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Interviewpartner: Reimut

Nachdem bereits die Demo-CD „Dmnstrtn“ von LONG DISTANCE CALLING für einigen Wirbel und jede Menge positive Reaktionen sorgte, legt die ambitionierte Instrumental-Band am 21. September nun ihr Debüt „Satellite Bay“ vor. Und dieses hat es wahrlich in sich, sodass sich so einige Szenegrößen im Post-Rock- beziehungsweise Instrumental-Bereich nun ganz warm anziehen dürfen. Zu „Satellite Bay“ und LONG DISTANCE CALLING an sich äußerte sich Reimut, der für die Ambient-Parts und Samples verantwortlich zeichnet.




Erst einmal ein Hallo an LONG DISTANCE CALLING und insbesondere Dich, Reimut, und Glückwunsch zur sehr gelungenen ersten Full Length „Satellite Bay“! Wie geht’s euch derzeit in Münster?

Hallo an Dich und alle Leser; und vielen Dank für die Glückwünsche! Uns geht’s momentan richtig gut! Die Laune ist topp und wir haben alle mächtig Spaß, wie es momentan alles abläuft!


Da sicherlich nur wenige bisher von euch gehört haben, gilt es, dies zu ändern: Erzählt doch mal ein wenig, wie die Band zustande kam, wie lange es euch schon gibt und wer alles mit von der Partie ist und was ihr euch für Ziele abgesteckt habt?

Klar, Anfang 2006 haben Janosch, Dave, Jan und Florian begonnen zu jammen. Das Ganze war eigentlich so ein Spaßding. Nichts Konkretes. Einfach Musik machen, ein paar Sprüche klopfen und eine gute Zeit haben. Die Jungs haben sich auch zu keiner Zeit gesagt, ‚so und so müssen wir jetzt klingen’; es wurde einfach musiziert. Frei nach dem Motto: Kopp aus, Mucke an. :-)
Die vier haben dann natürlich überlegt, ob ein Sänger zur Band stoßen soll oder nicht. Die Idee, den Sound durch gesamplete Sprachfetzen, Störgeräusche, Atmosphären etc. zu erweitern, stand ebenfalls im Raum. Janosch fragte mich dann, ob ich nicht Bock hätte, mal eine Probe zu besuchen. Beim nächsten Mal saß ich auf der Couch, hab mir die Songs angehört und war begeistert. Zudem wurde noch kurzzeitig mit einem Sänger experimentiert, wobei sich die Band dazu entschloss, als Instrumentalband Musik machen zu wollen – ich habe den Zuschlag bekommen.
Das Lustige ist, dass wir mit unseren alten Bands in komplett anderen Genres unterwegs waren und sind. Jan spielte in einer Newschool-/Death-Metal-Kapelle, Dave bei SPOUT, Janosch und Florian ballern bei MISERY SPEAKS, ich habe mal Schlagzeug bei MUAD’DIB gespielt und verschiedene Spielarten der elektronischen Musik ausprobiert.
Ein wirkliches Ziel haben wir uns nicht gesetzt. Sagen wir mal so: Keine Grenze zu haben, ist das Ziel.


„Satellite Bay“ stellt euer Debüt dar: Erzählt doch mal ein bisschen, wie die Aufnahmen abliefen, Ihr habt ja in der Tonmeisterei in Oldenburg aufgenommen [wo auch TEPHRA schon waren], wie lange ihr für das Songwriting benötigt habt, wie lange ihr mit dem Aufnahmeprozess beschäftigt wart und wie zufrieden ihr im Nachhinein, mit etwas Abstand, mit allem seid?

Die Songs, die auf „Satellite Bay“ zu hören sind, sind in der Zeit von Anfang 2006 bis Anfang 2007 entstanden. Während des Songwritings überlegten wir schon, in welche Richtung der Sound der Aufnahmen gehen sollte. Da Steve Albini und Matt Bayles nicht um die Ecke wohnen, haben wir uns für die Tonmeisterei entschieden. Das erste, was man über die Tonmeisterei sagen muss, ist, dass Roland und Henner einfach der Hammer sind. Total entspanntes, engagiertes Musik machen und Arbeiten. Die Einfälle der beiden sind auch auf dem Album zu hören und tun den Songs ob der kleinen Veränderung wahnsinnig gut! Aufgenommen haben wir nach dem typischen Verfahren. Erst Drums und Bass zusammen, dann die Gitarren, zum Schluss die Samples und Peters Vocals.
Die Zeit im Studio ging so schnell vorbei wie ein Augenschlag. Dreieinhalb Tage Aufnahmezeit ist natürlich keine lange Zeit, weshalb wir die ganze Zeit konzentriert Vollgas geben mussten. Knapp eine Stunde Musik in so einer kurzen Zeit in der ersten gemeinsamen Studiozeit einzuspielen, das ist schon was. Es hat aber alles gut geklappt, da wir uns intensiv auf die Zeit vorbereitet haben.
Natürlich ist es immer etwas schwierig, seine Musik auch nur ansatzweise objektiv sehen zu können. Zu viele Gedanken, Situationen, Emotionen etc. sind mit der Musik verbunden. Deswegen sage ich einfach, wie es ist: Ich höre die Platte oft und gerne. Bei den anderen ist es nicht anders! Man kann die Sache so oder so sehen, aber was bringt es unter musikalischen Gesichtspunkten, Musik zu machen und diese später nicht zu hören, weil man sie nicht mag?


