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Band: Metalnews nach 'Peter Dolving' durchsuchen Peter Dolving
Interviewpartner: Peter Dolving

Seit Peter Dolving bereits zum zweiten Mal den Thrashern THE HAUNTED den Rücken kehrte, scheint kreativ kein Halten mehr zu sein. Neben einer eigenen Solo-Platte, werkelt der Schwede auch noch an Alben mit SCIENCE, ROSVO, O und einem ominösen Projekt namens HOUSE OF DOLVING. Da drängen sich natürlich gleich so viel Fragen auf, dass das 45-minütige Telefonat im Nachhinein fast zu kurz erscheint. Neben den üblichen Standardfloskeln, wurde nämlich ebenso darüber gesprochen, warum vier Tage im Schlamm und lauter Musik nicht immer zu 100% Metal sein müssen, was MANOWAR-Abziehbilder mit Protofaschismus zu tun haben können und wie man Crowd Funding betreiben und dabei Kapitalismus trotzdem für idiotisch halten kann. Vorhang auf für einen Dialog mit einem Musiker, dem das übliche Promo-Gequatsche einfach ein bisschen zu wenig ist.




Hey Peter, alles klar?! Was macht ein Herr Dolving an so einem Nachmittag, wenn er nicht gerade Kunst kreiert?

Was ich mache, wenn ich nicht arbeite? Arbeiten! [lacht]


Es ist gar nicht so einfach all die Projekte im Auge zu behalten, die du derzeit parallel betreibst. Fangen wir also mit dem aktuellsten an, deine Solo-LP „Thiefes And Liars“, die im Oktober rauskam. Stammt da wirklich alles außer den Drums von dir?

Yep. Diesmal sind nicht nur die Vocals von mir, ich habe auch alle Gitarren etc. in meinem Haus aufgenommen. Das ist das erste Mal, dass fast alles von mir ist und ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat. Es ist aber kein Metal-Album geworden und ich denke, dass man sich dessen bewusst sein sollte, wenn man es sich schlußendlich anhört. Es geht eher in die Richtung... [seufzt] Ich denke man könnte es als Alternative Rock bezeichnen. Es ist eher mit Leuten wie BRIAN ENO, DAVID BOWIE oder LOU REED verpackt in einem PORTISHEAD-Kostüm zu vergleichen... also sicherlich keine Musik im Standard-Format. Einfach nur Musik.


Für die Drums war ja Per Möller Jensen von [mittlerweile Ex-] THE HAUNTED verantwortlich. Du meintest aber mal in einer deiner Postings, dass er obdachlos ist und keinen Kontakt zu ihm hast...

Zum Glück mittlerweile nicht mehr. Zu der Zeit konnte ich ihn aber auch nicht erreichen, da er kein Telefon besaß.


Wovon man bis jetzt eigentlich noch am wenigsten deiner vielen Bands gehört hat, ist SCIENCE. Was kann man sich darunter vorstellen?

Hierbei handelt es sich um harten Rock, beeinflusst von Soul und Disco. Jeder, der NINE INCH NAILS, KYUSS oder QUEENS OF THE STONE AGE liebt, wird SCIENCE sicherlich auch mögen. Ich habe gerade eine Mail von einem Typen bekommen, der bereits mit NINE INCH NAILS gearbeitet hat und er war ebenfalls begeistert davon. Irgendwie könnte man es auch als groovy, funky Hard Rock bezeichnen, jedenfalls werde ich mir dort auch nicht die Lungenflügel rausbrüllen. Mit Geschrei glaube ich derzeit ziemlich fertig zu sein. Das ist eben eine ziemlich limitierte Art sich auszudrücken [lacht].


Bei deiner eher noisigeren Band, ROSVO, war Tue Madsen auch an der Produktion beteiligt. Ich war ziemlich überrascht, als ich das im nachhinein gelesen habe, denn das klingt so gar nicht nach seinen typischen Arbeiten...

Ja, er hat die EP gemastert. Die Leute sollten wissen, dass jemand wie Tue schon eine gewisse Handschrift hat, aber zugleich kann er noch viel mehr als das. Er ist wirklich ein Künstler auf diesem Gebiet. Er setzt sich mit so viel mehr Musik außeinander als bloß Metal oder Hardcore...


Darauf zielt meine eigentliche Frage ab. Tue Madsen produziert ja diese vielen, bekannten Metal-Bands [u.a. DARK TRANQUILLITY, SICK OF IT ALL, MNEMIC etc.] und der Sound klingt wirklich immer amtlich, aber zugleich auch immer sehr ähnlich.

Ja, aber das ist nun mal genau das, was diese ganzen Bands wollen!



Würde er auch gerne mehr andere Sachen machen?

