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Interviewpartner: Matt Harvey

Zwei Jahre nach dem überaus starken „All Guts, No Glory“ servieren die US-Gore-Deather EXHUMED mit „Necrocracy“ bereits ihre nächste Schlachtplatte. Sänger und Gitarrist Matt Harvey äußert sich im Interview gewohnt ausführlich, bodenständig und sympathisch.




Hi wieder mal, Matt! Wie läuft's bei Dir? „Necrocracy“, Eure neue Scheibe, wird Anfang August auf den Markt kommen. Das ist ganz schön zackig, nachdem „All Guts, No Glory“ erst vor knapp zwei Jahre erschienen ist. Was ist seitdem passiert?

Scheiße, Mann... Jede Menge Zeug. Die Band hat sich schnell von einem Studioprojekt mit einem Line-up für die Aufnahmen zu einer tourenden Vollzeit-Band mit einem festen Line-up entwickelt. Wir haben ungefähr 400 Konzerte oder so gespielt. Also nicht gerade wenig. Ich war schon immer ein schneller Songwriter, und da wir nun die besagte permanente und Tour-erprobte Besetzung haben, können wir die Dinge mit größtmöglicher Geschwindigkeit vorantreiben – und das ist echt eine schöne Sache. Da wir inzwischen mit dem aktuellen Line-up so viele Konzerte gemeinsam bestritten haben, sind wir sowohl musikalisch als auch persönlich eine eingeschworene Einheit. Das macht alles deutlich einfacher und schneller, wenn es um das Schreiben, Aufnehmen und das Treffen von Geschäfts- und Tour-Entscheidungen geht – eigentlich betrifft das sogar alles.


Was kannst Du uns zum Titel „Necrocracy“ berichten. Mein erster Gedanke war dahingehend, dass das ziemlich gut umschreibt, worum es bei textlich EXHUMED geht, oder? Wie siehst Du das, und gibt es eine Art Konzept?

Es gibt definitiv ein Konzept, das einen Großteil des Albums durchzieht. Diese Scheibe befasst sich wieder mehr mit Politik und mit dem Scheitern der Vorstellung einer repräsentativen westlichen Demokratie, mit der Herrschaft von Konzernen und mit Menschen, die eigentlich niemals gelebt haben. Daher auch „Necrocracy“, also die Herrschaft der Toten oder der Tod der Demokratie. „Anatomy Is Destiny“ drehte sich um den Existentialismus, aber das neue Album ist viel politischer. Es ist daher so eine Art Fortsetzung, unterschiedliche Ansätze und Ideen zu beleuchten – mit dem Gore-Motiv als Metapher.


Wer zeichnet eigentlich für das schicke Artwork verantwortlich, das ja ziemlich vom Vorgänger abweicht? Wie ist das Cover entstanden, und wie stehst Du dazu?

Wir haben mit einem Typen namens French Sayer zusammengearbeitet, der für eine Skateboard-Fima namens Witchcraft Hardware in Großbritannien arbeitet. Somit ist das alles ein bisschen mehr im Punk-Rock-Stil, als das bei uns bislang der Fall war, aber das ist klasse und passt sehr gut zu den Texten. Ich habe Relapse Records das Grundkonzept für das Artwork vorgestellt, aber wir konnten uns da nicht wirklich einigen. French hat die Grundstimmung, nach der wir suchten, sofort verstanden, und sobald ich seine ersten Skizzen sah, wusste ich, dass er definitiv begriffen hatte, worum es ging. Ich zeichne die meisten unserer Shirt-Designs und so weiter, und auch wenn ich kein besonders toller Künstler bin, weiß ich gerade genug, um den Design-Leuten Kopfschmerzen zu bereiten, da ich eine ganz bestimmte Vorstellung in meinem Kopf habe. Er hat das aber perfekt umsetzen können. Relapse waren immer noch ein bisschen zögerlich wegen des Artworks, aber sobald die Leute da draußen es gesehen hatten, habe ich SMS und E-Mails von alten Freunden bekommen, die betonten, wie klasse sie das Artwork finden. Das war dann eine großartige Bestätigung des Konzepts und auch der Arbeit von French.