Wie seht ihr euren Bandnamen LONG DISTANCE CALLING, sprich, grob übersetzt als „Ferngespräch/e“ oder auch als die Ferne, die einen quasi ruft und lockt [so habe ich das zumindest gedeutet], in Verbindung zu euren Kompositionen? Welche Verbindungen bestehen außerdem zum Titel des Albums „Satellite Bay“ und der Beschreibung der Songs auf eurer MySpace-Seite als sieben Rundreisen um die Welt, die alle das Konzept von Reisen aber auch Entfernung und Weite zu verkörpern scheinen? Gibt es da so eine Art Konzept?

Puh, was ne Frage. Ich rolle die Sache mal von der anderen Seite auf; Jan und ich stehen letztes Jahr bei Rock am Ring, kurz vor TOOL, als die damalige Single von „Phoenix“ auf Leinwänden ausgestrahlt wurde. Wir haben beide zeitgleich zur Leinwand geschaut, als der Songtitel „Long Distance Call“ erschien. Wir haben uns angeschaut und wussten, dass das der Name der Band sein soll.
Deine Deutungen gehen dabei sogar in die Richtung, in die wir den Namen einordnen. Auf der einen Seite die Ferngespräche, die damit verbundene Kommunikation, die Entfernung, die Distanz. Auf der anderen Seite der Ruf der Distanz. Die Sehnsucht nach Ferne, Weite, das Offene. Hier können Menschen wie Du und ich, aber auch Tiere [Zugvögel, Fische, die weite Distanzen zum Brutort zurücklegen] gemeint sein. Aber das sind schon alles Ansätze, den Namen zu deuten, obwohl sie noch relativ offen sind. Das Wichtige war uns das Gefühl, das durch die Kombination der drei Wörter ausgemacht wird.
Natürlich können hier die sieben Weltreisen reingedacht werden, da die sieben Songs recht unterschiedlich ausgefallen sind und doch ein Ganzes ergeben. Genauso wie Satelliten, oder Radioteleskope, auch eine gewisse Beziehung zu „Long Distance Calling“ haben, gilt auch hier: Das Ziel ist es, keins zu haben. Wenn es ein Konzept geben sollte, so ist dieses auf jeden Fall nicht starr.


Das Cover der Scheibe sieht fast schon aus wie ein Soundtrack zu einem Film oder eine Veröffentlichung von früher, mit dem Zusatz ‚An original stereo recording by LDC’? Einfach nur ein Gag oder war das völlige Absicht? Und wie steht dazu das Cover, das, passend zum Titel, ein Satellitenbild darstellt?

Wow, dass das Cover an einen Soundtrack oder vergangene Veröffentlichungen erinnert, ist schön zu hören! Der Spruch ‚An original stereo recording by LDC’ sollte einen Hauch der Vergangenheit herbeiführen, allerdings ohne bedeutungsschwangere Assoziationen. Das, was ich zu dem Foto sagen kann, ist das, was Du auch schon gesagt hast: Es ist ein Satellitenfoto, das uns zudem alle sofort total umgehauen hat. Alles andere liegt im Auge des Betrachters.


Ihr habt ja mit „Jungfernflug“ einen deutschen Songtitel mit am Start, was eher ungewöhnlich ist. Wie kamt ihr darauf?

Die Idee, den Song „Jungfernflug“ zu nennen, kam Jan im Studio. Der Song verkörpert aus unserer Sicht alles, was das erste Album von LDC ausmacht, quasi der Rundumschlag. Deshalb steht er an erster Stelle. Erstes Album, erster Song = Jungfernflug.


