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Interviewpartner: Rajk Barthel






Keine Frau hat wohl jemals die Gemeinde so sehr gespalten, wie das aktuelle Werk „Gloria“ der Leipziger Formation DISILLUSION. Nicht das die ihre Musik jemals leicht verdaulich gewesen wäre aber im Gegensatz zum Übervorgänger „Back To Times Of Splendor“ wurde die progressive und zugleich [bewusst] provozierende Andersartigkeit in nie geahnte Bahnen gelenkt. DISILLUSION wollen mit „Gloria“ schocken… oder etwa doch nicht? Was macht die Band, das Album und deren einzigartiger Sound denn nun genau aus? Metalnews sprach mit Gitarrist Rajk Barthel über die Vergangenheit, das Jetzt und die Zukunft der wohl kontroversteten deutschen [Metal?]-Band.



Grüß Dich Rajk. Von wo rufst Du mich denn gerade an?

Aus Leipzip.


Von zu Hause?

Nee, wir sind gerade im Studio.


Ihr seid wieder im Studio? Nehmt ihr schon wieder etwas Neues auf?

Nein, nein. Unser Studio ist auch gleichzeitig unser Proberaum. Unser Bandbüro ist da auch und ich bin gerade noch am arbeiten.


Arbeitet ihr an neuen Songideen?

Wir befinden uns ja immer noch in der Promo-Phase und müssen noch E-Mails checken, Interviews geben und dergleichen.


Wie darf man sich bei euch die Promo-Arbeiten im Allgemeinen vorstellen? Wie schaut es aus mit ausländischen Magazinen? Werdet ihr von denen wahrgenommen?

Es läuft alles momentan ziemlich gut. Wir kriegen täglich unser Update. Man hat täglich zwischen drei und fünf Interviews, die wir abarbeiten müssen. Gut, gerade ist es natürlich nicht mehr so viel. Wir sind also quasi gerade über den Berg, was die anstrengende Promo-Sache betrifft.


Ist das andauernde Interview-Geben stressig, also betrachtet ihr das nur als ein Teil eurer Arbeit oder macht es wenigstens ein bisschen Spaß?

Es ist absolut stressig, weil es einfach kein Ende mehr nehmen wollte. Nach einer Albumproduktion ist man ja eigentlich schon tierisch fertig und ausgelaugt, man muss sich natürlich noch auf die anstehenden Live-Gigs vorbereiten, zwischendurch kommen dann noch die Interview-Geschichten aber im Endeffekt gehört es nun mal dazu und ich mache es natürlich gerne.


Weil Du die Live-Dates ansprichst: ein Kumpel von mir war bei eurem Gig in Ingolstadt im letzten Jahr und er hat gemeint, dass vielleicht gerade mal 50 bis 60 Leute vor Ort waren. War das bei euren Wochenendshows normal, dass nur so wenige Leute zu euch gekommen sind oder war das eine große Ausnahme?

Hm, also in Ingolstadt waren ca. 70 zahlende und noch ein mehr als 20 geladene Gäste bei unserem Auftritt dabei. Da hat Dein Kumpel sich wohl etwas verrechnet, haha. [oder er hatte mal wieder einen ordentlich im Tee – Anmd. D. Verf. ]


Kommen wir zurück zum Album: ab welchen Zeitpunkt wusstet ihr, dass „Gloria“ fertig ist und einfach einer Verbesserung eurerseits bedarf?

