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Reviews von Alcest
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Alcest
Le Secret [Re-Release]


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Band: Metalnews nach 'Alcest' durchsuchen Alcest
Interviewpartner: Neige

Nichts ist älter als die Zeitung von gestern? Alles immer überall und vor allem immer schneller? Wer damit ohne jegliche innere Konflikte konform geht, für den ist der melancholische, entrückte Post Black Metal der Franzosen ALCEST vermutlich ohnehin verloren. Was ausgesprochen schade wäre, denn das aktuelle Werk „Écailles de Lune“ ist nach wie vor eine Beschäftigung mehr als wert – ebenso wie die Auführungen von Bandkopf Neige zu genanntem Werk, seiner Liebe zum Black Metal, der Wahl des richtigen Illustrators und Macho-Allüren. Viel Spaß!





Hallo, Grüße aus Kiel und willkommen zu diesem Interview! Ich hoffe, bei dir und ALCEST ist alles klar!

Herzlichen Glückwunsch zum neuen Album „Écailles de Lune“. Mein Kollege hat ihm satte 6,5 von 7 Punkten gegeben und obwohl ich es bisher nur zweimal gehört habe, gefällt es mir selber auch schon sehr. Wie ist das Album anderweitig aufgenommen worden und wie bist du selber damit zufrieden?


Ich bin vollkommen zufrieden mit diesem Album, ich finde es hat eine sehr starke Identität und transportiert den Hörer in eine andere Dimension, was mein Ziel ist. Was die Rückmeldungen angeht, sie sind anders als diejenigen zu „Souvenirs d'un autre monde“ [das war ein „lieben-oder-hassen“-Album], dieses Mal sind sie im Allgemeinen positiver.


„Écailles de Lune“ hat eine sehr verträumte und oft positiv melancholische Atmosphäre und es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass ALCEST nicht gerade den Standardregeln des Black Metal folgt. Was wolltest du mit dem neuen Album ausdrücken?

Eine Melancholie aufgrund der Tatsache, dass der innerste Teil deiner Seele fühlt, dass er nicht zur Erde gehört. Eine Nostalgie für den Ort, von dem man wirklich herkommt. Dieses Album ist bitterer als „Souvenirs d'un autre monde“.


Es sind immer noch Black Metal Elemente auszumachen. Wie sehr siehst du ALCEST dieser Tage als Black Metal Band? Was bedeutet Black Metal dir musikalisch und persönlich?

Weißt du, das Genre spielt für mich keine Rolle. Ich suche nur nach einer Ausdrucksweise, welche zu den Bildern und Emotionen passt, die ich den Hörern übermitteln will, ohne irgendwelche stilistischen Beschränkungen zu haben, ohne in Begriffen von „Black Metal“ oder „Rock“ oder was auch immer zu denken. Ich frage mich nicht, ob ich in ein bestimmtes Genre passen sollte; das ist das Letzte was mich beschäftigt. Obwohl mir als Person der Black Metal sehr wichtig ist, ich höre ihn immer noch viel und er wird immer die größte musikalische Liebe meines Lebens bleiben!


Wie schreibst du Lieder für ALCEST und was ist dir beim Prozess wichtig? Verlangt es nach viel vorsichtigem Arrangieren oder ist es eher eine Frage der Intuition?

Das kommt wirklich drauf an. „Souvenirs d'un autre monde“ wurde innerhalb von etwa fünf Jahren komponiert, ich habe mir wirklich Zeit gelassen. Für „Écailles de Lune“ kam alles schneller und auf spontanere Weise. Ich denke ich fange an mich besser zu kennen und ich weiß schneller, in welche Richtung ich gehen muss. Weißt du, wenn es um Schöpfung geht gibt es keine Regeln, keine Tricks, du kannst ein Album in einer Woche schreiben oder in zehn Jahren, je nach deinen Anforderungen, deiner Inspiration usw....Das Schwierigere ist für mich nicht, die Riffs/Arrangements zu finden, sondern sie zu organisieren um ein gutes Stück zu machen, eine gute und originelle Struktur. Ich verbringe den größten Teil meiner Komponierzeit mit genau diesem Aspekt.






