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Interviewpartner: Mike Hanus

Etwas still war es um die deutsche Death-Metal-Institution FLESHCRAWL während der letzten Jahre geworden, doch nun stehen die Jungs um Frontmann Svenne mit dem neuen Album „Structures Of Death” motivierter als je zuvor in den Startlöchern, um den Leuten zu zeigen, wie eine schwedisch geprägte Death-Metal-Keule der Marke ‚Old School’ auszusehen hat. Rede und Antwort zum neuen Album, zu den Aufnahmen und zur aktuellen Situation bei den süddeutschen Deathern stand Gitarrist Mike Hanus.




Hi zusammen im Lager von FLESHCRAWL! Wie schaut es derzeit bei euch aus, wie geht’s euch, wie ist die Stimmung?

Jau, soweit alles bestens bei uns! Wir haben nun nach Monaten unseren ersten Gig inklusive neuem Basser gespielt und es war verdammt geil, nach langer Zeit mal wieder live abzurocken. Die Fans sind gut abgegangen und es war allgemein eine große Party für uns auf dem Zabbaduschder Open Air.


Mit „Structures Of Death“ habt ihr ein neues Studio Album am Start, das am 21. September erscheinen wird. Da stellt sich in diesem Zusammenhang natürlich gleich die Frage, inwiefern ihr Unterschiede zum bereits starken Vorgänger „Made Of Flesh“ seht? Mit dem Titelsong, „Written In Blood“, „A Spirit Dressed In Black“ und „War Of The Dead“ habt ihr jedenfalls so einige Hits im Gepäck, die zumindest meiner Meinung nach dem Vorgänger in nichts nachstehen! Warum hat es über 3,5 Jahre gedauert, ehe der Nachfolger fertig war? Was hat sich in dieser doch relativ langen Zeit bei euch getan?

Freut mich, dass Dir das Album gefällt! Im Großen und Ganzen haben wir einfach wieder versucht, gute Death-Metal-Songs zu schreiben. Wir machen uns da nicht so einen großen Kopf darüber, sondern schreiben einfach drauf los, und nach all den Jahren wissen wir sofort, was gutes und vor allem passendes Songmaterial für FLESHCRAWL ist. Natürlich messen wir uns schon immer am Vorgängeralbum, da wir sehr großen Wert darauf legen, dass das Songmaterial und die Produktion an sich mindestens genauso gut sind. Somit sind wir auch zugleich unsere größten Kritiker, aber es ist verdammt wichtig so zu arbeiten, um eine Killerplatte abzuliefern. Ich denke mit „Structures Of Death“ haben wir uns definitiv nochmals gesteigert. Außerdem gibt’s auf dem Album schon ein paar kleine Erweiterungen im Sound, wie die ‚spanischen Gitarren’ zu Beginn und am Ende von „Into The Fire Of Hell“ oder zum Beispiel das etwas eher thrashige Riffing in „About Mortality“. Wir möchten wie auf jedem unserer Alben schon eine gewisse Abwechslung in den einzelnen Songs haben, damit es, wenn man sich das Teil am Stück anhört, nicht zu eintönig wird. Ja, das ist uns sehr wichtig!
Die lange ‚Wartezeit’ hatte mehrere [persönliche] Gründe, die das Ganze in die Länge zogen, unter anderem auch meine Tumor-Operation am Hals/Gesicht unter dem rechten Ohr. Naja, es sind in diesem Zeitrahmen einige ungewollte beziehungsweise unplanbare Dinge geschehen, die uns einige Monate ausbremsten. Zusätzlich war es eine ewige Suche, den richtigen Mann für den offen stehenden Bassposten zu finden. Aber auch dieses Problem konnten wir nun endlich abhaken.


Ihr habt zum Beispiel das erste Mal überhaupt in Deutschland aufgenommen und eben nicht traditionell in Schweden. Was waren die Gründe dafür? Gab es berufliche und/oder private Ursachen dafür? Oder wolltet ihr den Urlaub lieber für Konzerte/Touren sparen? Und was führte dazu, dass ihr euch ausgerechnet für das Studio Toninfusion in Ulm, das nicht gerade für Metal, sondern eher für – O-Ton Sven „Blockflöten-Ensemble-CDs“ – bekannt ist, und für Martin Schmitt als Produzenten entschieden habt?

