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Interviewpartner: Richard Patrick

Das Comeback-Album nach der großen Ausnüchterung von FILTER-Mastermind Richard Patrick, "Anthems For The Damned" im Jahre 2008, war zwar gut und schön, aber irgendwie fehlte etwas. Dieses Etwas ist auf dem neuesten Werk "The Trouble With Angels" wieder zurück. Und das tut gut! Endlich knarzen die Alternative-Industrial-Rocker FILTER wieder so beherzt wie auf ihren ersten drei Alben, die inzwischen durchweg Legendenstatus erreicht haben. Allen Grund zur guten Laune hat Richard demnach definitiv, als er im Office seines neuen, für Europa zuständigen Labels Nuclear Blast Rede und Antwort steht.




FILTER bei Nuclear Blast. Das muss man sich auf der Zunge zergehen, damit konnte man nicht unbedingt rechnen. Wie kam es denn dazu, Richard?

Natürlich sind Blast hauptsächlich für Metal bekannt, aber sie haben immer wieder versucht andere Dinge auszuprobieren. Wir selbst würden uns als moderne Rockband bezeichnen und das umfasst ein weites Spektrum, das kann meiner Meinung nach alles von PANTERA bis RADIOHEAD sein. Wir haben immer versucht unseren Sound zu weiterzuentwickeln, nicht zu stagnieren und ich glaube, dass das Markus Staiger [Chef von Nuclear Blast – d. Verf.] imponiert hat. Ich mag es nicht, mich an gewisse Grenzen zu halten. Ich will nicht immer nur das machen, was von mir erwartet wird. Und ich denke, dass es Markus als Labelchef da genauso geht. Deswegen hat er FILTER wahrscheinlich unter Vertrag genommen. Weil wir da eine ganz große Gemeinsamkeit haben und es den Horizont von Label und Band erweitert. Es passt einfach. Und ich bin sehr froh, dass ich bei diesem Label unter Vertrag stehe. Die letzten Tage in Donzdorf waren einfach super und ich hatte es wirklich nur mit tollen Menschen zu tun.


Außerdem muss man sagen, dass ein Metallabel momentan fast zu euch past – einige Passagen auf "The Trouble With Angels" sind verdammt heavy geworden.

Yeah, da hast du verdammt recht! Ich kann immer noch abliefern, weißt du? Wenn die Leute was auf die Fresse wollen: Ich kann es noch! Andererseits habe ich aber nunmal die Gabe einer wirklich klaren und melodischen Stimme. Warum sollte ich das nicht auch benutzen? Das ist einfach ein Teil von mir und man sollte sich nicht verleugnen.


Dann erzähl mir doch mal etwas über die Entstehung von "The Trouble With Angels".

Alles hat mit ein paar alten Ideen angefangen. Manche davon hatte ich schon seit zwölf Jahren auf der Festplatte. Dazu kamen viele neue Leute, wie z.b. der Produzent Bob Marlette [ALICE COOPER, SLAYER, OZZY, SEETHER], Mika Fineo, Mitchell Marlow, Bruce Somers, John 5, John Spiker, der sehr viel Arbeit übernommen hat, aber auch Leute, mit denen ich schon gearbeitet hatte, z.b. Rae DiLeo oder Brain Liesegang, der zuletzt bei "Short Bus" [dem FILTER-Debüt von 1995 – d. Verf.] am Start war. Ich habe diese Leute angerufen, während ich die Ideen durchgegangen bin, frei nach dem Motto: "Hey Brain, ich hab hier einen Song, "Fades Like A Photograph", da würdest du super reinpassen". Oder Bruce. Den habe ich gebeten ein bisschen Programming zu übernehmen, weil er einen coolen Industrial-Vibe einbringt. Er meinte nur: "Yeah, alright!". Bruce ist übrigens Mitglied bei den KIDNEYTHIEVES. Bob Marlette hat mir dabei geholfen, ein paar Songs umzuschreiben und hat seine Erfahrung als Produzent voll eingebracht. Es waren einfach verdammt viele verschiedene Menschen beteiligt. Klar, ich bin der Kopf des Ganzen, aber ich liebe es einfach zu kollaborieren. Und so werde ich es auch in Zukunft handhaben: Wenn ich ein neues Album mache, dann rufe ich einfach alle Leute an, die ich kenne. Ich hoffe, dass der Stamm mit Mitchell Marlow und Bob Marlette erhalten bleibt, denn das sind meine liebsten Songwriting-Partner, aber ich wüsste nicht, warum es nicht auch in Zukunft klappen sollte. Ich glaube, ich könnte mit den beiden ein FILTER-Album in zwei Monaten schreiben. Aber auch die neuen Leute in der Band, Phil Buckman und Rob Patterson, sind großartig. Es ist einfach wunderbar, einen so großen Pool an Leuten mehr oder weniger aus Abruf zu haben. Diese Situation ist einfach super für mich.




"The Trouble With Angels" ist ein positiver Schritt zurück zu den ersten drei Alben, verschließt sich aber nicht vor neuen Einflüssen. Wie würdest du den Teil denn selbst in den Schaffen einordnen?

