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Interviewpartner: Silenoz

Ein interessantes Konzert-Erlebnis sollte es werden, wenn die norwegischen Black Metal-Könige DIMMU BORGIR und die Bakersfielder Nu-Metal-Pioniere KORN gemeinsame Sache machen. Noch interessanter wird es, wenn man nebenbei noch den Herrn Silenoz vor sich sitzen hat und dieser einem alle Fragen beantworten muss, die man sich im stillen Kämmerchen so ausgedacht hat. Wenngleich die Organisation etwas schwammig war und der Gesprächstermin von 19.00 Uhr vor der Show auf 22.30 Uhr mitten in die Spielzeit von KORN verlegt wurde, so war es doch gemütlich im Tourbus der doch sehr bodenständigen Hünen. Dabei drehte sich nicht alles nur um das Album, sondern der Saiten-Meister gewährt auch einen schüchternen Blick in das Band-Leben und die Beziehungen, die untereinander eine große Rolle spielen. Dann mal die "Record"-Taste gedrückt und los gehts...




...so die Maschine nimmt jetzt auf. Hallo, wie geht es dir?

[lacht] Hey, mir geht’s gut, wie geht es dir?


Auch gut, alles etwas stressig heute, aber kein Grund zur Klage. Schön, dass das geklappt hat. Zuerst alles Gute zur neuen Platte „Abrahadabra“. Sie ist gut geworden, aber doch etwas ganz anderes als zuvor.

Ja, da bin ich mir sicher. Ich sage mal so, wir können als Band nicht objektiv auf diese Dinge schauen. So ist das einfach. Einige Leute mögen es so wie es ist, in seiner anderen Art und Andere mögen es eher, wenn es so ist wie früher. Wir haben es jedoch geschafft, dass wir mit dem Ergebnis zufrieden sind und das ist die Hauptsache.


Das klingt gut. Ich wollte auch gerade fragen, ob ihr selbst mit eurer Arbeit zufrieden seid.

Ja, definitiv. Es ist ein Klischee zu behaupten, das aktuelle Album wäre das Beste, was man jemals geschrieben hat, aber wenn es nicht besser als sein Vorgänger wäre, dann würden wir es nicht veröffentlichen. So sehen wir das jedenfalls.


Aber ihr geht eigentlich schon seit der 2001er „Puritanical Euphoric Misanthopia“ in eine andere Richtung; mehr Symphonie, mehr Melodie und viel Orchester.

Ich denke es liegt auch einfach daran, dass wir auf der „Puritanical Euphoric Misanthopia“ nur ein sehr kleines Orchester zur Verfügung hatten. Auf diesem haben wir natürlich auch Keyboards, Synthesizer und so weiter, aber eben auch zusätzlich noch ein großes Orchester; für einige Leute ist das ein bisschen zu viel. Mir gefällt jedoch die Fusion zwischen dem Metal-Anteil von DIMMU BORGIR und dem orchestralen Teil; das funktionierte dieses Mal weitaus besser als zuvor. Alles wirkt besser zusammen.


Es geht besser ineinander auf.

Ja, genau. Es geht besser ineinander auf. Das stimmt.


Wie fühlen sich die Songs live an? Spielen sie sich besser als das „In Sorte Diaboli“-Set?

Ah [laut]. Ich denke sie fließen ähnlich gut, fühlen sich aber in der Tat etwas besser an.


Man merkt das auch in einer gewissen Weise.

Ja?


Ja, sie klingen doch etwas flüssiger.

Ja, sie sind nicht so... wie sage ich das. Na ja, die Dynamik funktioniert hier einfach besser; es ist ein sehr harmonisches Zusammenspiel.


Ja, das stimmt.

Ich weiß nicht, wie es heute klang.


Es klang gut, definitiv sehr laut.

Gut, das ist gut. [lacht]


Ihr habt für dieses Album mit einem Orchester zusammengearbeitet. Wer war für die Orchester-Parts verantwortlich? Konnten die Musiker ihre eigenen Ideen einbringen?

