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Interviewpartner: Piet Sielck

Sowohl als Musiker als auch als Produzent ist Piet Sielck aus der deutschen - vor allem der Hamburger - Metal-Szene nicht mehr wegzudenken, arbeitete der Mann doch jüngst mit hanseatischen Formationen wie STORMWARRIOR und PARAGON zusammen. Dennoch war es in den vergangenen vier Jahren um ihn und seine Band IRON SAVIOR reichlich still – zwar erschien 2009 nach längerem Hin und Her mit „Of Doom And Death“ das zweite SAVAGE CIRCUS-Album, als aber auch noch Sielcks Label Dockyard pleite ging und der Internet-Auftritt seiner Hauptband schlichtweg brach lag, mochte man das Schlimmste befürchten. Da wir das Glück hatten, den Mann zum Interview zu erreichen, verriet er uns, dass die Furcht vor dem jähen Ende seiner musikalischen Karriere zwar nicht ganz unbegründet war, bis auf Weiteres aber doch zumindest vollkommen unnötig ist, denn nun sind IRON SAVIOR mit einem neuen Album in Form von „The Landing“ zurück.






Hallo Piet und vielen Dank für Deine Zeit! Um IRON SAVIOR war es ja nun lange Zeit sehr still – was hat sich seit der Veröffentlichung Eures letzten Albums „Megatropolis“ bei Euch getan?

Nun, in erster Linie hat sich bei mir etwas getan. Ich muss allerdings ein bisschen weiter ausholen, um zu erklären, wie die vier Jahre Pause zustande gekommen sind: Einerseits habe ich etwa ein Jahr gebraucht, um die SAVAGE CIRCUS-Scheibe vorzubereiten, die 2009 erschienen ist – das ist ja damals noch bei meinem Label Dockyard geschehen. Da kommt aber auch schon der nächste Punkt, der die kommenden zwei Jahre dieser vierjährigen Unterbrechung ausmacht, denn 2009 haben mich nacheinander beide Gesellschafter dieser Firma mit einem riesigen Berg Schulden sitzen gelassen. Das durfte ich dann die nächsten zwei Jahre erstmal alleine beackern, weil sich die beiden Herren einfach aus dem Staub gemacht haben. Das hat mich eine Menge Geld und Nerven gekostet und natürlich war das dann auch keine Zeit, in der man lustig ins Studio geht und dort dann tolle Heavy Metal-Songs schreibt. Die Lust zum schreiben war aber auch einfach auf null oder noch tiefer gesunken und zu einigen Zeitpunkten hatte ich offen gestanden ernsthaft darüber nachgedacht, es einfach ganz hinzuschmeißen. Letztendlich ist es mir dann aber doch gelungen, diese ganze Situation zu einem einigermaßen guten Ende zu bringen, ich habe Ende 2010 den gesamten Dockyard-Katalog an AFM abgeben können und von dem Geld, das dabei heraussprang habe ich die meisten Schulden bezahlen können – so habe ich endlich ein Licht am Ende des Tunnels sehen können und dann ging es mir natürlich auch gleich ein bisschen besser [lacht]. Nachdem AFM dann den Katalog übernommen hatten, haben sie ein paar Tage später angerufen, um mir zu sagen, dass sie auch gerne mit mir als Künstler weiterarbeiten würden. Da ich mich inzwischen wieder um einiges besser fühlte und mich auch zuvor bereits mal wieder ins Studio gewagt hatte, um immerhin einen halben Song zu schreiben, gab mir der Anruf von AFM natürlich zusätzlichen Rückenwind. Anfang diesen Jahres habe ich dann den ersten Song geschrieben, nämlich „Heavy Metal Never Dies“ – da wird man eins und eins wohl recht leicht zusammenzählen können [lacht].


Konntest Du dann die alte Mannschaft wieder zusammentrommeln oder hat es seit Eurem letzten Album Umbesetzungen gegeben?

Eine Umbesetzung hat es tatsächlich gegeben: Yenz Leonhardt, der ja lange Jahre bei uns Bass gespielt hat, hat die Band verlassen. Er hat ja auch immer eine ganze Menge Projekte am Laufen und ist auch produktionstechnisch unterwegs und ja obendrein auch bei STORMWARRIROR seit einiger Zeit sehr stark eingebunden, also wurde ihm das etwas zu viel. Natürlich waren wir da erst ein bisschen traurig drüber, aber man kann das ja auch verstehen und inzwischen ist unser guter alter Bekannter Jan Eckert – eigentlich auch ein IRON SAVIOR-Urgestein – wieder am Bass. Da MASTERPLAN in den letzten zwei, drei Jahren live ungefähr genauso viel gemacht haben wie wir dachten wir uns, dass Jan ja eigentlich Zeit haben könnte [lacht]. War auch so und wir haben uns natürlich alle riesig über seine Rückkehr gefreut und auch festgestellt, wie sehr man sich doch vermisst, auch wenn man natürlich weiterhin befreundet war. Aber es ist natürlich so, dass ein verbindendes Element, über das man sich dann zwangsläufig regelmäßig sieht, etwas Tolles ist – wären wir Frauen, dann hätten wir geweint [lacht].


