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Interviewpartner: Rolf Kasparek

Im Jahr 2009 beendeten die norddeutschen Heavy Metal-Piraten ihre Karriere nach 30 Jahren auf dem damaligen „Wacken Open Air“ und angesichts der Größe des Abschiedskonzerts und den entsprechend unmissverständlichen Aussagen von Bandkopf Rock ’n’ Rolf schien das auch eine reichlich endgültige Sache zu sein. Nur drei Jahre später sieht die ganze Angelegenheit allerdings schon wieder deutlich anders aus, denn Frontmann Kasparek hat inzwischen beschlossen, die schon lange zum Solo-Projekt umstrukturierte Truppe zu reaktivieren und kehrt mit einem neuen Album namens „Shadowmaker“ ins Licht der Öffentlichkeit zurück. Wir hatten das Vergnügen, uns mit dem sympathischen Alt-Piraten kurzzuschließen, damit er uns die Gründe für seinen nicht gerade voraussehbaren Sinneswandel darlegt…






Hallo Rolf und vielen Dank für Deine Zeit! Bring uns doch zu Anfang auf den aktuellen Stand der Dinge: Warum hast Du RUNNING WILD vor drei Jahren auf Eis gelegt?

Im Anschluss an die letzte Tour haben wir ja das Projekt TOXIC TASTE angefangen – das war 2005 – und da habe ich festgestellt, wie einfach es sein kann und wie gut es sich anfühlen kann, Songs zu schreiben. Ich habe damals in sehr kurzer Zeit an die 80 Songs für diese Band geschrieben, weil da eine Idee nach der anderen einfach aus mir raus gekommen ist. Beim letzten Album für RUNNING WILD habe ich mich hingegen sehr schwer getan und auch viele Ideen immer wieder verworfen, weil sie mir einfach nicht gut genug waren, weshalb es ein sehr schwieriger Prozess war, dieses Album zu schreiben. Ich musste das aber machen, weil ich einen Vertrag mit G.U.N. Records zu erfüllen hatte. Nach der letzten Tour zu „Rogues En Vogue“ reifte dann aber langsam die Idee heran, dass ich gerne mal eine Pause mit RUNNING WILD einlegen würde. Das lief dann einige Jahre so, bis die Veranstalter des „Wacken Open Air“ an mich herantraten und mir anboten, das Ende von RUNNING WILD mit unserem 30. Jubiläum und dem 20. Geburtstag des „W:O:A“ zusammenzulegen. Mir gefiel der Gedanke, die ganze Sache dort auch für die Fans offiziell beenden zu können – für mich selbst waren RUNNING WILD zu diesem Zeitpunkt ja eigentlich schon seit drei Jahren Geschichte.


Und wie kam es dann zum Neustart?