Mit „The Very Last Day“ habt ihr einen absoluten Hammer von einem Song auf dem Album stehen, der mit seinen knapp 10 Minuten meiner Meinung nach so eine Art Paradebeispiel dafür ist, wie ein gut strukturierter und vor allem spannender Post-Rock-Song heutzutage auszusehen hat. Was hat euch zu dem Song inspiriert und wo kommt das düstere Sample über das Schmelzen der Polarkappen und die nachfolgende Überflutung her?

Danke für das Kompliment! Ich mag den Song auch wirklich gerne. Die Inspiration liegt im Streicherarrangement, dass ich nachts arrangiert habe, als ich mit Sounds experimentiert habe. Wir haben dann bei der nächsten Probe das Sample laufen lassen und es einfach fließen lassen.
Ich höre seit ein paar Jahren HipHop und bin immer total heiß darauf, zu erfahren, woher dieses oder jenes Sample stammt. Doch verlieren für mich die Tracks oft an Kraft, wenn ich den Ursprung der Samples kennen lerne. Der Effekt, wenn man auf der ‚Suche’ nach einem Sample ist und es auf einmal klickt und da dieses Sample läuft, das man gesucht hat, das ist der Moment, den ich niemandem vorenthalten möchte. Wenn du Ideen hast, woher die Samples kommen könnten, dann immer raus damit! [Anmerk.: Habe ich in zwei Fällen, das soll hier aber nicht verraten werden… :-)] Der einzige Tipp war bisher zum „Very Last Day“-Sample: ‚3-Sat-Umweltreportage’ – gaaaaanz kalt. :-)


Und wie passt die Zusammenarbeit mit Peter Dolving von THE HAUNTED in den Zusammenhang des Albums? Warum gerade Peter, warum genau bei diesem Song – „Built Without Hands“ – und warum nicht noch auf anderen? Was wolltet ihr damit bezwecken und vermitteln?

Wir wollten Peter unbedingt für den Track haben, da wir von seiner Stimmgewalt einfach begeistert sind. Vor allem die Songs des neuen THE HAUNTED-Albums und seine Zweitband BRING THE WAR HOME haben uns noch mehr darin bestärkt, Peter zu bitten, für uns den Track zu veredeln. Wir haben den Track aufgenommen und Peter zukommen lassen. Irgendwann hatten wir dann eine ‚Vocal Version’ im Postkasten. Wobei wir Peter sämtliche Freiheiten gelassen haben, keine Grenzen. Wir waren und sind alle total begeistert, was er da gemacht hat! Deshalb an dieser Stelle auch noch mal ein großes Danke an Peter!
Es ist ‚nur’ ein Track, da wir uns als Instrumental-Band definieren und das Album mit mehreren besungenen Songs in eine ganz andere Richtung gehen würde. Wir wollen uns die Freiheit nehmen, eben solche Sachen wie mit Peter zu machen. Wenn es uns beispielsweise juckt und wir denken, dass Alphörner aufs nächste Album passen, werden wir sicherlich einiges dafür tun, dass echte Alphörner zu hören sind.


Ihr habt ja im Vorfeld bereits bei anderen, eher heftigeren Bands gespielt, wie zum Beispiel die bereits erwähnten MISERY SPEAKS; wie seid ihr denn auf die Idee gekommen, ausgerechnet eine Post-Rock-Band zu gründen? Und wie seht ihr die Post-Rock-Szene in diesem Zusammenhang, die sich allmählich zum Trend entwickeln zu scheint, was nicht zwangsläufig bedeutet, dass Newcomer automatisch Kopisten sein müssen, aber leider doch viel Mittelmaß am Start ist? TEPHRA haben das ja schon sehr gut vorgemacht, dass man immer noch innovative Mucke in diesem Bereich erschaffen kann…