Wie lief denn das Songwriting für die neue Platte ab, nachdem Du alles wieder auf Kurs gebracht hattest?

Es hatte sich bei mir einfach ein Knoten gelöst. Es sieht mir eigentlich gar nicht ähnlich, zwei Jahre lang überhaupt nichts zu machen und so hatte sich in dieser Zeit wohl einiges aufgestaut. Da ich ja wie eingangs erwähnt eigentlich schon fast mit dem Thema IRON SAVIOR abgeschlossen hatte, wurde mein Songwriting diesmal noch zusätzlich dadurch beflügelt, dass ich vollkommen unbeschwert an die Sache rangegangen bin. Ich stand also unter keinerlei Erfolgsdruck und hatte auch nicht das Gefühl, dass ich unbedingt in eine bestimmte Richtung gehen müsste, also habe ich einfach nur das gemacht, was ich gut fand.


Findest Du, dass sich diese Zwanglosigkeit stark auf den Stil von „The Landing“ ausgewirkt hat?

Auf das Songwriting hat sich dieses Gefühl natürlich ausgewirkt, denn ich kann von „The Landing“ sagen, dass es ein Album ist, das in erster Linie aus dem Bauch kommt. Das sind alles ganz ehrliche Songs, die genauso klingen, wie ich sie gefühlt habe – die Betonung muss hierbei auf „gefühlt“ liegen, weil ich den Kopf diesmal soz. nicht weiter eingeschaltet habe. Es gibt deswegen auf diesem Album auch ein paar Dinge, die man sonst vielleicht vermeiden würde, weil der Kopf einem sagt, dass man das nicht machen sollte – so z.B. den ersten Titel „Heavy Metal Never Dies“ zu nennen: Wenn man da mal drüber nachdenkt wird einem schnell klar, dass man mit allerhand „Klischee!“- und „cheesy!“-Rufen zu rechnen hat, wenn man so was macht. Ich habe das aber einfach gemacht, weil ich wie gesagt keinerlei Druck verspürt habe und für mich war das einfach der Titel und es ist mir schon klar, dass der kitschig ist. Hätte ich mich in einer ausgeglicheneren oder zumindest einer anderen Phase befunden, hätte ich diese Dinge vermutlich anders gehandhabt. Ich bin aber auch total froh, dass ich das so gemacht habe – ich habe jetzt nur ein Beispiel herausgegriffen, aber es gibt auf dem Album viele Momente, in denen ich die Musik einfach habe fließen lassen, ohne großartig darüber nachdenken zu müssen.


Würdest Du sagen, dass Heavy Metal eine Musikrichtung ist, die ohne Klischees gar nicht auskommen würde?

Da stimme ich voll und ganz zu. Ich bin auch niemand, der Klischees normalerweise vollkommen vermeidet und ich liebe diese Klischees ja auch, aber es ist immer die Frage, ob man es nun besonders dick aufträgt oder eben nicht. Gerade die traditionelle Spielart, die IRON SAVIOR ausmacht, hat natürlich viele Klischees und braucht sie auch, was aber natürlich auch jeder in der Band weiß. Wir finden das aber auch geil, sonst würden wir es ja nicht machen [lacht].






Die Texte von IRON SAVIOR haben schon immer viele Science Fiction-Motive enthalten – warum ist der Weltraum besonders metal?

Ich weiß nicht, der ist vielleicht gar nicht explizit metal. Ich stehe halt auf Science Fiction und wenn es bei „Star Wars“ mal ordentlich knallt, dann finde ich das einfach gut. Eine schöne Raumschlacht mit ordentlichen Spezialeffekten ist schon was Tolles und da finde ich, dass Metal als Untermalung nicht unpassend ist. Dabei muss man allerdings sehen, dass „The Landing“ zwar ein Science Fiction-Cover hat und es steht auch IRON SAVIOR drauf und da ist auch dieses IRON SAVIOR-Raumschiff zu sehen, allerdings handeln nur zwei Titel von der IRON SAVIOR-Story. Der Rest der Songs ist eigentlich eher weniger Science Fiction-lastig.


Wovon handeln die Songtexte denn diesmal?

Wenn man nur die ersten beiden Titel betrachtet, kann man auch hier Parallelen zu meiner Schaffenskrise, von der ich eingangs berichtet habe, ziehen: Gerade im Opener „The Savior“ sinniert der Savior eben darüber, wer er denn sein könnte und im Laufe des Songs findet er sich dann – einfach ausgedrückt habe ich mich in einer ähnlichen Situation befunden, weil ich meinen Weg auch erst wieder finden musste, um ihn dann gehen zu können. „Hall Of The Heroes“ ist meiner Meinung nach auch ein Titel, den man hervorheben sollte, weil das eine Fantasy-Story aller „Herr der Ringe“ ist. Ich stehe aber auch total auf die Bücher und finde, dass auch die Verfilmung einfach supertoll geworden ist. Bei diesem Song fand ich das dann einfach passend, weil ich sofort Helden und Orks vor mir gesehen habe [lacht].


