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Interviewpartner: Paul Baayens

Drei Jahre nach ihrem Comeback-Album „Death... The Brutal Way“ zeigen die niederländischen Old-School-Deather ASPHYX, dass es sich hierbei keineswegs um eine Eintagsfliege handelte, indem sie am 24. Februar nun „Deathhammer“ veröffentlichen. Gitarrist Paul Baayens meldet sich zu Wort.




Hi Paul! „Deathhammer“ erscheint in Kürze. Was kannst Du uns zur Entstehung der Songs berichten? War die ganze Band daran beteiligt?

Hi auch! „Deathhammer“ erscheint nun endlich. Weißt Du, das Layout und die Master-CD waren halt schon im November fertig. Wir können es selbst kaum abwarten, das fertige Produkt bald in der Hand zu halten.
ASPHYX wollten nicht noch einmal das gleiche Album schreiben. Es hätte keinen Sinn ergeben, einfach das vorherige Album zu kopieren. Wir wollten ein bisschen mehr zurück den Wurzeln gehen, die man auf „Embrace The Death“ zu hören bekommt: Einige Songs mit tiefer gestimmten Gitarren und einer düsteren Atmosphäre. Der eigentliche Schreibprozess verlief fast genauso wie bei „Death... The Brutal Way“. Meistens habe ich die Riffs geschrieben, nahm sie dann zusammen mit einem Drumcomputer auf und schickte sie dann an die anderen Jungs. Nach einer Weile hatten wir genügend Ideen beisammen, die wir dann gemeinsam im Proberaum fertig arrangierten. Manchmal schreiben wir auch Teile von Liedern während des Soundchecks. Das ist der Grund, warum unsere Soundchecks immer so lange dauern, haha!


Wieso habt Ihr den Titel „Deathhammer“ ausgewählt? Ist das eine Anspielung auf das Hexenhammer-Buch [Malleus Maleficarum]? Bewertet Ihr somit die „wahren Anhänger“ des Death Metal sowie die „Ketzer“ in diesem „Regelwerk“? Findest Du, dass Euch das zusteht?

Damit liegst Du richtig. Zuerst einmal muss ich sagen, dass die meisten Bands echt cool sind und eine klasse Job abliefern. ASPHYX haben in der Vergangenheit aber auch mit einigen Bands gespielt, die eine echt miese Einstellung hatten, sich wie Rockstars aufführten und wie die Statuen und ohne jeglichen Ausdruck auf der Bühne standen. Für uns ist Musik eine Leidenschaft; wir spielen sie mit Herz und Seele. Wir möchten nicht auf ein Podest gestellt werden; wir sind haargenau gleich wie die Leute im Zuschauerraum. Wir schätzen uns glücklich, dass wir in der Lage sind, auf diese Art Energie mit dem Publikum teilen zu können.


Wie steht es mit den Hintergründen zum Artwork aus der Feder von Axel Hermann aus? Was magst Du daran besonders?

Das ist auf alle Fälle das beste Cover, das Axel bislang angefertigt hat. Es ist düster, detailliert, sehr kraftvoll und passt perfekt zur Musik. Im Herbst 2010 haben wir mit dem Schreiben von neuen Songs begonnen, und Martin kam ziemlich bald mit „Deathhammer“ als Albumtitel. Wir haben Axel kontaktiert und ihm unsere Ideen vermittelt, und er verstand augenscheinlich vollständig, in welche Richtung wir uns bewegen wollten. Als das Artwork fertig war, befanden wir uns immer noch im Schreibprozess. Es hat uns dann noch mehr Inspiration vermittelt, solch atmosphärische Stücke wie „Der Landser“, „Minefield“ und „As The Magma Mammoth Rises“ zu schreiben.




Ihr habt wieder mit Dan Swanö für den Mix zusammengearbeitet: War er die offensichtliche Wahl? Gab es Bedenken, sowohl mit ASPHYX als auch HAIL OF BULLETS auf ihn zurückzugreifen?

