten von mir entfernt und ist gerade zum zweiten Mal Vater geworden, was ihn logischerweise ziemlich beansprucht. Er hat aber ein neues Rock’n Roll-Projekt am Start. Es ging nie um Hass oder auch nur Streitigkeiten bei dem Split, sondern um die frustrierende Gesamtsituation.

Mattaru: Was hälst du vom One Man Army-Debüt?

Marko: Es ist cool geworden. Da sind ein paar sehr gute Nummern drauf. Nur schade, dass die Vocals so tief sind. Johann ist ein ziemlich guter Sänger, der sich mit jedem Jahr noch mehr verbessert, da wäre etwas mehr Abwechslung sicher problemlos drin gewesen.




Mattaru: Bist du eigentlich überhaupt noch auf der Höhe in Sachen Death Metal oder hast du dich von dieser Art Musik völlig verabschiedet?

Marko: Quatsch, ich liebe Death Metal. Nur weil ich bei Angel Blake etwas anderes mache, heißt das ja nicht, dass mir diese Musik nichts mehr gibt. Ich habe lediglich Probleme damit, neue Death Metal Bands zu finden, die ich mag. Meiner Meinung nach wird diese Szene von viel zu viel Metalcore-Bands unterwandert und damit kann ich nichts anfangen. Ich hänge eben sehr an dem alten Zeug. Morbid Angel bis in den Tod, haha.

Mattaru: Recht so, aber zurück zum Leben des einstigen Rockstars. Wie hat sich das verändert, nachdem du quasi wieder von Null beginnen musstest?

Marko: Alter, mein Leben ist so anders als früher. Ich bin verheiratet, habe einen kleinen Sohn von einem Jahr, einen neuen Job und besitze außerdem mein eigenes Studio. Früher hieß es immer: Zuerst kommt The Crown, der Rest ist scheißegal. Inzwischen steht die Familie definitiv an erster Stelle und der Rest ist das B-Level, verstehst du?

Mattaru: Klar. Gibt es eigentlich DAS eindrucksvollste Ereignis in deiner Karriere?

Marko: Ich würde sagen, die Tatsache, dass ich diese Sache schon seit 14 Jahren durchziehe und auch ein bisschen Erfolg dabei habe. Immerhin haben wir mit The Crown alle Scheiben im selben Line Up eingespielt. Das kann nicht jeder von sich behaupten und macht mich schon ein bisschen stolz.

Mattaru: Sieh mal für uns in deine eigene Zukunft.

Marko: Ich würde Angel Blake gerne in kleinen Schritten aufbauen, werde aber meine Familie nicht für eine beschissen organisierte dreimonatige Tour gefährden. Im Endeffekt liegt es ja auch gar nicht nicht an mir, was die Zukunft bringt. Ich werde sicherlich immer Musik schreiben und hoffen, dass sie den Leuten gefällt, so viel kann ich mit Sicherheit sagen.

Mattaru: Von welchen drei Alben würdest du sagen, dass sie dich wirklich übermäßig persönlich beeinflusst haben?

Marko: Ich glaube, es sind die alten Metallica, Paradise Lost, Danzig und Morbid Angel-Platten, die stets einen großen Einfluss auf mich ausübten und dies auch weiterhin tun werden. Vor allem Paradise Lost begleiten mich nun schon seit ihren Demo-Tagen. Ich liebte ihren düsteren Death Metal und bin nach all ihren Wandlungen und Experimenten auch immer noch ein großer Fan…

Mattaru…was ich mir nicht ganz einfach vorstelle.

Marko: Tja, sie haben von Death Metal bis Depeche Mode alles gemacht und sind dabei oft angeeckt, aber ich glaube, ich verstehe wie Greg Macintosh Musik denkt und das befriedigt mich sehr. Paradise Lost sind eine dieser Bands, die man sofort erkennt, egal, ob sie nun mit einem Orchester auf der Bühne stehen oder einen Death Metal-Song performen. Das zeichnet bahnbrechende Bands aus.

Mattaru: Worauf freust du dich momentan besonders?

Marko: Ich sehe unserem allerersten Gig auf dem Summer Breeze-Festival entgegen und hoffe, dass wir eine interessante Tour bekommen. Ich war jahrelang mit Hunderten von Death Metal-Bands unterwegs, aber in der Szene, die Angel Blake momentan bedienen kenne ich absolut niemanden.

Mattaru: Amorphis wären eine Möglichkeit.

Marko: Das wäre sehr cool. Auch Katatonia würden passen, aber wenn man uns mit Morbid Angel auf Tour schickte, müssten wir wahrscheinlich damit rechnen, jeden Abend mit Tomaten beworfen zu werden, unabhängig davon wie sehr ich diese Band liebe. Ich bin jedenfalls sehr gespannt.

Mattaru: Dein Weltmeistertipp zum Schluss?

Marko: huuuh, ich bin ehrlich gesagt kein Sportfan und die Fußball-WM geht mir ganz schön am Arsch vorbei, sorry.

Mattaru: Na Bravo: Italien wäre die richtige Antwort gewesen, aber was soll’s, wir gewinnen auch so. Cheers, vielen Dank und viel Erfolg weiterhin!

Marko: Danke Dir für das Interesse und wünsche viel Spaß beim Fußball, hehe.

Mattaru

Autor: Marcus Italiani [Mattaru] | 06.07.2006 | 21:10 Uhr

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