Wie beurteilst Du „Necrocracy“ in musikalischer Hinsicht? Das Album wurde ja im Vorfeld als deutlich eingängiger und grooviger als „All Guts, No Glory“ angekündigt. Seid Ihr bewusst anders vorgegangen, um eine andere Facette von EXHUMED zu betonen?

Nun ja, nach dem letzten Album hatte ich das Gefühl, dass wir diesmal ein wenig mehr Groove benötigten, und ich habe den Eindruck, dass wir das auch hinbekommen haben. Die ersten paar Songs, die ich als Grundgerüst fertig hatte, waren „The Shape Of Deaths To Come“ und „Ravening“, an denen ich bereits während der Songwriting-Sessions für „All Guts, No Glory“ arbeitete. Und als ich dann mit dem Titelstück fertig war, was mit Abstand am längsten dauerte, war die Richtung ziemlich klar erkennbar, sodass ab diesem Zeitpunkt alles wie von alleine ging. Dieses Album war auf jeden Fall eine Reaktion auf das vorherige – wie so eine Art „South Of Heaven“ auf das vorherige „Reign In Blood“ oder wie auch immer. Es war schon ein bisschen wie ein bewusst gewählter anderer Blickwinkel, aber sobald die ersten paar Songs fertiggestellt waren, lief alles auf ganz natürliche Art und Weise ab und fühlte sich daher auch keineswegs gekünstelt an.




Gehen wir doch mal auf ein paar der Songs ein: Was kannst Du uns zu „[So Passes] The Glory Of Death“, „Ravening“, „Dysmorphic“ und „Carrion Call“ berichten?