Wie gesagt, LONG DISTANCE CALLING ist einfach passiert. Wir haben nicht gesagt: ‚Jetzt gibt’s Postrock’, weshalb wir uns auch nicht in diesem Genre ansiedeln. ‚Instrumental’ passt unserer Meinung nach am besten. Letztlich ist es aber eben jedem selbst überlassen, wie er Musik kategorisiert.
Ich höre diese Musik schon sehr lange. Angefangen mit frühen PINK FLOYD, CAN, KING CRIMSON und vielen anderen. Dann sind für mich essentiell NEUROSIS, CULT OF LUNA und ISIS, sowie Bands wie RED SPAROWES, GIANT, TORTOISE, JAKOB, ONE EYED GOD PROPHECY und viele andere Bands dieser Spielart von Musik kein Trend. Es ist eine Stimmung, die die Musik in mir auslöst und verbreitet. Ich glaube auch nicht, dass es unbedingt mehr Bands gibt als früher. Vielleicht kommen die Bands durchs Internet ans Sonnenlicht, im Gegensatz zu früher. Klar ist es so, dass es immer gute und weniger gute Bands gibt. Und dass die Anzahl der weniger guten wächst, je mehr Bands man aus einem Genre kennen lernt. Darüber mache ich mir aber keine Gedanken, das muss jeder für sich selbst entscheiden, wann es reicht und wann nicht.
Aus meiner Sicht heraus ist der Einfluss dieser Musik auf den ‚Mainstream’ gewaltig. Die Leute haben keinen Bock mehr auf 3-Minuten Silikon-Micky-Mouse-Clips. Das Ausufernde, sich gerade in der hektischen westlichen Welt Zeit zu nehmen und zu genießen, einen Gedanken zu entwickeln, steht immer mehr im Mittelpunkt.


Meint ihr, dass man gerade an diesen ‚großen’ Bands und an Vergleichen mit diesen zwangsläufig nicht vorbei kommt, gerade wenn man noch nicht so lange dabei ist? Findet ihr das eher gut oder nerven euch die ständigen Kategorisierungen in Schubladen und der Querverweis auf die ‚großen Bands’ und Vorreiter?

Ich denke, dass Vergleiche, Genrebezeichnungen und Titel wichtig sind, um etwas greifbar zu machen. Sicherlich hätte ich Probleme, bestimmte Musikrichtungen zu erläutern, gäbe es da nicht die Schubladen. Wenn man allerdings ein wenig darüber nachdenkt, ist das alles Quatsch und unpassend. Klar gibt es immer Kopien vom Original oder Kopien von der Kopie. Viele Bands haben aber ihren eigenen Sound. Querverweise sind da oft so was wie Straßenschilder, denke ich.


Da wir vorhin von Samples redeten: Wie kamt ihr auf diese Samples und woher stammen die restlichen Samples des Albums neben „The Very Last Day“? Wie geht ihr da vor? Was ist ihre Funktion, vor allem von ihrer Aussage und von ihrer Platzierung her?

Wie gesagt, den Ursprung der Samples kann jeder selbst herausfinden, wobei wir ja schon bei einer Funktion der Samples sind. Nimmst du etwas aus einem Kontext, um es in einen neuen Kontext einzufügen, bekommt es gleich ein komplett neues Gesicht. Ich suche die Samples raus und stelle die den Jungs vor, dann wird überlegt, ob es passt. Funktionen der Samples können sowohl die Aussagen [„The Very Last Day“] als auch die Verdichtung der Atmosphäre [„Aurora“] sein. Bei den Samples ist es uns wichtig, keine politischen Statements zu vertreten.


Ihr habt ja mit eurem Demo „Dmnstrtn“, das vier Songs enthält und inzwischen ausverkauft ist, dessen Songs aber zum Teil auf dem Album vertreten sind, jede Menge positive Kritik einheimsen können. Hattet ihr damals damit gerechnet, wart ihr vielleicht überrascht und was erwartet ihr euch nun von „Satellite Bay“?

Überrascht waren wir auf jeden Fall. Ich habe ja schon weiter oben erwähnt, dass LONG DISTANCE CALLINGs Grundlage der Spaß an der Sache ist. Da war es natürlich besonders überraschend, als eine positive Antwort die nächste jagte. Einen Zusammenhang, dass das Album jetzt ähnlich ankommt wie das Demo sehe ich nicht; ich denke eher „Neues Spiel, neues Glück“.


Wie kam die Zusammenarbeit mit der Plattenfirma Viva Hate Records zustande, die zum Beispiel für das Album von PROFUNDI und somit einer gänzlich anderen Musikrichtung, nämlich Black Metal, verantwortlich zeichnet?

Es gab ein paar Labels, die um uns gebuhlt haben. Thomas hat dann letztendlich aus verschiedenen Gründen den Zuschlag bekommen. Zum Beispiel. kennen wir ihn alle schon seit Jahren und wissen genau, worauf wir uns einlassen. Thomas ist total Fan von uns und hängt sich zu 100% in die Sache rein und ermöglicht uns eine Menge, mit der wir nie gerechnet hätten. Viva Hate ist nicht komplett anders. MGR, das Ambientprojekt vom ISIS-Gitarristen, ULVER oder TROUM haben dort ja auch Veröffentlichungen heraus gebracht. Thomas denkt genauso wie wir: keine Grenzen.


