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Interviewpartner: Ross Dolan

“Majesty and Decay“ könnte für IMMOLATION den großen Wurf bedeuten. Album Nummer acht klingt zwar keinen Deut kommerzieller als vorangegangene Werke, aber dafür hat sich die Death Metal Institution vom Branchenriesen einkaufen lassen, um auch in Sachen Marketing endlich auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen. Entsprechend gut gelaunt und auskunftsfreudig präsentierte sich Langhaaruntier und IMMO-Chef Ross Dolan, den wir mit unseren Fragen löcherten.



Ross, was habt ihr im Vergleich zum letzten Album prinzipiell geändert?

Ich denke, was die Leute zuerst bemerken werden, ist die Produktion, denn sie ist auf dem neuen Album wirklich großartig geworden – wahrscheinlich die beste, die wir bis dato hatten. Das gestattet den neuen Songs, sich voll zu entfalten und kraftvoll zu wirken. Musikalisch und lyrisch handelt es sich bei „Majesty And Decay“ um ein sehr düsteres Album, das sehr heavy und in vielen Belangen ausgesprochen extrem klingt. Wir haben uns logisch weiterentwickelt und das, was wir auf „Shadows In The Light“ getan haben, verbessert. Das Album enthält immer noch alle IMMOLATION-Trademarks, besitzt aber mehr Feeling als vorhergegangene Alben. Auch textlich hat sich einiges verändert. Die Lyrics sind sehr wütend, ehrlich, intensiv und real. Auf den letzten beiden Alben haben wir das bereits angeschnitten und nun weiterentwickelt.


Genau wie MORBID ANGEL und NILE ist IMMOLATION eine der ganz wenigen Bands mit einem völlig eigenständigen Sound, der sich Schritt für Schritt entwickelt hat. Euer Debüt „Dawn Of Possession“ klang noch wie das typische amerikanische Death Metal Album der frühen Neunziger, während jede Scheibe seit „Close To A World Below“ den typischen IMMOLATION-Lava-Geist atmet. Wie kreiert man solche Massivität?

Nun, wie du schon gesagt hast, ist es eben eine Entwicklung. Die hat wiederum mit dem Erwachsenwerden in menschlicher und musikalischer Hinsicht zu tun. Wir lernen aus unseren Fehlern und wissen, wie wir das Songwriting am besten angehen, um bessere Kompositionen abzuliefern. Wir denken nicht viel darüber nach. Es passiert einfach – und wir sind für das Feintuning zuständig. Nach 22 Jahren haben wir eine ziemlich genaue Vorstellung davon wie die Band klingen soll. Und mit der Zeit wird es einfacher, das zu erreichen, glaub es oder nicht. Zum Beispiel durch die Möglichkeit, Riffs und Song per Computer aufzunehmen und auszutauschen. Früher haben alle Bandmitglieder im Proberaum vor sich hin gelärmt und erst im Studio gehört, was sie da eigentlich spielen Das ist nun anders.


Das Textkonzept des neuen Albums hört sich ziemlich nihilistisch an. Glaubt ihr wirklich, dass die Menschheit die große Plage auf unserem Planeten ist?

Eigentlich ist es eine Bestandaufnahme dessen, was in der Welt abgeht und welch zerstörerische Kraft die Menschheit in den Jahren, die sie auf der Erde weilt, gewesen ist.
Nihilistisch sind die Lyrics nicht, weil ich schon denke, dass wir uns noch zum Besseren verändern können. Der Mensch ist zu viel Gutem, aber auch zu viel Bösem fähig sind. Es liegt eben an uns. Das Album richtet sich gegen Leute, die hinter den Kulissen manipulieren, Leute die große Macht besitzen und Kontrolle ausüben. Ob das nun Konzerne, Politiker oder Religionen sind, spielt keine Rolle. Es kommt auf dasselbe heraus. “Majesty and Decay” handelt von der dunklen Seite der Macht und dem, was sie uns kostet. Ob wir die größte Seuche für den Planeten sind – nun, es könnte sein; die Zeit wird es zeigen. Der Song “The Purge” handelt davon und basiert eigentlich auf dem gleichen Konzept wie “World Agony”, den wir im Prinzio nur auf die nächtste Stufe gehievt haben. Wir sind keine pessimistischen Leute, aber realistisch genug, um die Dinge so zu sehen wie sie sind.


Wie real ist die Wut in Lyrics und Musik bzw. welche künstlerische Perspektive steckt hinter dem Konzept?

Die in den Songs transportierten Gefühle sind ehrlich. Aber ich bin keiner dieser armen Typen, die mit der Welt hadern. Doch es gibt so viele Dinge, die mich vor allem als Death Metal Künstler beeinflussen, Dinge die mich extrem erzürnen. Wir sind wütend, weil viele Menschen sich den Fakten um sie herum verweigern, sich ihrer Selbstsucht hingeben und sich nicht um andere Menschen scheren. Wir finden die Verlogenheit der meisten Leute zum Kotzen, ebenso wie die Unverschämtheit mancher Menschen, anderen Leuten einfach ihre Vorstellungen aufzudrängen. Wenn wir diese Wut kanalisieren, kommt am Ende ein IMMOLATION-Album heraus.



Viele der in den Texten diskutierten Themen handeln von bestimmten religiösen Aspekten. In einer Zeile singst du “A God of love, a God of war, the Gods will tear us down”. Warum glaubst du das?