Wir haben Dan noch nie persönlich getroffen, aber ich tippe einfach mal, dass er goldene Ohren und ein goldenes Händchen hat, haha! Er ist in der Lage, jeder Band den Sound zu verpassen, der am besten passt. Dieser Typ ist enthusiastisch, freundlich, professionell, schnell und in der Lage, die Musik zu fühlen. Wir bekommen übrigens einen Preisnachlass auf Dans Produktionskosten, wenn wir das alle in einem Interview sagen, haha! Nee, ist nur Spaß!
Diesmal hat Bob Bagchus erneut seine Parts auf seinem eigenen Drumkit mit Harry Wijering, der schon seit den Anfängen der Band involviert ist, aufgenommen. Dieser Aufnahmeprozess fühlt sich einfach natürlich an und funktioniert daher auch am besten für die Band. Ich bat Dan darum, einen Mix anzufertigen, der sich zwischen dem natürlichen Klang von „The Rack“ und dem etwas digitaler klingenden Sound von „Last One On Earth“ befindet. Dan hat ganz einfach großartige Arbeit geleistet.


Da „Death... The Brutal Way“ ein ziemlich erfolgreiches Comeback-Album war, hast Du irgendwelchen Druck bezüglich des Nachfolgers verspürt? Oder hattest Du die ganze Zeit die Gewissheit, dass das Songmaterial für sich sprechen würde?

Ich selbst hatte in der Tat das Gefühl, dass ein gewisser Druck bestand. Manchmal war ich bei den Songs, den Riffs, den Arrangements und den Aufnahmen nicht ganz sicher... Eigentlich alles, was man bei sich selbst infrage stellen kann. Als ich den ersten Mix hörte, waren alle meine Zweifel sofort wie weggeblasen, und eine große Last fiel von meinen Schultern. Wir sind uns nun sicher, dass dieses Album eine der besten Scheiben ist, die ASPHYX je aufgenommen haben.


Was würdest Du zu den Fans sagen, die gerne mehr langsamere Stücke von Euch erwarten bzw. hören würden, da „Deathhammer“ insgesamt ein ziemlich rasantes Album geworden ist, auch wenn Ihr natürlich schon immer schnelle Songs hattet?

Dieses Album mag ein bisschen weniger Doom-lastig als „Death... The Brutal Way“ sein, aber das Ende von „Der Landser“ und „Minefield“ sind so doomig wie noch nie. Es gibt diesmal deutlich mehr Mid-Tempo-Parts, und die Songs selbst sind direkter und mit weniger abrupten Tempowechseln. Einige der Mid-Tempo-Riffs haben eine düstere und bedrohliche Atmosphäre, die dem Album wiederum ein doomiges Grundgefühl verpassen.
Einige der Lieder haben bereits eine ziemlich lange Spielzeit von sieben oder sogar acht Minuten. Wir hatten daher das Gefühl, dass wir schnellere Songs mit kürzerer Spielzeit benötigten, um für ein bisschen Ausgleich zu sorgen.




Was kannst Du uns genau zu den teils schon erwähnten „Minefield“, „We Doom You To Death“, „As The Magma Mammoth Rises“ und „Der Landser“ berichten? Letzteres war ja bereits in einer deutschen Fassung auf einer 7“-Single erschienen. Hast Du das Gefühl, dass manche Leute ein Problem mit den deutschen Texten und dem Weltkriegsthema haben könnten, auch wenn Ihr keineswegs glorifiziert?

Wir sind keine politische Band und glorifizieren einzig und allein den wahren Death Metal. Haha!
„Der Landser“ dreht sich um einen ganz normalen deutschen Mann, der Soldat werden muss. Anfangs ist er voller Stolz, aber im Verlauf des Songs wird er immer erschöpfter und fühlt sich von seinem Führer betrogen. Nach Hause zurückgekehrt, bricht der dann zusammen. Viele Soldaten fühlen sich daheim missverstanden, werden von Albträumen heimgesucht, werden drogenabhängig und sind einsam. Leider gibt es bezüglich dieses Themas irgendwie ein großes Tabu. Die deutschen Texte sind quasi das i-Tüpfelchen bei diesem Song. Viele Leute ziehen übrigens die deutsche Fassung vor.
In der Vergangenheit hatten ASPHYX einige Black-Metal-Einflüsse, auch wenn diese bislang kaum erkennbar waren. Als mir das Hauptriff für „As The Magma Mammoth Rises“ einfiel, war ich mir nicht sicher, ob man das für ASPHYX verwenden könnte, aber die anderen Jungs mochten es auf Anhieb.
Ein Teil von „We Doom You To Death“ wurde während eines Soundchecks in Barcelona geschrieben. Wir werden von Jam-Sessions in hoher Lautstärke mit dieser Bandbesetzung sehr inspiriert. Irgendwie spüren wir alle, wie sich Riffs entfalten und wie das nächste Riff klingen wird. Es ist schwer zu erklären, aber wenn wir zusammen auf der Bühne oder im Proberaum sind [ehrlich gesagt proben wir kaum], passiert einfach etwas Magisches.


