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Interviewpartner: Oddleif Stensland

Die Norweger von COMMUNIC haben mit ihrem neuen Album "Payment Of Existence" ihren Stil modifiziert und nebenbei noch eine richtig gute Platte veröffentlicht. Sänger und Gitarrist Oddleif Stensland stand uns nicht nur zur Musik, sondern auch zum Coverartwork und einer möglichen Tour Rede und Antwort.




Erste Frage: Alles klar?

Danke, mir geht's gut. Ich bin gerade von einem fantastischen Wochenende in Oslo nach hause gekommen. Ich war bei der DIO-Show und wurde weggeblasen. Der Kerl kann rocken... und er ist auch noch ein gutes Beispiel dafür, dass das Alter keine Rolle spielt. Zur gleichen Zeit wurde unser Album veröffentlicht. Es war also ein tolles Wochenende mit Sonne und kalten Getränken im Einklang...


Bist du zufrieden mit den ersten Reaktionen auf das neue Album?

Bisher sieht es ganz gut aus. Wir haben großes Vertrauen in das neue Material. Aber es wird ohnehin schwer, unsere beide vorherigen Alben zu überbieten. Beide bekamen überall völlig entzückte Kritiken und wir wissen, dass es schwer werden wird, das jemals zu überbieten. Aber es ist ein gutes Gefühl, endlich ein paar neue Songs zu haben, die wir live präsentieren können und aus denen wir unsere Setlist erstellen können. Wir werden als Musiker und als Band immer besser. Wir denken nicht viel über den ganzen Druck oder was die Leute von uns erwarten nach.


Wie würdest du den Unterschied zwischen dem neuen und den alten Alben beschreiben?

Das neue Album ist ein bisschen eingängiger und direkter. Ich glaube, es ist nicht so schwer zugänglich, wie die davor. Es ist mehr "in your face", glaube ich. Wir haben noch immer diese langen Songs und die dynamischen Strukturen, für die wir bekannt sind. The COMMUNIC way. Wir haben so viele verschiedene Stimmungen und mischen eine Menge verschiedenes Zeug, in der Art eigentlich einzigartig. Ich denke, dass die meisten Metalfans da draußen irgendwas finden werden, was ihnen an diesem Album gefällt...


Ich würde sagen, dass ihr etwas weniger progressiv seid und dafür eher songorientiert schreibt. Obwohl die Lieder immer etwa acht Minuten dauern.

Es gab deswegen immer Diskussion, als wir an den Songs feilten. Meine frühen Ideen sind meistens eher progressiv. Tor-Atle [Schlagzeug, Anm. d. Red.] will es grooviger und wir einigen uns dann auf eine gute Mischung aus Thrash, Prog und groovigem Zeug. Ich denke, das Ergebnis auf dieses Album demonstriert ganz gut, dass wir bessere Komponisten geworden sind, die eher ein konkretes Bild des ganzen Songs im Kopf haben, als nur irgendwelches Technik-Zeug vorführen zu wollen.


Manchmal erinnert ihr mich an Power Metal-Bands wie [nicht nur NEVERMORE] ICED EARTH und BLIND GUARDIAN. Hört ihr diese Bands und mögt ihr sie?

Ich mag die frühen ICED EARTH und ich war immer ein Anhänger von BLIND GUARDIAN. Es ist also gut möglich, dass da einige Elemente ihren Weg in unsere Musik gefunden haben.


Habt ihr schon Tourpläne? Vielleicht für eine Headlinertour?

Diesen Sommer werden wir nur eine begrenzte Zahl an Shows und Festivals spielen. Ich bin erst kürzlich das erste Mal Vater geworden und habe aufgrund dieser Tatsache einige Verpflichtungen. Aber wir suchen nach einer Möglichkeit, im Laufe des Jahres irgendwie auf die Strasse zu kommen. Am liebsten als Support einer größeren Band. Mal sehen...


Eure Texte scheinen ein durchgehendes Konzept zu haben. Möchtest du ein paar von ihnen erklären?

Die Texte wurden dieses Mal hauptsächlich vom Kreislauf des Lebens beeinflusst. Es muss jeder selber herausfinden, was sie für ihn bedeuten. Für mich drehen sich die Texte und der Titel des Albums ["Payment Of Existence" Anm. d. Red.] am ehesten um die Opfer, die wir bringen müssen, um existieren zu können. Was frühere Zivilisationen für Opfer an ihre Götter bringen mussten, um zu existieren und wie die "modernen" Götter noch immer den Menschen die Köpfe verdrehen, um sie zum opfern zu bringen. Was wir "zahlen" müssen, um "jemand" zu werden. Um aus der Masse herauszustechen und nicht nur eine Nummer in der Reihe zu sein. Wie manche Leute in wohlhabenden Verhältnissen aufwachsen und andere in Waisenhäusern. Das Leben ist unvorhersehbar und überall, wo man hinsieht, kann man die Macht des Geldes sehen. Es geht um Geburt und Leben, aber am Ende steht der Tod, egal, wie viel du opferst.


Ich mag auch das Artwork sehr. Dieses postapokalyptische Atmosphäre mit der schönen Frau in ihrem Sessel. Hast du dir das Konzept überlegt?

Das Bild stammt von Jan Yrlund. Er hatte nur den Titel und die Texte als Inspiration und entwarf das Konzept selbst. Für mich bedeutet es, dass wenn du dich zu sehr auf Erfolg und Karriere konzentrierst, und all die kleinen aber wichtigen Dinge des Lebens vergisst, dann bist du am Ende vielleicht der Hahn im Stall, aber irgendetwas wird fehlen. Egal wie viel Geld du auf der Bank oder unter deinem Bett hast.


Möchstest du sonst noch irgendetwas erzählen?

Ich denke, dass wir uns mit diesem dritten Album weiter in der Szene etablieren werden. Wir sind jetzt seit drei Alben unterwegs, haben ein konstantes Line-Up, regelmäßige Veröffentlichungen und einen einzigartigen Sound. Dazu hochwertige Aufnahmen und Songs. Wir haben viele Show mit tollem Feedback gespielt. Wir werden noch ein paar Jahre unterwegs sein und nicht einfach nach ein paar Alben verschwinden.


Vielen Dank für das Interview!

Wir sehen uns auf der Tour - und hört euch unser neues Album an!

Nicki

Autor: Nicolas Freund [Nicki] | 15.06.2008 | 19:59 Uhr

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