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Band: Metalnews nach 'Entombed A.D.' durchsuchen Entombed A.D.
Interviewpartner: Nico Elgstrand

Sieben Jahre nach ihrem letzten Album „Serpent Saints – The Ten Amendments” melden sich die altbekannten schwedischen Deather von ENTOMBED mit einem neuem Namen – nämlich ENTOMBED A.D. – und einem neuen Album namens „Back to the Front” zurück. Auf dem Weg verloren haben sie Gitarristen und Songwriter Alex Hellid, der in Zukunft nicht mehr bei den Herren mitspielen wird. Herr Petrov, Herr Brandt, Herr Dahlstedt und Herr Elgstrand mussten nun also selber ein Album komponieren und aufnehmen. Wie man sieht, gibt es viele gute Gründe, um die Herren in der Festival-Saison einmal zu stören und einige Fragen zu stellen. Nico Elgstrand beantwortet sichtlich gut gelaunt meine Fragen zum Songwriting, zur Zukunft der Band und zur momentanen Situation von ENTOMBED A.D. im Genre des schwedischen Death Metal. Wer außerdem schon immer geglaubt hat, dass so ein Tourleben eine wilde Sache ist, der wird hier bestätigt werden.




Hallo Nico! Wie ist das Leben? Zurück an der “Interviewfront”? Alles gut in Schweden?

Hallo, das Leben ist ziemlich gut, danke. Es ist diesen Sommer heiß wie Sau hier in Schweden. Es fühlt sich an als wäre man in Afrika oder irgendwas in der Richtung. Jeder, der sagt, dass die globale Erwärmung nicht stattfindet, ist verrückt. Ich kann es gar nicht erwarten, bis der Winter wieder zurückkehrt. Ich hätte niemals gedacht, dass ich das mal sagen würde haha.


Vieles wurde in den letzten Monaten/im letzten Jahr über ENTOMBEDs Geschichte geschrieben und gesagt – nun kehrt ihr mit einem neuen Namen und einem neuen Album namens „Back to the Front“ zurück. Wie sehen die Reaktionen der Journalisten und der Fans aus? Habt ihr das Gefühl, dass man euch vermisst hat und dass man richtig darauf brennt, neues Zeug von euch zu hören?

Bis jetzt waren die Reaktionen überwältigend positiv, was uns sehr demütig macht, und ja, es scheint so, als hätten uns die Leute nicht vergessen. Also sind wir begeistert!


Natürlich klingen die Namen ENTOMBED A.D. und ENTOMBED ziemlich ähnlich, was es für eure Fans und eure HörerInnen leichter macht zu wissen, wer sich hinter ENTOMBED A.D. versteckt. Aber allgemeiner gedacht: Wie schwierig glaubst Du ist es für große Bands mit einem anderen Namen, „neu“ zu starten? Glaubst Du, man kann einfach so zum alten Erfolg zurückkehren?

Das ist eine gute Frage. Es ist schwierig zu sagen, aber ich glaube, dass sich harte Arbeit und qualitativ hochwertige Veröffentlichungen immer durchsetzen werden. Bis jetzt sieht es für uns ganz gut aus. Die Daumen sind gedrückt, haha.


Viele Metalfans scheinen den „kommerziellen” Teil der Szene und die älteren Bands aufgegeben zu haben, weil sie das Gefühl haben, dass die alten Bands niemals zur Klasse ihrer Kult-Alben zurückkehren werden und sie die Musik und die Konzerte nur noch des Geldes wegen machen. Seid ihr häufig mit solch einer Attitüde konfrontiert? Und wenn ja, stört euch das sehr?

Es ist immer schwierig, klassische Alben zu toppen, vor allem dann, wenn sie damals vielen Leuten gefallen haben. Aber wenn die Bands die ganze Zeit daran denken und aufhören würde, dies zu versuchen, dann gäbe es keine neuen Klassiker. Wir versuchen einfach, unser Bestes zu geben und nicht zurückzuschauen!
Viele Leute, die denken, dass eine Band ihren Zenit überschritten hat, sind oftmals selber in einer gewissen Gefühlslage oder Idee stecken geblieben, die sie vor 20 Jahren oder was weiß ich wann gehabt haben und jetzt dieses Gefühl nicht wieder bekommen. Es gibt keinen Grund, sich auf diese Personen zu fokussieren. Wir möchten für die Jungs und Mädels spielen, die diese Musik heute wollen, und nicht für jene, die sie gestern wollten.