Was wird auf der limitierten Fassung von „Deathhammer“ enthalten sein? Was habt Ihr Euch für die Fans ausgedacht?

Die Special Edition wird Songs beinhalten, die bislang nur auf 7“-Singles erschienen sind. Da diese so schnell ausverkauft waren, haben uns die Leute immer wieder nach diesen Songs gefragt. Wir haben uns also entschlossen, diese Stücke, und dazu gehört auch die deutsche Fassung von „Der Landser“, auf eine Bonus-CD zu packen. Da „Deathhammer“ ein „Buch“ ist, waren wir der Ansicht, dass es großartig wäre, die CDs in ein Mediabook zu integrieren.


Meines Wissens wird es ein spezielles Release-Konzert für „Deathhammer“ in Essen geben, wo Ihr auch Eure DVD gefilmt habt. Lag die Wahl somit nahe? Werdet Ihr wieder über zwei Stunden spielen – oder vielleicht sogar das komplette Album?

Die Konzerte in Essen waren der Hammer und ganz besonders. Wir wollten den Fans dort mit einem weiteren besonderen Konzert dort erneut danken. Wir haben noch nicht die Setlist zusammengestellt, aber wir denken darüber nach, es mindestens genauso besonders wie die vorherige Release-Party zu gestalten. Manchmal improvisieren wir auch und spielen Lieder, nach denen das Publikum fragt!




Hast Du den Eindruck, dass ASPHYX heutzutage noch mehr respektiert und geschätzt werden als in den 1990er-Jahren? Liegt das vielleicht daran, dass die Fans einfach genau das bekommen, was sie wollen, d.h. auch keine Experimente oder Technikgefrickel, sondern musikalisch direkt eins auf die Schnauze?

Bob und Martin haben einige schöne Erinnerungen an die guten alten Zeiten, aber ich finde, dass die Leute die Band heutzutage tatsächlich mehr respektieren. In den Neunzigern und danach waren die meisten Death-Metal-Bands damit beschäftigt, so viele Noten und Riffs innerhalb eines Songs zu spielen wie nur möglich. Vielleicht hören die Fans jetzt lieber wieder richtige Songs mit einer „Weniger ist mehr“-Einstellung.


Welche aktuellen Bands, die Old School Death Metal spielen, magst Du gerade besonders, sodass Du uns diese empfehlen könntest?

Ich mag die griechische Band NECROVOROUS sehr gern. Sie haben Groove sowie gute Riffs und klingen ziemlich krank. MISERY INDEX sind eine unglaubliche Live-Band. Sie sind sehr gut aufeinander eingespielt, spielen sehr intensiv und brutal, und die Bandmitglieder sind echt coole Leute, mit denen man gut abhängen kann.


Welche Tourpläne sind für ASPHYX momentan in Arbeit? Habt Ihr über eine komplette Tour nachgedacht oder ist das aus zeitlichen Gründen nicht machbar?

Da wir alle Vollzeitjobs haben und einige Bandmitglieder auch eine Familie haben, ist es fast unmöglich, eine mehrwöchige Tour zu fahren. Wir konzentrieren uns daher lieber auf Konzerte an den Wochenenden in Clubs und auf Festivals. Es stehen hier schon einige coole Auftritte an. Schaut einfach auf unserer Internet- oder Facebook-Seite vorbei, um auf dem Laufenden zu bleiben.


Was waren Deine drei Lieblingsalben des Jahres 2011?

NECROVOROUS – „Funeral For The Sane“
NECROS CHRISTOS – „Doom Of The Occult“
AC/DC – „Let There Be Rock, Live in Paris 1979“ [DVD Reissue]
Ich habe mir diese DVD immer und immer wieder angeschaut, als ich jung war. Das ist eine der besten Rock 'n' Roll-Shows, die ich jemals gesehen habe. Keine Pyro-Effekte, keine überfrachtete Lightshow, sondern einfach direkter Rock 'n' Roll, wie er sein soll.


Danke für das Interview und alles Gute!

Danke, Alex. ASPHYX wurden vor gut 25 Jahren ins Leben gerufen, sodass dies ein guter Grund ist, mit uns bei den nächsten Konzerten Party zu machen. Hoffentlich sehen wir uns da alle!

Fotos: Dario Dumancic





soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 02.02.2012 | 22:27 Uhr

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