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Interviewpartner: Maurizio Iacono

Wie schnell doch die Zeit vergeht: Der letzte Output „In The Arms Of Devastation“ von KATAKLYSM liegt schon wieder zwei Jahre zurück und die zahlreichen Touren zu diesem Machwerk wurden ebenso beendet. Nun steht für den 23. Mai der nächste Silberling – „Prevail“ – in den Startlöchern. Sänger Maurizio Iacono griff im Zuge der Promotion für „Prevail“ kurzerhand zum Telefonhörer und wusste Interessantes zu den Aufnahmen und zum Inhalt der CD sowie zu den Plänen von KATAKLYSM zu berichten. Doch lest selbst…




Hi Maurizio! Wie geht’s dir? Ihr seid ja gerade auf Promo-Tour in Deutschland.

Nein, ich bin momentan nicht in Deutschland, sondern in Kanada, da wir für die Touren proben. Daher konnten wir nun doch nicht nach Deutschland kommen, sodass JF und ich das von hier aus erledigen.


Ihr habt ja ein neues Album, „Prevail“, anstehen, das in Deutschland am 23. Mai erscheinen wird. Wie fühlt es sich für euch an, die Scheibe unter Dach und Fach zu haben und sich jetzt um die Interviews zu kümmern?

Es fühlt sich gut an, sich jetzt ein wenig zurücklehnen zu können und zu sagen „Okay, wir haben das jetzt erledigt“. Wir sind sehr damit zufrieden, wie letztendlich alles ablief, und wir sind sehr aufgeregt, das Material auch auf Tour präsentieren zu können. Viele der neuen Songs sind geradezu für Konzerte prädestiniert, sodass wir uns sehr darauf freuen.


Das Album beginnt erneut mit einem Sample aus einem Film. Wenn ich da nicht völlig falsch liege, müsste es aus „Last Man Standing“ stammen?

Hehe, sehr gut. [lacht] Du bist bisher der Erste, der das angemerkt hat, hehe.


Warum habt ihr nun gerade dieses Sample ausgewählt? Hängt das vielleicht auch mit dem Titel der Scheibe zusammen?

Was es wirklich bedeutet, ist, dass die Leute einfach mit ihren Ängsten, die den Tod betreffen und dass alles irgendwann ein Ende haben wird, aufhören sollten. Ich finde, dass die Menschen wesentlich besser ihr Leben leben könnten, sobald sie sich auf diese Tatsache eingelassen haben, anstatt sich immer wieder nur mit den Sachen zu beschäftigen, die am Ende sowieso egal sind. Viele Menschen hält das wirklich davon ab, einfach das zu tun, was sie in ihrem Leben eigentlich tun müssten. Das ist für mich die Aussage der ganzen CD, aber das ist cool, dass du das mit dem Sample rausbekommen hast.


Der letzte Song hingegen ist wiederum ein instrumentaler Song, „The Last Effort [Renaissance II]“. Wieso habt ihr euch gegen den Gesang in diesem Lied entschieden?

Wir haben bereits früher Instrumentalstücke aufgenommen, da wir alle große Fans von instrumentalen Liedern sind. Ich bin mit Thrash Metal aufgewachsen und ich war in den Achtzigern und Neunzigern total davon fasziniert. METALLICA und TESTAMENT, die beide Lieblingsbands von mir sind, haben immer ein Instrumental auf ihre Alben gepackt, und wir fanden, dass es eine coole Sache ist. Als wir an „The Last Effort“ arbeiteten, war das eines dieser Lieder, wo wir wirklich das Gefühl hatten, dass die Gesangslinien irgendwie nie passten, sodass mir dies einige Kopfschmerzen bereitete. Es passte einfach nicht, aber als ich dann nur die instrumentale Version hörte, sagte ich: „Leute, das sollte einfach so bleiben und ein Instrumental sein.“ Und alle anderen sagten: „Weißt du was, das stimmt.“ Somit haben wir es so belassen und es quasi als zweiten Teil des anderen Instrumentals auf der „The Prophecy“-Scheibe eingereiht. Ich finde, dass es cool geworden ist und die Scheibe sehr gut abschließt.





