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Band: Suicidal Angels Homepage Metalnews nach 'Suicidal Angels' durchsuchen Suicidal Angels
Interviewpartner: Nick

Als hätten sich die SUICIDAL ANGELS nicht schon längst als absolute Arbeitstiere hervorgetan, muss die Truppe nun gleich noch einen drauf setzen: Kaum haben die Griechen die letzten Konzerte zu ihrem aktuellen Album „Dead Again“ absolviert, steht mit „Bloodbath“ schon der nächste Langspieler der Dreschflegel in den Startlöchern. Wann die Herren überhaupt Zeit zum Schreiben neuer Songs finden, ist dabei rätselhaft, zumal sich die Mannen, wenn sie nicht gerade eine neue Platte aufnehmen, nahezu permanent auf Tour befinden. Licht ins Dunkel bringt da hoffentlich Frontmann Nick Melissourgos, den wir uns angesichts der Veröffentlichung des vierten SUICIDAL ANGELS-Albums in nicht mehr als fünf Jahren zum Interview vornahmen.






Hallo Nick! Seit der Veröffentlichung von „Dead Again“ ist gerade mal ein Jahr vergangen – was hat sich in dieser Zeit bei Euch getan?

Gar nicht mal so viel eigentlich [lacht]. Nachdem wir „Dead Again“ veröffentlicht hatten, bot sich uns die Gelegenheit, an der „Thrashfest“-Tour mit KREATOR, EXODUS und DEATH ANGEL teilzunehmen, was eine der besten Touren wurde, die wir bisher gespielt haben. Wir hatten immer davon geträumt, mit diesen Bands die Bühne zu teilen – das sind immerhin die Bands, die wir seit unserer Kindheit hören. Als wir nachhause zurückkamen, waren bereits ein paar Songs für „Bloodbath“ fertig. Wenn wir in unserer Heimatstadt sind, dann proben wir wirklich jeden Tag, weshalb wir sehr schnell arbeiten können. Wir können sehr schnell neue Songs schreiben, weil wir permanent neue Ideen haben und wir dann auch sofort an ihnen arbeiten. Dann entscheiden wir, welche Songs wir behalten wollen und welche nicht. Nach der „Thrashfest“-Geschichte sind wir mit DEATH ANGEL durch den Balkan getourt und als wir wieder zurück waren, haben wir gleich an den Songs weitergearbeitet und auch schon ein paar kleinere Aufnahmen gemacht. Anschließend haben wir uns die Songs noch mal angehört und ein paar Änderungen vorgenommen, damit alle Details stimmen. Anschließend haben wir dann an ein paar kleineren Festivals teilgenommen und natürlich haben wir auch wieder auf dem „Metalcamp“ und dem „Metalfest“ gespielt, was für uns wie immer eine sehr gute Erfahrung war, da wir dort ein paar alte Freunde getroffen und neue kennen gelernt haben. Sobald der Sommer vorbei war ging es für uns ins Studio, um mit den Aufnahmen zu „Bloodbath“ zu beginnen.


Dass Ihr die ersten Songs bereits während der „Thrashfest“-Tour geschrieben habt, zeigt erneut, dass die Dinge bei Euch ziemlich rasant laufen…

Pass auf, ich verrate Dir ein Geheimnis: Wir haben bereits zwei Songs für das nächste Album fertig. Lach nicht, das ist die Wahrheit [lacht]!


Vier Alben in fünf Jahren und unermüdliches Touren – befürchtest Du manchmal, dass der Punkt kommen könnte, an dem die Inspiration nachlässt?

Natürlich wünsche ich mir, dass das niemals passiert, aber sollten wir irgendwann nicht mehr hinreichend inspiriert sein – zumindest für eine gewisse Zeit – dann ist das eben so. Schließlich sind wir keine Musik-Maschine. Wenn wir Songs schreiben, die uns nicht gefallen oder die sich nicht richtig anfühlen, dann nehmen wir sie eben nicht auf. Es muss ja nicht immer ein Album nach dem anderen erscheinen – sollte das irgendwann mal eintreten, dann müssen wir eben eine kleine Aufnahme-Pause bzw. eine Alben-Pause einlegen. Wir können dann ja immer noch auftreten und all das. Musik ist Unterhaltung und wir machen das, weil es uns Spaß bringt. Logischerweise haben wir keinen Bock, Songs zu schreiben, aufzunehmen oder zu spielen, die uns nicht gefallen. Ich denke auch, dass jeder, der SUICIDAL ANGELS mag, verstehen wird, dass wir kein Album raus bringen wollen, das scheiße klingt, weil wir keine anderen Songs hatten. Es ist also nicht so, als würden wir uns selbst unter Druck setzen – wir lieben es einfach, Musik zu machen. Manchmal schreiben wir ein paar Songs und ein halbes Jahr später werfen wir alles über den Haufen und fangen wieder von vorne an. Wie soll man auf der Bühne Energie vermitteln, wenn man seine eigenen Songs nicht mag? Das wäre vollkommen aufgesetzt und die Leute merken das. Metafans sind nicht dämlich und sie merken, wenn das, was eine Band tut, von Herzen kommt und wenn das nicht der Fall ist, folgen sie dem auch nicht.


Wie würdest Du „Bloodbath“ jemandem beschreiben, der es noch nie gehört hat?