„[So Passes] The Glory Of Death“ ist so eine Art Totenschein für den „American Dream“, indem zugegeben wird, dass dieser tot ist, versagt hat und begraben werden sollte, damit wir mit etwas Neuerem und Besserem beginnen können. Außerdem ist der Titel eine Verarsche von „Glory Of Love“ von CHICAGO – ich klaue jede Menge coole Songwriting-Sachen von CHICAGO und THE BEATLES und so, also war das hier ehrlich gesagt meine kleine Verneigung vor Peter Cetera. In musikalischer Hinsicht haben wir hier ein bisschen mehr gewagt; der Zwischenteil ist ziemlich melodisch für uns und hat sogar einige recht progressive Taktbezeichnungen. Ich kam gerade von der „Death To All“-US-Tour zurück und hatte mich zunehmend daran gewöhnt, abgefahrenere Takte und so weiter zu spielen, sodass es sich sehr natürlich anfühlte, dies in in den Song einfließen zu lassen. Ich habe das Gefühl, dass das gesamte Stück aus einem Melodic-Metal-Song besteht, der aus dem Gebolze und dem Dreck der Haupt-Riffs auftauchen will und dabei ständig in der Brutalität absäuft – und das ist eine Ästhetik, die ich mag.
Mit „Ravening“ habe ich zum Ende des Songwritings für „All Guts, No Glory“ begonnen, und das Riff im Refrain habe ich eigentlich als Doom-Riff damals zu High-School-Zeiten geschrieben. Ich hatte schon immer den Eindruck, dass das ein sehr eingängiges Riff war, also war es echt cool, dass ich es nun wirklich mal verwenden konnte. Bei der Bridge haben wir uns wieder ein bisschen was gewagt, aber diesmal eher im Sinne von AUTOPSY und IMMOLATION mit einigen Drone-Tönen, was wir bislang noch nie verwendet haben. Ich mag Drone-lastige Sachen, meistens außerhalb des Metal-Genres, aber es war echt cool, dies hier einfließen zu lassen und eine andere Art von Stimmung heraufzubeschwören. In den Texten geht es um die unmenschliche Gier, die es benötigt, um einen Planeten/ein Ökosystem/ein menschliches Leben zu zerstören, um das eigene Bankkonto aufzubessern. Und die Tatsache, dass man mit immer mehr Reichtum immer noch mehr besitzen will und sich dazu auch noch berechtigt fühlt, ist ein ziemlich grauenhafter Gedanke.
„Dysmorphic“ war etwas, was an mir genagt hat, als ich es geschrieben habe. Ich habe versucht, den Song, „brutaler“ oder was auch immer werden zu lassen, aber es hat einfach nicht funktioniert. Als ich mich dann auf den Groove eingelassen und dies auch akzeptiert hatte, entstand der Rest des Stücks sehr schnell. Der Mittelteil mit der Akustikgitarre ist ungewöhnlich für uns, aber es fühlte sich einfach an, als ob der Song dies benötigt, sodass ich mich dazu entschloss. Textlich befassen wir uns mit dem verdrehten Verständnis von sich selbst und von ihrem Land, das so viele US-Amerikaner haben – diese perverse Vorstellung, dass wir „die Guten“ sind, die da draußen für alles kämpfen, was richtig ist, obwohl das normalerweise genau das Gegenteil ist. Es ist einfach tragisch, dass so viele Leute in meinem Land ganz einfach nicht die schädlichen Auswirkungen erkennen können, die unsere Außenpolitik und die neukoloniale Staatskunst auf die Menschen haben, die wir „befreien“. Stattdessen glauben sie an eine Realität, die der eines Comic-Heftes gleicht, d.h. die Vereinigten Staaten sind stets die Guten, die gegen die Ungerechtigkeit auf dieser Welt ankämpfen. Dies ist eine traurige und bewusste Verzerrung der Wahrnehmung, die durch die amerikanischen Medien und eine fehlgeleitete Vorstellung von Patriotismus aufrecht erhalten wird.
„Carrion Call“ entstand nach unserer zweiten Tour mit GOATWHORE. Deren Bassist James sprach über einen unserer alten Songs namens „Vagitarian“ und sagte, dass das ein wirklich gutes Intro sei und dass wir doch mal wieder etwas Ähnliches machen sollten. Hierauf entstand dann das erste Riff zum Song. Der Rest ergab dann von ganz alleine Sinn. Ich konzentrierte mich irgendwie darauf, die Riffs nicht zu verkopft zu gestalten, sondern vielmehr zu denken, dass ich wieder 15 oder 16 Jahre alt sei und das Stück zu einer Zeit zu schreiben versuche, als viel simplere Riffs noch total akzeptabel waren. Die Texte drehen sich einfach nur darum, zu einem Konzert zu kommen und all die anderen Unangepassten und Mutanten zu treffen, die diese Art von Musik lieben und dazu abgehen. Ich glaube, von den Texten her ist das unsere Sichtweise auf einen NWOBHM-Song oder so und passt auch überhaupt nicht zum restlichen Konzept, was eine schöne Sache ist und somit auch vermeidet, dass gleich alles so bedeutungsschwanger und düster ist.


Du erwähntest bereits das rundum erneuerte Line-up von EXHUMED. Du bist ja nun das letzte ursprüngliche Mitglied, sodass sich das sicher wie eine Achterbahnfahrt in Sachen Besetzungswechsel anfühlt, oder?