Auf dem neuen Output gibt es wiederum einige Gäste, was ja auch auf „In The Arms Of Devastation“ schon der Fall war. Es handelt sich dabei um Pat O’Brien von CANNIBAL CORPSE, Dave Linsk von OVERKILL sowie Jason Suecof, der „Prevail“ abgemischt hat. Wie seid ihr auf diese Leute gekommen und wo genau kommen ihre Gästbeiträge vor?

Wir haben CANNIBAL CORPSE einige Male getroffen, da wir auch schon mit ihnen getourt sind. Wir sind ihnen dann in Chicago über den Weg gelaufen und haben mit ihnen Zeit verbracht, als sie dort gespielt haben, und ich sagte zu Pat, dass es eine tolle Sache wäre, ein Solo von ihm auf der Scheibe zu haben. Er war sofort total begeistert davon. Der Grund dafür, dass wir uns für Pat entschieden haben, besteht darin, dass er ein echt cooler Typ ist und dass er in der Lage ist, sowohl melodische als auch technische Sachen zu spielen. Das liegt auch an seiner Vergangenheit bei NEVERMORE. Er kann also ziemlich genau das auf den Punkt bringen, worum es auch bei KATAKLYSM geht, da wir eine mehrgleisige Band sind. Es gibt nicht nur eine Marschrichtung, sondern viele verschiedene Aspekte, und ich finde, dass er das sehr gut rüberbringen kann. Sein Solo auf „The Last Effort“ ist echt phänomenal und fantastische Arbeit. Das könnte fast von METALLICA stammen! Er hat Großes geleistet und kam einfach zu uns und Jason ins Studio, da er in Florida lebt, und hat das durchgezogen.
Dave Linsk ist für das Solo in „Blood In Heaven“ verantwortlich, da der Song super zu seinem Stil passt. Er ist ein guter Freund von mir und wir sind zusammen mit seiner anderen Band SPEED KILL HATE getourt, die als Vorband während unserer US-Tour fungierte. Ich habe ihn bei NAMM getroffen, das ist die Musikmesse in Los Angeles, und er fragte, was wir gerade so machen. Also sagten wir, na ja, wir mischen gerade das neue Album, woraufhin er sagte: „Echt? Cool.“ Und er lebt eben auch in Florida, also fragten wir ihn, ob er nicht einfach kurz vorbeischauen möchte, um das Solo einzuspielen. Das hat er dann gemacht, und es hört sich verdammt cool an, da es nach dem Thrash Metal der Achtziger klingt. Ich bin ein großer Fan von OVERKILL, daher war das echt perfekt.
Was Suecof betrifft, so ist dieser echt ein Genie an der Gitarre. Er hat schon eine ganze Menge Soli für verschiedene Künstler, beispielsweise TRIVIUM, abgeliefert, sodass sein offenkundiges Talent nur schwer zu verleugnen ist. Also sagten wir: „Hau rein, mach einfach was Verrücktes!“ Meinem Gitarristen geht jetzt echt der Arsch auf Grundeis, da er sich das Solo nun draufpacken muss, haha.


JF hat wiederum die Songs produziert, während ihr diesmal nicht mit Tue Madsen gearbeitet habt, sondern mit oben erwähntem Jason Suecof. Warum?

JF hat erneut alles gemacht, da er schon immer unser Produzent war. Wie bei der letzten Scheibe wollten wir allerdings jemanden von außerhalb, der das Teil abmischt. Als wir Tue Madsen, also einen Europäer, zum ersten Mal engagierten, war es cool, diese europäische Grundstimmung zu haben und zu schauen, wie sich diese beiden Talente miteinander verbinden lassen. Jetzt wollten wir allerdings mal einen amerikanischen Mischer ausprobieren und schauen, wie das funktioniert. Wir sind mit beiden sehr zufrieden und es lag jedenfalls nicht daran, dass wir uns nun gegen Tue entschieden haben, weil wir seine Arbeit auf „In The Arms Of Devastation“ nicht mochten oder so. Wir wollten etwas Neues ausprobieren. Wenn man sich ein wenig mit KATAKLYSM beschäftigt hat, merkt man, dass wir vermeiden, das gleiche Album zweimal aufzunehmen. Es ist uns wichtig, unseren Horizont zu erweitern.


