.: SUCHE
    Erweiterte Suche
Interviews mit Napalm Death
Reviews von Napalm Death
CD Review: Napalm Death - Apex Predator - Easy Meat

Napalm Death
Apex Predator - Easy Meat


Death Metal, Grindcore
6.5 von 7 Punkten
"Gipfelstürmer!"
CD Review: Napalm Death - Utilitarian

Napalm Death
Utilitarian


Death Metal, Grindcore
6.5 von 7 Punkten
"Der zweite Frühling geht weiter!"
CD Review: Napalm Death - Time Waits For No Slave

Napalm Death
Time Waits For No Slave


Death Metal, Grindcore
6 von 7 Punkten
"Am Puls der Zeit!"
CD Review: Napalm Death - Smear Campaign

Napalm Death
Smear Campaign


Death Metal, Grindcore
6 von 7 Punkten
"und immer noch gilt: Leaders - not Followers!"
CD Review: Napalm Death - The Code Is Red...Long Live The Code

Napalm Death
The Code Is Red...Long Live The Code


Grindcore
6 von 7 Punkten
"Nach 18 Jahren immer noch an der Macht."
Mehr aus den Genres
CD Review: Crushing Sun - Tao

Crushing Sun
Tao


Death Metal, Progressive
4.5 von 7 Punkten
"Das ultimative Metalalbum!"
CD Review: Pig Destroyer - Phantom Limb

Pig Destroyer
Phantom Limb


Grindcore, Noisecore
5.5 von 7 Punkten
"Schlüssige Grindcore-Schlachtplatte"
CD Review: Dark Disciple - Kill Everything - Worship Nothing

Dark Disciple
Kill Everything - Worship Nothing


Death Metal
4.5 von 7 Punkten
"Worship me or die"
CD Review: The Red Chord - Prey For Eyes

The Red Chord
Prey For Eyes


Death Metal, Grindcore, Metalcore
5.5 von 7 Punkten
"Lachend und mit Anlauf in die Deathcore-Kreissäge"
CD Review: Sinister - Syncretism

Sinister
Syncretism


Death Metal
6 von 7 Punkten
"Todsicheres Erschießungskommando im vierten Frühling"
CD Review: Shrapnel - Raised On Decay

Shrapnel
Raised On Decay


Thrash Metal
5 von 7 Punkten
"Ein Schritt nach vorne"
CD Review: Iron Savior - Reforged - Riding On Fire

Iron Savior
Reforged - Riding On Fire


Power Metal, True Metal
Keine Wertung
"Klassiker auf Hochglanz"
CD Review: Eisley / Goldy - Blood, Guts And Games

Eisley / Goldy
Blood, Guts And Games


AOR, Hard Rock
5 von 7 Punkten
"Gediegen, nicht seicht"
CD Review: Pretty Boy Floyd - Public Enemies

Pretty Boy Floyd
Public Enemies


Glam Rock, Sleaze Rock
4 von 7 Punkten
"Wenn die Spandex spannt..."
CD Review: Hittman - Hittman [Re-Release]

Hittman
Hittman [Re-Release]


US-Metal
Keine Wertung
"Die richtige Band zur falschen Zeit"
Share:
Band: Napalm Death Homepage Metalnews nach 'Napalm Death' durchsuchen Napalm Death
Interviewpartner: Shane Embury

Eine Weile liegt „Time Waits For No Slave“, die letzte Scheibe der britisch-amerikanischen Grindcore-Legenden NAPALM DEATH, bereits zurück. Zeit also für ein neues Studioalbum, das „Utilitarian“ betitelt wurde und am 24. Februar über Century Media Records erscheint. Workaholic und Bassist Shane Embury meldet sich nun im Interview zu „Utilitarian“ zu Wort.




Hi Shane! Wie lange habt Ihr an „Utilitarian“ insgesamt gearbeitet? War das Album nicht schon im Frühherbst fertig, d.h. wieso diese „Verzögerung“?

