.: SUCHE
    Erweiterte Suche
CD Review: Grand Magus - The Hunt

Grand Magus
The Hunt


Heavy Metal
6 von 7 Punkten
:: CD-Tipp :: 
(Diese CD hat eine höhere Bewertung als 5.5 erhalten) "Led Zeppelin im Winter"
CD Review: Ewigheim - Bereue Nichts

Ewigheim
Bereue Nichts


Dark Metal, Gothic Rock
5 von 7 Punkten
"Was lange währt..."
CD Review: Coogans Bluff - Poncho Express

Coogans Bluff
Poncho Express


Indie, Rock
6 von 7 Punkten
:: CD-Tipp :: 
(Diese CD hat eine höhere Bewertung als 5.5 erhalten) "Born To Be Vinyl"
CD Review: Earthlimb - Origin

Earthlimb
Origin


Experimental, Progressive, Rock
5.5 von 7 Punkten
"Intelligent, ambitioniert, schön"
CD Review: Philm - Harmonic

Philm
Harmonic


Experimental, Progressive, Rock
5.5 von 7 Punkten
"Nestler, Tomaselli & Lombardo"
CD Review: Affector - Harmagedon

Affector
Harmagedon


Prog-Metal
4.5 von 7 Punkten
"Supergroup-Alarm"
CD Review: Oddland - The Treachery Of Senses

Oddland
The Treachery Of Senses


Power Metal, Prog-Metal
5 von 7 Punkten
"Frei von Durchhängern"
CD Review: Trioscapes - Separate Realities

Trioscapes
Separate Realities


Instrumental, Prog Rock
6 von 7 Punkten
:: CD-Tipp :: 
(Diese CD hat eine höhere Bewertung als 5.5 erhalten) "Nicht von dieser Welt"
CD Review: The Pirate Ship Quintet - Rope For No-Hopers

The Pirate Ship Quintet
Rope For No-Hopers


Experimental, Instrumental, Post Rock
5.5 von 7 Punkten
"Die Hoffnung stirbt zuletzt"
CD Review: Sabaton - Carolus Rex

Sabaton
Carolus Rex


Melodic Metal, Power Metal
6 von 7 Punkten
:: CD-Tipp :: 
(Diese CD hat eine höhere Bewertung als 5.5 erhalten) "Die Geschichte vom alten Schweden"
CD Review: King Fear - King Fear [ EP ]

King Fear
King Fear [ EP ]


Black Metal, Black/Death Metal
4.5 von 7 Punkten
"Schwarzmetall von der Waterkant"
CD Review: Havok - Point Of No Return [EP]

Havok
Point Of No Return [EP]


Thrash Metal
5 von 7 Punkten
"Für den Thrasher, der alles hat"
CD Review: Marduk - Serpent Sermon

Marduk
Serpent Sermon


Black Metal
5.5 von 7 Punkten
"Keine Panzer"
CD Review: The Murder Of My Sweet - Bye Bye Lullabye

The Murder Of My Sweet
Bye Bye Lullabye


Female Fronted, Gothic Rock, Pop
3.5 von 7 Punkten
"Zucker bei die Fische!"
CD Review: Kill Devil Hill - Kill Devil Hill+/- Review+/- Review

Kill Devil Hill
Kill Devil Hill


Doom Metal, Heavy Metal, Stoner Rock
5.5 von 7 Punkten bzw. 4 von 7 Punkten
"Vertonter Generationenvertrag / Solide bei kurzer Halbwertszeit"
CD Review: Engel - Blood Of Saints

Engel
Blood Of Saints


Melodic Death Metal, Modern Metal
5 von 7 Punkten
"Ein Hit nach dem Anderen"
METALNEWS - Login
.: LOGIN :.
Benutzername:
Passwort:
Bei jedem Besuch automatisch einloggen:
Das Login ist mit dem Forenlogin identisch. Aufgrund technischer Umstellungen, kann es sein,
dass Dein Passwort nicht mehr funktioniert. Wenn das der Fall sein sollte, benutze bitte diesen Link.

 .: NICHT EINGELOGGT
Share:
Band: Metalnews nach 'Phideaux' durchsuchen Phideaux
Interviewpartner: Phideaux Xavier

Platz da!
Spur frei, aber schnell!
Die Diplomaten fahren
Mit Blaulicht ins Bordell!