Worum geht es eigentlich in den Texten auf „Prevail“? Mir fielen sehr viele Begriffe aus den Bereichen Krieg, Kampf, Gewalt und Konfrontation auf. Das Album strahlt für mich etwas sehr Kriegerisches aus, wenn man sich Titel wie „Taking The World By Storm“ oder „Tear Down The Kingdom“ anschaut?

Du bist nicht der Erste, der erwähnt, dass es ihnen kriegerisch und militant vorkommt, hehe. Es dreht sich bei den erwähnten Liedern aber gar nicht um diesen Kriegsaspekt. Es gibt schon einige Texte, die in diese Richtung tendieren, aber dieser befasst sich damit, wie man die eigenen Dämonen besiegen kann und ihnen nicht einfach nachgibt. Das gesamte Konzept dieser Platte beschäftigt sich mit dem Abschalten und dem Überwinden der eigenen Ängste. Wenn man mal den Abgrund erreicht hat und es keinen Ausweg gibt, ein Punkt, an dem wir uns zu einem gewissen Zeitpunkt alle einmal befanden, ackert man sich entweder wieder nach oben oder man versackt da unten. Man braucht diesen Antrieb, um sich wieder aufzuraffen. Darum ging es in der Karriere von KATAKLYSM des Öfteren. Es war wirklich nicht einfach für uns, mal geht es bergauf, mal geht es bergab. Es gab viele dunkle Augenblicke, aber wir haben das überstanden, was auch diese Scheibe veranschaulichen soll. Das bedeutet dieser Song somit auch. Es dreht sich jedenfalls nicht darum, irgendwohin hinzugehen und alle abzuschlachten. Dafür ist dann „The Chains Of Power“ zuständig, hehe. Dieser dreht sich mehr um die sozialen Aspekte, wie dies übrigens auch bei „Prevail“ und „Taking The World By Storm“ der Fall ist. „As Death Lingers“ wiederum betont, wie wichtig es ist, den Tod als etwas Alltägliches zu akzeptieren. Die Menschen haben solch eine Angst davor, aber früher oder später wird uns dies dennoch widerfahren, also kann man es auch gleich akzeptieren.
Die Kriegsthematik befasst sich mehr mit dem Soldaten an sich und nicht mit dem bewaffneten Konflikt selbst. Es gab Generationen davon und es wird auch in Zukunft ganze Generationen von Menschen in Kriegen geben. Sobald sich Menschen auf der Welt befinden, wird es Konflikte geben. Die Mentalität des Soldaten, der da hingeschickt wird, Leute wie du und ich, der in dem einen Moment noch vor seinem Haus relaxt und im nächsten Moment sagt: „Ich glaube, ich werde da gebraucht, da ich diesen Lebensstil verteidigen muss. Ich habe Kinder und ich möchte, dass sie eine gute Zukunft haben“. Diesen Mut, sein eigenes Leben für andere oder einen Lebensstil einzusetzen, finde ich sehr beeindruckend. Ich weiß nicht, ob ich selbst das machen und in mich in einen Krieg stürzen könnte, an den ich vielleicht noch nicht einmal völlig glaube, aber ich weiß, dass ich meinen Lebensstil so beibehalten möchte. Das hat mich auf Tour echt beschäftigt, da wir unterwegs waren und Party gemacht sowie Konzerte gespielt haben, und das nur aus dem Grund, weil wir in der Lage sind, unsere Demokratie aufrecht zu erhalten. Es dreht sich also um den Typen, der das für mich riskiert, sodass ich einen Song dazu verfasste, der diese Schwierigkeiten und den Dank dafür anspricht.





Das klingt fast wie eine Vorgeschichte zu „Crippled And Broken“ von der letzten Scheibe, denn für den Typen, der im Krieg ist, kann das ja auch ganz schnell gewaltig in die Hose gehen oder er wird als Rückkehrer vielleicht von der Gesellschaft, für die er sich ursprünglich eingesetzt hat, ignoriert?

Ja, stimmt. Als ich in die Vereinigten Staaten gezogen bin, hat das einige meiner Ansichten über die Regierung und was sie für die Menschen unternimmt, wenn sie zurückkommen, nachdem sie alles riskiert haben und das verteidigt haben, was die Regierung von ihnen forderte, geändert. Dann kommen sie zurück und werden nicht ausreichend betreut. Dieser Song spricht an, dass diese Leute wertgeschätzt werden sollten. Ich habe Menschen gesehen, die hungernd auf der Straße sitzen und unter einem Kriegstrauma leiden. Das hat mich ganz schön mitgenommen, sodass ich das ansprechen möchte. Daher kam es dann zu „Crippled And Broken“.