Nein.


Oder habt ihr ihnen gesagt, was sie zu spielen haben?

Wir haben ihnen gesagt, was sie spielen müssen. [lacht]


Ist ja auch euer gutes Recht; sind ja immerhin eure eigenen Songs.

Nun ja, wir haben natürlich Demos von den Songs gemacht und die ganzen Orchester-Stellen mit Keyboards und dergleichen eingespielt. Als wir diese Stellen dann mit dem Orchester aufgenommen haben, wurden sie von einem Dirigenten geleitet, welcher unsere Musik wirklich sehr gut versteht. Sie waren alle großartig vorbereitet und die Aufnahmen haben gerade einmal drei Tage gedauert.


Für alle Orchester-Parts?

Ja, für das ganze Orchester.


Wow.

Sie kamen rein, spielten die Sachen einige Male durch und haben das anschließend durchgeprügelt. Es war schon wirklich beeindruckend, das zu sehen.


Reine Profis, was?

Ja, auf jeden Fall! So etwas habe ich bis dato noch nicht gesehen, das war wahnsinnig.


Und das war das „Nowegian Radio Orchestra“?

Ja, genau.


Wie seid ihr zu denen gekommen?

Im Grunde kamen die auf uns zu.


Ok.

Oder besser gesagt durch einen der Mitarbeiter der Sendeanstalt. Er fragte uns, ob wir daran interessiert wären, ein Konzert mit dem Orchester zu spielen. Also trafen wir uns zu einem kleinen Meeting, wo wir darüber gesprochen und uns miteinander bekannt gemacht haben. Da erwähnten wir, dass wir für das kommende Album ein Orchester benötigen und wir Interesse am „Norwegian Radio Orchestra“ hätten. Und so kam das dann zu Stande.


Der Dirigent ist also im Metal verwurzelt?

Na ja... Da ist...Also es gibt diesen einen Typen, einer der Leiter des Radios, der ein wirklich großer DIMMU BORGIR-Fan ist und dieser hat das alles angeleiert, die ganze Sache. Und was hoffentlich kommenden Mai klappen wird, ist ein gemeinsames Konzert mit dem Radio-Orchester. Das ist jedoch ein riesiges Projekt, an dem wir jetzt schon planen müssen. Da gibt es viele Dinge, die vorbereitet werden müssen und zu gewissen Terminen stehen sollten.


Weißt du schon, wo das Konzert stattfindet wird?

Ja, es wird wohl im „The Fortress“, in Oslo stattfinden.


Ok.

Das ist ein ziemlich großer Saal, eine sehr atmosphärische Umgebung. Ich denke es wird hierfür eine Art Special-Ticket geben, sodass auch Leute aus anderen Ländern dabei sein können. Und natürlich wird die Show auf DVD aufgezeichnet.


Das wäre ja nicht schlecht.

Aber das ist bisher noch nicht eindeutig bestätigt, wir arbeiten jedoch daran. Es ist dennoch wahrscheinlicher, dass es klappt, als dass es ausfallen wird.


Denkst du, es ist schwieriger mit dem Orchester live zu spielen als mit den aufgenommenen Parts?

Hm... Es ist möglicherweise etwas anstrengender mit dem Live-Orchester zu spielen, aber wir werden viele Proben und Treffen haben. Wenn man jedoch über 100 Menschen hat, die gleichzeitig musizieren ist die Gefahr schon recht groß, dass etwas schief geht. [lacht]


Hehe, ja, das ist schon ordentlich.

[lacht] Es besteht jedenfalls die Chance, dass irgendwas nicht klappt. Aber die Leute aus dem Orchester sind echte Profis. Es sollte also machbar sein.


Ihr werdet einen recht großen Proberaum benötigen.

Ja, mit Sicherheit. Aber wir haben das große Studio im Radiogebäude, in welchem wir auch schon für unser aktuelles Album mit dem Orchester geprobt und aufgenommen haben. Das sollte platz-technisch ausreichen.