Ich finde, dass unser neues Album ganz anders ist als die Platten, die wir in der Vergangenheit gemacht haben. Natürlich spielen wir noch immer Thrash Metal, wir sind jetzt nicht plötzlich zu einer Alternative-Band geworden [lacht], aber ich finde, dass „Bloodbath“ etwas düsterer geworden ist als sein Vorgänger. Zudem sind die Songs jetzt insgesamt deutlich größer angelegt und es finden sich weniger kompakte Nummern auf dem Album: Auf „Bloodbath“ findet man zwei oder drei Songs mit Längen von über fünf Minuten, was für uns keinesfalls normal ist und wir haben diesmal versucht, uns auf den Song als ganzes zu konzentrieren. Wir wollten diesmal eine andere Produktion erschaffen, denn es sollte kraftvoller als auf „Dead Again“ klingen und einen mitten ins Gesicht treffen. Meiner Ansicht nach ist „Bloodbath“ das bisher beste SUICIDAL ANGELS-Album. Natürlich ist die Geschwindigkeit immer noch sehr hoch, aber diesmal gibt es z.B. auch Groove-Parts.


Meinst Du, dass die größere stilistische Vielfalt von „Bloodbath“ durch Eure Touren mit den unterschiedlichsten Bands zustande kam?

Das hat sich ganz natürlich ergeben. Selbstverständlich lernt man auf Tour sehr viel – nicht nur im Hinblick auf das Songwriting, denn es verbessert sich auch das Spiel im Allgemeinen. Wir haben etliche Konzerte mit großen Bands gespielt, die das schon seit Jahrzehnten machen und daraus nimmt man natürlich etwas mit – vielleicht nicht direkt, aber auf irgendeine Art wird man auf jeden Fall beeinflusst und inspiriert. In gewisser Weise ist es magisch und es fällt mir sehr schwer, das in Worte zu fassen. Manchmal wird man von Bands inspiriert, die nicht mal den gleichen Stil spielen wie man selbst. „Bloodbath“ ist so ein Album geworden, das für die Band einen Schritt nach vorne bedeutet.


Habt Ihr auch in textlicher Hinsicht Änderungen vorgenommen oder geht es immer noch hauptsächlich gegen Religion?

Natürlich sind nach wie vor Songs dabei, die eher anti-religiös eingestellt sind, aber hauptsächlich geht es diesmal um andere Dinge – einige Songs drehen sich etwa um die menschliche Psyche, z.B. um den Wunsch, jemanden zu töten oder zu quälen. Manche Menschen tun solche Dinge und andere nicht und in einigen unserer Songs stellen wir die Frage, warum das so ist. Ich wollte über solche Themen schreiben, weil wir alle eine dunkle Seite haben – das sind dann Songs wie der Titeltrack oder auch „Morbid Intention To Kill“. Auf der anderen Seite stehen dann Titel wie „Face Of God“, die nicht nur gegen Religion gerichtet sind, sondern im Grunde gegen alles, was die Menschen unterdrückt. Ich finde also, dass „Bloodbath“ sich auch im Hinblick auf die Songtexte von unseren anderen Alben unterscheidet. Wir wollen aber auch, dass jedes unserer Alben im Vergleich zu seinem Vorgänger etwas Neues bietet – das ist letztendlich der Grund, warum wir neue Platten aufnehmen. Andernfalls würden sich nicht nur die Fans, sondern auch wir selbst langweilen.


Betrachest Du SUICIDAL ANGELS nach vier Alben, von denen immerhin zwei ein Artwork von Ed Repka bekamen und fünf Jahren des unermüdlichen Tourens immer noch als Newcomer-Band?

Ich finde, man kann nicht wirklich sagen, dass wir entweder ein Newcomer oder eine etablierte Band sind. Es gibt immer noch einen Metalhead, der uns nicht kennt oder zum ersten Mal auf einem Konzert von uns ist und man muss sich den Arsch aufreißen, um auch nur einen weiteren Fan zu bekommen. Ich sage das allerdings nicht gerne, weil ich das Wort „Fan“ nicht mag – ich sage lieber „Freund der Band“, weil wir unsere Fans als Freunde betrachten und auf Tour wird man uns nach den Konzerten immer am Merchandise-Stand antreffen, weil wir die Leute treffen wollen. Für uns ist das eher eine Familiensache, ein Treffen mit Freunden. Wir selbst machen ja auch nicht nur Musik, sondern gehen noch immer als Fans auf Konzerte, weshalb ich glaube, dass es wichtig ist, eine Band treffen zu können, um einfach mal „Hi!“ zu sagen. Wenn man natürlich METALLICA oder IRON MAIDEN ist, kann man das nicht mehr machen, weil da dann 40.000 Leute sind, die gerne mal „Hi!“ sagen würden [lacht]. Egal, wie etabliert man also ist, man muss immer 100% geben, denn wenn die 100 Leute bei Deinem letzten Konzert Spaß hatten, dann sind es bei der nächsten Show vielleicht schon 200 Leute, weil sie es ihren Freunden erzählt haben.


Ist es möglich, dass SUICIDAL ANGELS in nächster Zeit einen Live-Mitschnitt veröffentlichen werden?

Bisher haben wir in dieser Richtung nichts geplant. Wenn uns die Inspiration ausgeht, können wir vielleicht mal ein Live-Album machen [lacht]. Ich spiele lieber live, als dass ich mich mir ein Video angucke, darum haben wir derzeit nichts Derartiges vor. Jetzt, wo „Bloodbath“ fertig ist, arbeiten wir schon wieder an neuen Ideen für die nächste Platte. Einen Mitschnitt zu organisieren würde eine große Menge Zeit in Anspruch nehmen, die wir im Augenblick lieber auf ein weiteres Album verwenden möchten.


Euer Terminplan ist, was das Touren angeht, ja schon wieder ziemlich voll – was kannst Du uns darüber sagen?

Es ist nicht genug! Wir wollen in jeder Ecke unseres Planeten spielen, in jedem Club, den es gibt! Ich würde auch gerne mal in der Antarktis auftreten [lacht]!


Ein schönes Schlusswort – vielen Dank!

Metalviech

Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 03.01.2012 | 15:18 Uhr
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