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Interviewpartner: Mike Kimball




DYING FETUS haben das Jahr 2007 bereits durch einen todesmetallischen Meilenstein namens „War Of Attrition“ veredelt. Böse Zungen würden sagen: Das war ja nach einer Pause von vier Jahren auch das Mindeste. Wir sagen einfach: danke Jungs und schnappen uns Gitarrenwizzard Mike Kimball vor dem Gig im Essener Turock zum klärenden Gespräch über Trigger, Titten und Todesblei.

Mattaru: Hey Mike, vier Jahre lang Daumen drehen ist vielleicht für Wichtigtuer wie METALLICA die Regel, aber bei einer Death Metal-Truppe wie euch gibt’s da doch eigentlich nur eine Erklärung: Ihr habt die halbe Band ausgewechselt, oder?


Mike: Naja, die Veränderungen waren gar nicht so drastisch, wenn man mal ehrlich ist. Als erstes haben wir Vince aus der Band geworfen. Aber anstatt nach einem neuen Sänger zu suchen, machten wir als 4-Piece weiter. Von daher zählt das noch nicht mal als Wechsel, haha. Eric an den Drums zu ersetzen war da schon sehr viel härter und hat uns locker ein Jahr gekostet.


Mattaru: Also haben wir Songs auf dem Album, die mal eben vier Jahre auf dem Buckel haben, oder was?

Mike: Nicht ganz – der eigentliche Songwriting-Prozess begann vor zwei Jahren, nachdem wir das letzte Mal durch Europa getourt sind. Wir hatten noch keinen festen Drummer, was es leichter machte, Songs zu schreiben. Diese Drumcomputer sind schon feine Maschinchen – absolut brillantes Timing, hehe.




Mattaru: Okay, nun wieder vereint habt ihr eins der besten Alben eurer Karriere eingezimmert. Trotz teils unmenschlicher technischer Kapriolen klingen einige der Songs regelrecht catchy.

Mike: Das versuchen wir eigentlich immer. Viele Leute halten uns immer vor, dass wir viel zu viel Aufwand um den technischen Kram treiben, aber das stimmt gar nicht. Unser Ziel war immer schon, Riffs zu schreiben, die hängen bleiben und sich flüssig anhören und den Leuten gefallen. Ich kann nur das alte Klischee benutzen: Man entwickelt sich halt als Musiker – da ist wirklich was dran.


Mattaru: Dann ist mir aber eine Sache absolut nicht klar: Warum haben eure früheren Songwriter Jason Netherton und Sparky Voyles euch verlassen, um mit MISERY INDEX straightere Mucke zu machen?

Mike: Das würde ich eigentlich auch gerne wissen. Aber was sie machen, ist cool, also was soll’s? Es ist ja auch oft so, dass du an neue Projekte ganz anders heran gehst. Dir schwebt was Bestimmtes vor, aber dann spielst du doch plötzlich die Sachen, auf die du gerade im Moment Bock hast – einfach, weil man dir die Freiheit dazu gibt.


Mattaru: Okay, zurück zur aktuellen DYING FETUS-Scheibe. Ich finde den Drumsound ziemlich speziell. Er klingt sehr erdig und wenig getriggert. Auf zu neuen Ufern?

Mike: Das war ein Schritt, um den Sound weniger künstlich klingen zu lassen. Natürlich muss man bei einer gewissen Geschwindigkeit triggern, aber es ist nicht immer in dem Maße nötig, wie wir es früher gemacht haben. Das wollten wir mit dieser Scheibe mal klarstellen.


Mattaru: Was ihr auch seit langem klarstellen wollt, ist eure Ansicht zu verschiedenen politischen Themen. Aktuell ist dies der ‚Krieg der Zermürbung’

Mike: Ja, da hast du Recht. Der Titel ist sicherlich vom Statement her sehr deutlich und passt auf viele Songs. Das Konzept der Zermürbungstaktik wollte ich schon immer als roten Faden auf einem Album haben. Es passt nicht nur auf diese ganze Kriegspropaganda-Thematik, sondern auch auf viele Dinge, die uns gesellschaftlich begegnen, Dinge, die den Menschen über die Medien quasi aufgezwungen werden – und wenn das nur ein paar bestimmte Klamotten sind, die man unbedingt haben muss, um zu überleben, das ist so faszinierend. Schlimmer ist allerdings, wie - größtenteils erfolgreich - versucht wird, unsere Wahrnehmung über gezielte Informationsvergabe zu steuern. Hier geht’s um mehr als lediglich ungerechte Weltpolitik. Wir wollten ohnehin etwas von dieser engen politischen Geschichte weg, hin zu breiteren Themen, die nicht weniger spannend sind.