Es gab eigentlich nur einen Grund, in Deutschland aufzunehmen. Unser Drummer Basti ist Vater einer kleinen Tochter geworden und wollte demzufolge nicht gleich 2-3 Wochen von daheim weg sein. Nach langen ‚Diskussionen’ innerhalb der Band haben wir entschieden, dass es dann wohl sinnvoller wäre, die Basic-Aufnahmen hier bei uns in der Heimat zu machen. Wir erkundigten uns nach verschiedenen Studios in unserer Gegend, die auch dementsprechend gutes Equipment vor Ort haben. Nach so vielen Jahren, wie wir das schon machen, sollte es kein Problem für uns sein, auch diesen FLESHCRAWL-typischen Sound in Deutschland zu produzieren. Und ehrlich gesagt, es war auch kein Problem, schließlich wissen wir ja ganz genau, wie wir das erreichen können. Viel Urlaub konnte ich mir im Gegensatz zu sonst nicht sparen, ehrlich gesagt gar keinen, da ich ständig bei den Aufnahmen im Studio und auch anschließend beim Mix in Schweden im Studio Underground anwesend war.
Was Martin Schmitt betrifft: Ja, den kannten wir davor nicht, obwohl er ja auch aus dem Ulmer Raum kommt. Natürlich trafen wir uns mit ihm in seinem Toninfusion Studio zuvor, bevor wir das Studio buchten. Er stellte sich aber sehr schnell als erfahrener Engineer und netter Zeitgenosse heraus, der auch wirklich sehr motiviert an die FLESHCRAWL-Produktion heranging. Wir hatten davor auch nicht gedacht, dass wir einen so guten Soundmann ‚um die Ecke’ haben. Martin war für „Structures Of Death“ ein echter Glücksgriff!


Wie lief denn dann die weitere Arbeit mit dem Album ab? Anfang Juni seid ihr ja zu dritt nach Schweden zu Pelle Saether ins Studio Underground im schwedischen Västerås geflogen, bei dem ihr die letzte Scheibe komplett aufgenommen hattet, um das Album abmischen zu lassen. Wie hat das geklappt, in Anbetracht der Tatsache, dass nur drei Bandmitglieder dort waren? Welche Vorstellungen vom Sound haben die beiden, die nicht mitgefahren sind, euch mitgegeben? Habt ihr das erreicht, was ihr euch vorgenommen hattet? Was genau wolltet und konntet ihr noch verbessern? Würdet ihr wieder in Ulm aufnehmen?

Es war kein Problem, da ich die Songs ja bestens kenne und auch genau weiß, wie sich ein FLESHCRAWL-Album anhören muss. Somit haben mir die zwei gar keine Vorstellungen mitgegeben. Außerdem, denke ich, hatte vor allem Basti großes Vertrauen in mich – wir kennen uns schon ewig und er weiß ganz genau, dass ich im Studio sehr genau mit den Dingen beziehungsweise der Produktion im Allgemeinen bin. Die zwei, also Basti und Nico, sind definitiv sehr zufrieden mit dem Endergebnis. Ja, ich denke schon, dass wir das erreicht haben, was wir uns mit „Structures Of Death“ vorgestellt haben. Die Produktion klingt auf jeden Fall noch transparenter als beim Vorgängeralbum und hat dennoch eine gute Durchschlagskraft, wenn Du weißt was ich meine!? Ich könnte mir schon vorstellen, die Basic-Aufnahmen wieder im Toninfusion Studio bei Martin Schmitt zu machen, aber dennoch für den FLESHCRAWL-Mix traditionell nach Schweden zu pilgern.


