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Interviewpartner: Mike Williams

Knapp 14 Jahre lang haben sich die Doom/Sludge-Legenden EYEHATEGOD aus New Orleans Zeit gelassen, um nun am 23. Mai mit dem selbst betitelten „Eyehategod“ ein neues Studioalbum nachzulegen – und wie! Auf alle Fälle also ein Anlass, um mit einem gut aufgelegten Mike Williams [Gesang] einige Tage vor dessen Auftritt auf dem Roadburn Festival telefonisch über die Entstehung der neuen Scheibe und den aktuellen Stand bei EYEHATEGOD zu sprechen.




Hi Mike, wie steht's?

Hi, hier ist Mike von EYEHATEGOD. Wie läuft's bei Dir? Sorry, ich bin ein bisschen spät dran, aber Dein französischer Kollege wollte einfach nicht aufhören. Ich musste sozusagen auflegen, weil er einfach nicht zum Ende kommen wollte, obwohl ich ihm sagte, dass die Zeit um ist, hehe. Tut mir echt leid, dass Dich das jetzt um fünf Minuten Deiner Zeit bringt.


Gut, dann kommen wir doch am besten gleich zur Sache, ist kein Problem. Ihr habt knapp 14 Jahre gebraucht, aber nun steht Euer neues Studioalbum vor der Tür. Wie stolz bist Du auf die Scheibe, und habt Ihr irgendeine Art von Erwartungshaltungen oder Druck verspürt?

Ich bin unglaublich stolz auf dieses Album. Das geht uns allen so. Wir sind sehr zufrieden und auch sehr aufgeregt, was das Album anbelangt. Es bestand für uns aber keinerlei Druck, weil das einfach nicht eingetreten ist und wir es nicht zugelassen haben. Wir setzen uns selbst schlichtweg nicht unter Druck. Wir machen diese Art von Musik, weil es das ist, was direkt aus unseren Seelen, unseren Herzen, unseren Köpfen, unseren Fingern und unseren schreienden Mündern kommt. Das ist einfach das, was wir sind, und wenn die Leute das nicht mögen, dann ist uns das ziemlich egal. Wir wissen, dass die Fans es lieben werden, und bis jetzt haben wir ausschließlich positive Rückmeldungen erhalten. Wir sind sowieso eine dieser Bands, die man entweder liebt oder hasst. Das ist meiner Meinung nach im Rock 'n' Roll aber eine gute Sache, denn wenn die Leute einen einfach nur „Okay“ finden würden, dann wäre das irgendwie furchtbar. Ich würde das auch nicht wollen – die sollen uns entweder mögen oder eben verabscheuen. Es gab daher keinerlei Druck und ging nur darum, dass wir mit dem, was wir machen, auch zufrieden sind. Und das ist das Resultat, das die Leute nun erhalten.


Wir haben vor vier Jahren ja schon mal ein Interview mit Dir gemacht, und da fing es allmählich an ernst zu werden mit dem neuen Album. Findest Du es wichtig, dass Ihr Euch die nötige Zeit hierfür gelassen habt, anstatt – wie so manche [Reunion-]Band – völlig überhastet ein Album auf den Markt zu bringen?

Richtig. Das ist genau das, was ich immer über EYEHATEGOD sage, und uns haftet ja dieser Kultstatus oder so an, wo man sich auf einem gewissen Niveau bewegt. Und ob die Band nun größer wird oder nicht, es ist total okay, aber wir werden nicht völlig abstürzen. Und dann gibt es eben diese Bands, die Du gerade erwähntest, die ein Album raushauen, auf Tour gehen, dann schon das nächste Album nachschieben und wieder auf Tour gehen. Oder auch die reformierten Bands, die nach ihren ganzen Klassikern in der Vergangenheit unbedingt ein ganz neues Album rausbringen möchten. Zum Glück fallen wir nicht in diese Kategorie, da wir ja keine reformierte Band sind. Denn wir haben uns ja nie aufgelöst, und das ist eine gute Sache. Letzten Endes wollen wir einfach gute Musik machen.