Es gibt auf dem Album drei Songs, die sich speziell mit diesem Thema beschäftigen: “Power and Shame”, “The Comfort of Cowards” und den, aus dem du zitiert hast: "Divine Code”. In Letzterem geht es um religiösen Fanatismus und wie selbiger Menschlichkeit auslöscht und durch zerstörerisches Handeln ersetzt. Ich denke, Religion ist zurzeit ein sehr gefährliches, rigides und unterdrückendes Element in der Welt. Religion verleugnet zu Teilen wissenschaftliche Ergebnisse oder Forschungen und will als Gegenpol eine ganze Generation von ignoranten Menschen erschaffen, die ihre Fantasiegeschichten eher glauben als das, was tatsächlich um sie herum geschieht. Das macht mir Angst. Es ist schlimm, wenn diese Unwahrheiten heutzutage Kindern unter dem Deckmantel des “intelligent design” als Alternative zur Evolution aufgezwungen werden. So etwas ist furchtbar und abstoßend und muss gestoppt werden! Die Zeilen, die du zitiert hast, sprechen die Wahrheit und ich denke, jeder mit gesundem Menschenverstand wird problemlos verstehen, was ich meine.


Glen Benton, der ähnliche Überzeugungen vertritt, meint noch etwas anderes. Jüngst gab er in einer Mainstream-Postille von sich, dass er sich ausschließlich für Florida-Death Metal interessiere, andere Szenen schlichtweg irrelevant für den Death Metal seien. Schlechte Nachrichten für euch? Wie wichtig ist die Florida-Szene tatsächlich?

Also erstmal: Die meisten Florida-Bands wie CANNIBAL CORPSE, MALEVOLENT CREATION, DEICIDE und ANGEL CORPSE, um nur ein paar zu nennen, stammen ursprünglich gar nicht aus Florida, also verstehe ich das Statement nicht. Ich denke auch nicht in solch regionalen Bezügen, wenn es um Musik geht. Wenn man “Florida Death Metal” sagt, ist meist der Morrissound-Sound gemeint. Das ist identisch mit dem “schwedischen“ Sound, der sich auf das Sunlight Studio bezieht. Es ist also das Studio gemeint, nicht die Region. Bands sind gut oder schlecht, egal woher sie stammen. Wir sind Teil der New Yorker Death Metal-Szene, aber unser Gitarrist Bill lebt in Florida und unser Drummer Steve in Ohio. Also ist mein Standpunkt: Völlig egal, wo wir leben – wir sind und bleiben IMMOLATION.


Okay, dann entfernen wir uns von den Regionen und wenden uns den Stilistiken zu. Was hältst du von der „new Extreme“? Welches Potenzial ist dort erkennbar?

Ehrlicherweise kann ich dazu gar nicht viel sagen, weil ich mir heutzutage längst nicht mehr so viele neue Bands anhöre, wie das früher mal der Fall gewesen ist. Neue Acts entdecke ich meist nur, weil wir mit ihnen touren. Außerdem bin ich vom Naturell eher oldschool unterwegs und höre mir die Klassiker an, aber von Zeit zu Zeit beeindruckt mich etwas Neues. Ich denke, in der Extrem Metal-Szene steckt eine Menge Potenzial. Ich sehe großartige Bands wie CANNIBAL CORPSE, NILE oder BEHEMOTH und lasse mich von ihnen inspirieren. Zudem ist das Interesse der Fans gewachsen und was noch wichtiger ist: Es kommen ständig neue Fans hinzu, die sich Shows anschauen und sich für die Musik begeistern. Wir haben es also mit einer positiven Entwicklung zu tun.


Entwicklung ist ein gutes Stichwort. Ihr habt im vergangenen Jahr die Labels gewechselt. Wie kam’s?

Im Grunde war es so, dass wir unsere Verpflichtungen gegenüber Listenable und Century Media erfüllt hatten und schauen wollten, ob noch andere Labels Bock auf IMMOLATION hatten. Nuclear Blast haben sofort Interesse bekundet und nach eingehender Auseinandersetzung mit ihrem Angebot haben wir entschieden, dass dies ein Schritt in die richtige Richtung ist. Bislang haben Nuclear Blast bewiesen, dass sie außerordentlich interessiert daran sind, die Band nach vorne zu bringen. Schon bevor das Album auf dem Markt ist, haben sie eine Menge in Bewegung gesetzt, was uns wirklich beeindruckt hat. Kurz: Wir sind glücklich über die Zusammenarbeit.


Nach mehr als 20 Jahren im Business warten IMMOLATION immer noch auf den großen Wurf, den Megaseller, den „real deal“. Glaubt ihr daran, dieses Ziel noch zu erreichen?

Keiner von uns hat je auf etwas in dieser Art gewartet. Wenn wir Millionen hätten machen wollen, hätten wir wohl rechtzeitig vom Death Metal-Zug abspringen müssen.


Ich meine ja auch eher so etwas wie „Altars Of Madness“ oder „Leprosy“.

Ach weißt du, wir sind mit unserer Karriere eigentlich sehr zufrieden und finden es genial, die Musik zu machen, die wir lieben, durch die Musik um die Welt zu reisen und immer neue Orte zu sehen. Und vor allem lieben wir es, unsere Freunde und Fans überall auf der Welt zu treffen. Ich könnte das mindestens noch 20 weitere Jahre lang tun.


Und was denkst Du, wie lange ihr realistischerweise noch dabei sein werdet?

Ich glaube, bis wir nicht mehr können, haha. Aber bis das passiert, haben wir noch ein paar coole Alben in uns, also rechnet noch eine ganze Weile mit uns.


Puh, gut zu wissen.

Mattaru

Autor: Marcus Italiani [Mattaru] | 19.02.2010 | 22:52 Uhr

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