Hallo Phideaux! Zunächst einmal will ich Dir für Deine Zeit danken. Obwohl es durchaus selten vorkommt, dass wir ein Projekt Deiner Art größere Beachtung schenken, so wäre es gerade in Deinem Fall eine unglaubliche Schande, Deine Botschaft nicht schamlos mit jedem auch nur halbwegs interessierten Menschen zu teilen. Was bedeutet Dir Musik dieser Tage, welche Werte in ihr würdest Du mit dem Adjektiv “wichtig” bezeichnen wollen? Hat sich diesbezüglich ein Wandel innerhalb der letzten Jahre aufgetan? Und wie hat sich Deine Herangehensweise, Musik zu erschaffen, selbige über die Jahre hinweg geprägt?

Awww, danke für die netten Worte und die Gelegenheit, über unsere Musik sprechen zu können. Mein ganzes Leben lang atme und lebe ich schon Musik; es ist der helle Wahnsinn, seine eigene Alben zu kreieren. Ich brauchte recht lange, um mich “zusammen zu raufen” und die Eckpunkte meiner Projekte zu konkretisieren. Dies ist zu einem großen Teil meinem Freund Gabe Moffat, meinem Hauptproduzenten und Techniker als auch die vielen Session-Musiker, die so viel von sich in mein Projekt gesteckt haben und meine Musik um so viele interessante Facetten erweitern konnten, zu verdanken. Natürlich unterlaufen sich die musikalische Werte einem andauernden Wandel, wobei der Schwerpunkt sich von Jahr zu Jahr ändert. Jetzt, wo ich schon einige Gebiete abgrasen konnte, bin ich durchaus guten Willens, die Musik über mich herrschen zu lassen, anstatt sie aktiv zu formen. Auch wenn ich es seit jeher vorgezogen habe, mich vom Endprodukt überraschen zu lassen, bin ich nun bereit, diesbezüglich einige Ausnahmen zu machen.


Da Du ja nicht weniger als zehn Mitglieder um Dich geschart hast, die um weitere Session-Musiker pro Album ergänzt werden, wäre es interessant, zu erfahren, welche musikalischen Eigenschaften Deine Kompagnons mitbringen müssen, um bei PHIDEAUX mitzureden. Und wie bringen sich diese zusätzlichen Kräfte in den Songwriting-Prozess ein?

Am Anfang spielten nur ich sowie einige Freunde, deren Ideen ich mit in die Sessions einfließen ließ. Zu der Zeit bestand das Duo aus mir und “Bloody” Rich Hutchins, meinem Schlagzeuger, Freund und Kollege. Mit der Zeit wollten sich immer mehr Freunde in mein Projekt einbringen und ich konnte einfach nicht Nein sagen! Zum Glück bin ich mit einigen sehr talentierten Freunden aufgewachsen. Sieben dieser zehn erwähnten Mitglieder ließen ihre Kindheit in einer kleinen Stadt in der Nähe von New York City liegen.

Was Session-Musiker betrifft, so suchen wir immer jemanden aus der Gegend, der zum Beispiel die Oboe, das Cello oder irgendein obskures Instrument wie die Ätherwellengeige bedienen kann. Davon abgesehen sind es nahe Bekannte und Freunde, mit denen ich weiterhin Musik mache. Ich möchte da nicht allzu sehr ins Detail gehen, wer nun da konkret was beigesteuert hat, obwohl “Doomsday Afternoon” zum Beispiel ein regelrechtes “Crowdsource”-Projekt war.


Wann fühlst Du Dich am lebendigsten, wenn Du musizierst? Was musst Du unbedingt aus einem Deiner Nummern heraushören, damit diese auch auf einem Album aufscheinen? Wann “weißt” Du, wann ein Song fertig ist und darauf “wartet”, von den Massen aufgesogen zu werden?

Ich habe derzeit vier Alben am Start, zwei davon für mein Nebenprojekt MOGON und den nächsten PHIDEAUX-Langläufer namens “7½”. Danach werde ich mich mit “Infernal” befassen, das den dritten Teil der Trilogie darstellt, die mit “The Great Leap” und “Doomsday Afternoon” begann. Es ist also eine Frage der Zeit, wann also das Material nun “bereit” sein wird.