Hm, lass mich mal kurz überlegen. Da muss ich wohl etwas weiter ausholen. Im Prinzip haben wir angefangen die Songs zu schreiben… nein, warte. Es ging anfangs relativ flott von der Hand. Wir haben damals eine ganze Menge Ideen auf unseren Festplatten angesammelt und als es dann ums ausführen der Fragmente ging, stellten sich schon die ersten Probleme ein. Sagen wir mal so: wir haben mit „Gloria“ mit weiteren Leuten zusammengearbeitet, die eigentlich zum filmen da waren aber sie hatten von Anfang an auch einen gewissen Einfluss auf die Musik, damit die Videos zu den Songs stimmiger werden konnten. Sie haben sich also auch in den Songschreibeprozess großartig mit eingebracht. Das war der Grund, warum wir am Anfang so viele Ideen hatten, da jeder sich irgendwie integrierte und mitarbeiten wollte. Das eigentliche Problem war, dass die ersten zwei Monate alles prima lief und danach verzögerte sich die Fertigstellung immer weiter nach Hinten und als es darum ging, in welche Richtung wir gehen wollten, gab es leider ein paar Probleme. Es hat bestimmt 16 bis 18 Monate gedauert, also eine ziemlich komische und lange Phase, bis wir alles auf die Reihe bekommen haben. Wir hatten also einen richtigen Leerlauf in dieser Zeit und es lag auch daran, dass wir eben mit zwei fremden Leuten zusammengearbeitet haben, weil es dann doch zu viele unterschiedliche, Vorstellungen und Wünsche gab. Es war also ziemlich schwierig die Schnittmenge der Ideen zu finden, die alle geil fanden. Es ging im Grunde genommen darum, das Grundgefühl der einzelnen Songs schön aufzufangen, welches von uns allen genehmigt werden musste. Weil man muss die Ideen dann ja auch in den Aufnahmen umsetzen können. Der Songschreibeprozess hat ziemlich lange gedauert, also über ein Jahr insgesamt und das Aufnehmen und Produzieren hat dann nur noch einen Monat gedauert. Das Aufnehmen aller Spuren, das Mischen und das Mastern inklusive.


Wie viele Tage haben denn die Aufnahmen zu euren Filmtrailern, bzw. zu den Videos in Anspruch genommen, die man sich auf eurer Homepage anschauen kann? Sprich, von der Idee bis zur Ausführung? Ging die Visualisierung von Anfang an Hand in Hand mit eurer Musik oder welches Konzept stand als erstes da?

Es war tatsächlich ein Hand in Hand gehen, zumindest was den Song „Don’t Go Any Further“ betrifft. Der wurde ziemlich schnell als Videosong erkoren und im Prinzip hat die Konzeption für das Video an sich und die Dreharbeiten, sowie das experimentieren hat genauso lange gedauert, wie das Songwriting gedauert hat. Es war auf jeden Fall ein paralleler Prozess beider Medien.


Würde es Dich oder die Band reizen einen Soundtrack für einen abendfüllenden Spielfilm zu komponieren?

Ich denke mal, auf jeden Fall, haha. Letztendlich waren ja alle unsere Musikdinger, die wir gemacht haben, in einem Soundtrackcharakter verwickelt. Wir hatten bei unseren Alben bis jetzt immer den Eindruck, dass wir uns auf Filmmusik-Wegen begeben haben.


Welches Genre wäre Deiner Meinung nach gerade prädestiniert dazu, von euch vertont zu werden?

Hm, das hängt wohl wirklich von dem Film an sich und dem Drehbuch ab. Ich möchte mich da nicht auf ein Genre festlegen. Wenn man Deine Frage weiterspinnt, waren ja „Back To Times Of Splendor“ und „Gloria“ zwei völlig unterschiedlich Soundtracks für zwei völlig unterschiedliche Filme. Es ist also für mich sehr schwer, mich für ein bestimmtes Genre zu entscheiden. Es muss halt ein cooler Film sein, haha.


Ihr seid ja für Wacken bestätigt. Werdet ihr da versuchen etwas Spezielles auf die Beine zu stellen, also eine Liveshow im Stile von TOOL oder NEUROSIS, die ja gerne mit Videoleinwänden und dergleichen arbeiten? Oder scheitert letztendlich alles am Geld?

Es wird natürlich immer am Geld liegen, da uns für den Auftritt kein allzu großes Budget zur Verfügung steht. Außerdem glaube ich auch, dass wir auch die technischen Möglichkeiten noch gar nicht umsetzen könnten. Wir werden ja in Wacken sicherlich ziemlich am Anfang des Tages spielen.


Na ja gut aber kleinere Band können auch mit nicht so vielen Mitteln etwas auf die Beine stellen. So ist es nun auch nicht.

Gut, um ehrlich zu sein haben wir uns auch noch nicht so viele Gedanken um den Auftritt gemacht aber ich glaube auch nicht, dass wir etwas in der Richtung vorhaben werden. Es wird nun mal ein Tagesauftritt werden und da wirken Lichtshows und Videoleinwände leider nicht sehr optimal.