Tja, um 2010 kamen dann mehrere Plattenfirmen mit der Idee auf mich zu, altes Material der frühen Platten neu Aufzunehmen, weil unsere Alben, die auf Sanctuary Music erschienen sind, ja nicht mehr erhältlich sind. Das sollte dann auf zwei CDs à zehn Titel aufgeteilt werden und um das auch für alte Fans, die die Originalaufnahmen noch besitzen, interessant zu machen, sollten da auch ein paar neue Songs als Bonustracks drauf. Der erste Song, den ich dann geschrieben habe, war auch der erste Song von „Shadowmaker“, nämlich „Piece Of The Action“ – für den habe ich nur 10 Minuten gebraucht – und den fand ich dann so stark, dass ich ihn nicht als Bonustrack verwenden wollte, weshalb ich ihn erstmal zur Seite gelegt habe. Als zweiten Song habe ich dann „Riding On The Tide“ geschrieben und auch der war mir als reiner Bonustrack einfach zu gut [lacht]. Ich habe dann mit den Plattenfirmen gesprochen und ihnen erklärt, dass die vier Titel, die ich jetzt geschrieben habe, als Bonustracks einfach zu stark sind – auf der anderen Seite sind vier Titel aber auch schon fast ein halbes Album und wenn ich ein halbes Album schreiben kann, dann kann ich auch ein ganzes schreiben. Da man die Verkaufszahlen eines neuen RUNNING WILD-Albums natürlich besser einschätzte als die einer reinen Best-Of, waren die Plattenfirmen natürlich begeistert. Für mich war aber das wichtige, dass sich das Schreiben der Songs wieder so anfühlte, wie es sich anfühlen muss. Wenn ich auf Songs wie „Under Jolly Roger“, „Riding The Storm“ und „Bad To The Bone“ zurückblicke, dann sind das alles Nummern, die in sehr kurzer Zeit entstanden sind. Das einzige Lied, für das ich diesmal ein bisschen länger gebraucht hatte, war „Dracula“: Ich hatte für Arrangement usw. drei bis vier Tage eingeplant, aber auch der war in zwei Stunden fertig – alle anderen Songs haben also im Schreibprozess nicht länger als eine halbe Stunde gebraucht. Mit TOXIC TASTE haben wir nur das gemacht, was wir wollten und diese Möglichkeit des totalen Abschaltens habe ich rückwirkend betrachtet einfach gebraucht, um mit RUNNING WILD weitermachen zu können. Als ich beim Schreiben gemerkt habe, dass auch der Spaß für RUNNING WILD zurück ist, war klar, dass dies das Richtige sein würde.


Welchen Projekten und Bereichen hast Du Dich denn noch in der Zeit nach RUNNING WILD gewidmet?

Naja, eben TOXIC TASTE – das ein sehr kleiner Rahmen, weil wir wirklich alles selbst gemacht haben. Das Album ist auch erst 2009 im Eigenvertrieb erschienen. Wir wollten da auch gar nichts Größeres draus machen, weil es uns nur darum ging, uns auszuprobieren. Musikalisch gesehen war das sehr punkig mit Rock ’n’ Roll-Einschlag, vom Image her ging es aber eher in die Science Fiction-Ecke. Wir hatten das richtig ausgearbeitet und jeder hatte seine eigene Haarfarbe: Ich hatte Rot, Peter Jordan als zweiter Gitarrist hatte Grün, der Basser war lila und der Drummer blau – wie gesagt, das war ja alles nur Spaß. Im Endeffekt war das ja auch irgendwo RUNNING WILD, denn Matthias [Liebetruth, Anm. d. Red.], unser Drummer, war dort der Sänger [lacht]. Interessanterweise habe ich als Musiker, Produzent und Songwriter bei diesem Projekt sehr viel über mich gelernt. RUNNING WILD mache ich ja schon sehr lange und somit lässt sich dort eine eingefahrene Routine kaum verhindern. Bei TOXIC TASTE war hingegen alles neu und man konnte mal wieder Dinge ausprobieren – die mehrstimmigen Chöre, die man auf „Shadowmaker“ hören kann, haben wir z.B. erstmals bei diesem Projekt ausprobiert und dann für RUNNING WILD übernommen. Mit „Me + The Boys“ ist ja auch ein Song auf dem Album, der eigentlich aus dem Pool von TOXIC TASTE stammt – er war mir dann aber zu Metal-mäßig. Musikalisch ist diese Nummer eine Verneigung vor den Helden meiner Kindheit, nämlich SLADE. Es gab dann noch ein zweites Projekt, das wir für den Verlag der EMI Electrola angefangen hatten – das ist aus so einer Library-Geschiche entstanden, die Peter betreut hat. Wenn jemand z.B. eine Racing-Sendung produziert und er braucht noch Musik dafür, kann er etwas aus diesem Pool nehmen. Er frage mich dann, ob ich nicht Lust hätte, zu einem dieser Songs einen Text zu schreiben und nachdem wir das ausprobiert hatten gefiel es EMI Electrola so gut, dass sie es nach Englang geschickt haben. Die Email, die von dem englischen Verlag zurück kam, enthielt nur ein Wort und das war “awesome“. Das ist ein Metal- und Hard Rock-Projekt, bei dem ich nur die Texte schreibe und singe. Allerdings kam dann RUNNING WILD und wenn ich das schon mache, dann hat es natürlich auch oberste Priorität – die anderen Sachen müssen jetzt warten. Es gibt allerdings schon einige Plattenfirmen, die an dem Projekt sehr interessiert sind.


