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"Vertonter Generationenvertrag / Solide bei kurzer Halbwertszeit"
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Share: Band: Steelwing | ||
| Interviewpartner: Robby Rockbag | ||
Als Gewinner des 2009 ausgerichteten „Rock The Nation Award“-Bandwettbewerbs sind die Schwedischen Retro-Metaller STEELWING die erste Band, die jene Plattform als Karrieresprungbrett nutzen konnte. Seither sind nicht ganz drei Jahre vergangen, in denen die Truppe nicht nur ein hinreichend erfolgreiches Debüt namens „Lord Of The Wasteland“ veröffentlichte, sondern obendrein Touren im Vorprogramm von Schwergewichten wie BLIND GUARDIAN und ACCEPT absolvierte. Mit „Zone Of Alienation“ erscheint nun der nächste Streich der Mannen um Sänger Riley, weshalb wir Gitarrist Robby Rockbag pünktlich zum Start der Tour mit GRAND MAGUS im Münchner „Backstage“ trafen.
Hallo Robby! Heute steigt das erste Konzert Eurer Europatour – wie ist die Stimmung? Ich bin ziemlich aufgeregt! Wir waren heute den ganzen Tag unterwegs und haben neue Leute kennen gelernt, wobei wir es kaum erwarten konnten, endlich anzukommen. Jetzt freuen wir uns natürlich endlos auf die anstehende Show. Es ist jetzt fast drei Jahre her, dass Ihr den „Rock The Nation Award“ gewonnen habt – wie hat sich Eure Situation als Band seither verändert? Ja, das muss jetzt zweieinhalb oder auch schon drei Jahre her sein… Während privat alles beim Alten geblieben ist, hat sich das Leben in der Band natürlich maßgeblich verändert – wir waren schließlich nicht mehr als eine kleine Band mit höchstens ein paar Demobändern, die kleine Club-Konzerte gespielt hat. Jetzt haben wir die Möglichkeit, um die Welt zu reisen und an ernsthaften Tourneen teilzunehmen. Die Band wächst und entwickelt sich also permanent – wir verdienen damit allerdings keine Millionen, falls das Deine Frage war [lacht]. Mit Bands wie VANDERBUYST und BULLET seid Ihr heute praktisch mit dem ultimativen Old School-Metal-Paket unterwegs – wie beurteilst Du die derzeitige Metalszene? Als wir von dieser Tour und dem Line-Up gehört haben, war uns sofort klar, dass das der feuchte Traum jedes Fans von Metal der alten Schule sein würde! Jeder, der sich das entgehen lässt, verpasst etwas echt verdammt Cooles. Ich meine, jede Band, die an dieser Tour teilnimmt, hat echtes Potenzial und wir haben den größten Respekt vor sämtlichen Musikern, die hier mit dabei sind. Werdet Ihr auf dieser Tour viel von Eurem neuen Album spielen? Ja, wir spielen fast die gesamte Platte! Was kannst Du uns über das neue STEELWING-Album erzählen? Inwiefern unterscheidet es sich von seinem Vorgänger? Naja, die Idee war, die Band einen Schritt weiter zu bringen. Wir wollten das Songwriting als Ganzes verbessern und aus den Songs von unserem ersten Album lernen, um dann darauf aufzubauen. Die Songs sind jetzt kompakter und auch eingängiger und wir haben auch im Hinblick auf die Produktion einige neue Dinge ausprobiert. Was genau habt Ihr denn anders gemacht?Im Bezug auf das Songwriting haben wir uns einfach noch mehr angestrengt, um die bestmöglichen Songs zu erschaffen – eigentlich war es sogar ziemlich hart, diese Platte zu schreiben, weil wir uns ständig vor und zurück bewegt haben, um einzelne Parts umzuschreiben und zu verändern, aber im Endeffekt war es das absolut wert. Was die Produktion angeht, so ist wohl die größte Neuerung, dass wir abgesehen von Rileys Gesang sämtliche Songs gemeinsam live eingespielt haben. Alle Gitarren, Bässe und Schlagzeugspuren sind also Live-Takes mit so wenigen Overdubs wie möglich. Das bedeutet, dass alles, was kein Gitarrensolo ist, von uns jeweils in einem einzigen Take eingespielt wurde. Wir wollten das Gefühl einer Band einfangen, die gemeinsam im gleichen Raum spielt, damit es diesmal nicht so poliert klingt wie beim letzten Mal. Wenn also jemand einen minimalen Fehler gemacht hat, den nur wir hören können, dann haben wir das einfach beibehalten, weil es dazu beiträgt, dass man hört, wie dort echte Menschen Musik machen – wir wollten kein zu 100 Prozent einwandfreies Industrie-Produkt haben. Ihr würdet also nicht einen einzelnen Part so lange einspielen, bis er perfekt ist? Absolut nicht. Ich meine, hört Euch doch mal die Alben aus den 80ern an: Die haben damals noch mit Tonband gearbeitet und daher von vornherein nicht die Möglichkeit gehabt, viele Overdubs einzusetzen. Diese Songs sind alle nicht perfekt, sie enthalten Fehler, zwar keine allzu schlimmen, aber man kann eben hören, dass da ein echter Mensch spielt und nicht