Besteht sonst die Idee, bei einem möglichen Bandjubiläum eine dicke Show auf die Beine zu stellen? Eben durch den angesprochenen Soundtrackcharakter kann ich mir schon ein paar abgefahrene Projektionen auf der Bühne sehr gut vorstellen.

Es ist noch nichts Konkretes dazu in Planung aber ich glaube auch, dass wir es noch nicht zu „Gloria“ machen werden. Wir konzentrieren uns da lieber auf das nächste Album und überlegen dann, ob wir so etwas zu der Zeit ausprobieren werden.


Wie viel Abstand von „Gloria“ braucht ihr, um überhaupt an neues Material denken zu können?

Wir brauchen auf jeden Fall sehr viel Abstand. Im Prinzip brauchen wir so ca. zwei Monate Besinnung, wo wir einfach mal gar nichts machen. Jedenfalls war das bei unserer ersten Scheibe so. Aber um überhaupt von dem ganzen Bandzirkus abschalten zu können, brauchen wir gerade etwas mehr Zeit. Dennoch kommen die ersten Ideen immer ganz automatisch, die zur nächsten Scheibe etwas beitragen. Wie lange es dann bis zur Realisierung dauert, kann man natürlich noch nicht sagen. Im Regelfall ist es aber immer so, dass man ein bis zwei Monate Ruhe braucht, um sich zu regenerieren.


Frag mich bitte jetzt nicht, wie ich auf diese Frage komme aber stimmt das weit verbreitete Gerücht, dass zu DDR-Zeiten der Schokoladenweihnachtsmann „Jahresendmannschokoladenhohlkörper“ genannt wurde?

Jahresendmann… Äh, hä? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Es ist glaube ich einer von diesen Witzen, die irgendwann hoch gekommen sind. Aber ganz so absurd finde ich die Idee nun auch wieder nicht. Es ist auf jeden Fall vorstellbar. Aber um Dich zu beruhigen, wir haben damals auch ganz normal Schokoladenweihnachtsmann gesagt.


Macht ihr eigentlich Musik für intelligente Menschen oder wird man durch eure Musik vielleicht zum Nachdenken verleitet?

In allererster Linie machen wir Musik für uns und freuen uns aber auch darüber, wenn andere Menschen diese Musik dann auch gut finden. Ich glaube aber nicht, dass es eine Frage von Intelligenz ist, unsere Musik zu verstehen.


Haben aber eure Fans vielleicht ein anderes Anspruchsdenken?

Hmmm, wir sehen das nicht unbedingt als großartig Anspruchsvoll, was wir machen. Wir machen einfach Musik, die wir in diesem Moment, während wir sie schreiben, gerne hören würden. Es gilt für alle Sachen, die wir bis jetzt gemacht haben. Wir möchten Musik machen, die es so nicht gibt, die in unserem Sinne einfach noch fehlt, die wir einfach selber hören möchten. Ob das nun jetzt Anspruchsvoll oder intelligent ist, wagen wir jetzt nicht zu urteilen.


Gibt es überhaupt noch Bands, die Dich persönlich reizen oder ist einfach alles schon da gewesen?

Das ist schon so ein Punkt im Moment im Metal. Es fehlt mir gerade ein bisschen etwas. Gerade gibt es keine aktuelle Scheibe, die mich sofort vom Hocker haut.


Was war denn das letzte Album, welches Dich umgehauen hat, wo Du gesagt hast, dass es einfach mal was ganz anderes ist?

Was ganz anderes gibt es in dem Sinne gar nicht. Die letzte NILE fand ich sehr geil. Da kam mal so etwas wie echte Freude auf, hahaha. Ansonsten… es gibt schon ziemlich viel Musik, die einen kickt. Das ist halt vom Klang her unterschiedlich.


Gibt es eine Art Musik, bei der Du grundsätzlich das Radio ausschalten würdest?

