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Interviewpartner: Roberto Dimitri Liapakis

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MYSTIC PROHECY sind zurück. Mit „War Brigade“ haben die süddeutschen Metaller ein echtes Powerbrett vorgelegt. Kein Wunder, dass Sänger Roberto-Dimitri „Lia“ Liapakis bester Dinge und auf die Fan-Reaktionen mehr als gespannt ist, als er kurz vor der Release-Show durchklingelt.


Eure neue Scheibe ist wahrscheinlich die abwechslungsreichste MYSTIC PROPHECY-LP seit langer Zeit. Von thrashigen Songs über die für Euch typischen Metal-Hymnen bis hin zu einer waschechten Powerballade ist alles vertreten. Woher kamen die Inspirationen für diese Bandbreite?


Im Grunde legen wir einfach los. Wenn wir eine Idee haben, nehmen wir sie auf und lassen sie eine Zeit lang liegen. Wenn sie nach einigen Wochen immer noch zündet, arbeiten wir sie weiter aus. In diesem Prozess kommt es sehr auf Ehrlichkeit innerhalb der Band an. Mir ist brutal wichtig, dass man tatsächlich seine Meinung vertritt. Wenn mich jemand fragt: „Lia, wie findest du meine Band?“ Und ich sage: „Eigentlich gut, aber dieses oder jenes finde ich nicht so toll“, dann wäre es ganz schön übel, wenn es anschließend hieße: „Der Lia ist ein Arschloch“. Schließlich bin ich ja gefragt worden. Aber zurück zur Frage. Ich habe dieses Mal eine Hälfte der Songs mit Markus und die andere mit Laki geschrieben. Beides tolle Gitarristen, die aber jeweils einen sehr unterschiedlichen Ansatz verfolgen. Daher rührt der große Facettenreichtum. Aber natürlich ist die Band auch über die Jahre gereift. Wenn man weiß, was man will und selbstkritisch genug ist, kann man eben auch gute Songs schreiben, mit denen man zufrieden ist.


Liest Du eigentlich Rezensionen über Deine Musik?

Ich lese alles, was über die Band veröffentlicht wird. Letztlich möchte ich ja herausfinden, was die Leute von meiner Musik halten. Ich nehme das sehr ernst. Schließlich bin ich auch wahnsinnig dankbar dafür, dass die Fans seit Jahren unsere Scheiben kaufen. Das hört sich immer so locker an, aber für mich ist das immer noch etwas ganz Besonderes, dass jemand in den Laden geht und 15 Euro auf den Tisch legt, um sich unsere Scheibe zu besorgen. Das ist vor allem heute keineswegs selbstverständlich.




Wer ist die „Metal Brigade“ und warum huldigt Ihr dieser Einheit auf solch spezielle Art?

Es geht um die Fans und die Metal-Szene im Allgemeinen. Im Text reihe ich die wichtigsten Metal-Scheiben und Persönlichkeiten aneinander. Das ist ein Statement für diese Musik, den Lebensstil und wiederum ein Dankeschön an die Fans.


In „Good Day To Die“ geht es um die spartanische Art der Kriegsführung. Was fasziniert Dich daran?

Die Spartaner wurden mit sieben Jahren zu Killermaschinen ausgebildet, die keine Angst haben. Die perfekten Soldaten. Wenn sie eine Schlacht geschlagen haben, deren Ziel es war, das eigene Volk zu verteidigen, erkannten sie für sich darin den perfekten Tag, um zu sterben, also in dieser Schlacht zu fallen. Die Mütter der Soldaten gaben ihren Söhnen den Rat mit, als Sieger zurückzukehren oder auf dem Schlachtfeld zu fallen. Nach einer Schlacht haben sie sich angeschaut, an welcher Stelle die Gefallenen verwundet worden sind. Befanden sich die Wunden am Rücken, haben die Mütter ihre toten Kinder von den Vögeln fressen lassen.