Natürlich. Ich denke, jeder der mehr als 15 Jahre mit Musik arbeitet, findet auch andere Genres... hm... [überlegt]... das ist schwer zu erklären. Ich glaube nicht, dass Metalheads dumm sind. Wahrscheinlich hören diese Leute genauso viel andere Musik. Nur gibt es starke Tendenzen diese Idee des „truen Metalheads“ auszubeuten. Man stellt uns da einfach in eine Ecke und belegt uns mit einer bestimmten Identität. Mit all diesen Grundwerten. Aber ein Metalhead zu sein, bedeutet nicht ausschließlich Metal zu hören! Genauso wenig bedeutet „true sein“ nur MANOWAR oder CATTLE DECAPITATION zu hören. Es bedeutet in Wirklichkeit ehrlich zu sein, unverfälscht zu sein. Zu seinen Werten zu stehen und das vielleicht mit anderen zu teilen. Das bedeutet für mich Metal. Leider gibt es aber genügend Großmäuler, die viel zu viel Zeit zu haben und auch sehr leicht zu verwirren sind. Dadurch verlieren wir so viel an Qualität. Wir müssen nicht alles kaufen, was Metal Hammer oder Rock Hard auserwählen, lediglich weil sie es mit acht oder zehn Punkten auszeichnen, bloß weil sie von der jeweiligen Plattenfirma bezahlt werden. Denn am Ende stehen wir dann auf diesem rießigen Metalfestival, frieren uns den Arsch ab oder sind verschwitzt und besoffen, aber sollten uns eigentlich fragen: „Ist das richtig, richtig gut? Oder einfach nur laut?“ Ich denke, dass die Zeit langsam dafür reif ist, denn die Leute werden seit ein paar Jahren wirklich verarscht. Ein paar Labels, besonders in Deutschland, verkaufen nämlich keine Bands mehr, sondern einen Lifestyle. Sonst nichts. Bloß um Geld zu verdienen. Du und ich haben einen Lifestyle, aber das unserer, wir haben den gemacht, nicht die. Da wird uns eine viel zu vereinfachte Variante aufgetischt, wo man hingeht, Bier trinkt, Steak isst und sich für vier Tage die Seele aus dem Leib brüllt. Das ist nicht zwingend Metal. DEVIN TOWNSEND ist genauso Metal wie... keine Ahnung... JAG PANZER oder so. Es geht nicht so sehr um das Spektakel, sondern mehr um die Hingabe. Deswegen finde ich diese Vereinfachung von Metal irgendwie beängstigend, denn im Endeffekt wird hier Protfaschismus verkauft. Alle Metalheads, die ich kenne, sind viel schlauer und mitfühlender als dieses „MANOWAR-Abziehbild“, das uns verkauft wird. Das Ganze sollte man mehr zur Diskussion stellen.


Denkst du, dass gerade die Leute, denen eben diese Scheuklappen anhaften, mehr das Bedürfnis haben, andere im Internet zu kritisieren bzw. schlecht zu reden?

Ja, diese Menschen fühlen wohl eher das Bedürfniss zu kommentieren. Ihre vereinfache Version zu verteidigen. In Wahrheit müssen wir alle einfach mehr miteinander sprechen, Ideen austauschen. Ich denke jeder will die Welt ein kleines bisschen verändern. Man mag vielleicht keine Revolution anführen, aber jeder für sich, ein kleines bisschen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ist das zum greifen nahe, dank den vielen Möglichkeiten, die uns das Internet bietet.


Du hattest vor kurzem ein Found Raising Projekt für HOUSE OF DOLVING am laufen. Erzähl mal ein bisschen darüber. Was verbirgt sich hinter diesem Namen und was macht ihr mit dem Geld?