Ihr wart Euch aber immer sicher, dass es ein neues Album geben würde? Oder gab es auch Überlegungen, einfach weiterhin die Klassiker zu spielen, aber kein neues Album aufzunehmen? Ein Großteil Eures Livesets besteht ja z.B. nach wie vor aus den Stücken von „Take As Needed For Pain“.

Tief in unseren Herzen wussten wir, dass dies geschehen würde. Wir wussten einfach nur noch nicht, wann das der Fall sein würde. So viele Dinge sind geschehen. Das Leben drängte sich sozusagen bei allen Bandmitgliedern dazwischen. Etliche Dinge sind bei allen Beteiligten und auch in unserem Umfeld in dieser Zeit passiert. Und während dieser Zeit gab es immer wieder Fans, die sauer waren, weil es immer noch kein neues Studioalbum gab. „Ihr habt doch nächstes Jahr gesagt, und nun ist ein Jahr rum, aber es gibt immer noch kein neues Album!“ Und das sind dann aber genau die Ersten, die vor der Bühne ausschließlich die alten Songs einfordern und hören wollen! [lacht] Natürlich wollen die Fans auch die alten Sachen hören, aber wir spielen jetzt schon seit sicher drei oder vier Jahren auch mehrere der neuen Stücke vom kommenden Album live. Vielleicht sogar noch länger als das. Und die haben wir die ganze Zeit auch schon live gespielt, und die Leute mochten diese auch, was eine gute Sache ist. Sie wissen, dass das Album nach EYEHATEGOD klingen wird.


Da wir gerade bei den neuen Stücken sind: Mir ist vor allem das lange „Flags And Cities Bound“ mit seinen Samples aufgefallen. Auf YouTube bin ich dann auf ein Video gestoßen, wo Du den Text im Rahmen einer Lesung vorträgst.

Das ist richtig – eigentlich ist das eines meiner Gedichte. Das war aber nicht zusammen mit CORRECTIONS HOUSE, oder? Ah, das muss solo gewesen sein, und den Text gibt es schon seit einer ganzen Weile. Ich wollte schon immer mal so was zusammen mit EYEHATEGOD machen wie jetzt bei CORRECTIONS HOUSE, meinem anderen Projekt, wo die Spoken-Word-Sache ein wichtiger Anteil ist. Bei EYEHATEGOD wollte ich das auch, aber dann mit Effekten und mehreren übereinander gelegten Tonspuren, damit es ein bisschen wirr ist. Dieser Text hat also schon ein paar Jahre auf dem Buckel, aber ich habe auch viele der Texte für das Album direkt im Studio geschrieben, als wir uns dort aufhielten. Es ist also eine Mischung aus einigen alten Sachen, bei denen ich dachte, dass sie prima passen würden, aber auch einige neue Passagen, die ich dann direkt niedergeschrieben habe.


Habt Ihr generell bei den Stücken noch Freiraum für Improvisation gelassen?

Nein, die Musik selbst war komplett fertig – abgesehen von einigen wenigen Details. Und dann kamen natürlich noch der Mix und so weiter dazu. Ich bin dann ins Studio gegangen und habe mir die Stücke und da wiederum jeden Part genau angehört. Phil Anselmo hat mir hierbei sehr geholfen und z.B. gesagt, dass diese Passage gut zu diesem Part passen würde, oder mich gefragt, was ich an dieser oder jener Stelle machen möchte oder vielleicht den Text an eine andere Stelle verschieben könnte. Er war wirklich eine große Hilfe hierbei, und bis jetzt gab es diese Situation noch nie. Phil ist einer der erfolgreichsten Metal-Sänger überhaupt, sodass es eine ganz naheliegende Sache war, ihn als Unterstützung dabeizuhaben [lacht]. Wir haben uns dann ein paar Drinks genehmigt, alles entspannt besprochen und dabei die Texte fertiggestellt. Bei den eigentlichen Aufnahmen gab es dann aber keine Improvisationen. Alles war schon niedergeschrieben und ist dann nicht beim eigentlichen Singen entstanden.




Soweit ich weiß, habt Ihr das Album in Eigenregie aufgenommen und auch finanziert, was eher ungewöhnlich ist. Wart Ihr Euch der Stärke des Materials so sicher, dass es der naheliegendste Schritt war? Oder wolltet Ihr so viel Kontrolle wie nur möglich behalten?