Hast Du keine Sorge, dass man Dir vorwerfen kann, diese doch sehr fragwürdige Art der Erziehung zu glorifizieren?

Ich glorifiziere ja nichts, sondern stelle nur dar. Die Darstellung kommt zu dem Schluss, dass dieses Volk nicht böse war oder aus mordlüsternen Maschinen bestand, sondern in erster Linie ausgebildet wurde, um das eigene Volk zu schützen. Natürlich kann man die Art und Weise insgesamt für fragwürdig halten, aber jetzt sei mal ehrlich: Heute schicken wir Drohnen in andere Länder und töten auf ziemlich niederträchtige Art lauter Unschuldige in dreckigen Kriegen. Die Spartaner haben hingegen Mann gegen Mann gekämpft und der Sieger hat eben überlebt. Ich weiß nicht, ob das, was wir heute tun, moralisch so überlegen ist. Die außenpolitischen Probleme damals waren jedenfalls nicht zu unterschätzen. Hätten die Spartaner seinerzeit den Perservorstoß nicht mit ihrem Himmelfahrtskommando aufgehalten, in dem wenige Griechen gegen tausende Perser standen, würde Europa heute möglicherweise anders aussehen. Darum geht es in „Fight For One Nation“. Aber wie gesagt: Es ist eine historische Darstellung – nicht mehr.


Warum wechselst Du in „10.000 Miles Away“ plötzlich in die deutsche Sprache?

In dem Song geht es um meinen Sohn. Die letzte Ballade habe ich vor elf Jahren geschrieben. Der Junge ist jetzt elf Jahre alt. Und in diesem speziellen Song steht jede Strophe für ein Jahr seines Lebens. Weil ich viel unterwegs bin, verpasse ich viel zu viel davon. Damit diese Hommage bei ihm auch so persönlich rüberkommt, wie sie gedacht ist, habe ich sie teilweise auf Deutsch verfasst.


Neun Alben in 15 Jahren sind eine anständige Schlagzahl. Wie schafft Ihr es, genug Abstand zu vorhergegangenen Veröffentlichungen zu halten, um frisch ans neue Songwriting zu gehen und wie oft kommt es vor, dass Euch neue Songs plötzlich bekannt vorkommen, weil ihr Parts davon schon mal auf älteren Alben hattet?

Das bekommt man gottlob schnell mit. Manchmal weiß ich zwar nicht auf Anhieb, welcher unserer 120 Songs den betreffenden Part enthält, aber sobald uns so etwas auffällt, suchen wir umgehend nach dem Song und finden ihn auch meist schnell. Manchmal ähnelt sich auch die Struktur zweier Songs. In diesem Fall muss man aufpassen, dass das Riffing nicht zu ähnlich ist. Auf so etwas achten wir in der Tat. Und dann ist es ja auch so, dass man – wie bereits erwähnt – immer wieder mit anderen Inspirationen konfrontiert wird und sowohl als Band wie auch als Songwriter wächst.


Schaut man auf Chart-Dotierungen, sehen die Zeiten für Metal-Bands offenbar rosiger aus als je zuvor. Geht die Entwicklung wieder zurück zum Tonträgerkäufer?