Wir haben glaube ich im Februar 2011 mit dem Schreiben angefangen, aber wir hatten noch einige Ideen aus den letzten Jahren in der Schublade. Ich sage das immer, aber unser Songwriting ist ein bisschen unkonventionell. Februar dürfte aber – insgesamt betrachtet – den Beginn darstellen.
Ja, das ist richtig, die Scheibe war eigentlich schon letztes Jahr im Juli fertig, aber wir befanden uns mitten in den erneuten Vertragsverhandlungen mit Century Media Records, und sie haben natürlich auch ihre ganz bestimmten Marketingstrategien, sodass dies auch ein Grund für die Verzögerung war. Das passiert einfach!


Wie seid Ihr auf „Utalitarian“ als Albumtitel gekommen? Wer oder was ist utilitaristisch eingestellt? Bis zu welchem Grad sind die Mitglieder bzw. die Band als Ganzes Deiner Meinung nach utilitaristisch?

Ich finde, dass es viele verschiedene Aspekte des Utilitarismus gibt. Natürlich steht im Mittelpunkt, einzig und essenziell das vollumfängliche Glück als Ziel anzustreben, aber dies könnte natürlich auch mit bösartigen Mitteln erreicht werden, und das ist kein Ansatz, den wir als Band in irgendeiner Weise verfolgen. Wir streben mehr oder weniger eine Gesellschaft an, die in mancher Hinsicht verständnisvoller ist.
Wir alle glauben als Individuen an das, was wir tun, und streben dies ausnahmslos an, fragen uns aber gleichzeitig, ob es gleichermaßen auch etwas bewirkt. Das Glück ist erreicht, aber mit welchen Mitteln?


Wie läuft das Songwriting heutzutage bei Euch ab? Jammt Ihr zusammen oder sammelt erst einmal jeder für sich Ideen? Wie sieht das bei den Texten aus, da Barney, Mitch und Du hierfür zuständig seid?

Das ist wieder ein bisschen knifflig. Ich habe endlich einen Song fertig gestellt, den ich mal im Jahr 1992 begonnen hatte – kaum zu glauben. Und dann gibt es natürlich die Stücke, die wenige Wochen vor dem Studioaufenthalt entstanden. Mitch hat viel von seiner Musik daheim in Form von Demos festgehalten und uns dann eine CD gegeben, aus der wir unsere Favoriten auswählen konnten. Ich habe dann Anfang Februar für zwei Wochen mit Danny geprobt, und dann habe ich Mitch die Zeit gelassen, seine Ideen mit Danny auszuarbeiten. Sobald wir eine Sammlung von Liedern erstellt haben, proben wir als Trio, um zu sehen, ob wir alle die Richtung mögen, in die wir gehen, und dann zeigen wir das Ganze Barney. Er zieht sich dann zurück und fängt an zu schreiben. Wie Du schon erwähntest, so haben Mitch und ich für insgesamt vier Songs auch die Texte beigesteuert, die wir Barney als fertiges Komplettpaket inklusive unseren Ideen für Gesangslinien präsentierten.




Was kannst Du uns zum Artwork von „Utilitarian“ berichten, das mich – auch aufgrund der Schwarz-Weiß-Gestaltung – ein wenig an Eure Anfangstage erinnert?

Man sieht das Bildnis eines denkenden Menschen, der auf dem Boden liegt und seine Umgebung sowie die Geschehnisse zu erfassen versucht, während der Geschäftsmann ihn tritt und demütigt. Vermutlich aufgrund der Dinge, an die er glaubt, oder aufgrund seiner Beharrlichkeit, sich gegen etwas zu stemmen und dies weiterhin zu versuchen. Erneut gehen ihm Gedanken von der Art „Ist all dies das wirklich wert?“ durch den Kopf.
Wir wollten schon seit einer ganzen Weile wieder ein Artwork haben, das eine ziemlich drastische Herangehensweise hat, dabei gleichzeitig sehr klinisch und kahl ist und zudem Bilder enthält, die fast schon wie individuelle Stellungnahmen wirken. Ein Mangel an Farbe funktioniert prima für mich, und ich finde, dass es dadurch in mancher Hinsicht älter aussieht.