Mattaru: Na, das ist aber nicht leicht, wenn man auf dem Cover eine verwesende Lady Liberty hat…

Mike: Ja, damit kamen Relapse an. Wir haben mit dem Cover wenig zu tun, weißt du. Trotzdem ist das Cover natürlich vom Symbolgehalt her sehr stark – vor allem für einen Amerikaner. Das Ganze ist ein Statement der harten Realität, wie wir sie gerade erleben.


Mattaru: Viele und vor allem große amerikanische Bands kritisieren auf ihren aktuellen Outputs das amerikanische System. Ich denke da nur an W.A.S.P., QUEENSRYCHE, PRO PAIN oder MEGADETH. Für einen Deutschen gehört diese Art der Kritik schon fast zum guten Ton. Aber wie fühlt man sich als Amerikaner, der mit den meisten Dingen zuhause dermaßen unzufrieden ist. Vor allem: Wie wird man dort angesehen, wenn man diese Kritik publik macht?

Mike: Gute Frage - schau mal, an dieses Recht, Dinge beim Namen zu nennen, glauben wir halt. Das ist auch ein Teil unserer amerikanischen Kultur. Viele Leute halten es für unamerikanisch, wenn man den Finger in gewisse Wunden legt und auf Dinge hinweist, die bei uns falsch laufen. Aber für mich ist das nicht notwendigerweise antiamerikanisch. Wir lehnen gewisse Dinge eben ab und drücken das auch aus. Aber das sollte nicht den Fakt verschleiern, dass wir immer noch unsere Heimat lieben. Das ist so wie mit den Black Metal Kids aus christlichen Nationen. Du wunderst dich, warum die immer so düster durch die Gegend rennen, aber wenn du dir die Zeit nimmst, mal ihr Lebensumfeld zu erforschen, wirst du sehen, dass es eben einen Grund gibt, warum sie so sind wie sie sind. Für unsere Kritik haben wir auch Gründe. Und ich finde es sehr amerikanisch, sie zu äußern. Amerikas Prinzip ist doch: Wenn dir etwas nicht passt, suche dir Leute, die ebenso denken, und wenn ihr genug seid, ändert es. Das ist es. Wir sagen, was wir denken.




Mattaru: Ihr seid schon ein paar Jahre im Death Metal Zirkus unterwegs. Wie lange könnt ihr diesen nicht wirklich einträglichen Job noch durchziehen?

Mike: Naja, es gibt in dem Business bestimmt viele Leute, die schnell ausbrennen und das Touren ist nie einfach – egal unter welchen Umständen. Ich denke, wenn man älter wird, könnte es physische Probleme geben, aber momentan geht’s mir gut, haha.


Mattaru: Duane Timlin verdrischt momentan die Felle bei euch. Er hat ja schon die letzte DIVINE EMPIRE-Scheibe veredelt…

Mike: Richtig, wir waren mit DIVINE EMPIRE auf Tour und kannten uns daher schon ganz gut. Duane ist phantastisch. Er ist der einzige Drummer, der sämtliche Vorgaben erfüllen konnte und ich hoffe, dass er uns für immer erhalten bleibt.


Mattaru: Was geht denn momentan bei DIVINE EMPIRE?

Mike: Well, ich habe ein paar Gerüchte über eine Wiedervereinigung gehört, aber einige der alten Mitglieder wollen wohl nicht. Aber man weiß ja nie.


Mattaru: Shit, das hört sich nicht gut an. Mal zu etwas Positiverem: Ihr seid labeltechnisch frei wie die Vögel. Demnächst Pläne, zu einem größeren Partner zu wechseln?

Mike: Hach, das fragt jeder. Ich würde sagen, wir beenden erstmal diese Tour. Klar wäre eine größere Plattenfirma reizvoll, weil man mit einem Act auf Tour gehen könnte, der nichts mit Death Metal zu tun hat. Dadurch könnten wir ein ganz anderes Publikum erreichen etc. Aber das sind momentan alles nur Überlegungen.


Mattaru: Na gut – nach so viel Geheimniskrämerei bekommst du jetzt auch die Boulevardfrage gestellt. Was liebst bzw. hasst du ganz speziell an Deutschland?

Mike: Uff, nun komm aber. Ich hasse hier gar nichts. Na gut, vielleicht die Einreisebürokratie, aber die ist eigentlich überall gleich nervig und hat nix mit Deutschland speziell zu tun. Aber ich weiß, was ich mag: eure Offenheit. Kein Problem, richtig heftige Tittenmagazine an einem stinknormalen Kiosk zu kaufen. Das ist Offenheit, das ist natürlich – so soll es sein. In Amerika sind wir da leider noch nicht so weit.


Na, wenn das nicht das schönste Schlusswort seit langer Zeit ist….




Mattaru

Autor: Marcus Italiani [Mattaru] | 10.05.2007 | 21:48 Uhr

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