Ihr spielt ja im Vorfeld der Veröffentlichung eine spezielle Release Show mit den Kollegen von TEPHRA, habt aber auch schon angekündigt, dass für den Herbst eine größere Tour in Planung ist. Gibt es da schon konkretere Aussagen und Ideen, etwaige Bands oder Wunschkombinationen, die mit von der Partie sein könnten, etc.? TEPHRA würden zum Beispiel auch da sehr gut passen. Werdet ihr das auch zeitlich alle unter einen Hut bekommen; Jan arbeitet ja zum Beispiel bei Century Media…?

Spruchreifes gibt es noch nicht zu verkünden. Wir sind gerade dabei, dass da was ins Rollen kommt. Sicherlich werden wir dieses Jahr noch einige Daten spielen, eine fixe Tour ist aber noch nicht bestätigt. Wir gucken einfach, was kommt, und hoffen darauf, dass alles so positiv weiterläuft wie bisher. Der zeitliche Aspekt ist bei uns echt so eine Sache. Wir leben in Münster, Dortmund und Mannheim, Dave spielt noch bei THE GHOST DANCE MOVEMENT, Janosch und Florian bei MISERY SPEAKS, die ja auch grad viel unterwegs sind, Jan arbeitet bei einem Label und ich studiere Vollzeit. Da gehört schon einiges an Koordination dazu, alles unter einen Hut zu bekommen. Das soll aber auch in Zukunft klappen. :-)


Wenn man sich eure MySpace-Seite mit dem sehr düsteren, allerdings auch stimmungsvollen Bandfoto anschaut, fällt einem direkt danach der – von einem bekannten und ‚verwandlungsfähigen’ Schriftsteller stammende – Slogan ‚This door was intended only for you’ auf; was genau meint ihr damit, inwiefern wollt ihr Türen aufstoßen, bzw. Türen ‚eintreten’ und sie individuell für potentielle Hörer öffnen?

Das Zitat stammt aus einer Parabel, das auch in „Fire In The Mountain“ zu hören ist. Die Parabel beschäftigt sich mit der Vergänglichkeit der verpassten Möglichkeiten und dem Kampf gegen die eigenen Grenzen. Der Auszug ist quasi der Schlusssatz, der an eine Person gerichtet ist, die eine entscheidende Möglichkeit außer Acht gelassen hat, zu handeln. Somit soll der Satz ausdrücken, über den eigenen Schatten zu springen und auch Situationen so aufzufassen, dass sie für einen selbst bestimmt sind und man sie nur auszuführen braucht.


Ebenso scheint ihr euch vehement gegen die Kategorisierung von Musik im Sinne von ‚klassischen’ Einteilungen von Strophe-Refrain-Strophe und auch der Richtlinie von 5 Minuten pro Song auszusprechen. Wieso und warum so explizit, mal davon abgesehen, dass ihr mit jedem Song auf dem Album genau diese Grenzen völlig beabsichtigt überschreitet und euch viel Zeit lasst bei den Songs?

Da wir beim Songwriting die fehlende Stimme kompensieren müssen, kommen wir um eine andere Songstruktur nicht herum. Wir wehren uns nicht absichtlich gegen diese Grenzen. Es passiert einfach. Zudem braucht es einfach eine gewisse Zeit innerhalb der Songs, um eine gewünschte Atmosphäre oder Stimmung zu erzeugen, da ist das gute, alte Schema leider überfordert. ;)


Wie sieht die Zukunft für LONG DISTANCE CALLING aus? Was gibt es für konkrete Pläne, Wünsche, ja vielleicht auch Träume?

Wie unsere Zukunft aussieht, wird die Zukunft zeigen. :-) Wenn es einen konkreten Wunsch gibt, dann den, einfach weiter in der jetzigen Konstellation Musik zu machen, die uns so erfüllt, wie sie es bis jetzt getan hat. Ein Plan ist sicherlich, immer offen für musikalisch neue Einflüsse zu sein.


Vielen Dank an euch für das Interview, viel Erfolg mit dem Album, für die Konzerte und für die Zukunft! Famous last words an unsere Leser?

Vielen Dank für das Interview! Schaut einfach mal auf MySpace vorbei. Schreibt uns an, quatscht mit uns auf Shows, wir freuen uns dann. Und nicht vergessen: Der 21. September ist „Satellite Bay“-Releasedate! Viele Grüße, Reimut, LONG DISTANCE CALLING.

soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 06.09.2007 | 00:04 Uhr

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