Was kannst Du uns zu „Leper Colony“, „Nom De Guerre“ und „Fall On Their Swords“ mitteilen?

„Leper Colony“: Die ziemlich enge Linse z.B. der Fernsehmedien vermittelt uns oft einen pathetischen Blick auf diejenigen, die in direkter Unterdrückung, lähmender Entbehrung und am Rande des Verhungerns leben. So sehr wir davon auch betroffen sein mögen, so fühlt es sich dennoch irgendwie sehr entfernt an. Und da gibt es noch einen bestimmten Aspekt in der Psyche der Menschen, die eine solche Trennung herbeisehnen, damit sie die Wahrscheinlichkeit, sich selbst einmal derart nahe an der wahrgenommenen Plage der ausgeprägten Benachteiligung zu befinden, reduzieren zu önnen.
„Nom De Guerre“: Dieser französische Ausdruck hat die bestimmte Bedeutung als „Pseudonym“ oder „Alias“, und ich wollte dies im Zusammenhang damit aufgreifen, mit welcher Leichtigkeit sich manche Leute eine Art „Macht-Persönlichkeit“ zulegen, um weiter vorwärts zu kommen. Das kann weit von dem entfernt sein, wie sie eigentlich als Individuum sind, aber sie werden dieses Mittel benutzen, um auf dem Weg an die Spitze auf anderen herumzutrampeln, wenn sie das Gefühl haben, dass es sie weiterbringt.
„Fall On Their Swords“: Dies dreht sich um die Waffenindustrie von einem Standpunkt, der gegen Gewalt und Militarismus an sich ist. Regierungen sind immer darum bestrebt, in moralischer Hinsicht über der Gesellschaft zu stehen, sind aber zufrieden damit, von Waffenverkäufen zu profitieren, und diese sind die absoluten Werkzeuge der Unmenschlichkeit. Und dann wiederum äußern sie ihre moralische Entrüstung gegenüber „Rivalen“, die es wagen, ganz genauso zu handeln. Das ist der ultimative Kreislauf der Heuchelei.


„The Wolf I Feed“ ist für Eure Verhältnisse sehr ungewöhnlich geworden, zumal Barney und Mitch die Präsenz ihrer Gesangsrollen getauscht haben und sich der Klargesang ein bisschen nach FEAR FACTORY anhört?

Der Klargesang stammt übrigens von Mitch, und ich wusste, dass dieses Stück Vergleiche mit FEAR FACTORY mit sich bringen würde. Mich erinnert sein Gesang aber viel mehr an Snake von VOIVOD und Justin Broadrick von GODFLESH, die Burton von FEAR FACTORY meiner Ansicht nach in den Anfangstagen vielleicht ein bisschen beeinflusst haben. Ich sage dies aber auch, da ich besonders nah an der ganzen Sache dran bin. Das ist ein Song von Mitch, für den er auch die Texte verfasst hat, und diese vergleichen die Gemeinsamkeiten zwischen der Menschheit und Ameisen.




Außerdem habt Ihr auf „Everday Pox“ eine kleine Überraschung in Form eines Saxofons am Start: Gehen NAPALM DEATH jetzt auf einmal in Richtung John Zorn oder Bruce Lamont oder wie? ;-)

Das ist in der Tat John Zorn, der auf diesem Stück spielt und den wir schon vor einer ganzen Weile kennengelernt haben. Und natürlich hat Mick Harris, unser ehemaliger Schlagzeuger, oft mit ihm zusammengearbeitet. Das ist etwas, was die Band früher wohl niemals gemacht hätte, aber es erschien einfach richtig, da der Song eine andere Note brauchte, und John Zorn hat genau das hinbekommen.


Auf der Limited Edition wird es die beiden Bonus-Tracks „Aim Without An Aim“ sowie „Everything In Mono“ geben. Wurden diese bewusst als Bonusmaterial geschrieben, und geht „Everything In Mono“ eventuell deutlich in Richtung SWANS?