Es gibt schon Sachen, die einen ziemlich schnell nerven. Solche Schlagergeschichten zum Beispiel und die allgemeine Chartmusik. Obwohl ich sagen muss, dass wir generell nicht von vornherein alles ablehnen, was so im Radio läuft. Ja gut, wenn man auf Tour ist, läuft ab und zu mal das Radio um zu schauen, was es sonst so in der Musiklandschaft gibt. Das ist hin und wieder schon ganz interessant aber meist wird das Radio doch relativ schnell wieder ausgemacht.


Kommen wir zum Cover von „Gloria“: das Gemälde, bzw. die Person darauf, wer ist das?

Das ist Jan van Eycks vermutliches Selbstporträt und heißt „Junge mit dem roten Turban“.


Musstet ihr die Rechte für das Bild irgendwie einkaufen oder durftet ihr das so benutzen?

Das Bild ist schon so alt, dass es darauf keine Rechte mehr gibt, mussten also nichts dafür bezahlen.


Und wie kamt ihr gerade auf das Bild? Vor allem, wenn das Album „Gloria“ heißt, aber einen Mann ziert?

Hehe, darüber kann man in der Tat schon mal drüber nachdenklich werden und überlegen, wie das alles zusammenhängt. Da wollen wir auch nichts zu erklären und verraten. Die Idee an sich ist von einem der Filmleute gekommen, der auch das Cover erdacht und umgesetzt hat.


Durch die ganze Geheimniskrämerei, die Videos, euren ganz eigenen Musikstil und dadurch, dass ihr externe Leute mit ins Boot geholt habt, wird die Band wohlmöglich ein Kunstprodukt?

Zumindest sind wir nicht gerade berechenbar, nicht richtig zu erfassen. Das ist auch unser Ziel. Nach „Gloria“ weiß mittlerweile niemand mehr, was da als nächstes kommt.


Kann ich mir gut vorstellen. Der Aufschrei in der Szene war ja riesig, als ihr „Gloria“ veröffentlicht habt und spaltete eure Hörer in zwei Fraktionen.

Richtig, den Aufschrei gab es. Andererseits gab es auch ganz viele Liebeserklärungen und das dieses Album so dermaßen polarisiert und die Gemüter erregt hat, ist ein sehr gutes Zeichen, welches uns zeigt, dass wir auch etwas bewegen. Es ist einfach schon interessant zu beobachten, wie in unserer heutigen Zeit sich die Leute mokieren und empören können, über eine Platte.


Seid ihr eigentlich eine demokratische Band oder herrscht eine Diktatur?

Es gibt auf jeden Fall eine Diktatur und die sagt, wo es lang geht. Das ist aber auch wichtig. Wir haben es ja in diesem Experiment zu fünft zu arbeiten stark gemerkt, wie sich dann doch die ganzen kreativen Kräfte gegenseitig lahm gelegt haben. DISILLUSION im Kern, als eine Dreier-Besetzung, hat auf jeden Fall einen Mastermind und das ist der Andi, unser Sänger und das hat sich absolut so bewährt. Er gibt die Marschrichtung vor und hat auch das letzte Wort bei den kreativen Prozessen.


Nehmen wir mal an, Du hättest gerade mal zwei Minuten Zeit, einen Nicht-Fan in einen Fan zu verwandeln, welche zwei Minuten Musik würdest Du ihm von euch vorspielen?

[Rajk überlegt sehr lange] Zwei Minuten… hmmm… Das ist eine schwierige Frage. Es sind viele Stücke geeignet dafür. Wahrscheinlich… lass mich noch etwas überlegen, da ich die Minutenanzahl unserer Songs nicht im Kopf habe. Ich habe eigentlich gerade an „Black Sea“ gedacht, bei irgendeinem Übergang von Strophe zu Refrain und vielleicht noch ein bisschen von dem Mittelteil. Irgendetwas aus der Ecke, denke ich mal, würde am schnellsten Zünden. In „Black Sea“ vereinigt sich ja ziemlich viel, was dann für die ganze Platte wichtig ist.


Gut, genug der holden Dame. Jetzt kommen Fragen über Leipzig. Leipzig ist ja quasi Kulturhauptstadt, kann man so sagen. Stell Dir vor, Du wärst ein Stadtführer und müsstest ein paar Touristen durch Leipzig durchscheuchen. Was würdest Du denen alles zeigen?