Du bist seit jeher Teil der Hamburger Metal-Szene, die ja einst die Wiege des deutschen Power Metal war. Würdest Du als Produzent und Musiker sagen, dass das auch heute noch so ist?

Ich würde nicht sagen, dass sich das ernsthaft geändert hätte. Es gibt nach wie vor mehr Power Metal-Bands als andere, was ja auch klar ist, da Bands wie HELLOWEEN und GAMMA RAY nach wie vor ihre Basis hier haben. Und dann gibt es ja noch etliche Bands, die bereit wären, deren Nachfolge anzutreten, darunter PARAGON und STORMWARRIOR – die Liste ließe sich jetzt fast endlos fortsetzen. Das sind schon wirklich viele Bands und dieser Hamburger Sound hat sich hier einfach festgesetzt.


Und wie geht es SAVAGE CIRCUS?

Ich würde sagen, SAVAGE CIRCUS geht es so lala. Im Moment habe ich da einfach keine Zeit zu, weil ich mich in der letzten Zeit voll und ganz auf IRON SAVIOR konzentriert habe und das muss jetzt erstmal über die Bühne gebracht werden – wir wollen uns ja jetzt auch wieder zunehmend um die Live-Geschichte bemühen. Aufgrund der langen Pause fällt da jetzt eine ganze Menge Arbeit an, weil da eine gewisse Umstrukturierung und Neuorientierung erfolgen muss. SAVAGE CIRCUS liegen daher zurzeit auf Eis. Ich hätte schon Lust, noch ein drittes Album zu machen, ob es dazu aber tatsächlich kommt, wird sich erst noch zeigen. Im Moment würde ich sagen “jein.“ Ich könnte es mir vorstellen, aber es muss auch nicht unbedingt sein. Das erste Album war ja sehr erfolgreich, aber mit SAVAGE CIRCUS ist das ein oder andere nicht so optimal gelaufen und darum müsste man jetzt schon wirklich eine gute Idee haben, damit ich mir vorstellen könnte, da noch mal was zu machen. Ich hätte keine Lust, einfach nur das weiterzuverwalten, was jetzt da ist.


Wie steht es denn im Moment um Eure Tourpläne?

Wirklich spruchreif ist leider noch nichts, aber wir bemühen uns jetzt natürlich sehr darum – auf dem neuen Album befinden sich ja auch richtig viele Songs, die förmlich danach schreien, live gespielt zu werden. Wir wollen auf alle Fälle im nächsten Sommer auf möglichst vielen Festivals präsent sein und zwar nicht nur explizit auf den großen Events, sondern auch auf kleineren Veranstaltungen. Wir haben das damals mit SAVAGE CIRCUS ein paar Mal gemacht und ich finde, dass auch die kleineren Festivals sehr viel Spaß machen. Das ist dann immer ein bisschen direkter und auch gemütlicher, weil man nicht so sehr in der Masse untergeht. Auf der anderen Seite erreicht man natürlich nicht so viele Leute auf einmal, wie es auf den großen Festivals der Fall wäre, aber das muss ja auch nicht immer sein. Bei dem Status, den wir nach dieser vierjährigen Pause innehaben, ist das denke ich auch eine ganz gute Strategie. Ansonsten sind wir derzeit auch auf der Suche nach einem guten Support-Slot, denn selber zu headlinen halte ich für etwas zu waghalsig. Sollte sich das Album entgegen unserer Erwartungen natürlich übermäßig gut verkaufen, könnte man das noch mal überdenken, aber so wie ich das sehe wird es zwar erfolgreicher werden als „Megatropolis“ – ich denke auch, dass es besser ist – jedoch kein Chartbreaker werden.


Damit sind wir schon am Ende – möchtest Du gerne noch etwas hinzufügen?

Ja, ich möchte gerne die Gelegenheit nutzen und mich noch mal explizit bei den Fans bedanken – das sage ich jetzt auch nicht einfach so daher, weil man das eben am Ende eines Interviews sagen muss, sondern es ist tatsächlich so, dass in dieser etwas rauen Zeit immer mal wieder ein paar neue Einträge im Gästebuch unserer Website aufgetaucht sind und das hat mir wirklich Kraft gegeben. Ich weiß nicht, ob es dieses Album ohne diesen Zuspruch überhaupt gegeben hätte, denn das hat mich wirklich aufgebaut und dafür möchte ich mich bedanken.


Vielen Dank!

Metalviech

Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 30.11.2011 | 10:36 Uhr

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