Was den Gesang betrifft, so lassen sich einige gesprochene Passagen und auch Effekte finden, beispielsweise in „Blood In Heaven“ oder im Refrain von „To The Throne Of Sorrow“. Habt ihr damit bewusst experimentiert, um den Gesang vielseitiger zu gestalten?

Ja, wir haben auf jeden Fall versucht, neue Sachen auszuprobieren. Zusätzlich hatte Jason noch ein paar Ideen, wie man das umsetzen könnte. Ich für mich wusste, dass ich das probieren möchte, da ich es für eine coole Sache halte und etwas Neues im Death Metal sowieso verdammt schwer ist, gerade als Sänger. Wenn man es im Death Metal interessant gestalten möchte, dann wird das richtig schwer. Ich finde es gut, ab und zu mal etwas Anderes auszuprobieren, was meiner Meinung nach auch gut funktioniert hat.


Man könnte den Titel der CD beinahe schon als Statement an die Death-Metal-Szene interpretieren, die ja zumindest teilweise mit Kritik an „In The Arms Of Devastation“ nicht gegeizt und bemängelt hat, dass der Terminus ‚Northern Hyperblast’ nicht mehr passt, da so wenige Blast Beats enthalten waren. „Prevail“ hört sich für mich wie eine Äußerung an, die besagt: „Leute, wir bekommen es nach 15 Jahren immer noch hin, Blast Beats hin oder her!“ Was meinst du dazu?

Ja. Und weißt Du, irgendwie ist das schon witzig, dass dies passiert, aber das geschieht immer und es passiert immer den größten Bands der Welt. Das ist bei SLAYER passiert, das ist bei METALLICA passiert, das ist allen passiert. Es ist absolut unmöglich, jeden zufrieden zu stellen. Es ist wirklich irritierend, aber gleichzeitig ist es eine dieser Tatsachen, die man einfach akzeptieren muss. Für manche sind gewisse Teile einer CD bedeutungsvoll zu einem Zeitpunkt ihres Lebens. Bei manchen mag das „Serenity In Fire“ sein; vielleicht durchlebte der Hörer damals eine echt harte Phase und dieses Album funktionierte genau zu diesem Zeitpunkt, während alle anderen Sachen, die wir ab da gemacht haben, als zwangsläufig schlechter erscheinen werden. Dann gibt es wiederum andere Leute, die mit „Prevail“ vielleicht den ersten Kontakt mit KATAKLYSM erleben, sodass nichts, was wir ab jetzt machen werden, für sie besser sein kann, da es nun mal ihr erster grundlegender Eindruck ist. Manchmal ist es sehr schwer, alle zufrieden zu stellen. Wir haben auf „In The Arms Of Devastation“ die Blast Beats durchaus gehabt, aber eben nicht diese superschnellen Parts wie auf „Serenity In Fire“, und ich glaube, dass Max zum Zeitpunkt von „In The Arms Of Devastation“ noch nicht dazu bereit war, aber jetzt ist er genau an dem Punkt und hat es auch auf der neuen Scheibe eingebracht. Es ist wirklich eine Art Statement, da viele Leute wohl erwartet haben, dass wir entweder kommerzieller werden oder auf Nummer sicher gehen. Wir haben uns für das Gegenteil entschieden.


Meiner Meinung nach haben die Blast Beats jedenfalls ein wenig zugenommen…

Ja, das stimmt. Das Album ist auch aggressiver als der Vorgänger. Als Band sind wir total engagiert und zufrieden mit dem, was wir sind. Man merkt auf der neuen CD, dass wir uns wohl fühlen. Ich finde, dass das für eine Band sehr wichtig ist.


Um diesen Bereich ein wenig abzuschließen, möchte ich gerne eine ziemlich direkte Interpretation des letzten Covers erwähnen, die ich mal gelesen habe, da sich darauf das Heartbeast das eigene Herz herausreißt. Jemand hat dies als „KATAKLYSM reißen sich das eigene Herz heraus und werden kommerziell“ ausgelegt. Was würdest du nun zu jemandem sagen, der eine ähnliche Interpretation für das neue Cover äußern würde, denn jetzt ist dieses Herz sogar auf einem Pfahl aufgespießt? Ich würde gerne deine Meinung hören, um das ein wenig zu klären.