Das Geld wird mir helfen, dieses Projekt entsprechend in zu promoten. Dass Promoexemplare an die Presse gelangen, oder dass Leute wie du dann mit mir ein Interview führen. Es ist wirklich so mühsam. Ich mache das Ganze jetzt schon seit über 20 Jahren und ob man will oder nicht, ist man als Künstler zugleich auch immer eine Firma. Ob man will oder nicht. Ich rede für gewöhnlich sehr viel über Kapilatismus und warum er meiner Meinung nach nicht wirklich funktioniert, aber ich muss da bis zu einem gewissen Grad mitspielen. Jeder muss das. Viele denken, dass ist ein entweder oder. Wenn man dieses Konzept kritisiert, sollte man doch einfach verschwinden, ohne Kapitalismus leben. Aber es gibt kein Leben ohne Kapitalismus, die ganze Welt hat sich mehr oder weniger dafür entschieden. Viele halten es auch für eine Ideologie, aber das ist es nicht. Kapitalismus ist eine Denkweise. Eine grundlegende Sicht wie wir Leistungen austauschen, aber nicht die einzige Möglichkeit. Wenn wir uns die Welt anschauen, halten wir sie für frei. Das ist einer der Haupillusionen in der westlichen Welt, dass wir frei sind. Aber eigentlich sind wir nur frei in der Entscheidung, was wir kaufen und was nicht. Es ist nämlich kein freier Markt, sondern ein kontroliert. Damit meine ich jetzt nicht wie sehr der Staat das alles lenkt, sondern dass es eine sehr kleine Gruppe von Menschen gibt, die das alles besitzen. Die meisten Labels oder Plattenfirmen oder Booking Agenturen werden von wenigen bessesn. Ich spreche deswegen so viel darüber, weil ich viel Leid gesehen habe, dass durch dieses Konzept entsteht. Ich bin ein europäischer Künstler, komme aus Schweden, mache Musik die einem internationalen Standard gerecht wird, aber dennoch ist es für einen europäischen Künstler fast unmöglich den großen Durchbruch zu schaffen. Ganz wenigen gelingt es, aber wirklich nur ganz wenigen.


Was verstehst du unter dem „großen Durchbruch“? Von der Musik leben zu können?

Nein, nein, kulturell gesehen. So hohe Verkaufszahlen haben, dass man viele Menschen damit erreicht. Wir haben in unserer Kultur wirklich eine massive Anglifizierung und das geschieht nicht ausschließlich freiwillig, sondern auch durch das, was uns nunmal vorgesetzt wird. Wenn es angloamerikanisch ist, wird es einem zugleich auch glamouröser präsentiert, denn diejenigen, denen die größten Anteile an den Plattenfirmen gehören, kommen genau aus diesem Bereich. Das ist eine Tatsache. Es ist jetzt vielleicht nicht sonderlich Rock 'n' Roll sich über so etwas zu beschweren, aber ein Typ von New York macht nun mal nicht zwangsläufig bessere Musik als ein Typ aus Hamburg. Doch warum lässt sich amerikanische Musik so viel besser verkaufen? Weil der amerikanische „way of life“ etwas sehr vereinfachtes ist und einfache Dinge lassen sich besser vermarkten. Die europäische Kultur ist da ein bisschen komplexer. Ich glaube, dass das sehr wichtig ist und dass es sich lohnt dafür einzustehen und darüber reden. Jeder kann ein bisschen dafür sorgen, dass wir nicht durch all die omnipräsente Kommerzialisierung wieder in den 1920ern landen.


Welche Rolle spielt dabei HOUSE OF DOLVING, um auf meine ursprüngliche Frage zurückzukommen?

Anstatt mich in diese ganzen vorgefertigten Formate einzufügen, habe ich realisiert, dass ich kein Cartoon-Charakter bin. Ich muss niemandem etwas vormachen, muss mich in keine kleine Box zwängen, damit Leute die Kunst genießen können, die ich kreiere. Ich kann mich so vielschichtig austoben wie ich will, denn ich denke, dass nicht alle Leute komplette Idioten sind. Es gibt sie, die Menschen, die clever sind, ein Herz besitzen und Kunst genauso lieben, wie ich es tue. Ich muss mich also nicht mehr zurücknehmen, deswegen ist HOUSE OF DOLVING...


...dein Spielplatz?

Nein, es ist weniger ein Spielplatz, als wie mein Vehikel, mein Kampfschiff. Mein Ninjamobil! [lacht]


Jetzt haben wir ja bereits über ein paar deiner unzähligen Projekte gesprochen. Hast du da nicht Angst dich zu wiederholen? Dass zwar die Musiker um dich wechseln, du aber irgendwann immer das Gleiche ablieferst?

[lacht] Wenn es doch so wäre! … nein, da mache ich mir wirklich keine Sorgen! Ich hoffe eigentlich, dass ich mich mit 70 oder 80 mal beruhigt hab und mich nur mehr auf eine Sache konzentrieren werde.


Hm, da fällt mir ein, dass du vor geraumer Weile mal ein Projekt namens O zusammen mit Scott Reeder [ex-KYUSS] angekündigt hast.

JA! [wird euphorisch] Wir haben endlich mit dem Mix begonnen! Da freu ich mich wirklich drauf.


Kennst du Scott noch aus den Zeiten, als du mit deiner alten Band MARY BEATS JANE zusammen mit KYUSS auf Tour warst?

Ja, das war so im Jahre '94/'95. Er ist wirklich ein cooler Typ!


Habt ihr das gemeinsame Album schon länger im Kasten?