Nun ja, nach „All Guts, No Glory“ wussten wir, dass Danny und Leon nicht für ausgedehnte Touren zur Verfügung stehen würden, aber als wir die Scheibe aufnahmen, konnten wir noch gar nicht ahnen, ob das überhaupt eine Option sein würde. Als dies dann aber der Fall war, haben wir ziemlich schnell Mike Hamilton für das Schlagzeug und Rob „Bodybag“ Babcock für Bass/Gesang rekrutiert. Nachdem wir zudem wirklich ernsthaft auf Tour waren, zeigte sich auch, dass Wes Caley, der Gitarre auf „All Guts, No Glory“ spielte, mit der Band selbst und dem Tourleben nicht glücklich war, was völlig in Ordnung ist – unser Lebensstil ist alles andere als luxuriös. Als sich das abzeichnete, habe ich Bud Burke [Gitarre, Gesang] angesprochen, ob er nicht wieder bei uns einsteigen möchte. Er hatte Bass auf den Touren zu „Gore Metal“ und „Slaughtercult“ gespielt und den Bass auf „Anatomy Is Destiny“ aufgenommen, obwohl er ursprünglich ein hammermäßiger Gitarrist ist. Er und ich hatten beide Gitarre in einer Thrash-Band namens SCARECROW gespielt, während EXHUMED auf Eis lagen, sodass dies alles sehr viel Sinn ergab. Er war auch die einzige Person, die wir angesprochen haben – es gab keine Auditions oder so. Als er dazukam, fühlte es sich echt so an, als wäre er die ganze Zeit schon dabei gewesen. Alles fügte sich sofort wie von alleine, und die Band klang immer tighter und besser als jemals zuvor. Nun haben wir also ein richtiges, festes Line-up, was echt eine großartige Veränderung verglichen mit der Vergangenheit ist, denn es gab immer Einschränkungen, wie viel wir eigentlich auf Tour gehen können etc. Jetzt sprechen wir sozusagen alle die gleiche Sprache und sind dazu bereit, viel Arbeit zu investieren, abzurocken und zusammen eine gute Zeit zu haben – sowohl musikalisch als auch persönlich.




Wenn ich mich nicht irre, so wurde „Necrocracy“ in den gleichen Studios und mit den gleichen Leuten aufgenommen wie schon der Vorgänger? Wart Ihr mit dieser Zusammenstellung so zufrieden, dass es hier keinen Anlass zur Veränderung gab?

Nun ja, so ziemlich, könnte man sagen. Wir fühlten uns in den Studios, in denen die Aufnahmen stattfanden, sehr gut aufgehoben und wohl. Wir haben aber diesmal einen gänzlich anderen Ansatz bezüglich Tontechniker für den Mix und Studio gewählt, damit es sich anders als das vorherige Album anhört, was meiner Meinung nach sehr wichtig ist. Ich fand den Mix von „All Guts, No Glory“ einfach großartig, aber wir wollten diesmal einfach eine etwas andere Herangehensweise und auch ein „frisches Paar Ohren“. Ich möchte nicht in der Sackgasse landen, klanglich immer wieder dasselbe Endergebnis zu produzieren. Die letzte Scheibe hatte da eher diesen „Wall of Sound“-Mix à la Fleming Rasmussen, während das neue Album viel differenzierter klingt – so ein bisschen wie ein Mix à la Rick Rubin oder so.


Zusätzlich zur CD-Version wird es noch ein spezielles LP-Set mit einer Bonus-CD mit fünf exklusiven Songs geben. Ist dies ein besonderes Schmankerl für die Vinyl-Fans, und welche Songs werden vertreten sein?

Die LP hat noch ein zusätzliches Outro, „E Pluribus, Mortem“, das nicht auf der CD vertreten ist, und dann gibt es noch vier Songs, die es nicht auf den Silberling geschafft haben: „Not Yet Dead Enough“ und „The Beginning After The End“, die beide Anwärter auf die CD-Fassung waren, es dann aber knapp nicht schafften, sowie „Go For The Throat“ und „Chewed Up, Spit Out“, die wiederum kurze Grindcore-Songs sind, die ich im Studio geschrieben habe. Meiner Meinung nach sind das alles solide Songs und keineswegs Ausschussware, sodass die Leute, die die Special Edition an Land ziehen, diese hoffentlich mögen werden.


Kürzlich gab es als kleinen Vorgeschmack schon ein Video zum Opener „Coins Upon The Eyes“: Wie ist das Video entstanden und wie stehst Du dazu?

Das ist etwas, das unser Label zusammengestellt hat, also solltet Ihr nicht allzu viel darin hineinlesen – das ist einfach nur so eine Internet-Promo-Geschichte. Obwohl ich das Teil tatsächlich ziemlich cool finde. Es ging hauptsächlich darum, verschiedene Arten des politischen Machtmissbrauchs aufzuzeigen – mit den ziemlich augenscheinlichen Nazi- und Sowjet-Aspekten im Video, aber auch bis in die Gegenwart hinein. Nur weil die Dinge nun etwas subtiler gehandhabt werden, heißt das noch lange nicht, dass es besser geworden ist. Für mich war es sehr wichtig, dass sowohl Bush als auch Obama darin vertreten sind, da sie im wahrsten Sinne zwei Seiten der gleichen politischen Münze vertreten – Repräsentanten eines korrupten Systems, dessen Fäulnis sich in „beiden“ politischen Parteien der Vereinigten Staaten ausbreitet.