Wir wollen die absolute Kontrolle hierüber haben und zur Abwechslung mal unsere eigene Musik besitzen. Bislang haben wir immer unser Leben sozusagen weggegeben. Das hier ist ein Novum, was auch das Schlaueste ist, was eine Band heutzutage machen kann. Und es spielt keine Rolle, ob es ein kleineres Label gewesen wäre, das uns unter Vertrag genommen hätte; wir würden immer noch die Rechte an unserer Musik besitzen. Das ist meiner Meinung nach ideal. Die Songs sind sonst einfach weg, und wenn man sie auch nur für die kleinste Sache verwenden möchte, muss man immer erst die Genehmigung der Plattenfirma einholen. Ich kann Dir sagen, dass das gewaltig nervt. Jetzt sind wir aber die Eigentümer.
Dazu kam auch, dass wir uns sicher waren, dass das neue Material stark ist. Alle wollten, dass wir einen ganz normalen Vertrag unterzeichnen und einfach unten auf der gestrichelten Linie unterschreiben, während sie dann für das Studio und alles Weitere bezahlen, aber damit tritt man einfach viel zu viele Rechte ab. Ich bin mir sicher, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben.


War dies vielleicht auch ein Grund dafür, dass das Album selbst betitelt ist, um auch ein Zeichen zu setzen, dass es ganz klar EYEHATEGOD mit all den Markenzeichen ist?

Ja, das auf jeden Fall! Das ist so eine Art Statement: „Schaut her, das ist EYEHATEGOD, und da stehen wir heutzutage. Das machen wir heute. Es ist immerhin 14 Jahre her.“ Dazu kommt auch eine Art Neustart mit unserem neuen Schlagzeuger. Irgendwie ist es also auch ein bisschen wie ein Neubeginn. Wir sind natürlich immer noch die gleichen mürrischen Bastarde, aber das hier ist ein Neuanfang. Wir hatten all diese verschiedenen Titel für das Album, die wir hätten verwenden können, die nach EYEHATEGOD klangen und die wir so ähnlich auch schon in der Vergangenheit hatten. Nach dem Tod von Joey war es dann aber offensichtlich, es einfach „Eyehategod“ zu betiteln. Wir hätten es verwässert, wenn wir einen ach so tiefgründigen Titel gewählt hätten, aber das wollten wir nicht. Unserer Meinung nach hätte es den Gesamteindruck nur geschmälert. Die Musik soll einfach für sich selbst sprechen und nicht durch einen Slogan oder so gekennzeichnet sein, auch wenn ich Slogans und Propaganda grundsätzlich mag. Wir fanden dennoch, dass es cleverer wäre, ein selbst betiteltes Album zu veröffentlichen. Wir hätten natürlich all das nehmen können, was wir uns überlegt hatten – es hätte ein Songtitel sein können, z.B. „Flags And Cities Bound“, wenn wir das gewollt hätten. Wir waren uns da aber alle einig, dass es eine gute Idee wäre.


Zumal es auch das Vermächtnis von Joey darstellt, denn bei den Tracks auf dem Album handelt es sich ja um seine Schlagzeugspuren?

Natürlich, und das ist das Einzige, was wir von den ersten Aufnahmesessions behielten, da sie perfekt waren. Wir haben dann aber die Gitarren und den Bass nochmals aufgenommen, und zwar in unserem Proberaum, den wir „The Riff Room“ nennen. Stephen Berrigan, dessen Name auf dem Album steht, hat uns dort aufgenommen. Das lief im Endeffekt genauso ab wie bei den ersten Sessions mit Billy Anderson, und das hat prima funktioniert. Der Gesang wurde hingegen im „Nodferatu's Lair“, dem Studio von Phil Anselmo, aufgenommen.




„Dopesick“ ist damals auch unter der Regie von Billy Anderson entstanden. Was lief diesmal schief bzw. hat dazu geführt, den Produzenten zu wechseln?