Dieses Mal habt ihr einen Ein-Wort-Titel. Ich denke du bekommst diese Frage zurzeit oft gestellt.

Ja, manchmal. [lacht]


Erkläre doch bitte, warum?

Wir dachten, dass es an der Zeit ist, etwas neues zu machen. Zusammen mit der neuen Optik fühlt sich dieses Mal alles völlig neu an. Mit jedem Album geht man einen Schritt weiter und greift neue Inhalte auf, doch dieses Mal, mit diesem Album, ist es ein weitaus stärkeres Gefühl in der Richtung. Wir waren schon immer sehr von Aleister Crowley, [Anm. d. Red.: Britischer Schriftsteller; 19./20. Jh.] seinen Werken und Gedichten inspiriert, aber diesmal gingen wir einen anderen Weg. Der Titel ist eine sehr gute Beschreibung für die Thematik der Texte, für die Musik und eigentlich auch die gesamte Band. Der Symbolismus funktioniert, jedenfalls für uns und zudem ist es etwas Unerwartetes. Jeder hat mit einem Drei-Wort-Titel gerechnet. Aber nein, diesmal nicht. [lacht]


Wer ist eigentlich verantwortlich für euren neuen Stil, das neue Bühnen-Outfit?

Das sind wir selber, natürlich. Wir wussten dass das ein gewisses Risiko ist.


Ihr habt Euch für Weiß entschlossen.

Es ist ein mutiger Schritt. Darüber hinaus waren wir noch nie eine Band, die sich vor irgendwelchen Herausforderungen versteckt hat, oder sich gescheut hat, anders zu sein. Ich denke einfach, dass die Leute ...oder... die Menschen benötigen Gewohnheit. Bis sie sich mit etwas anfreunden können, müssen sie sich daran gewöhnen. Lass ein oder zwei Jahre ins Land gehen und man wird nicht einmal mehr darüber reden.


Da hast du wohl Recht.

Aber ja, wir denken jedenfalls, dass das alles auch gut zusammen mit der Bühnenshow funktioniert; das Weiß, das Outfit. Etwas mehr Weiß zu zu haben ist keine schlechte Sache.


Es hat einen dezent winterlichen Touch; eine gewisse Kühle, die nun von der Bühne ausgeht.

Ja, es ist...


...sehr kalt.

Ja. Kälte und Reinheit. Und vor allem Einsamkeit! [lacht]


Ihr habt mit Agnete Kjolsrud zusammengearbeitet.

Ja.


Wie seid ihr auf sie gekommen?

Ehm... für diesen Part in dem Lied [Anm. d. Red.: „Gateways“] wollten wir etwas Neues, etwas Anderes machen, dass mit Shaggys [Anm. d. Red.: Kosename für Stian „Shagrath“ Thoresen] Vocals funktioniert. Und wir wollten diesmal auch keinen normalen Sopran-Gesang einsetzen. Wir haben nach etwas mit Biss, Kraft und Haltung gesucht. Das Alles hatte sie schon in ihrer früheren Band [ANIMAL ALPHA] und nun auch wieder in ihrer aktuellen Band [DJERV] vereint. Also ja, dramatischer oder vielschichtiger war diese Begegnung nicht; es ist nach unserer Meinung ziemlich cool geworden.


Ja, das ist eine schöne Sache.

Wir entschlossen uns dann ein Video zu „Gateways“ zu drehen, um zu zeigen, dass wir nun in gewisser Weise anders klingen, aber immer noch DIMMU BORGIR sind. Man könnte egal welchen Song dieser Platte nehmen, einem DIMMU BORGIR-Fan vorspielen und er würde DIMMU BORGIR erkennen können.


Ja, wohl wahr. Es sind ja auch immer noch die typischen Elemente enthalten, welche die Leute kennen. Es gibt gewisse DIMMU BORGIR-Themen, welche ihr oft benutzt. Ist Agnete Kjolsrud bei einigen Eurer Auftritte auch dabei?