Was die notwendigen Elemente eines Tracks betrifft, so setzen wir uns da keine Grenzen. Da wir nicht zum Opfer der kommerziellen Ausschlachtung verkommen, müssen wir niemandem außer uns selbst gefallen. Wir müssen also nicht auf dem “progressiven” Pfad verweilen, eine “Hit” schreiben oder etwas, das nach “heavy” stinkt, an die Massen verfüttern. Einerseits befreit diese Einstellung ungemein, allerdings macht sie es auch ein wenig schwieriger, zufriedenstellende Ideen zu finden. Am Ende bin ich dann zu der Erkenntnis gekommen, dass diese Stücke nicht das Wesen von PHIDEAUX widerspiegeln, weswegen auch MOGON aus der Taufe gehoben wurden. Die Musik hat mehr Luft zum Atmen und weist einfachere Strukturen vor. Ich bin schon ganz heiß darauf, mit neuen Klängen arbeiten zu können.



Sind Dir in Deiner Karriere schon Stücke untergekommen, deren Endergebnis Dich in Sachen Qualität oder Bedeutung für Dich überrascht haben? Ich frage deswegen, weil ich ein paar Songwriter kenne, die die Peitsche nicht allzu beherzt schwingen, sobald erst einmal der Damm gebrochen ist. Wie sehr sind Deine Kollegen in diesen Prozess involviert?

Die Stücke werden normalerweise von mir angefertigt oder zumindest in groben Zügen umrissen. Danach proben wir die einzelnen Abschnitte entweder gemeinsam oder setzen sie im Studio zusammen – dies allerdings erst dann, wenn die Band-Mitglieder die Chance bekommen, die einzelnen Tracks in eine neue Richtung zu schieben oder eine überraschende Kehrtwende einbringen wollen. Denn dann wird es richtig aufregend. Ich habe ein Stück von “Mogon #1” namens “Scorchers”, das in einer Windeseile aufgenommen und abgemischt wurde. Unmittelbar danach musste ich ein PHIDEAUX-Mitglied vom Flughafen abholen, damit er an den Probe teilnehmen konnte. Als ich zurückkam, dokterten Johnny Unicorn und Gabe Moffat “ein wenig” an den Nummern herum. Sie spielte mir die Tracks vor und es stellte sich heraus, dass ihre Ideen die ursprüngliche Marschrichtung der Stücke komplett umgeworfen haben. Es war schrill, aber so dermaßen toll! Sie haben etwas erreicht, dass ich mir nie zu träumen gewagt hätte, aber es war spannend und überraschend zugleich, “meine” Musik in neuem Gewand hören zu können. Dies geschah recht oft bei den späteren Werken. Matthew Parmenter von DISCIPLINE erzeugte einen ähnlichen Effekt auf “Doomsday Afternoon”, als er seinen Teil zu diesem Album Beitrag. Ganze Arrangements wurden verändert und hoben so das Qualitätsniveau des gesamten Albums. Die mitwirkenden Kräfte nehmen meine Entwürfe und verwandeln diese in vollwertige Gemälde.


Zwanzig Jahre sind bisher seit der Veröffentlichung von "Friction" vergangen. Wie blickst auf dein Debüt zurück und inwieweit ist das Material auf dem Album für Dich noch relevant?

Nun, ich betrachte meinen Einstand mehr als eine Art “Demo”. Weil die Aufnahmequalität ziemlich kacke war, habe ich mich jahrelang für dieses Album geschämt. Vor kurzem hörte ich mir die Songs auf einem Flug an und mochte auf Anhieb 85 Prozent der Songs. Ich würde gerne einige Stücke wieder aufgreifen, entweder im Sinne von einer neuen Bearbeitung oder bloßen Neuaufnahme. Dieser Vorsatz steht auf meiner “To Do”-Liste. Komischerweise bedeutet mir “Friction” derzeit mehr als die jüngeren Platten von PHIDEAUX. Andererseits ist das neuere Zeugs wesentlich mehr “id” und “unterirdisch”, sodass die einfache gestrickte Natur von “Friction” gleich so viel erfrischender klingt.