Ein hübsches Artwork hast du da ausgesucht. Es erinnert mich vage an die Illustrationen zu alten gute-Nacht-Geschichten, aber ich bin mir da nicht sicher und werde es so schnell nicht herausfinden. Vielleicht sollte ich es meiner Mutter zeigen und sie fragen, hehe. Wer hat es gemacht, warum hast du es ausgewählt?

Hehehe :)
Ja, es ist tatsächlich sehr von Geschichtenillustratoren wie John Bauer oder Arthur Rakham inspiriert. Dieses Cover spiegelt die Texte von „Écailles de Lune“ perfekt wider. Ich hatte es bereits in meinem Kopf, die Szenerie, Charaktere, Farben, aber da ich kein Maler bin habe ich meinen sehr talentierten Freund Fursy Teyssier gebeten, es zu machen. Und ich bin so zufrieden damit...in jedem Interview bekomme ich eine Frage zum Cover, die Leute scheinen davon beeindruckt zu sein.


Wovon handeln die Texte auf „Écailles de Lune“? Gibt es ein spezielles Konzept hinter dem Album?

Während „Souvenirs...“ die Beschreibung der Vision von einer strahlenden, fernen Dimension war, welche ich als Kind hatte, könnte „Écailles de Lune“ als eine Metapher dafür gesehen werden, wie ich mit dieser Erfahrung jetzt in meinem täglichen Leben zurechtkomme. Da ich es manchmal so empfinde als ob niemand wirklich versteht und begreift wovon ich rede, ist es in manchen Momenten als ob ich ein Fremder hier wäre, habe ich den Eindruck als ob ein nichtmenschlicher Teil meiner Seele in meinem Inneren danach schreit, in die Welt zurückzukehren, in die er gehört. Das ist eine Erklärung neben der Melancholie der lyrischen Themen von „Écailles de Lune“. Es ist eine Geschichte von einem Mann, der nachts am Meer sitzt und über sein Leben nachdenkt, darüber, dass er kein Interesse mehr für seine irdische Existenz aufbringen kann, nichts und niemand kann ihn erfreuen. Er verliebt sich in die Nacht, wird von den Stimmen der Wellen und den Geistern der See gefesselt. Er geht schwimmen im Tiefen, ganz umgeben von aquatischen Schutzgeistern, um letztlich ruhigen Schlaf am Grund des Meeres zu finden und niemals in die reale Welt zurückzukehren. Diese Geschichte ist nicht wirklich eine Metapher für den Tod, wie es vielleicht scheinen mag. Es ist wie ein Übergang in eine andere Realität, in einen anderen Existenzzustand.


Viele ALCEST-Texte sind auf Französisch, keine allzu offensichtliche Wahl für Metal. Was mich selber angeht so kann ich sagen, dass meine Ansprüche an Texte in Deutsch sehr viel höher sind als für solche in Englisch, da jede schleimige Phrase gleich doppelt so weh tut. Abgesehen von der Muttersprachensache: Wie gut glaubst du passt Französisch zu Metal? Und hast du höhere Ansprüche an Texte in deiner Muttersprache als an andere?

Ich habe das gleiche Problem wenn ich auf Französisch schreibe. Wie du sagst ist der Qualitätsanspruch viel höher als für englische Texte, ansonsten kann es sehr kitschig klingen. Ich bin mir sicher, dass es deswegen viele Bands vorziehen, nicht in ihrer eigenen Sprache zu schreiben. Was mich selbst angeht gehe ich das Risiko ein, verbringe mehr Zeit mit meinen Texten um die guten Worte zu wählen weil ich finde, dass es nichts Langweiligeres gibt als englische Texte zu verwenden wenn man kein Englischsprecher ist. Ich verstehe nicht warum alle Bands es so machen, wenn sie Angst haben nicht verstanden zu werden brauchen sie bloß eine Übersetzung im CD-Booklet zu veröffentlichen, das ist alles! Ein französischer Text auf den ich stolz bin gibt mir zehn mal mehr Emotionen als wenn er auf Englisch geschrieben wäre. Es ist berührender, stärker, es geht mir direkt ins Herz.


