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Interviewpartner: Mikael Hedlund

Neues Album, neue Tour: HYPOCRISY sind wieder im Business unterwegs. Wir haben uns Gründungsmitglied Mikael Hedlund geschnappt und ein paar Fragen zur aktuellen Lage bei den schwedischen Death Metallern gestellt.




Hi Mikael, also zuerst mal: Es gab ja eine ziemlich große Lücke zwischen dem letzten Album und diesem jetzt. War es schwierig die Band und das Death Metal-Feeling zu reaktivieren?

Nein, eigentlich nicht. Wir haben ja auch erst 2006 eine Tour mit FEAR FACTORY in Amerika gespielt. Danach haben wir gleich angefangen, die Songs für das Album zu schreiben. Es gab damals aber noch keinen konkreten Veröffentlichungstermin. Es lief auch alles ganz glatt. Normalerweise haben wir ja jedes oder jedes zweite Jahr ein Album aufgenommen und diesmal haben wir uns vier Jahre Zeit gelassen. Es war sehr entspannt. Und es gab auch kein Problem in die richtige Stimmung zum Songschreiben zu kommen.


Gab es diese große Lücke wegen den beiden PAIN-Alben, die in der Zwischenzeit veröffentlicht wurden?

Würde ich so nicht sagen. Klar, Peter [Tägtgren, Gesang und Gitarre; Anm.d.Red.] war in den vier Jahren schon ziemlich beschäftigt mit PAIN und ich hatte auch mit einigen privaten Angelegenheiten zu tun. Wir haben uns aber auch immer mit der Band beschäftigt, nur das Songwriting hat eben so lange gedauert.


Welche Songs auf dem Album stammen von dir?

Ich habe vier Songs geschrieben, "Weed Out The Weak", "Global Domination", "Alive" und "Tamed Filled With Fear".


Zum Songwriting: Ich finde viele Teile klingen typisch nach HYPOCRISY und viele Riffs sind ziemlich Old School, aber man merkt, dass ihr auch etwas neues versucht habt und etwa einen ungewöhnlichen Break gesetzt habt.

Ja, das stimmt schon. Es ist vor allem eines der melodischsten Alben, die wir bisher gemacht haben. Wir haben viele Melodien und Harmonien auf dem Album und auf der anderen Seite haben wir die brutalen und aggressiven Teile, wie immer. Es ist ein reines HYPOCRISY-Album und nichts experimentelles und das ist auch, was wir haben wollen. Es ist immer schwer, wenn man anfängt, Songs für ein Album zu schreiben. Man weiß nie genau, wie es am Ende klingen wird, bis das Mixing abgeschlossen ist. Das ist immer schwierig.


Ihr habt schon so viele Alben veröffentlicht, ist es schwierig, im Death Metal noch etwas neues zu komponieren?

Es ist immer schwierig, etwas neues zu machen. Wir haben unseren Sound und so klingen wir einfach. Wenn ich komponieren, dann versuche ich Songs zu schreiben, die ich gerne hören würde. Das ist das erste worüber ich nachdenke, wenn ich mich hinsetze: Was mag ich, was für Songs möchte ich hören?


Nimmt man beispielsweise das Schlagzeug am Anfang von "Global Domination". Man würde nicht erwarten, dass ein HYPOCRISY-Song so beginnt, aber die Gitarren klingen dann später doch absolut typisch. Es gibt mehrere solche Momente auf dem Album.

Ja, natürlich. Man möchte natürlich etwas schreiben, das vertraut klingt, aber was man auch noch nicht gemacht hat. Man möchte sich nicht wiederholen. Es ist auch immer Teamarbeit. Am Ende kommt immer noch Horgh [Schlagzeug; Anm.d.Red.] dazu. Peter und ich haben die Musik für das Album geschrieben und Horgh gibt dann noch etwas dazu. Er hatte einige coole Einfälle.


Hast du einen Lieblingssong auf dem Album?

[Lacht.] Gute Frage, wir haben schon die elf besten Songs für das Album ausgesucht. Wir haben noch einiges Material übrig. Das ist das Beste, was wir im Moment zu bieten haben.


Ok, noch eine Frage zu dem Album: Was ist "the Extreme Divine" ["Das extrem Göttliche"]?

Peter kam mit dem Titel an. Von ihm stammen fast immer die Albentitel. Ich weiß es nicht genau. Er schlug den Titel vor und wir fanden, dass es gut klingt, aber was dahinter steckt weiß ich ehrlich gesagt nicht genau.


Ihr werdet im Winter in Europa auf Tour gehen?

Ja, wir spielen eine Headliner-Tour mit 22 Shows.


Plant ihr dafür etwas besonderes?

Also das ist ehrlich gesagt unsere erste Tour als Headliner. Die Festivaltouren wie das X-Mass Fest zählen eigentlich nicht.


Ist das ein Risiko für euch?

Ja, schon. Bei den Festivaltouren sind immer sechs oder sieben Bands. Ich finde eigentlich, dass das zu viele sind. Wir werden nicht mit so vielen touren. Wir werden aber sicher eine große Lichtshow haben.


Ok, klingt gut. Noch ein paar letzte Worte an unsere Leser?

Ja, hört euch das Album an, wir sehen uns auf Tour. Wir freuen uns, nach der Pause wieder da zu sein.


Vielen Dank.

Nicki

Autor: Nicolas Freund [Nicki] | 23.10.2009 | 16:23 Uhr

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