Den Großteil haben wir letztes Jahr aufgenommen, waren aber alle so beschäftigt, dass wir mit dem Mix erst jetzt begonnen haben. Wir werden bald einen kleiner Teaser rausbringen, aber ich wage noch keine Versprechungen zu machen wann.


Weil einem bei ein paar Bands parallel sicher schnell langweilig wird, hast du auch mittlerweile vier Bücher herausgebracht...

Yep, wobei eines davon in Schwedisch ist [„Sieg Heil Svensson“]. Ich werde das wohl mal übersetzen, aber dafür fehlt mir im Moment die Zeit. Deutsch kann ich zwar ganz gut verstehen, aber ich kann es leider nicht gut genug um eine Übersetzung vorzunehmen. Also eigentlich reicht es meistens gerade um deutsche Verträge zu verstehen! [lacht]


Darunter befindet sich sogar ein Kinderbuch! Wie kann man sich so etwas aus der Feder von Peter Dolving vorstellen?

Es ist sehr humoristisch... da gibt nicht wirklich komplizierte Geschichten, das Ganze ist relativ simpel, auch mit Illustrationen. Eher so anti-autoritärer Kram, aber witzig! Die Eltern werden also sicherlich auch beim Vorlesen gut unterhalten sein, während ihre Kinder was zum lachen haben.


Vielleicht wirst du ja mal so reich wie Joanne K. Rowling!

Oh mann, da hätte ich echt nichts dagegen! [lacht] Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass das nicht so schnell passieren wird. Aber das ist schon ok, alleine so etwas zu machen, legitimiert den Aufwand.


Zum Schluss noch eine Frage aus dem THE HAUNTED-Lager: [zum Zeitpunkt als das Interview geführt wurde, war noch nicht bekannt, dass Anders Björler und Per Möller Jensen ebenfalls die Band verlassen haben. Das hätte sicher auch die eine oder andere Frage aufgeworfen!] Du hast ein ziemlich langes Statement zu deinem Ausstieg verfasst, das kann man sicher so stehen lassen. Du meintest aber auch, dass Anders Björler sich wieder voll auf AT THE GATES fokussiert hatte und deshalb seine Dokumentation über die Melo-Deather viel positiver als die über THE HAUNTED ausgefallen ist. War das Tourleben von letzteren wirklich so verzerrt dargestellt? Zu pessimistisch? Auf mich wirkte das alles ziemlich authentisch...

Unglaublich pessimistisch! Es ist wie sich die deprimierenste Geschichte aller Zeiten anzuschauen! [lacht] Ich sage das jetzt nur wie ich es sehe... also jeder der Jungs ist wahnsinnig talentiert, aber wir hatten komplett verschieden Arten die Dinge zu sehen. Ich wünsche ihnen nur das beste, aber ich werde in Zukunft wohl nur mehr mit Leuten zusammenarbeiten die die Dinge eher wie ich angehen.


Aber wie gesagt, ich fand die Doku über euch sehr unterhaltsam und auch das Düstere daran schien mir komplett plausibel. So ist das wahrscheinlich, wenn man non-stop auf Tour ist.

Hm... das kann es sein. Ich spreche jetzt nicht mehr über die Björlers, aber man kann nun mal ein Glas immer halb voll oder halb leer sehen. Das ist jetzt kein Scherz, denn so kann man sein ganzes Leben betrachten! Frag dich einfach für was du in deinem Leben dankbar sein solltest, das ist meine Art die Dinge zu sehen und es gibt genug für das ich dankbar sein sollte. Ich fühle mich als sehr privilegierten Menschen: Ich bin glücklich, habe tolle Freunde, wurde mit Talent gesegnet, hatte tolle Erfahrungen und kann auch sehen, dass meine Arbeit andere Leute inspiriert. Ich bin ein sehr optimistischer und positiver Mensch. Natürlich rede ich auch viel über destruktive Dinge, aber das ist nicht pessimistisch, sondern kritisch. Klar, tue ich mir manchmal leid und heule rum wie ein Baby, aber sowas darf nicht dein ganzes Leben bestimmen. Das sind nur Momentaufnahmen. Ansonsten sollte man sich aber auf die Suche nach den Dingen begeben, die einem Freude bereiten. Das hat mir einige sehr schwere Zeiten beschert, [lacht] aber ich bin dankbar dafür, denn ich finde heute, dass es leichter ist, die guten Dinge zu betrachten. Ich finde, das ist sehr wichtig. Das wird einem dann auch in schweren Zeiten helfen wieder aufzustehen.

Schönes Schlußwort. Ich danke dir für deine Zeit!

Ammosarier

Autor: Amadeus Mader [Ammosarier] | 30.11.2012 | 20:29 Uhr

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