Hast Du beim Schreiben der Songs für „Shadowmaker“ eigentlich irgendeine Form von Erwartungsdruck verspürt?

Eben gar nicht! Ich habe noch nicht einmal – und das macht man sonst als Musiker eigentlich immer, wenn man schon ein bisschen länger dabei ist – an solche Dinge gedacht wie ob das Verhältnis von schnellen und langsamen Songs auf dem Album passt. Die Ideen waren einfach da und ich habe genau die Songs geschrieben, die aus mir herausgesprudelt sind. Diese zehn Songs haben dann letztendlich das Album ausgemacht und interessanterweise sind sie ja auch sehr unterschiedlich geworden. Wir haben dann auch im Produktionsprozess versucht, jedem Song ein eigenes Gesicht zu werden – heute, im digitalen Zeitalter, wird es ja gern so gemacht, dass eine Platte vom ersten bis zum letzten Song gleich klingt, aber da stehe ich eigentlich gar nicht drauf. Als ich die Songs geschrieben habe war für mich aber von vornherein klar, dass „Piece Of The Action“ der Opener sein würde und es stand dann auch sehr schnell fest, dass „Shadowmaker“ der Titelsong wird. Was ich sagen will, ist, dass ich das gar nicht groß geplant habe, sondern die Dinge ganz natürlich ineinander gepasst haben.


Wie kommt es, dass das Piraten-Thema diesmal weniger präsent ist als auf den stilbildenden RUNNING WILD-Alben?

Naja, zwei Songs zu dem Thema sind ja drauf, nämlich „Riding On The Tide“ und „Sailing Fire“, aber ich hatte eben diese „Shadowmaker“-Idee. Mir war auch von vornherein klar, dass Piraterie diesmal kein Thema für das Artwork sein würde. Es gibt aber auch andere Alben, auf denen man nur wenige Songs zu dem Thema findet: „Blazon Stone“ hat mit „Slavery“ genau einen und auf „Pile Of Skulls“ gibt es glaube ich zwei. Das Album, wo am meisten zu dem Thema drauf ist, ist wohl „Port Royal“, weil ich damals eine Menge Bücher zu dem Thema gelesen hatte – auch durch „Under Jolly Roger“ – weshalb wohl so vier bis fünf Titel dazu drauf sind. Ich habe das aber auch für das neue Album nicht geplant, das kam mehr durch die Riffs: Für „Riding On The Tide“ hatte ich eben diese Riff-Idee und das fühlte sich für mich gleich so an – genauso habe ich dem Song „Locomotive“ schon in der Demophase diesen Namen gegeben, weil er sich für mich so anhörte.


Welche Themen haben dich denn dann beim Schreiben der Texte beschäftigt?