Ich bin mir nicht ganz sicher bezüglich des SWANS-Einflusses in diesem Lied. Wir haben dann noch einen weiteren exklusiven Track auf der Vinylfassung, der „It Failed To Explode“ heißt. Anfangs waren diese Stücke nicht als Bonus gedacht, aber wir hatten einfach zu viele Songs, aus denen wir auswählten mussten.


Für „Utilitarian“ habt Ihr wieder mit Russ Russell gearbeitet. War er die offensichtliche Wahl als Produzent? Gab es andere Optionen?

Wir möchten immer mit Russ zusammenarbeiten. Ich würde auch gar nicht wirklich mit jemand anderem arbeiten wollen. Er versteht uns, steht bezüglich unserer Einflüsse auf dem gleichen Standpunkt wie wir und ist ein guter Freund, und das heißt einiges. Er ist ununterbrochen darum bemüht, das Beste aus uns herauszuholen.


Was gibt es zu der „Occupy Napalm“-Kampagne zu erzählen, die vor wenigen Tagen auf Eurer Facebook-Seite gestartet wurde?

Mitch mochte das Konzept dieser Kampagne als Instrument.




Gibt es bereits Pläne für einen Videoclip bzw. für welchen Song?

Wir planen, innerhalb dieses Jahres drei Videos zu filmen, und wir werden nächste Woche mit dem ersten beginnen. Ich darf aber nicht verraten, um welchen Song es sich dabei handelt, auch wenn ich mir sicher bin, dass Ihr es erraten könnt.


Wie sieht es in Sachen Tour bei NAPALM DEATH aus? Eigentlich seid Ihr ja immer unterwegs, z.B. neulich in Russland und Kanada. Wo spielst Du am liebsten?

Viele Orte auf dieser Welt sind klasse. Es passiert sehr schnell, dass man sich darin verliert, sodass alles irgendwie verzerrt wirkt, aber wir machen eins nach dem anderen und so gut wir können. Momentan stehen einige Konzerte in Europa an, und im Mai spielen wir auf dem Maryland Deathfest.


Wie ist der aktuelle Stand bei LOCK UP und VENOMOUS CONCEPT? Gibt es eventuell neue Projekte? ;-)

LOCK UP spielen nächste Woche ihre ersten US-Konzerte, aber ich kann leider nicht dabei sein, da ich Verpflichtungen mit NAPALM DEATH habe. Dan Lilker von BRUTAL TRUTH springt aber für mich ein. Und wir haben Demos von ein paar neuen Songs erstellt!
VENOMOUS CONCEPT denken gerade darüber nach, neue Songs zu schreiben, aber „denken“ ist ein zu schwammiges Wort. Wir hoffen, dass wir dieses Jahr eine neue Scheibe veröffentlichen werden!
Ich habe aus Spaß eine kleine Band mit ein paar Freunden aus Birmingham gegründet. Sie heißt WAR OF THE SECOND DRAGON, und wir werden in den nächsten Monaten eine Split-EP veröffentlichen.


Bonusfrage 1: Welche neuen Bands hast Du letztes Jahr entdeckt, die Du uns empfehlen könntest?

RETOX sind eine großartige Band aus San Diego. Ihr Album heißt „Animals“ und ist kürzlich auf Ipecac Records erschienen.


Bonusfrage 2: Wenn man die Musik von NAPALM DEATH verfilmen würde, welcher Film oder welches Genre müsste das sein? Vielleicht „1984“?

Das würde vermutlich gut mit „V For Vendetta“ oder „Children Of Men“ funktionieren.


Besten Dank für das Interview!

Fotos: Cindy Frey





soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 03.02.2012 | 18:25 Uhr

Kommentare
HOME |  IMPRESSUM |  RSS |  FACEBOOK |  TWITTER |  DISCLAIMER
@Metalnews_de folgen

METALNEWS.DE - Metal-Magazin