Bei „Into The Fire Of Hell“ seid ihr, wie Du oben bereits erwähntest, etwas unkonventioneller zu Werke gegangen, indem ihr das akustische Intro und Outro eingebaut habt, wobei der ganze Song insgesamt weniger nach Schweden-Death, sondern eher nach BOLT THROWER klingt. Wie kamt ihr auf die Idee, mal etwas Ruhigeres und Akustisches zu machen, und wer zeichnet für den Part verantwortlich?

Was diese Akustik-Gitarre betrifft: Es hat sich einfach ganz zufällig im Studio so ergeben. Wir hörten gerade einen Teil der Basic-Aufnahmen von dem Song im Studio ab und Olli hatte zufälligerweise diese im Studio herumstehende Akustik-Gitarre in der Hand. Er fing spaßeshalber an, auf den Anfangspart ‚spanische Gitarrensounds’ zu dudeln. Wir fanden es sehr geil und passend für diesen Song, worauf Olli diesen Part noch genauer ausarbeitete. Somit war es wirklich ganz spontan und dazu noch eine geniale Idee für diesen Song.


Mit „Fleshcult“ habt ihr anscheinend so eine Art Bandhymne geschrieben, die mächtig nach vorne abgeht und ohne Ende Old School ist! Habt ihr euch zusammengesetzt und gesagt ‚Okay, lasst uns jetzt mal so etwas machen, so eine Art Trademark-FLESHCRAWL-Song, der für vieles steht, was wir machen’?

Nein, „Fleshcult“ war der erste Song, den ich zusammen mit Olli für „Structures Of Death“ geschrieben habe. Ja, die Nummer ist ziemlich Old School! Wie ich aber schon sagte, wir planen unsere Songs nicht nach so einem Schema. Aber der Song hat schon rein vom Text viele FLESHCRAWL-Trademarks, da in den Lyrics viele unserer alten Songtitel eingearbeitet wurden. Der Text zu „Fleshcult“ kommt von unserem Svenne und ich kann mich noch erinnern, dass er mir schon vor vielen Monaten mal erzählte, er würde gern einen Text schreiben, in dem er wirklich alles mögliche an FLESHCRAWL-Zeugs verarbeiten könnte. Das hat er mit „Fleshcult“ definitiv gemacht. Ich find’s eine coole Sache – es ist so eine Art MANOWAR-Text im typischen Death-Metal-Stil und passt wirklich hervorragend zu dieser Old-School-Nummer.


Wie sieht es mit den Texten auf dem neuen Album aus? Im letzten Interview hatte Sven erzählt, dass Basti sämtliche Texte schreibt und es ihm als Sänger eher egal sei, da es sowieso ‚Klischeetexte’ seien und nichts Persönliches. Hat sich daran etwas geändert? Haben die Texte irgendeine Aussage oder ist euch in erster Linie nur die Musik wichtig? Oder seht ihr das einfach als die Art, traditionellen Death Metal der alten Schule zu machen, wo es mit den Texten ja genauso gehandhabt wurde; man denke nur an AUTOPSY oder DISMEMBER?

Richtig, auch diesmal hat Basti einen Großteil der Lyrics von „Structures Of Death“ geschrieben. Sven hatte in der Vergangenheit auch schon Lyrics geschrieben, aber meistens kommen die Lyrics von Basti, weil er sich oft schon im Proberaum, wenn ich mit Olli und ihm noch an den Grundgerüsten von neuem Material arbeite, im Kopf bereits die Gesangslinien dazu ausdenkt. Basti hat dafür einfach ein sehr gutes Gespür und die Gesangslinien sind für einen guten Song – man könnte sagen ‚die halbe Miete’ – sehr wichtig. Diesmal hat aber Sven sogar drei Texte zum neuen Album beigesteuert und dabei wieder einen wirklich guten Job abgeliefert. Vor allem „Fleshcult“ ist verdammt cool und Old School geworden. Lies Dir mal die Lyrics genau dazu durch [Anmerk.: Wenn die bei der Promo nur dabei wären…] – it’s Death fuckin’ Metal!! Ja, die Lyrics drehen sich wie immer bei uns um die typischen traditionellen Dinge – Tod und Verderben. Was soll ich groß sagen – it’s Death fuckin’ Metal!! Diese Art von Musik verlangt einfach regelrecht nach solchen Texten, das ist zumindest unsere Meinung.