Das letzte Album, "Anthems For The Damned", war eine Tribut-Scheibe an die Soldaten, die in diesem sinnlosen Krieg sind und die massiven Fehler von George W. Bush und Dick Cheney ausbaden müssen. Das musste einfach raus aus mir. Ich musste die Welt und die Soldaten wissen lassen, dass es im Rock-Sektor zumindest einen Typen gibt, dem das Ganze nicht egal ist. QUEENSRYCHE haben mit "American Soldier" 2009 ja etwas ähnliches gemacht. Nachdem das erledigt war, habe ich beschlossen wieder zu dem Sound zurückzukehren, den ich damals geschaffen habe. Ich wollte die ersten drei Alben aufgreifen, aber trotzdem ganz klar mit dem aktuellen Jahrtausend verbunden sein. Es sollte nicht altmodisch klingen. Und dafür hat Bob Marlette definitiv gesorgt. Er hat von Anfang an gesagt, dass wir Dinge ändern und diversifizieren müssen. Wenn du dir einen Song wie "No Love" zum Beispiel nach Stücken wie "Drug Boy" oder "The Inevitable Relapse" anhörst, dann merkst du den Unterschied. "No Love" steht für die Zukunft von FILTER, in diese Richtung könnte es gehen. "Drug Boy" klingt zwar auch frisch, aber der Song sollte auf jeden Fall das Feeling von "The Amalgamut" [drittes FILTER-Album von 2002 – d. Verf.] haben. Wir haben festgestellt, dass FILTER eine gewisse Originalität haben, die die Leute mögen und wohl auch von FILTER erwarten, also warum immer alles komplett umschmeißen? Deswegen dienen die ersten drei Alben als Basis. Viele Fans meinten, dass sie den Schritt von "Hey Man, Nice Shot" [vom Debüt "Short Bus", 1995 – d. Verf.] zu "Take A Picture" [vom Zweitling "Title Of Record", 1999 – d. Verf.] zwar letztlich verstanden haben, aber es hat eine Weile gedauert. Diese Fans wollen nicht, dass sich FILTER noch weiter aus dem Fenster lehnen. Somit kann man sagen, dass "The Trouble With Angels" das erste FILTER-Album ist, das wirklich für die Fans geschrieben wurde. Ich habe das Album gemacht, um meine Fans zufriedenzustellen, damit sie sich wohlfühlen. Ich wollte ihnen zeigen, dass ich zurück bin. Und dass ich froh bin, dass sie immer noch da sind!


Die Veröffentlichung von "Anthems For The Damned" markierte das Ende der, sagen wir mal, "dunklen" FILTER-Periode, die kurz nach dem Release von "The Amalgamut" 2002 begann, in der du abgesehen vom selbstbetitelten ARMY OF ANYONE-Album 2006 [mit an Bord: Robert und Dean DiLeo von den STONE TEMPLE PILOTS und der jetztige KORN-Drummer Ray Luzier] wirklich von der Bildfläche verschwunden warst, um dich um deinen Entzug zu kümmern. Was ist in all den Jahren genau passiert?

Ich war massiv alkohol- und drogensüchtig. Ich fühlte mich, als ob ich einen Wechsel bräuchte und viele Menschen haben mich dazu ermutigt. Also habe ich ARMY OF ANYONE gemacht. Robert, Dean und Ray sind wirklich gute Freunde und ich habe sehr viel von ihnen gelernt. Das Ganze hat vier Jahre gedauert und war eine wundervolle Erfahrung, aber gleichzeitig habe ich gemerkt, wie sehr mir FILTER fehlen. Ich bin mit FILTER berühmt geworden, FILTER haben meine Rechnungen bezahlt, FILTER sind mein Vermächtnis. Ich verdanke FILTER quasi alles und das ist mir in dieser Zeit bewusst geworden. Der erste Schritt war diese Protest-Scheibe über einen Krieg, über den in den Staaten niemand wirklich reden möchte. Da ist der Tenor eher: "Halt‘s Maul und unterhalte mich". Die Erfahrung mit ARMY OF ANYONE war super, aber ich hätte mir gewünscht, dass das Ganze ein wenig schneller geht. Es hat wirklich verdammte vier Jahre gedauert, bis wir das Album veröffentlichen konnten. Sollte ich jemals nochmal ein Album mit den Jungs machen, dann wird das anders laufen, nach dem Motto: "Jungs, schreibt die Musik, macht alles, was ihr machen müsst, ich komme dann kurz vorbei und singe meine Vocals ein", hehe. Als "Anthems For The Damned" rauskam, habe ich mit so vielen Fans, Freunden und Journalisten telefoniert, die meinten: "Hey, danke für das Album, Dude! Wir wollen kein THE DAMNING WELL- [ominöses Projekt von Richard mit Wes Borland von LIMP BIZKIT, Danny Lohner von NINE INCH NAILS und Josh Freese von A PERFECT CIRCLE aus dem BLACK LIGHT BURNS entstanden ist] oder ARMY OF ANYONE-Album, wir wollen dich! Und das schon seit fünf Jahren, Mann! Bring alle zwei Jahre ein Album raus und geh auf Tour, verdammt nochmal!" - und darauf höre ich jetzt, ich nehme das jetzt ernst... Ähm, macht das, was ich da die ganze Zeit rede, überhaupt Sinn? Egal. Was ich damit sagen will: Jetzt sind FILTER dran, mit allem, was dazugehört.