Nein, leider nicht. Es wäre wirklich cool, aber der Aufwand ist für einen Song einfach zu groß. Das kostet eine Menge Geld und sie müsste ihrer Arbeit fernbleiben. Von daher ist das leider nicht wirklich realisierbar. Aber es gibt Pläne in den letzten Tagen der Tour vielleicht etwas in Oslo auf dieser Strecke zu machen.


Schade, sie ist auch eine recht hübsche Frau.

Ja! Sie ist eine sehr sehr nette Person, sehr freundlich und professionell. Sie hat ein unglaublich breites Stimmvolumen, weißt du.


Ich habe mir einige ANIMAL ALPHA-Songs angehört und die sind wirklich sehr gut.

Ja?


Ja, sie klingt etwas nach GUANO APES. Ich weiß nicht, ob du die kennst.

klingt wonach?


GUANO APES. Eine deutsche Rock Band.

Ah... nein. Die habe ich noch nie gehört. Ich kenne den Namen, aber sonst...


Hauptsächlich die Stimmen sind sich relativ ähnlich. Jedenfalls machen die gute Musik, mir gefällt sie.

Ok.


Für die neue Platte habt ihr Euch gegen ein Konzept-Album entschieden. Gab es dafür bestimmte Gründe?

Nein. Ich meine, wir haben das auf dem letzten Album gemacht und dieses Mal waren alle Lyrics schon fertig, bevor wir die Musik dazu geschrieben haben. Das ist eine etwas andere Herangehensweise als sonst. Es gibt auch Texte, die sich direkt mit der Band beschäftigen, weißt du, der „Dimmu Borgir“-Song beispielsweise. Es war etwas... als ich den schrieb, dachte ich, er wäre vielleicht etwas zu sehr MANOWAR. [lacht laut]


Hahaha. Ja.

Aber weißt du, wenn man es in den richtigen Kontext stellt und so weiter, dann funktioniert das. Also diesmal ist da wirklich kein konzeptueller Rahmen, den wir uns auferlegt haben.


Weil du gerade MANOWAR angesprochen hast. Wieso der „Dimmu Borgir“-Song im MANOWAR-Stil?

[Lacht] Ja, na ja. Jede Band damals in den 80er-Jahren hatte einen Song der nach ihrer Band benannt war.


Ja.

Und wir haben 17 Jahre gebraucht, um so etwas zu schreiben, das nach uns benannt ist. [lacht] Es fühlte sich irgendwie richtig an. Das ist eine Art gemeinschaftliches Statement von uns über unsere Rolle, unsere Band. Es klingt ein wenig kitschig, wenn ich das so sage...aber es ist im Grunde einfach für uns; ein reines Statement.


Ja, warum auch nicht.

Eben. Wieso nicht.


Aber ich musste mich auch erst einmal daran gewöhnen, um ehrlich zu sein. Und zugegeben, der Song wirkt live weitaus besser als auf dem Album. Er wirkt so etwas härter.

Nun, das ist das Gute an DIMMU BORGIR. Wir waren schon immer eine Band, die auf dem Album gut klang. Wenn man sich die Alben in Stereo anhört, mit einer guten Anlage, dann hat man den perfekten Sound. Aber live kommt eben noch die spontane, aggressive und intensive Seite der Band besser zum Ausdruck.


Es steckt definitiv mehr Druck dahinter, wenn ihr live spielt.

Ja, die Intensität ist dann viel höher. Und wenn du sagst, dass es heute Abend laut war, dann ist das gut. Man braucht jedoch auch einen guten Sound, weil musikalisch ziemlich viel passiert.


Beim fotografieren im Pressegraben war man jedenfalls viel Druck ausgesetzt. Das war schon hart.

[lacht] Ok.


Wenn man vor den Subwoofern steht, springt das Herz teilweise mit.

Ja, die Woofer sind ziemlich stark vor der Bühne.