Okay. Puh, das ist eine gute Frage. So habe ich das noch nie gesehen. Meine Interpretation dessen ist, dass die Welt sehr herzlos ist, sodass wir uns für dieses Design entschieden. Wenn das Herz wieder in das Biest eingepflanzt wird, ist das der Zeitpunkt, wenn es sich selbst wieder findet. Jeder ist auf eine gewisse Art und Weise verloren. Niemand weiß, wie die Zukunft aussieht und wer sie eigentlich wirklich sind. Manchmal benötigt es für diese Suche ein ganzes Leben. Das ist glaube ich unsere eigene Interpretation. Wenn jetzt jemand behauptet, dass wir uns das eigene Herz herausreißen und mit dem Ausverkauf beginnen, finde ich das echt lächerlich. „In The Arms Of Devastation“ ist eine brutale Scheibe, die alles enthält, worum es im Metal geht. Die neue Scheibe ist wieder ein abgefahrenes Teil, das sogar noch heftiger ist. Wenn Leute das so sehen, dann missverstehen sie KATAKLYSM oder auch, dass wir uns angeblich dem Ausverkauf preisgeben. Meiner Meinung nach ergibt das keinen Sinn. Es ist aber gut, das zu klären. Das Herz ist ein konzeptioneller Aspekt, der in jedem Artwork ab jetzt immer wieder auftauchen wird. Es wird sich niemals an ein und derselben Stelle befinden.





Das ist im Prinzip auch meine nächste Frage: Ihr habt das Heartbeast wiederum genutzt, sodass die Vermutung nahe liegt, dass ihr es in das Image der Band integriert habt. Habt ihr denjenigen, der damals den eigentlichen Entwurf im Rahmen eines Wettbewerbs ablieferte, kontaktiert?

Ja, der Typ hat den Wettbewerb damals gewonnen, aber wir hatten es echt schwer, ihn dazu zu bewegen, ein zweites Cover anzufertigen, da er mit Design und Kunst nichts mehr am Hut hat, was irgendwie merkwürdig ist. Wir wollten aber das Biest auf jeden Fall behalten, also haben wir jemanden aus Kanada beauftragt, das Teil zu reproduzieren. Er hat erstklassige Arbeit abgeliefert. Wir sind mit dem Design sehr zufrieden. Er hat das alles per Hand gezeichnet, sodass das echt cool ist und nicht einfach am Computer entstanden ist. Wir haben also auf einen anderen Künstler zurückgreifen müssen.


Klingt fast wie eine Art Maskottchen, wie das auch bei Eddie und IRON MAIDEN der Fall ist?

Hehe, ja, stimmt völlig. Das geht in diese Richtung. Bei der letzten Scheibe sind die Leute wegen dieses Monsters total ausgetickt, weil sie es so mochten. Das T-Shirt mit dem Cover vorne drauf war das Shirt, das sich bisher am besten verkauft hat. Wir waren davon beeindruckt, wie sehr die Fans das mochten. Ein Fan meinte dann auch mal: „Hey, ihr solltet das Biest einfach beibehalten.“ Bei mir leuchtete dann im übertragenen Sinn eine kleine Glühbirne auf und es entstand die Idee, das wirklich so zu machen. Meine Lieblingsband sind IRON MAIDEN; es gibt schlichtweg keine bessere Band. Der erste Künstler war dann so glücklich, dass wir unsere eigene Version von Eddie haben können, sodass es keine Probleme gab. Jeder hat sich dafür ausgesprochen. Ich mag das Konzept, da man nie wirklich sagen kann, wie es beim nächsten Mal aussehen wird.


Wird es zu einem der neuen Songs ein Video geben? Bei der letzten Scheibe war das ja bei „Crippled And Broken“ der Fall, für das ihr ein Video über einen Kriegsheimkehrer hattet. Wird es etwas Ähnliches geben, gibt es da schon Pläne?