Konzentrieren wir uns auf „Back To The Front“ – könntest Du uns etwas über den Aufnahmeprozess des Albums erzählen? So viel ich weiß, war Alex normalerweise ziemlich in das Komponieren der Songs eingebunden – wie leicht war es, ein Album ohne ihn zu kreieren?

Es war viel einfacher als ich dachte. Das heißt aber nicht, dass es einfach war, denn das ist es nicht. Aber wir haben viel miteinander geredet und auch zusammengearbeitet [zumindest die meiste Zeit haha]. Außerdem mussten wir uns auch nicht mit dem Ego von Alex herumschlagen, das deutlich größer als seine Songwriter-Skills ist, und so war es alles in allem ein glatter und einträglicher Prozess.


„Back To The Front“ klingt auch wesentlich direkter, und es scheint weniger Experimente zu geben als auf „Serpent Saints”. Hattet ihr den Plan, ein „Death Metal“-Statement abzuliefern – in dem Sinne, dass ihr zurück seid und keine Kompromisse macht? So wie ihr es in euren Lyrics schreibt: „My longfinger’s growing longer every day“?

Haha, ja irgendwas in der Richtung! Bei „Serpent Saints“ war es ein Albtraum, die Scheibe zusammenzukriegen, und ich denke, das Resultat war nicht wirklich zufriedenstellend. Das hing vor allem damit zusammen, dass es damals keine gute Kommunikation zwischen uns gab und dass verschiedene Egos einander im Weg waren. Bei diesem Album ging es mehr in die Richtung: Kanonen laden, Ziel erfassen, Feuer!




Die Gitarrenarbeit auf „Eternal Woe“ finde ich sehr gelungen und ich halte den ganzen Track für einen der stärksten auf eurer neuen Scheibe. Er verbindet perfekt die klassische ENTOMBED-Brutalität mit epischen Momenten. Könntest Du uns etwas über die Entstehung des Songs verraten und vor allem über die Gitarrenarbeit an sich und das Solo?

Vielen Dank! Mir gefällt der Track auch sehr. Ich hatte ein paar Riffs auf Lager, die letztendlich das Intro, die Strophe und den Chorus darstellen sollten. Dann ist LG mit ein paar epischen Gitarrenmelodien zu mir gekommen und ich habe gleich gefühlt, dass diese gut mit meinen geschriebenen Riffs funktionieren würden. Der Song wurde eigentlich als abgefuckte Ballade konzipiert; so eine, die sich Darth Vader oder Sauron anhören könnten, wenn sie schlechte Laune hätten haha. Ich glaube, das haben wir ganz gut rübergebracht. Ich meine, es ist keine Ballade im klassischen Sinn des Wortes, aber ein melancholischer Vibe ist schon vorhanden [so wie der von einem hässlichen Orc, der keine Freunde hat und mit Krebs auf seinem Todesbett liegt … oder etwas in der Richtung].
Das Gitarrensolo war einfach nur ein Versuch, wie ein Troll auf faulen Pilzen zu klingen, der einen Hammer in seiner Hand trägt. Eine ziemlich einfache Sache, haha.


Lyrisch gibt es einige Bezüge zu Schlachten und Kriegen – es herrscht eine konstante Atmosphäre des Kampfes vor. Diese Bezüge kann man auch in den Promo-Fotos erkennen. Stammen diese Texte von den Streitigkeiten und den Kämpfen der letzten Monate ab? Oder gegen wen kämpft ihr?

Wir haben darüber nicht bewusst nachgedacht, aber natürlich hat uns der ganze Streit eher in einen Kampfmodus versetzt. Außerdem ist das Ganze für uns kein Spaß. Es ist wirklich ein Krieg, ein Krieg gegen alles und jeden, der sich mit uns angelegt hat und der immer noch versucht, Scheiße mit uns abzuziehen.


Ich habe versucht, die Verbindung zwischen dem Album-Artwork und dem Titel/den Lyrics zu verstehen, aber ich habe es nicht wirklich geschafft. Könntest Du uns etwas über das Artwork verraten und inwiefern es zur Botschaft von „Back To The Front“ passt?