irgendeine Maschine. Also keine Drum-Trigger? Nein. Niemals. Mit welchem Produzenten habt Ihr denn für „Zone Of Alienation“ zusammengearbeitet? Seine Name ist [ENFORCER-Produzent]. Ich wusste bis zu unserem Zusammentreffen nur, dass er das letzte Album unserer Kumpels von ENFORCER produziert hat und als wir mit ihnen auf Tour waren, haben sie ihn uns empfohlen. Wir haben ihn allerdings zunächst überhaupt nicht in Erwägung gezogen, bis unser Management mit dem gleichen Vorschlag kam. Als wir von der Tour mit ACCEPT zurück kamen, haben wir uns mit ihm in seinem Studio getroffen. Das verlief dann wirklich gut, weil wir den Eindruck bekamen, dass dieser Mann die gleiche Vision hat wie wir und auch über den gleichen Hintergrund verfügt. Er ist allerdings gleichzeitig auch ein bekannter schwedischer Pop-Produzent und hat somit vom extremsten Death Metal bis hin zu der eingängigsten Pop-Musik, die man sich vorstellen kann, schon so ziemlich alles produziert. Seine weitreichende Erfahrung in den verschiedensten Stilen war natürlich sehr gut für uns. Ist die schwedischen Old School-Metalszene denn derzeit besonders stark? Naja, ich würde sagen, dass sie noch immer sehr stark im Underground verwurzelt ist. Bands wie wir, ENFORCER oder WOLF gehören immer noch zum musikalischen Untergrund, aber ich glaube auch, dass das so sein muss. Für Euer neues Album habt Ihr Euch von diversen Science Fiction-Filmen der 80er inspirieren lassen. Welche waren das denn? Das offensichtlichste Beispiel ist wohl „The Running Man“, denn da haben wir ja auch den Titel direkt vom Film übernommen. Das ist ein absoluter Arnold Schwarzenegger-Klassiker und wir hatten das Gefühl, dass das Thema einfach gut zu einem Metal-Song passen würde. „Blade Runner“ haben wir natürlich auf verarbeitet, denn an diesem Film kommt kein Science Fiction-Fan vorbei. Der Sänger einer Londoner Metal-Band sagte mal, dass es ihm ein bisschen komisch vorkommt, dass keine der derzeit aufstrebenden Metal-Bands, die sich oft stark an IRON MAIDEN orientieren, aus England kommt. Wie siehst Du das? Das ist in der tat etwas seltsam. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, könnte ich keine einzige aktuelle britische Band nennen, die ähnliche Musik macht wie wir. Das ist wirklich ziemlich eigenartig. Eine Journalistin des britischen „Metal Hammer“ schrieb mal, dass wir das Heavy Metal-Äquivalent zu Fish und Chips sind: Wir sind englischer als die meisten Engländer, aber letztendlich kommen wir nicht mal aus England [lacht]. Normalerweise wäre an dieser Stelle eine Frage zu Euren Tour-Aktivitäten angebracht, aber das erübrigt sich wohl… Was muss der STEELWING-Fan sonst noch wissen?Ihr solltet Euch diese Tour auf keinen Fall entgehen lassen und auch nicht unsere Tour die wir mit SKULL FIST als Headliner durchziehen werden, denn das wird großartig! Auf der Tour mit GRAND MAGUS können wir allerdings nur eine sehr kurze Setlist spielen, weil wir fünf Bands sind und da die Spielzeit etwas zusammen gestrichen werden muss. Wie stehst Du denn zu solch großen Tourpackages wie dem jetzigen, denn die Bühnenzeit darunter leidet? Das ist ein zweischneidiges Schwert. Es funktioniert in unserem Fall bestens, aber wenn man zu sechs oder sieben Bands kommt, dann wird es langsam ein bisschen viel. Es muss allerdings heute so sein, da keiner mehr wirklich das Geld hat, um kleinere Touren zu finanzieren. Mancher behauptet, dass nur noch im Live-Sektor ernsthaft Geld zu machen sei… Das stimmt wahrscheinlich. Wir haben mit unserem letzten Album zwischen 10.000 und 20.000 CDs verkauft und das ist ein verdammt guter Anfang. Glaubst Du, dass Ihr vor zehn bis 15 Jahren mehr CDs verkauft hättet? Das kann schon sein, denn das war die Zeit, als HAMMERFALL gerade ihren Durchbruch hatten. Damals war es ziemlich beeindruckend, dass sie mit ihrem Debüt eine Viertelmillion CDs verkauft haben, denn um 1997 war der Power Metal nahezu tot. Damit sind wir schon fertig – würdest Du gerne noch etwas hinzufügen? Haltet weiter dem Metal die Treue und checkt STEELWING aus! Wenn wir mit dieser Tour fertig sind, haben wir ein paar weitere Neuigkeiten für Euch, also behaltet unsere Facebook-Seite im Auge! Vielen Dank! Metalviech | ||
| Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 09.01.2012 | 13:43 Uhr | ||
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Was genau habt Ihr denn anders gemacht?
Normalerweise wäre an dieser Stelle eine Frage zu Euren Tour-Aktivitäten angebracht, aber das erübrigt sich wohl… Was muss der STEELWING-Fan sonst noch wissen?