Ach weißt Du, eigentlich tragen alle eine Teilschuld daran. An erster Stelle steht, dass wir viel zu sehr gehetzt haben. Wir haben eine Woche in diesem richtig schönen Studio gebucht und haben Billy einfliegen lassen, wobei wir natürlich unterm Strich am Ende Geld verloren haben. Manchmal läuft das halt so. Wir verlieren aber lieber die Kohle und haben dafür dann ein gutes Album, als einfach das zu behalten, was wir aufgenommen hatten. Wir haben viel zu sehr Tempo gemacht und versucht, ein komplettes Album inklusive Gesang innerhalb einer Woche aufzunehmen. Was einfach nicht machbar ist – zumindest für uns. Manche Bands bekommen das vielleicht hin. Es war eine einzige Hetzerei.
Dazu kam, dass Billy ein Filmteam dort vor Ort hatte, das einen Dokumentarfilm über ihn selbst gedreht hat, während wir dort das Album aufnehmen wollten. Wir wussten aber nichts davon; zumindest hatte ich davon keine Ahnung, ehe ich ins Studio kam. Die hatten dort gerade den ersten Tag für die Gitarrensessions laufen, und ich bin für vier oder fünf Tage im Studio geblieben und habe dort auch übernachtet. Ich habe den Jungs dann einfach bei den Gitarrenaufnahmen zugeschaut, und diese Leute waren überall mit ihren Kameras und sind Billy auf Schritt und Tritt gefolgt – und dann sind sie uns hinterhergelaufen! Und ich sagte dann, „Hey, wir haben das nicht beauftragt, das hat mit uns nichts zu tun! Wir sind jetzt in dieser blöden Doku, die sich aber gar nicht um uns dreht.“ Das hat einfach richtig genervt. Weißt Du, wir haben dort auch über persönliche und private Dinge gesprochen, und Du drehst Dich um und da steht ein Typ und filmt all das mit seiner Kamera! Wir waren stinksauer.
Zu diesen beiden Aspekten kamen dann noch ein paar persönliche Schwierigkeiten innerhalb der Band. Ein paar Probleme hier und da, und dann stand auch die Geburt von Jimmys Kind an, sodass er am Durchdrehen und total nervös war. Es war einfach der total falsche Zeitpunkt, um ein Album aufzunehmen. Wir hätten das einfach bleiben lassen sollen. Das ist aber alles Schnee von gestern, also spielt das alles überhaupt keine Rolle mehr. Billy und ich sind dicke Freunde; ich mag ihn einfach sehr. Das ist einfach ein toller und unglaublich witziger Typ.


Kommen wir doch mal auf die Szene in New Orleans zu sprechen: Hat sich dies Deiner Meinung nach vielleicht verändert oder ist das immer noch ähnlich, dass die Bands sich viel gegenseitig helfen etc.? Von CROWBAR gibt es ja bald ein neues Studioalbum, dann noch DOWN und SOILENT GREEN etc.

Ja klar, von DOWN gibt es im Mai auch wieder neues Material. Ja, so ist es einfach bei uns, wobei ich mittlerweile über dem Studio von Phil Anselmo wohne. Ich bin also nicht mehr so oft in New Orleans, wie das früher noch der Fall war. Das gilt auch für ihn, aber ab und an fahren wir in die Stadt, um uns eine Band anzusehen. Phil hat mit seinem Label aber schon immer den lokalen Bands geholfen und diese auch hauptsächlich unter Vertrag genommen. PONYKILLER beispielsweise und nun auch EYEHATEGOD; dann gibt es noch eine CROWBAR-EP, die auf Housecore Records erscheinen soll und so weiter. In jedem Interview versuche ich das Thema ebenfalls zur Sprache zu bringen. Momentan bin ich aber ein bisschen hinten dran, da ich so wenig in der Stadt war. Allein von Oktober bis Januar war ich die komplette Zeit auf Tour mit zwei verschiedenen Bands, d.h. EYEHATEGOD und CORRECTIONS HOUSE. Ich war also so lange weg von zu Hause, dass ich noch nicht wirklich mit den Neuigkeiten innerhalb der Szene aufholen konnte. Die Atmosphäre ist aber immer noch vorhanden, und die Leute tragen die Shirts der anderen Bands. Oder wenn jemand gerade keinen Schlagzeuger hat, dann wird ihnen jemand von einer anderen Band aushelfen und mit ihnen spielen. Oder auch Phil, der sich sehr engagiert, oder auch ich, wenn ich weiß, was gerade eigentlich abgeht [lacht].