Das Artwork stammt wieder von Uwe Jahrling, der ja schon für „Made Of Flesh“ zuständig war. Habt ihr ihm bestimmte Vorgaben gemacht, präsentierte er euch einfach einen Vorschlag, den dann alle gut fanden, oder wie lief dieser Prozess ab? Wie steht das Cover in Verbindung zu Texten und Albumtitel? Oder war das alles egal und es stellt einfach ein Old-School-Cover dar, das gut zur Mucke passt?

Das Cover ist uns natürlich schon wichtig, schließlich soll ein Album nicht nur gut klingen, sondern auch optisch was hermachen. Nein, ich hab da schon immer eine Idee, wie es aussehen könnte. Als es ans Cover ging, hatte ich mich halt mit dem Uwe getroffen und ihm meine grobe Vorstellung vom Artwork gegeben. Er fing anschließend an, Skizzen davon zu machen und sobald der ‚Grundriss’ stand, machte er sich an die Arbeit. Wir trafen uns eine Woche später nochmals und besprachen vom fast fertigen Cover Artwork noch die einzelnen Details beziehungsweise. irgendwelche Feinheiten, die wir noch verbessern konnten. Er hat auf jeden Fall wieder ganze Arbeit geleistet. Uwe ist ein echter Profi auf diesem Gebiet und das Coole ist, dass er in meiner Nähe wohnt, somit können wir wirklich direkt Einfluss auf das Design nehmen. Das Cover strahlt definitiv Tod und Verderben aus und bildet somit eine schöne Einheit im Gesamten. Death fuckin’ Metal halt!


Habt ihr bereits Pläne für ein neues Album, auch wenn „Structures Of Death“ jetzt erst einmal erscheinen muss? Olli meinte im Mai, dass er schon am Schreiben neuer Songs sei?

Direkte Pläne noch nicht, aber ich denke, „Structures Of Death“ wird nicht unser letztes Album sein – das hoffe ich momentan zumindest, haha! Dafür sind wir einfach zu große Death-Metal-Maniacs. Man wird sehen, was die Zukunft bringt...


Wie kamt ihr auf die Idee, „Rockin’ Is My Business“ von THE FOUR HORSEMEN zu covern, was auf den ersten Blick als eine etwas ungewöhnliche Wahl erscheint? Dieser Song erscheint ja auch nur auf der limitierten Edition des Albums… Warum habt ihr euch für genau diesen Song entschieden?

Wir hatten auf Wacken 2002 speziell mit ALABAMA THUNDERPUSSY, die damals unter anderen mit uns das gleiche Hotel hatten, eine große Party,. Mit ihnen hatten wir 2-3 Tage Dauerparty und eines Tages kam unser damaliger Basser Tobs mit deren CD an und meinte, da gibt’s einen Song, den wir als coole Death-Metal-Version umsetzen könnten. Das haben wir dann auch just for fun im Proberaum gemacht und uns gefiel die Version so gut, dass wir beschlossen, diesen Song auch mal im Studio mit guter Produktion aufzunehmen. Das Witzige und zugleich Seltsame daran war, dass es sich später herausstellte, dass der Song im Original gar nicht von unseren Drinking-Dudes stammte, sondern von einer Band namens THE FOUR HORSEMEN. Aber egal, Rockin’ Is FLESHCRAWL’s Business – der Song rockt einfach als Death-Metal-Nummer!


Mit Martin Schmitt wart ihr bereits damals zu Zeiten der Listening Session sehr zufrieden und habt ihn als ‚Glücksgriff’ bezeichnet, sodass er nicht nur auf einem Song [welchem eigentlich?] ein Gast-Solo beigesteuert hat, sondern diese Zusammenarbeit anscheinend noch weiter fortgesetzt wird? Immerhin war er auf dem Zabbaduschder Open Air euer Live-Mischer und, wie er mir verriet, wird das auf ein paar demnächst anstehenden Konzerten ebenfalls so sein. Erzählt mal…

Ja, Martin ist nicht nur ein guter Engineer, sondern auch ziemlich fit auf der Gitarre. Er steuerte was solo-mäßig bei „Nothing But Flesh Remains“ bei. Wie schon angesprochen: Martin wohnt in unserer Gegend, ist glaub ziemlich angetan vom FLESHCRAWL-Sound und wir verstehen uns bestens. Von dem her bietet es sich für uns bestens an, wenn er zeitlich verfügbar ist, ihn auch als Live-Soundmann mitzunehmen.