Zwölf Jahre nach “Friction” kehrst Du endlich mit so großen Brocken wie "The Great Leap" oder "Chupacabras" zurück. Wie kommt es, dass Du so lange hast auf Dich warten lassen? Hat ein spezielles Ereignis Dein Interesse an der Musik wieder erweckt? Wie wusstest Du angesichts der Masse an neuen Stücken überhaupt, welcher zu welchem Album gehören soll beziehungsweise ob sich ein roter Faden die einzelnen Kapitel zieht.

Von Kindesbeinen an wollte ich Alben schreiben, war aber stets ein furchtbarer Toningenieur. Ich habe nicht das Zeug dazu, aufzunehmen oder abzumischen. Versuche, mein Ding alleine durchzuziehen, schlugen fehl. Nach den Arbeiten zu “Friction” war ich von dessen Misserfolg entmutigt. Drei Jahre später nahm ich meine Vision erneut ins Visier und arbeitete an den Tracks, die später auf “Ghost Story” landen sollten. Das war zwar eine sehr aufregende Zeit für mich, da aber dieses Album ebenfalls ziemlich scheiße klang, als ich es mixte, verwarf ich den Wunsch, etwas auf die Beine zu stellen, ein zweites Mal. Erst 2002, nachdem nachdem ich einige Wochen freiwillig in einem Heilsarmee-Zelt in der Nähe der Ruinen des World Trade Center gearbeitet habe, kam ich zu der Erkenntnis, dass ich einen Toningenieur anstellen sollte und nicht alle Aspekte einer Aufnahme auf eigene Faust angehen sollte. Aus diesem Gedanken heraus mietete ich ein Klavier und setzte mich daran, an neuer Musik zu arbeiten. Die meisten Stücke dieser Sessions landeten letzten Endes auf “Fiendish” und “Chupacabras”.

Als “Fiendish” dann in seine finale Form gegossen wurde, entschloss ich mich zum Re-Mix von “Ghost Story”. Von “Fiendish” habe ich ja in der Zwischenzeit extrem viel lernen können, um “Ghost Story” endlich zum Leben zu erwecken. Auch wenn hier und da ein paar Fehler heraushören kann, liebe ich es wie mein eigenes Kind. Der Sprung hin zu “The Great Leap” / “Doomsday Afternoon” beziehungsweise “Number Seven” / “Snowtorch” war also dementsprechend groß. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich Spaß mit dem Experimentieren mit den unterschiedlichsten Stilen sowie dem Ausforschen persönlicher Ecken und Kanten. Mir brennt es nicht unbedingt danach, eine haargenau definierte Vision umzusetzen, weswegen ich hier über größeren Spielraum verfüge.



Dein aktueller Wurst-vom-Teller-Zieher hört auf den Namen "Snowtorch" und hat sich als längst überfälliger Genuss in Zeiten von seelenlosen Anhäufungen von Vorhersehbarkeiten herausgestellt. Wie bist du das Konzept hinter diesem Album angegangen und inwiefern sticht es für Dich von Deinen früheren Taten hervor beziehungsweise führt deren Pfad fort? Welchen Fortschritt haben Du und Deine Mitstreiter im Gegensatz zum direkten Vorgänger "Number Seven" hingelegt?

“Number Seven” entstand nach unserem Zusammenschluss als Live-Band und konnten schon auf einige Erfahrungen als Zehner-Combo zurückblicken. Dieses Album ist auch deswegen so bemerkenswert, weil es von jedem einzelnen Mitglied etwas zu hören gibt, das von ihm beigesteuert wurde. Sie alle haben ihren Moment, was bei einer Gruppe von zehn Leuten durchaus als Erfolg gewertet werden kann!

Allerdings fiel “Snowtorch” recht mager für einige Mitglieder aus, was deren Präsenz in den einzelnen Stücken betrifft. Andererseits nahmen wir diese Platte so “live” wie noch keine andere vor hier auf. Natürlich mussten eine Menge Overdubs eingespielt werden, aber die Basis-Spuren wurden mit mehr Eifer als auf den vorherigen LPs angegangen, bei denen wir wiederum mit einem Gitarren/Schlagzeug- oder Klavier/Schlagzeug-Track anfingen. Ich wünschte, es gäbe mehr Vocals zu hören, aber das ist eben unser “Instrumentalwerk”, das sich auf die Dynamik zwischen mir und Valeries Gesängen konzentriert; das ist demnach eine Art Yin/Yang, Anima/Animus-Aspekt.