Nein, das glaube ich nicht. Die Charts werden ja seit einigen Jahren nicht mehr über verkaufte Stückzahlen gesteuert, sondern über Einnahmen. Wenn ich zum Beispiel eine Spezialbox mache, die 50 Euro kostet und davon 500 Stück verkaufe, muss eine andere Band in der selben Zeit 2.500 CD's verkaufen, um da heranzukommen. Insgesamt müssen die Bands heute wieder viel mehr machen als früher. Man muss dauernd touren, weil die Tonträger sich einfach nicht mehr verkaufen. Jeder hat einen regulären Job und an den Wochenenden knubbeln sich die Gigs von vielen Acts, die sich gegenseitig die Fans abgraben.
Hinzu kommt, dass kleine Labels reihenweise von Majors geschluckt werden und sie nur so lange halten, wie sie noch ein wenig Geld abwerfen. Mit einem Metalalbum kannst Du heute nicht mehr viel verdienen, da keine Singles darin stecken. Pop-Acts können da noch anders agieren, da sie vor dem Album-Release noch drei bis vier Singles veröffentlichen, die sich schon ein paar Millionen Mal verkaufen. Am Ende wird das Album zusätzlich rausgehauen und verkauft sich auch noch ein paar Millionen Kopien. Aber selbst in der Pop-Szene gibt es ja nur ganz wenige echte Größen.
In unserer Szene wiederum steuern wir auf ein großes Problem zu. Wenn irgendwann die großen alten Metalbands wie IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST verschwunden sind, wird ein riesiges Loch entstehen, das auch populäre Bands wie IN FLAMES nicht ansatzweise werden füllen können. Die meisten Bands werden auf der Hobby-Ebene arbeiten. Am Ende wird es darauf hinauslaufen, dass es vielleicht drei Metal-Labels geben wird, die den Markt steuern. Aber das ist natürlich auch ein Grundproblem. Dass man das Ganze heute als Markt wahrnimmt. Das war vor 20 Jahren noch nicht der Fall. Die Frage ist also, haben die früher alles richtig gemacht oder machen wir heute alles falsch?


Nun, ich denke, dass Musiker und Kunst allgemein früher einen ganz anderen Stellenwert hatten, oder?


Genau. Was aber auch daran liegt, dass heute jeder weiß, dass vieles nicht mehr ehrlich ist. Studiotechnik, am Reißbrett entworfene Künstler, alles Playback. Wenn die jungen Leute nur i-Tunes-Mucke kennen, die sich immer gleich anhört – egal, ob die Produktion 1.000 Euro oder eine Million Euro gekostet hat.


Eure Release-Show findet am 20. März in Bochum statt. Eigentlich solltet Ihr mit Orden Organ auf Tour gehen, seid aber kurz vor dem Start abgesprungen. Auf Eurer Facebook-Seite gab es hierzu eine sehr kurze Begründung. Kannst Du ein wenig mehr Licht ins Dunkle bringen?


Ich möchte jetzt nicht unfair sein und schmutzige Wäsche waschen. Das haben wir auch unter den beteiligten Bands so ausgemacht. Letztlich ist der ursprüngliche Deal wenige Wochen vor Tourbeginn geplatzt. Wichtig ist mir aktuell nur, dass alle Leute, die Tickets für die Orden Ogan Show in der Matrix haben, am 20. März auch umsonst unsere Release-Show in Bochum besuchen können. Wir möchten den Fans damit einfach sagen, dass wir sie nicht vergessen und mit ihnen richtig schön abfeiern wollen.




Worauf können wir uns in Sachen Tour und Festival-Präsenz dieses Jahr bei Euch freuen?

Ende September werden wir für zwei Wochen auf Tour gehen und zwar zusammen mit einer richtig großartigen Band. Seid gespannt! Es ist eine Menge in Planung. Einige Festivals sind schon bestätigt, aber wir dürfen das natürlich jetzt noch nicht publik machen, da die Veranstalter das ja über ihre offiziellen Statements verkünden wollen.


Wenn Du in 25 Jahren auf Deine Karriere zurückblickst - was würdest Du gerne über MYSTIC PROPHECY sagen?

Wir haben versucht, die Leute zum Metal zu bringen und zwar ohne Kompromisse. Es ist doch so: Wenn du auf der Bühne stehst und siehst, we die Leute unten abgehen und glücklich nach Hause gehen, dann ist das doch das Größte – oder nicht?


Na – auf jeden!

Mattaru

Autor: Marcus Italiani [Mattaru] | 19.03.2016 | 10:28 Uhr

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