Puh… Ich würde eigentlich mit dem Auenwald anfangen, das ist das, was mir an Leipzig am Besten gefällt. Das ist quasi noch Urwald, der bei uns direkt vor der Haustür liegt und man ist auch zu Fuß relativ schnell drin und auch relativ schnell wieder in der Stadt. Und dann halt noch das Übliche. Ein bisschen durch die City vielleicht. Dann gibt es in Leipzig noch eine Metalkneipe, die ziemlich cool ist. Da könnte man auch einen Abstecher hinmachen.


Du empfindest Leipzig also als eine schöne Heimatstadt?

Sagen wir mal so, mich hat es bis jetzt noch nicht weggetrieben. Im Prinzip, wenn man es so ansprechen will, hat „Gloria“ schon viel mit Leipzig zu tun. Es entspricht einem Gefühl, was wir hier eingefangen haben, welches wir versucht haben, auf „Gloria“ zu verewigen. Wir wollten ja eher eine urbane Platte machen, also im völligen Gegensatz zu „Back To Times Of Splendor“, die ja in der Natur angesiedelt ist. Das Romantische irgendwie. Nun wollten wir das Großstadtgefühl einfangen. Und da wir nun seit Jahren in dieser Stadt leben und arbeiten, hat sich dieses Gefühl manifestiert, obwohl man Leipzig beleibe nicht als Großstadt bezeichnen kann.


Welches Gefühl kann man denn mit Musik am Besten ausdrücken?

Im Prinzip… also, eigentlich alle Gefühle. Alle Gefühle eignen sich, um irgendetwas rüberzubringen. Denke ich mal. Musik ist da universal. In unserer Musik verarbeiten wir eine ganze Bandbreite an Gefühlen. Sobald man sich mit Metal beschäftigt, kann man viele Gefühle und Stile ausleben. Das ist ja das Schöne, das man sich da wunderbar austoben und eigentlich jedes Gefühl vermitteln kann.


Bist Du gerne Metaller, bzw. bist Du überhaupt einer?

Das habe ich so jetzt nicht sagen wollen. Ich höre gerne Metal aber zurzeit gibt es einfach nichts, was mich richtig groß begeistert. Vielleicht bin ich durch die Phase gerade durch. Wahrscheinlich habe ich Metal schon zu lange gehört, um mich auch komplett so zu fühlen.


Was war die abstruseste Genreerfindung, die man euer Musik angehängt hat?

Es wurde eigentlich so ziemlich jedes Genre auf uns verwendet. Uns sind eigentlich diese Einteilungen gar nicht wichtig. Eine zeitlang wurden wir in das Progressive-Label gedrückt, was wir aber persönlich nicht so gut finden. Allerdings haben wir uns damit auch langsam abgefunden, haha. Von einigen werden wir so gesehen, von anderen wieder so. Das reicht von Elektronik, Dark Metal, Gothic, Alternative, usw. Hängt immer vom Auge des Betrachters ab, was dieser bei uns raushört.


Als Schreiber ist es auch ziemlich schwer eure Musik zu beschreiben, da man immer auf die verschiedenen Musikstile festgelegt wird und diese als Vergleich herziehen muss, um DISILLSUION an den Mann zu bringen.

Ehrlich?


Ja einfach ist es beleibe nicht. So, wir sind auch schon am Ende angekommen. Hast Du noch irgendwas, was Du loswerden möchtest?

Ich kann nur jedem empfehlen, sich mit „Gloria“ zu beschäftigen. Das wird für jeden eine äußerst spannende Angelegenheit werden. Man darf sich auch nicht vom ersten Eindruck verwirren lassen, sondern muss der Musik auch Zeit geben, sich komplett zu entfalten. Sicher ist, dass man sich von einigen Hörgewohnheiten trennen muss, um „Gloria“ zu mögen. Zwei bis drei Mal offenes reinhören ist also schon drin. Macht den Kopf frei und taucht einfach ein.


Danke für das Interview und euch noch viel Glück, Spaß und Erfolg mit der Band.

Super, ich bedanke mich auch und wir sehen uns dann in Wacken.

DeoUlf

Autor: Lorenz von König [DeoUlf] | 15.03.2007 | 17:29 Uhr

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