Momentan befindet Ihr Euch auf einer ausgedehnten Europatour – seid Ihr eigentlich überhaupt irgendwann auch mal daheim? ;-) Welche weiteren Pläne gibt es?

Alter, wir sind hier über drei Monate lang unterwegs. Es fühlt sich also so an, als würden wir niemals heimkehren. Mittlerweile ist es an der Zeit, grauenhaft bunte Fitnessklamotten anzuziehen, Power-Metal-Alben zu kaufen und niemals wieder mexikanisches Essen zu sich zu nehmen! Wir werden aber Ende August schon wieder für das Kill-Town Death Fest in Kopenhagen zurückkehren, und wir haben auch schon über einige zukünftige Touren gesprochen. Mal schauen, wie sich dies alles entwickelt. Wir wollen bei Euch entweder einige Support-Touren fahren oder ein wirklich cooles Underground-Tourpaket schnüren, das uns erlauben wird, mal für ein paar Wochen aus dem Kleinbus rauszukommen und wie richtige Menschen zu reisen, haha!



Kürzlich ist eine Decibel Flexi Series mit dem bereits erwähnten Track „The Beginning After The End“ erschienen: Wie kam es dazu?

Wir haben uns total darüber gefreut, etwas für das Decibel-Magazin machen zu können. Deren Chefredakteur, Albert Mudrian, ist schon seit Ewigkeiten ein Kumpel von uns, und wir hatten schon beim letzten Album darüber gesprochen, etwas zusammen auf die Beine zu stellen, aber es hat sich dann nie ergeben. Ich habe den Songtitel von einer meiner Lieblingsbands außerhalb des Metal-Genres, einer kanadischen Pop-Band namens STARS, geklaut, und es dreht sich in etwa darum, wie nach dem Tod all die Aasfresser auftauchen, um den Kadaver auseinander zu nehmen – eine passende Metapher für die momentane US-amerikanische Wirtschaftslage. Zuerst dachte ich, dass dieser Song der Opener des Albums sein könnte, aber es ergab einfach viel mehr Sinn, mit „Coins Upon The Eyes“ anzufangen. Also haben wir uns stattdessen für dieses Stück entschieden, während „The Beginning...“ dann ein schicker Vorgeschmack auf das Album bei Decibel wurde.


Du hast vor Kurzem an der „Death To All“-Tour als Tribut an die Band DEATH sowie an Chuck Schuldiner [R.I.P.] teilgenommen. Wie bist Du zur „Band“ gekommen und wie hast Du es erlebt, diese ganzen Klassiker zu lernen und zu spielen? Hat das auch ein bisschen auf das Songwriting bei EXHUMED abgefärbt?