Mit Nico Scheffler habt ihr ja endlich einen neuen, noch recht jungen Mann am Tieftöner gefunden. Wie kam es dazu? Wo habt ihr ihn kennen gelernt? War er schon in anderen Bands aktiv? Wie funktioniert die Zusammenarbeit bis jetzt? Wie seid ihr mit seiner Feuertaufe auf dem Zabbaduschder Open Air zufrieden?

Olli kannte den Nico wohl schon ein bisschen länger, da er aus seiner Gegend kommt. Die zwei sind irgendwann ins Gespräch gekommen bezüglich FLESHCRAWL und dass wir ja schon länger einen neuen Basser suchen. Er brachte ihn dann mal zu einer Bandprobe mit, wir zockten ein paar Songs zusammen, die mit ihm wunderbar liefen und auch persönlich haben wir uns sofort gut verstanden. Somit ist er genau der richtige Mann für uns. Ich denke, er hat auf dem Zabbaduschder alles richtig gemacht, aber wenn ich selbst auf der Bühne stehe, konzentriere ich mich in erster Linie auf mich selbst, somit konnte ich ihn nicht permanent beobachten, haha… Er spielte angeblich zuvor eine zeitlang mit Freuden auch in einer Death-Metal-Band, aber ich hab keine Ahnung, wie diese Band heißt oder ob’s die überhaupt noch gibt.


Wie bekommt ihr das eigentlich unter einen Hut, zu proben und zu touren, immerhin seid ihr als Band geographisch recht weit verstreut, vom Bodensee über Ravensburg und Ulm bis Aalen?

Ja, das ist nicht wirklich einfach, dazu kommt noch, dass manche in der Band auch noch in Schichtbetrieben arbeiten, was das Ganze zusätzlich noch erschwert. Im Klartext ‚opfern’ wir halt fast alles an Urlaub für die Band, damit wir dies so umsetzen können, egal ob Studioaufenthalt oder für eine Tour.


Wie sieht es mit eben diesen Touraktivitäten aus? Gibt es da schon konkrete Pläne für die Zukunft? Im Rahmen der Weihnachtstour mit u.a. MALEVOLENT CREATION und BLOOD RED THRONE oder der Metal Fest Tour von SIX FEET UNDER und NILE hättet ihr sicherlich gut in das Billing recht unterschiedlicher Bands gepasst… Zur Zeit des Way Of Darkness 2 Festivals in Bamberg wird dann die neue Scheibe ja auch auf dem Markt sein, sodass diese Show so eine Art Release Party darstellen könnte, oder ist da etwas anderes geplant?

Konkrete Pläne gibt’s noch nicht. „Structures Of Death“ wird am 21. September veröffentlicht und eine richtige Tour wird für uns Anfang 2008 wohl am sinnvollsten und am ehesten umsetzbar sein. Natürlich wollen wir dazu eine gute Promotion Tour spielen, keine Frage! Dass „Structures Of Death“ kurz vor dem Way Of Darkness Festival erscheint, ist eher ein Zufall, da wir zu einem Zeitpunkt gebucht worden sind, als selbst ich noch nicht mal den genauen Veröffentlichungstermin wusste. Wir werden am 03. November auf dem Rot ’n’ Slay Festival in Blaubeuren [bei Ulm] headlinen, was für uns eher eine Release-Show darstellt, da wir dort eine längere Spielzeit haben und somit auch mehr neues Material vorstellen können. Außerdem ist dieses In-Door-Festival in unserer Gegend und da kommen bestimmt zusätzlich einige Bekannte vorbei – da wird dieser Event bestimmt zu einer großen Party.