ALCEST scheinen einigen Erfolg in allem Metalszenen der Welt zu haben, zumindest deutet das Netz an, dass es viele positive Reaktionen von Orten gibt, von wo man sie am wenigsten erwartet hätte. Ihr spielt jetzt auch Konzerte nicht nur in Europa, sondern auch in Nordamerika – hast du das vor drei Jahren für möglich gehalten?

Mit Sicherheit nicht, ich erinnere mich das ich am Anfang von ALCEST an der Uni diese Musik nur für mich selbst gespielt habe. Dann habe ich ein Demo aufgenommen, eine Plattenfirma war daran interessiert, es herauszubringen, die Dinge ereigneten sich Schritt für Schritt. Weißt du, ALCEST existiert jetzt seit zehn Jahren. Die Zeit vergeht so schnell...


Die Tour mit THE VISION BLEAK und FJOERGYN ist ein gutes Thema. Wie war sie? Gibt es besondere Geschichten zu erzählen?

Die Europatour war eine großartige Erfahrung für uns, sehr spannend. Das Publikum war enthusiastisch, ALCEST zum ersten Mal zu sehen, wir haben sehr positive Reaktionen auf die Konzerte erhalten, trotz unserer mangelnden Erfahrung darin, live zu spielen. Was besondere Erinnerungen angeht muss ich das Publikum in Lonata del Garda in Italien erwähnen, welches wirklich verrückt nach ALCEST war. Das war für uns einfach nur „Wow“, wir hatten nicht mit einer derart leidenschaftlichen Reaktion gerechnet! Italien scheint ein sehr gutes Land für uns zu sein. London war auch ausgezeichnet und ansonsten haben wir die Konzerte in Essen und Wien genossen. Die ganze Tourcrew war auch ausgezeichnet, wir hatten viele schöne Augenblicke und eine spaßige Zeit. Es sind alles schöne Erinnerungen!


ALCEST fing als Soloprojekt an. Jetzt sind zwei Leute als Mitglieder aufgeführt: Neige und Winterhalter. Ist dies die Besetzung, in der ihr live spielt? Was kann man von einem ALCEST-Konzert erwarten? Haltet ihr euch ans Liederbuch – will sagen, an die Albumversionen - oder spielt ihr die Stücke anders?

Die ALCEST Studiobesetzung besteht aus Winterhalter am Schlagzeug und mir selber für alles andere. Auf Konzerten haben wir zwei Musiker mehr: Fursy Teyssier am Bass und Zero für die zweite Gitarre/Hintergrundgesang.


Zeit für ein wenig irrelevante Bonusbefragung! Los geht’s!

ALCEST kann nach wie vor unter Metal einsortiert werden und Metal braucht männliche Klischees. Also gut, ehrlich jetzt: Wie sehr macht es dem Macho in dir etwas aus zuzugeben, dass du dich verirrt hast und nach dem Weg zu fragen?


Ich glaube ich bin hier seit 25 Jahren verirrt und frage die ganze Zeit nach meinem Weg. Guck mich an, glaubst du das ich die Art von Mann bin, die sich für Machokram interessiert?


Wenn ALCEST ein Film wäre, was für ein Film wäre das?

Ich liebe Kino. Wenn ALCEST ein Film wäre, dann wäre das „American Beauty“, „Let The Right One In“, „Contact“ oder ein Myazaki-Film.


Wann hast du zuletzt über ein Buch das du nicht gelesen hast so gesprochen, als ob du es kennen würdest?

Ufff...Ehrlich, ich weiß es nicht.


Das war alles für den Augenblick, danke für deine Zeit und Geduld! Falls irgend etwas ungesagt geblieben ist, die letzten Worte gehören nun dir:

Vielen Dank für dieses Interview!!

Grim_Rieper

Autor: Lennart Riepenhusen [Grim_Rieper] | 22.05.2010 | 00:23 Uhr

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