Wir haben sogar schon ein Video abgedreht, und zwar für „Taking The World By Storm“. Es ist eher wie ein Live-Auftritt, aber es spielt sich in einer chaotischen und apokalyptischen Umgebung ab. Es ist nicht wirklich ein Konzept wie bei „Crippled And Broken“, das übrigens überall unter den Tisch fiel. Es wurde einfach nicht gesendet, da wir Waffen und Alkohol zeigten, sodass die das hier in den USA nicht ausgestrahlt haben. Ich fand das sehr heuchlerisch, denn wenn du dir mal Hip-Hop-Videos anschaust, dann passiert das da ständig. Jeder säuft und überall rennen halbnackte Mädels herum, und das stört wiederum keinen. Ich fand das merkwürdig, aber es wurde nicht gesendet. Diesmal wollten wir ein cooles Video machen, in dem die Band auftritt, was wirklich gut geworden ist. Wir haben in einem total heruntergekommenen Gebiet in New York gedreht. Das war insgesamt sehr cool.


Du hast gerade die Live-Auftritte erwähnt: Ihr wart sehr umtriebig und unter anderem mit NEAERA und FEAR MY THOUGHTS sowie BEHEMOTH unterwegs. Wie betrachtest du denn diese Konzertreisen, wenn du mal Bilanz ziehst, und wie sieht die Konzertsituation für die Zukunft aus?

Die Tour mit NEAERA und FEAR MY THOUGHTS war prima. Das war unsere erste richtige Tour als Headliner, was für uns sehr zufrieden stellend verlief. Wir waren sehr beruhigt, dass die Fans alle kamen, um uns zu sehen, sodass die Tour sehr erfolgreich war. Wir wollten mit diesen Bands spielen, weil sie sehr unterschiedlich sind. Zusätzlich ist es gut zu zeigen, dass KATAKLYSM mit jeder Band zusammen spielen können. Es kommt nicht darauf an, wer ihr seid oder was ihr spielt, wir werden einfach zocken und unser Ding durchziehen. BEHEMOTH waren auf jeden Fall ein ganz schöner Brecher, gegen den man jeden Abend antreten muss. Wenn du BEHEMOTH fragen würdest, würden sie sagen, dass dies sicherlich die beste und schwierigste Tour war, die sie jemals gespielt haben, da beide Bands wahnsinnig viel Energie beinhalten. Es war eine tolle Tour und eine schöne Zeit. Es waren zwei verschiedene Stimmungen, aber beide waren sehr gut.
Leider mussten wir den zweiten Teil dieser Tour absagen, da wir ausgelaugt waren. Wir haben 200 Konzerte in einem Jahr gespielt, sodass wir ziemlich erschöpft waren. Gleichzeitig wollten wir darauf achten, dass „Prevail“ perfekt wird. Wir wollten beim Mix vor Ort sein und alles vernünftig und in Ruhe vorbereiten. Es ist nicht gut, sich dann abzuhetzen. Zusätzlich brauchten wir auch die Pause, da sich dieser ganze Ablauf für die neue CD ja wiederholen wird. Wir werden uns für „Prevail“ sehr engagieren. Bis jetzt haben wir viel für Amerika und Kanada geplant, aber wir werden das deutsche Summer Breeze Open Air im August spielen. Dazu kommen noch einige Festivals in Großbritannien und in Tschechien – auch beides im August. Ich denke, dass es dann ungefähr November oder Dezember werden wird, um eine komplette Tour zu spielen, natürlich auch in Deutschland.





Wird es vielleicht auch so eine Art Tourankündigung für die deutschen Fans geben, wie sie kürzlich vor eurer Australien-Tour auf YouTube kursierte? Ich habe das Teil gesehen, das ihr mit australischen Dialektwörtern für die australischen Fans gemacht habt, was ziemlich witzig war.

Haha, wir werden wahrscheinlich so eine Art Trend anzetteln. Das klingt nach einer guten Idee. Vielleicht machen wir das wirklich und versuchen es einfach mal. Keine Ahnung, wie das am Ende klingen wird, aber wir werden es vielleicht versuchen. Die australischen Fans fanden es jedenfalls sehr witzig und alle konnten darüber lachen, wie und was wir da gemacht haben. Das wäre spaßig. Vielleicht wäre die Aussprache ein ziemlicher Haken, aber das wird schon.