Ganz verschiedene: Mit „Into The Black“ und „Black Shadow“ gibt es noch zwei weitere Songs, die an das „Shadowmaker“-Thema angrenzen. Das sind Songs, die ich über den Zustand der Welt und die Entwicklung, die die Menschheit nimmt, geschrieben habe. „Into The Black“ z.B. beschäftigt sich eben damit, wie wir immer weiter in die Schwärze geraten, ohne das selbst wirklich zu merken. Das Gleiche gilt für „Black Shadow“. Dabei beschäftigt es mich, dass es ja immer zwei Möglichkeiten gibt, mit den Dingen umzugehen: Erstmal ist alles im Leben neutral und man kann es für sich nutzen, es bleibt nur die Frage, ob man der Herr oder der Sklave der Sache wird. „Shadowmaker“ ist ein Song, der auf der einen Seite – das sieht man schon am Cover – dieses Science Fiction-Thema hat, andererseits reicht er aber auch in die Zeit zurück und basiert auf der Bibel. Da habe ich an die Passagen gedacht, in denen es um den Tag des jüngsten Gerichts geht. Der „Shadowmaker“ ist also der Schuldeneintreiber des Universums. „Me + The Boys“ und „Piece Of The Action“ sind dagegen eher Party-Songs wobei die Textstelle “me and the boys we love that noise“ wohl schon alles sagt. „I Am Who I Am“ ist der erste Titel, der autobiographische Züge trägt und meine Lebensphilosophie darlegt und ausdrückt, wie ich das Leben betrachte – ich bin eben jemand, der immer hinter den Vorhang guckt und nicht viel auf den ersten Eindruck gibt.


Ist „Shadowmaker“ eine einmalige Sache oder sind RUNNING WILD tatsächlich wieder da?

Es wird auf jeden Fall ein zweites Album geben, denn ich habe auch einen Vertrag über zwei Alben gemacht. Es ist auch schon einiges an Material dafür vorhanden, allerdings kann ich aus Zeitgründen im Augenblick nicht daran arbeiten. Das Songwriting geht allerdings im gleichen Stil weiter, wobei ich finde, dass jetzt ein paar Sachen dabei sind, die sogar noch besser sind. Das läuft alles ganz locker und das ist es ja auch, worauf es mir ankommt, denn bei „Rogues En Vogue“ viel mir das Schreiben eben nicht mehr so leicht. So lange ich den Spaß daran habe und es auch gut läuft, mache ich aber auf jeden Fall auch weiter.


Du hast im Vorfeld der Veröffentlichung von „Shadowmaker“ verlauten lassen, dass es in diesem Jahr auf keinen Fall irgendein RUNNING WILD-Konzert geben werde. Woran liegt das?

Ganz einfach: Die Promotion für das Album wird mich mindestens bis zum Sommer beschäftigen und damit sind die Festivals ja schon mal vom Tisch. Der zweite Grund ist, dass ich ja wie erwähnt noch ein Projekt mit Peter Jordan am laufen habe, das wir jetzt in der Mitte aufhören mussten, aber weil wir das auch weiterführen wollen soll das natürlich auch noch fertig werden. Und letztendlich sind RUNNING WILD ja auch keine eingespielte Band – wir haben seit 2009 kein Konzert mehr zusammen gespielt, weshalb es einer ganz langen Phase der Vorbereitung bedarf. Wir müssen nicht nur die Setlist zusammenstellen, sondern auch die Band und die Termine der involvierten Musiker abstimmen. Es ist also ein enormer Zeitaufwand, die Band so zusammenzubringen, dass wir tatsächlich auch auftreten können.


Aber RUNNING WILD werden auf die Bühne zurückkehren?

Ja, es wird auf jeden Fall eine Tour geben, das steht sogar schon fest. Allerdings wurden da noch keine Details besprochen – es gibt schon etliche Festivalangebote für 2013, aber da kann ich mich im Moment geistig gar nicht drum kümmern, weil ich mitten in der Promotion zu „Shadowmaker“ stecke und da wird es noch etliche Aktionen geben.


Damit sind wir auch schon am Ende angekommen – möchtest Du gerne noch etwas hinzufügen?

Es wird drei exklusive Autogrammstunden mit mir geben: Am 20.4. im „Hot Shot“ in Hannover, am 23.4. in Bremen im „Hot Shot“ und 24.4. im Saturn in Hamburg – ich glaube, das geht jeweils um 17:30 Uhr los. Ansonsten hoffe ich natürlich, dass jeder den gleichen Spaß haben wird, das Album zu hören, wie ich ihn hatte, die Platte zu machen.


Vielen Dank!

Metalviech

Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 14.04.2012 | 10:26 Uhr

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