Vor allem bewundere ich die sehr klare Vorstellung dessen, was Du von Deiner Musik erwartest. Auf den Moment in “Snowtorch”, der konfus oder gar improvisiert klingt, wartet man vergebens. Gleichzeitig könnte man dem Material kaum noch größere Energie zuführen. Dir muss beim ersten Anhören des finalen Mixes die Kinnlade heruntergeklappt sein, oder? Was sind darüber hinaus Deine persönlichen Höhepunkte auf dieser Scheibe?

Ehrlich gesagt wünschte ich, dass ich in Staunen versetzt worden wäre, als ich das erste Mal den endgültigen Mix gehört habe, aber ich bin ein derartiger Detailfreak, dass ich selbst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe. Erst nach einigen Monaten kann ich mir die Alben anhören und die Arbeit unseres Produzenten und Genies Gabe wirklich schätzen. Bis dahin empfinde ich nichts weiter als Angst. “Snowtorch” kommt unserem Ideal derzeit am nächsten. Als ich mir das Album dann auf Vinyl anhörte, weinte ich vor Glück! Eine Vinyl-Ausgabe seiner eigenen Musik in Händen zu halten, die darüber hinaus so einen warmen, einladenden Klang hat, ist das Größte der Gefühle!

Ich habe einige Lieblingsmomente auf “Snowtorch”: Zunächst einmal die Tatsache, dass das Album quasi sofort mit Gesangspassagen beginnt und nicht mit langgezogenen Instrumental-Intros. Zum Zweiten muss ich immer wieder ein wenig grinsen, wenn die heftigsten Abschnitte hier aus Klavier, Bass und Schlagzeug bestehen. “It's a bit heavy metal piano!” [O-Ton, Anm.]. Der Fusion-Abschnitt in “Helix” ist ziemlich aufregend, weil es wesentlich dynamischere Formen annimmt als vieles, was wir in der Vergangenheit verzapft haben. Dieses Album entwickelte sich über einen Zeitraum von sechs Monaten und ging aus einem achtminütigen, sich stets erweiternden Stück hervor. Das Meiste kam aus dem Unterbewusstsein. Ich wollte keinem Part seine Bedeutung nehmen, da wir für jeden Einzelnen einen einzigartigen Twist suchten. Sehr selten begnügten wir uns mit der “Wiederhole A, B und die Bridge”-Lösung.


Wenn ich vor der Wahl stehen würde, mir einen Lieblingssong aussuchen zu müssen, so fiele meine Wahl auf den ersten Teil von "Snowtorch" , weil er in sich geschlossenes Meisterwerk ist. Erzähle uns doch mal die Entstehungsgeschichte dieses Juwels!

“Snowtorch (Part One)” nahm seinen Ursprung in einem Stück namens “Star Of Light”. Es war gut acht Minuten lang und fing mit der ersten, nun auch auf der finalen Version hörbaren Gesangsstelle und mündete gleich anschließend in den Teil mit der “tanzenden Flöte” sowie den “I bring to you the words”-Abschnitten. Ein kurzes Zwischenstück mit dem darauffolgenden Thema, das nun den zweiten Teil von “Snowtorch” antreibt, schloss diese Nummer ab. Letzten Endes erweiterten sich zusehends alle Abschnitte und nahmen neue Dimensionen an aus der heraus wir neue Variationen und Aspekte schreiben wollten, die sich während den Aufnahmen aufgetan haben. Manchmal rief ich die Band zurück ins Studio, um neue “Einschübe” aufzunehmen, die in zuvor schon abgeschlossene Arrangements gepackt wurden. “Snowtorch”stellte sich als ein wahres Kuddelmuddel-Puzzle heraus, dessen Teilchen sich dann doch irgendwie miteinander verzahnen und hoffentlich ein zufriedenstellendes Ergebnis hervorbrachten. Als die Texte Gestalt annahmen, gab es bestimmte Ideen, die ich unbedingt einbringen wollte und musste daher auf eine erweiterte Anzahl an Gesangsfarben zurückgreifen.