Habt ihr eigentlich mal darüber nachgedacht, einen zweiten Gitarristen für die Konzerte zu integrieren?

Nein, momentan würde sich das nicht wie KATAKLYSM anfühlen. Meiner Meinung nach läuft KATAKLYSM auf vier Leute hinaus. Wir fühlen uns als Quartett sehr wohl und wir sind sehr froh darüber, dass JF als Produzent auch an unserem Sound tüfteln kann, sodass es nach zwei Gitarren klingt. Unser Sound ist immer einer der richtig fetten eines Konzertabends, da wir unseren eigenen Weg gefunden haben, dies umzusetzen. Wenn wir auftreten, ist es einfach wie ein Donnerschlag, und viele sagen, dass sie kaum glauben können, dass man eine einzige Gitarre so mächtig klingen lassen kann. Viele der Bands versuchen irgendwie, das herauszufinden, aber das ist unser kleines Geheimnis, hehe.


Könnt ihr euch eigentlich von der Musik ernähren?

Inzwischen können wir das tatsächlich. Die letzten Scheiben liefen ausgezeichnet, sodass wir damit gut zurechtkommen. Wir haben ein akzeptables Leben, auch wenn wir sicherlich nicht reich sind. Es ist schön, dass wir dazu in der Lage sind, das zu machen, was uns sehr wichtig ist.


Ich habe vor einer Weile gelesen, dass du an einem Buch über die Geschichte von KATAKLYSM arbeitest? So weit ich weiß, wurde dies jedoch noch nicht veröffentlicht?

Nein, das ist noch nicht erhältlich, da wir immer noch daran arbeiten. Das ist ein Buch, das für uns selbst sehr wichtig ist und das unsere gesamte bisherige Karriere umfasst. Ein wichtiger Aspekt ist, dass wir derzeitig eine sehr gute Phase mit der Band durchleben und dass sehr viel passiert, sodass ich sehr gerne noch einige der Erfahrungen, die gerade passieren, integrieren möchte. Daher verspätet sich das Buch ein wenig, da ich erst einmal schauen möchte, was jetzt gerade passiert. Bereits jetzt kann ich sagen, dass es sich im Bereich von 400 Seiten bewegen wird, also relativ umfangreich ist. Das wird ein fettes Teil und es geschehen eine Menge Sachen in dem Buch. Das wird wirklich cool, aber das ist primär für die Fans. Wir versuchen jedenfalls nicht, einen auf MÖTLEY CRÜE zu machen, hehe. Versteht mich nicht falsch, das ist ein Buch, das wir für die Fans machen, damit sie einen kompletten Überblick über die Geschichte der Band und über das, was wir alles so durchlebt haben, bekommen. Es ist natürlich auch für uns, um schöne Erinnerungen an unsere Karriere bewahren zu können. Das heißt nun nicht, dass wir das Handtuch werfen oder jetzt irgendwelche Gerüchte verbreiten wollen, aber es ist gut, dieses Buchprojekt laufen zu haben.


Das ist ja auch eine spannende Sache, die ihr vielleicht mal euren Nachkommen in die Hand drücken könnt, so nach dem Motto: „Guck mal, das habe ich mal gemacht!“

Auf jeden Fall. Es ist eine interessante Sache, die vielen aufstrebenden Bands auch zeigen kann, was man machen und was man vermeiden sollte. Wir sind eine Band aus dem Underground und nur wenige Leute aus dem Underground machen dies. Das wird auf jeden Fall cool.





Somit wäre ich dann auch mit meinen Fragen durch. Vielen Dank für den Anruf und für das Interview, Maurizio.

Besten Dank für die Unterstützung und für deine Zeit für das Interview.


Gerne. Gibt es noch etwas, das du an unsere Leser richten möchtest?

In erster Linie ein ganz großes Dankeschön an die deutschen Fans, die immer für KATAKLYSM da waren und uns unterstützt haben. Es ist immer eine tolle Zeit und eine große Party, wenn wir im Land sind, und wir planen, das auch wieder mit der neuen Scheibe zu machen. Hoffentlich gefällt euch das Album. Greift es ab, sobald es erscheint, sodass ihr es schnell in Händen halten werdet!


Alles klar, besten Dank und alles Gute!

Cheers! Danke!

soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 09.05.2008 | 00:36 Uhr

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