Das war irgendwie ganz schön merkwürdig. Ich habe Eric Greif, den Manager von DEATH und Zuständigen für die musikalische Nachlassverwaltung von Chuck, in Calgary getroffen. Wir haben dann ein bisschen über dies und das gequatscht, also nicht nur über DEATH, sondern auch über VIOGRESSION, MORBID SAINT, NUM SKULL und einige andere Bands, mit denen er damals zusammengearbeitet hat. Irgendwann später traf ich ihn wieder, und er sprach in seiner Rolle als Anwalt von Relapse Records [die Welt ist klein, oder?] über das Konzept von „Death To All“. Ich meinte dann nur, „Hey, also wenn Ihr einen Sänger braucht, wir haben ungefähr die gleiche Stimmlage, und ich bin ein riesiger Fan der Band“. Ich habe mir dann aber nicht mehr dabei gedacht. Die Leute von sickdrummer.com haben dann die Tour auf die Beine gestellt und wollten eigentlich Stephan von OBSCURA an Bord holen, um die Sachen aus der späteren Bandphase zu spielen, aber als es dann Visa-Probleme bei ihm gab, in die Vereinigten Staaten einzureisen, haben sie mich zehn Tage vor dem ersten Konzert kontaktiert. Ich war total unvorbereitet und kannte einen großen Teil des Materials nicht so gut, aber ich habe natürlich trotzdem „Ja“ gesagt. Ich war offen gesprochen seit meiner High-School-Zeit nicht mehr so nervös gewesen wie bei diesem ersten Konzert, das zudem in meiner Heimatstadt San Francisco über die Bühne ging. Es lief dann aber alles wie am Schnürchen, und wir haben daraufhin sechs oder sieben Konzerte in den USA gespielt, was jede Menge Spaß gemacht hat. Auch die erste Tribut-Show in Europa auf dem Neurotic Deathfest dieses Jahr war total klasse, und hoffentlich werden wir nächstes Jahr noch öfter spielen können. Ich habe mit EXHUMED viel um die Ohren, sodass ich nicht genau weiß, was nun eigentlich geplant ist, aber es ist auf jeden Fall eine Ehre, ein Teil einer meiner Lieblingsbands sein und mit einigen unglaublich talentierten Musikern spielen zu dürfen, von denen ich viele schon seit Ewigkeiten verehre.
Ich glaube, es hat schon ein wenig Einfluss auf den Schreibprozess von „Necrocracy“ gehabt, da es immer bereichernd ist zu sehen, wie eine andere musikalische Dynamik funktioniert. Wir hatten aber schon seit unseren Anfangstagen immer jede Menge von Schuldiner inspirierte Riffs. Als ich noch ein Jugendlicher war, habe ich ständig „Scream Bloody Gore“ und „Leprosy“ auf der Rhythmusgitarre von vorne bis hinten durchgezockt. Eine unserer Hauptakkordfolgen habe ich von Chuck gelernt: diese Sache mit D, D#, F, Gb – offen, erster Bund, dritter Bund, vierter Bund, was wir gefühlt schon millionenfach verwendet haben.


Hey, eine nahezu unvermeidbare Frage: CARCASS haben sich ja reformiert und werden Mitte September mit „Surgical Steel“ nun ein neues Studioalbum veröffentlichen. Wie stehst Du zu diesem Comeback-Album, zumal EXHUMED ja deutlich von CARCASS beeinflusst wurden/werden?

Was ich bis jetzt davon gehört habe, ist richtig gut. Ich mag jedes einzelne CARCASS-Album – ja, sogar „Swansong“ –, also bin ich mir ganz sicher, dass ich es mögen werde. Ich bin immer total gespannt darauf, was Bill sich wieder hat einfallen lassen. FIREBIRD waren großartig – und eigentlich läuft das bei mir so: Wenn er das Zeug spielt, dann gefällt es mir auch. Sie sind eine der wenigen Bands, von denen ich wirklich alles mag, und ich bin mir sicher, dass die neue Scheibe da keine Ausnahme darstellen wird. Sie haben jetzt seit einigen Jahren wieder Konzerte gespielt, sodass es wirklich allerhöchste Zeit war, dass sie ein neues Album veröffentlichen und eine richtige Band werden. Ich habe sie mir auf dem Neurotic Deathfest angesehen, und sie waren klasse – die neuen Bandmitglieder haben für eine gehörige Portion neuer Aggressivität in den Songs gesorgt, die auch wirklich notwendig war. Ich bin total gespannt auf das neue Album, und Ihr werdet mich niemals ein abfälliges Wort über diese Band verlieren hören – sie sind einfach eine Macht.


Und damit wären auch schon wieder am Ende angelangt. Besten Dank für das informative und ausführliche Interview, Matt!

Hey, vielen Dank für das Interview und die Unterstützung – wir wissen das echt zu schätzen! Wir freuen uns darauf, die neue Scheibe live vorzustellen und die ganzen abgefahrene Leute in der ersten Reihe, die wir so schätzen und mögen, wieder zu sehen! Cheers!

Fotos: Valerie Little John


soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 14.07.2013 | 15:27 Uhr

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