Gibt es erneute Pläne für Konzerte im weiter entfernten Ausland? Ihr habt ja mit HYPOCRISY mal in Japan gezockt, was sicherlich eine außergewöhnliche Erfahrung für alle war. Würdet ihr das wieder machen, wenn es ein gutes Angebot gäbe? Wie waren diese paar Tage im Land der aufgehenden Sonne für euch?

Nein, auch dazu steht leider noch nichts fest. Es war eine wirklich coole Sache, in Japan zu touren. Wenn das Angebot gut wäre, sollte uns bestimmt nichts daran aufhalten. Jederzeit wieder! Die Konzerte dort waren klasse und es machte verdammt viel Spaß, sich nebenher ein bisschen Japan anzusehen. Außerdem hatten wir natürlich auch noch viel Party mit einigen japanischen Fans und HYPOCRISY im dortigen Nachtleben.


Sven hat FLESHCRAWL im Rahmen der Listening Session eindeutig als Underground Band bezeichnet. Inwiefern seht ihr das genau? Immerhin seid ihr sowohl schon mit solchen Größen wie SIX FEET UNDER oder BOLT THROWER getourt als auch bereits seit etlichen Jahren Teil der Szene, was eure inzwischen acht Alben belegen, die den internationalen Vergleich zunehmend nicht zu scheuen brauchen?

Wir sind uns natürlich schon bewusst über unseren Status, aber wir spielen Death Metal und diese Art von Musik ist in gewisser Weise immer ein Teil Underground und wir werden bestimmt nicht reich damit. Außerdem ist Death Metal kein Mainstream-Sound für Jedermann. Wir sind nach wie vor selbst [Death-] Metal-Fans und mit dem Herzen dabei, gehen selbst auch zu kleineren Konzerten von Bands, achten darauf, dass unsere Merchandise-Preise im normalen Rahmen liegen und so weiter, da wir die Metal-Fans da draußen nachvollziehen können – an erster Stelle steht die Musik! Wir haben die gleiche Vorliebe oder Mentalität oder wie auch immer man das bezeichnen möchte – Metal to the Metals!


Und wie seht ihr in diesem Zusammenhang die heutige Death-Metal-Szene, und da gerade die nordischen Vertreter dieser Richtung, schließlich seid ihr vom Sound her ja mehr als eindeutig schwedisch geprägt? Was haltet ihr von Experimenten mit anderen Stilen und moderner/digitaler Studiotechnik und technischen Gimmicks versus älteren und weniger klinischen Aufnahmetechniken und traditionellem Songwriting? Welche Bands haben da eurer Meinung nach derzeit die Nase vorn?

Uuh, gute Frage! Ich persönlich stehe speziell auf die alten schwedischen Old-School-Death-Metal-Sachen, also frag mich bitte nicht nach aktuellen tollen Bands. Doch, zwei fallen mir ein, aber die sind nicht ‚neumodisch’ – die aktuellen Scheiben von EVOCATION und DEMONICAL, die sind richtig geil und Old School as fuck! Was Studiotechnik betrifft: Ich denke, es ist immer von Vorteil, in ein Studio zu gehen, das neues, hochwertiges Equipment am Start hat; somit hat man alle Möglichkeiten offen. Ob man dann jeden ‚neumodischen’, digitalen ‚Schnickschnack’ nutzt, steht natürlich wieder auf einem anderen Blatt Papier. Experimentieren mit anderen Musikstilen innerhalb des FLESHCRAWL-Sounds kann sich glaub keiner von uns vorstellen – FLESHCRAWL ist und bleibt: Death Metal!


Somit wären wir dann auch schon am Ende angelangt: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit „Structures Of Death“! Man sieht sich auf Tour! Die letzten Worte an unsere Leser stehen wie immer euch zu:

Danke fürs Interview! Checkt „Structures Of Death“ ab – DEATH FUCKIN’ METAL!! Man sieht sich auf Tour – CHEERZ!!

soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 05.09.2007 | 18:23 Uhr

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