Was das Konzept betrifft, so begann alles mit einem zugefrorenen Planeten, der auftaut und so die Grundlage für Leben schafft. Deswegen heißt das Album auch “Snowtorch”, weil es eben die Sonne ist, die unsere Welt erwärmt und Leben hervorbringen lässt. Deswegen ist auf dem Cover auch eine Sonne mit einem “Planeten” zu sehen [den wir mit einem Elektronenmikroskop-Foto von einer Eizelle, die von Spermien befruchtet wird, ersetzt haben].



Wer zeichnete für das tolle Artwork des aktuellen Albums verantwortlich und inwieweit reflektiert es die Stimmung auf selbigem?

Molly Ruttan, die schon die Cover-Zeichnungen für die Vorgänger “The Great Leap” und “Doomsday Afternoon” übernahm, entwarf für uns auch dieses Artwork. Sie fertigte für “Snowtorch” eine Fotocollage von Bildern an, für die wir eine Lizenz erworben haben. Das war die erste Arbeit, die quasi nicht von Grund auf neu entstand, und unterscheidet sich von unseren anderen Entwürfen. Es ist sowohl mysteriös als auch elegant. Molly hat sich bislang in jede unserer visuellen Arbeiten eingebracht, entweder in Form einer Kunstschaffenden oder als Grafik-Koordinatorin.


Es ist interessant, die Reaktionen meiner Kollegen zu durchforsten, die euch nicht einer eindeutigen Kategorie zuordnen können und somit um ihre eigenen Worte herumtanzen. Bist Du bewusst, dass ihr zwischen allen Stühlen werkelst und es den Leuten schwer machst, Dich treffend zu beschreiben? Wie stehst du zum Konzept des Genres im Allgemeinen? Suchst Du aktiv nach anderen Bands nach diesem Schema oder machst Du Dir keinen Reim aus dieser Denkweise?

Ich lächle! Es ist durchaus nett, den Leuten da draußen ein Mysterium zu sein. Einige Reviewer schreiben nahezu immer dasselbe über jedes unsere Scheiben, während einige die Kritik aus Ihrer Perspektive schreiben, indem sie sich mit der Musik oder deren Botschaft zuidentifzieren versuchen. Wir sind keine protzende Band; unser Schaffen ist ein wenig “schlicht” gehalten. Ich weiß, dass wir den Glanz anderer Bands nicht haben. Ich bekomme dennoch Nachrichten von Leuten, die mit ihrer Zeit und ihrer Meinung sehr großzügig beziehungsweise liebevoll umgehen. Es ist das Größte, wenn sich Außenstehende meine Stücke anhören. Ich fühle mich geehrt. Aber andererseits taucht Musik häufig aus mir fremden Tiefen auf. Ich weiß nie, ob mir ein Song “zukommt” oder dieser einem mir unbekannten Teil meiner Persönlichkeit entspringt. Mir ist es schon sehr oft passiert, dass ich mich mit meiner Arbeit nicht identifizieren kann. In diesen Momenten glaube ich an die Existenz von Musen.

Was das Hören von Musik anderer Bands betrifft, so bewege ich mich im Kreis. Manchmal bin ich richtig süchtig danach, neue Musik von anderen Interpreten zu hören. Wenn ich mich allerdings daran setze, selbst neue Musik zu erschaffen, höre ich mir eben nur diese Sachen beziehungsweise etwas an, das ich wirklich sehr gut kenne, wie zum Beispiel irgendein klassisches Schätzchen aus meiner Jugendzeit.


Neben der Musik bist Du auch als Regisseur für diverse TV-Shows tätig. Findest Du einige Parallelen zwischen den einzelnen Jobs vor? Welche Elemente findest Du in beiden Gebieten vor, die Du im jeweils anderen prominenter vorhanden sein sollten?

Ich arbeite beim Fernsehen, um mir die Musik leisten zu können. Ich liebe es, mit Emotionen zu hantieren und der Job beim Fernsehen erlaubt es mir, die menschliche Gefühlslandschaft kreativ durch Geschichten auszumalen. Ich stelle hier eine Verbindung zu meiner Musik, die sich auch mit dieser Materie auseinandersetzt, fest, auch wenn diese durch bis ins letzte Detail durchdachte Verschwörungen und übernatürliche Motive betrachtet werden.


Wo und wann werden unsere Leser Dich in Aktion sehen können?