Du hast vorhin schon CORRECTIONS HOUSE erwähnt, mit denen Du das Roadburn Festival spielen wirst.

Ja, wir haben das Roadburn und noch ein Konzert in London auf unserer Liste, sodass ich ein paar Tage früher nach Europa gekommen bin, um die Interviews zum Album zu geben. Es war einfach sinnvoller, als dies per E-Mail oder auf Tour oder Backstage in irgendeinem Club zu machen – dann noch die ganzen Zeitunterschiede.


Obligatorische Frage: Wann werdet Ihr mit EYEHATEGOD wieder in Europa unterwegs sein?

Bis jetzt ist noch nichts bestätigt, aber wir peilen gerade November an. Da ist aber noch nichts in Stein gemeißelt. Wir haben nun auch einen Booker für Europa, sodass wir gerade mit ihm sprechen und alle Details durchgehen. Ende April haben wir dann noch Auftritte mit CORROSION OF CONFORMITY und HIGH ON FIRE auf der Liste und spielen auch in einigen Orten, wo wir bislang noch nicht waren. Dann ist da noch dieses riesige Bier-Festival in der Nähe von Chicago, und im Juni fahren wir eine komplette US-Tour. Wir wollen einfach auf Achse bleiben, sodass das hoffentlich mit November bei Euch klappen wird.


Im Zuge Deines jetzigen Aufenthalts steht auch eine Lesung an, wie ich gesehen habe.

Ja, das ist hier in Dortmund. Ich habe das schon etliche Male gemacht – zum Beispiel in New Orleans in Plattenläden oder Buchhandlungen. Sogar das New Orleans Museum of Southern Art hat mich mal gefragt, was echt cool von ihnen war. Sie hatten im Rahmen einer Abendveranstaltung unterschiedliche Dichter und Musiker, unter anderem hat dieser lokale Hip-Hop-Typ aus seinem Buch vorgelesen. Spoken-Word-Sachen habe ich also schon oft gemacht. Ich möchte es aber immer wieder ausprobieren. Ich werde dann immer noch richtig fies nervös, und hinter mir steht ja auch keine Band. Also bin ich für jede Gelegenheit dankbar, um alles zu perfektionieren. Und das kann ich auch noch gut machen, wenn ich 65 Jahre alt bin oder wie alt auch immer Lemmy sein wird, wenn er dann mal aufhören muss. Ich kann immer noch Lesungen geben und als Autor aktiv sein, wenn ich zu alt bin, um noch mit der Band aufzutreten. [lacht] Bei Bukowski oder William Burroughs hat das Alter als Autoren überhaupt keine Rolle gespielt. Rock 'n' Roll ist da eine sehr nützliche Sache, obwohl die ganzen Rock 'n' Roller, mit denen ich aufgewachsen bin, jetzt auch nicht mehr wirklich jung sind. Beispielsweise Lemmy oder Wattie von THE EXPLOITED.


Apropos: Hast Du vielleicht mitbekommen, dass Wattie im Februar einen Herzinfarkt auf der Bühne hatte? Ihm geht es aber inzwischen wohl wieder besser.

Ach herrje! Nein, das habe ich nicht mitbekommen! Ich habe mir erst vor ein paar Tagen auf YouTube eine Dokumentation über THE EXPLOITED angeschaut und darüber nachgedacht, wie sehr ich sie damals mochte. Wir haben in einem Hotel in Frankreich, glaube ich, übernachtet, und Wattie kam dort hineingeschlendert, sodass ich ihn begrüßt und gesagt habe, dass ich ein Fan seiner Band bin. Weißt Du, ich bin auch einfach selbst Musikfan. Und wir bewegen uns auf einem ungefähr gleichen Level und spielen ähnliche Festivals.


Und damit wären wir leider auch schon am Ende unserer Zeit angelangt. Ich danke Dir an dieser Stelle sehr für das Interview, Mike!

Nein, ich habe zu danken. Ich weiß das sehr zu schätzen. Wir sehen uns im November auf Tour. Passt auf Euch auf. Cheers!




Fotos: Dean Karr


soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 02.05.2014 | 00:08 Uhr

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