Das Cover stellt eine Welt des Verfalls dar, die momentan vor sich hinrottet. Es ist also ziemlich genau die Welt, in der wir leben. Auch wenn es ein sterbender Haufen Scheiße ist, müssen wir trotzdem da sein, wo die letzten Soldaten ausrücken, um die Welt zu verteidigen. Nicht darum, weil wir das wollen, sondern weil wir niemandem sonst vertrauen, dass er es tut.


Ihr werdet im September und Oktober mit den Death Metal Veteranen von GRAVE auf große Tour gehen. Was können eure Fans von einer ENTOMBED A.D. Live-Show erwarten? Und wird es ein paar Überraschungen in der Setliste geben?

Wir werden ein bisschen was von allem spielen – also Altes und Neues. Die Überraschungen kann ich euch nicht verraten, weil dann es ja keine Überraschungen mehr wären!


In eurem Tourplan konnte ich sehen, dass ihr auch in ein paar sehr kleinen Clubs spielt [z.B. dem Viper Room in Wien] – mögt ihr diese Gigs in einer intimen Atmosphäre, in der man mit den Fans direkt in Kontakt ist?

Es ist auf jeden Fall speziell, wenn es sich nicht um eine große Bühne handelt. Versteh mich nicht falsch, wir lieben es auch auf großen Bühnen zu spielen, aber man da hat nicht dieselbe Nähe zum Publikum wie bei kleineren Gigs. Damit es wirklich intensiv wird, müssen die Leute in der Lage sein, auf die Bühne zu klettern und von dort in die Menge zu springen und einfach „abzumoshen“. Das ist ziemlich schwierig zu erreichen, wenn es einen großen Abstand zwischen uns und dem Publikum gibt und zusätzlich noch Sicherheitsleute existieren, die nur Ordnung wollen.




Death Metal und gerade die schwedische Death Metal Szene ist in den letzten Jahren wiedergeboren worden – Bands wie TRIBULATION, NECROVATION, VANHELGD und so weiter werden bekannter und erhalten großartige Kritiken von überall auf der Welt. Was glaubst Du haben ENTOMBED A.D., was diese jüngeren Bands, die momentan „en vogue“ sind, nicht haben?

Das ist schwer zu sagen, die Zukunft wird es zeigen. Wie immer werden wir einfach unser Bestes tun, um sie aus dem Wasser zu schießen haha.


Was wird die Zukunft für ENTOMBED A.D. bringen? Da „Back To The Front“ ja schon vor einiger Zeit geschrieben wurde, arbeitet ihr schon an neuem Material? Oder müssen wir wieder sieben Jahre warten, bis ein neues Album das Licht der Welt erblickt?

Haha, ganz sicher nicht. Wir arbeiten schon an der nächsten Scheibe. Von nun an wird ein kontinuierlicher und jährlicher Schlag in die Fresse kommen. Es ist so wie es DISMEMBER gesagt haben, „like an ever flowing stream …”.


Eine lustige Abschlussfrage: Könntest Du uns einen typischen Tag im Leben des Gitarristen der Death Metal Band ENTOMBED A.D. schildern?

An einem typischen Tourtag inkludiert die erste Tageshälfte Gitarre zu spielen, scheiß Zeug zu fressen, Filme anzuschauen, Musik zu hören und ein konstantes Jammern über fast alles und jeden. Dazwischen gibt es dann noch viele schlechte Witze. Der zweite Teil des Tourtages dreht sich dann um das Headbanging, das Beer, den Wodka, das Rumschreien und um noch mehr Gejammer und noch schlechtere Witze. Wenn alles gut läuft, dann findet am Ende des Abends jemand eine Ziege oder ein Schwein zum Ficken, aber das passiert nicht wirklich häufig [es ist hart, in Stadtgegenden lebende Tiere zu finden]. Wenn man nichts gefunden hat, trinkt man ein Glas Fledermausblut mit Schlaftabletten und versucht nicht über den kommenden Tag nachzudenken.


Vielen Dank für Deine Zeit und Deine Mühe! Ich wünsch Dir und ENTOMBED A.D. nur das Beste! Die letzten Worte gehören Dir!

Danke Dir für Deine Wünsche! Ich hoffe, wir sehen euch alle so bald wie möglich in einem schweiß- und biergetränkten Chaos in einer Stadt in eurer Nähe. Hail Satan!


Squiggofant

Autor: Jonathan Jancsary [Squiggofant] | 14.08.2014 | 11:21 Uhr

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