Dein Wort in des Hörers Ohr! Wir würden uns lieben, live zu spielen, aber dieses Unterfangen ist sehr kostspielig. Wir haben unsere eigentliche Abschiedsshow im Oktober gespielt. Es könnte sich aber genauso gut um eine bloß zwischenzeitige Verabschiedung handeln. Die einzigen Gigs, wo wir es uns leisten können, aufzutreten, sind bei Festivals zu finden, wo wir neue Fans finden können. Leider kommt an nur schwer an eine Slot heran. Wir wollen daher sicherstellen, dass wir an der Spitze unserer Leistung zusammenkommen, das dann aufnehmen und an die Fans weitergeben. Es war allerdings ein fantastischer Abschied!



Bevor wir zu einem Abschluss kommen, hätte ich noch gerne von Dir gewusst, wie du zu folgenden Stücken stehst:


THE BEATLES - While My Guitar Gently Weeps

Ich weine schon bei dem Gedanken an diesen Song. Auf den Punkt und mit so viel Hingabe gespielt, erreicht Mr. Harrison hier einen seiner absoluten Höhepunkte. Wenn man daran denkt, dass er nur Monate später an “Here Come The Sun” gearbeitet hat, was wiederum eines meiner Lieblingsstücke als Kind war... Er war ein bedeutender Einfluss auf mein Leben und meine musikalische Entwicklung.


PORCUPINE TREE - Piano Lessons

Lass mich zunächst eins klarstellen: Als ich gesehen habe, dass du hier einen Song von PROCUPINE TREE erwähnst, dachte ich mir zunächst, ich kenne ihn nicht. Es gibt eigentlich nur ein Album, das ich von dieser Band besitze [sowie einige weitere, die ich allerdings nur sehr selten gehört habe]. Ich war dann froh, dass es ein Song von der “Stupid Dream”-Platte ist! Was für ein Zufall und was für ein außergewöhnlicher Song. Mir ist zwar bewusst, dass sie sich von diesem Bombast und dieser klaren Herangehensweise entfernt haben; dennoch liebe ich dieses Stück. . Es erinnert mich ein wenig an MARRILLIONs “Radiation”-Werk, das meiner Meinung deren Höhepunkt darstellt, abgesehen von “Fugazi” natürlich.


THE DOORS - The End

Wahrhaftig, was für ein unheimlicher Song! Und wenn Nico ihn singt, klingt er gleich noch viel erschreckender. “The End” ist eines dieser epischen und simplen Nummern, die dein Innerstes treffen. Ich wünschte, ich könnte auch nur einen Song, der so einfach und abgeschlossen klingt. Eine weitere Band, die ich ähnlich kraftvoll wahrnehme, ist JOY DIVISION. Ich könnte mir den “letzten” Song von JOY DIVISION, der ja letzten Endes zum allerersten Stück für NEW ORDER mutierte – ich rede von “In A Lonely Place”. Mann, dieses Stück ist mindestens genauso intensiv wie “The End”.


Danke für Deine Zeit und alles Gute für PHIDEAUX! Wenn Du willst, kannst Du unseren Lesern noch nahelegen, wo sie am besten vorstellig werden, um Eure Meisterwerke erstehen zu können!

Eine Vielzahl an Vertrieben bietet unsere Alben an, unter anderem Just For Kicks in Deutschland. Wir verkaufen auch Platten auf Amazon.com und Cdbaby.com. Ich hoffe, uns checken die Leute an; wenn es ihnen gefällt, können sie sich ja ein Album zulegen. Wir bieten mehrere Songs zum kostenlosen Download auf unserer Homepage bloodfish.com in der Media-Abteilung an. Ganze Alben können auf Bandcamp.com gestreamt werden. Am besten sucht ihr da nach “Phideaux”.

Danke für Dein Interesse! Ich hoffe, wir können demnächst mit neuem Material vorbeischauen!

Micha

Autor: Michael Bambas [Micha] | 28.01.2012 | 23:26 Uhr
Weiteres zu Phideaux bei Metalnews
CD-Reviews
25.01.12Phideaux
Snowtorch

6 von 7 Punkten
Kommentar abgeben
Du musst Dich Einloggen oder Registrieren, um einen Kommentar abzugeben.
HOME |  FORUM |  IMPRESSUM |  RSS |  FACEBOOK |  TWITTER |  DISCLAIMER
@Metalnews_de folgen

METALNEWS.DE - Metal-Magazin