Demnach werdet ihr also wirklich auch on the road gehen, richtig?

Ja, auch wenn wir erstmal noch ein wenig wählerisch waren. Wir spielen ein paar Dates hier und da mit Bands, die wir mögen. BUCKCHERRY z.b. sind seit langer Zeit Freude von uns. Das Gleiche gilt für PAPA ROACH, tolle Jungs! Mit ihnen haben wir auch ein paar Shows gespielt. Aber wir müssen auf jeden Fall sehr bald nach Europa kommen und mindestens einen Monat bei euch bleiben, von mir aus sogar sechs oder acht Wochen, haha. Vor allem in England und Deutschland müssen wir Gas geben. Ich will auf jeden Fall in kleinen Locations spielen, die aber gerne randvoll sein dürfen. Die Fans sollen direkt am Geschehen sein, das Ganze muss intim sein, in keinster Weise exklusiv oder so. Auf solche Shows habe ich wirklich richtig Bock! Das habe ich mir auf jeden Fall in den Kopf gesetzt.




Dann lass uns mal zurück zum neuen Album kommen. Der Song "Fades Like A Photograph" war vorab in Roland Emmerichs Zerstörungsorgie "2012" zu hören und auch Teil des Soundtracks. Ziemlich gute Promotion, muss man sagen. Wie kam es dazu?

Einer der Leute, die den Score komponiert haben, Harald Kloser, hat eines meiner Alben gehört und wollte dann unbedingt mit mir zusammenarbeiten. Aus dieser Zusammenarbeit hat sich dann eine echte Freundschaft entwickelt. Eines Tages meinte Harald, dass wir über die ganzen Erinnerungen schreiben sollten, die langsam verbleichen, die man sich aber so gerne bewahren würde. Mich hat da dieser Satz aus dem Film "Blade Runner" inspiriert: "All those moments will be lost in time, like tears in the rain". Daraus habe ich dann die Brücke zu Fotos geschlagen, die mit der Zeit auch verblassen. Die Farben werden schwächer und so. Es geht darum, dass die Welt untergeht und du sterben wirst – das ist einfach traurig. Und dieses Gefühl wollte ich irgendwie einfangen. Für mich war das auch etwas Neues, weil ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht habe, wie es wäre, wenn ich wüsste, dass ich nur noch einen Monat zu leben habe. Ich konnte mich sehr gut in den Charakter in dem Song hineinversetzen.


Wenn man sich allerdings die Lyrics zu anderen Songs durchliest, dann könnte man meinen, dass du nicht in irgendwelche Rollen schlüpfst, sondern wirklich von dir selbst singst. Ich denke da zum Beispiel an "The Inevitable Relapse", "Drug Boy" oder auch "Absentee Father".

Bevor ich endlich endgültig erfolgreich mit dem Alkohol und den Drogen aufgehört habe, was jetzt bald acht Jahre her ist, hatte ich dauernd Rückfalle. Ich habe eines Abends aufgehört zu trinken, war ein paar Tage nüchtern, habe wieder angefangen und so ging das eine zeitlang munter hin und her und rauf und runter. Und so kam es dann zu "The Inevitable Relapse", wobei der Song sehr zweigespalten aufgenommen wurde, weil ich Autotune [ein Effekt, der eine Tonhöhenkorrektur vornimmt, bekannt aus Songs wie "Believe" von CHER z.b. - d. Verf.] verwendet habe. Viele waren geschockt: "Das kannst du doch nicht machen! Das darfst du doch nicht machen!" - aber hey, wie ich schon sagte: Grenzen aufrecht erhalten ist nicht so mein Ding, sorry. Naja, es ist nur ein kleiner Effekt und der Rest des Gesangs auf der Scheibe kommt gänzlich ohne so etwas aus, aber es ist nunmal die erste Gespangsspur, die die Leute gehört haben, weil der Song im Vorfeld ausgekoppelt wurde. Viele haben wir vorgeworfen, dass ich den Originalsound schon wieder verändert habe und ich verstehe ja auch, dass das einige stört, aber es war einfach so, dass viele meiner Suffs in Schuppen stattfanden, in denen komische Pop-Mucke lief, die ich wahrgenommen habe, wie wenn ich meinen Kopf im Aquarium hätte. Das ist meine Intention hinter dem Autotune-Effekt und da habe ich einfach meinen Dickkopf durchgesetzt, obwohl ich schon geahnt habe, dass das Ärger gibt. Aber als dann "Drug Boy" online ging, sind die Kritiker verstummt, alle waren begeistert. Die Leute haben gemerkt, dass das Album nicht nur aus Autotune-Effekten besteht, sondern wirklich Arsch tritt!

nnnon

Autor: Michael Siegl [nnnon] | 25.09.2010 | 20:23 Uhr

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