Wenn du zurückschaust, würdest du Etwas anders machen als zuvor?

Hm...wie meinst du das genau?


Wenn du auf Eure Bandgeschichte zurückblickst, würdest etwas ändern, wenn du könntest?

Nein. Aus diesem Standpunkt betrachte ich das nicht, denn das würde ja voraussetzen, dass ich etwas bereue. Ich weiß nicht. Ich denke all das, was wir durchgemacht haben, alle Line-Up Wechsel und dergleichen, haben uns besser werden lassen. Es hat uns immer einen Schritt weiter gebracht. Ich sage damit nicht, dass wir mit dem 2001er Line-Up nicht dort stehen könnten, wo wir heute stehen... Aber weißt du, „shit happens“. Es ist nicht leicht, sechs Menschen auf einen Punkt fokussiert zu halten; besonders wenn es zu eigenen Interessen und Verpflichtungen kommt, neben einer gemeinsamen Vision und so weiter. Das ist ziemlich schwer, aber wir können nicht herum sitzen und irgendwas bereuen, dass falsch gelaufen ist. Wir steuern mit voller Kraft nach vorne.


Also mit der Frage wollte ich auch nicht auf etwaigen Line-Up Wechseln herum hacken, denn die gab es bei Euch ja schon von Beginn an.

Seit dem ersten Album, um genau zu sein. [lacht] Das ist so eine Art Band-Fluch, dass wir ständig das Line-Up wechseln müssen. Leute kommen und gehen und über die Jahre gab es Einige, mit der falschen Vorstellung davon, was es heißt, ein Teil dieser Band zu sein. Wenn du glaubst, dass du Millionär wirst, vergiss es! Wenn du glaubst, dass du ein Rock-Star wirst, vergiss es! Es ist so, dass einige Leute unglaublich freundlich und einschmeichelnd sind, bevor sie in die Band kommen und wenn sie eine Weile dabei sind, dann führen sie sich wie beschissene Egomanen auf. Sie nehmen Sachen als selbstverständlich hin und fangen an Leute wie Scheiße zu behandeln. Das ist nicht tolerabel. Ich glaube man kann sagen, dass besonders Shagrath und ich immer eine offene und freundliche Haltung gegenüber neuen Leuten eingenommen haben; wir haben den Leuten immer eine Chance gegeben, aber einige haben das vom Fleck weg zerstört. Und das ist traurig, weißt du. Aber deswegen können wir nicht aufgeben, nicht wegen solchen Sachen.


Könntest du dir vorstellen, was du machen würdest, sofern es DIMMU BORGIR nicht geben würde? Würdest du Gitarre spielen?

[lacht]...Das ist eine schwierige Frage. Ich habe ja mit dem Bass-Spielen angefangen und erst zur Gitarre gewechselt, kurz bevor wir DIMMU BORGIR gegründet haben. Das ist nicht leicht. Ich würde wohl definitiv etwas künstlerisches machen. Ein 8 – 20 Uhr Job würde auf Dauer nicht funktionieren.


Wenn ich Euch mit THE ROLLING STONES vergleichen würde, würdest du mir zustimmen, wenn ich sage, dass du Keith Richards bist und Shagrath, Mick Jagger?

Ja, ich denke das könnte man so sagen. Ich meine jede Band hat zwei Gegensätze. Schau dir DARKTHRONE an, oder EMPEROR, IRON MAIDEN. Es gibt Tonnen von Bands, die zwei Gegensätze in sich vereinen. Manchmal tendieren wir auch in eine andere Richtung, aber wir haben immer noch die selben Visionen und Ziele. Und das vereint dich am Ende. Shagrath und ich sind uns natürlich nicht immer einig.


Nein, man kann auch nicht immer einer Meinung sein.

Nein, und ich denke diese Gegensätze sind es auch, was die Band ausmacht. Das ist auch, was IRON MAIDEN oder DARKTHRONE und all diese anderen Bands zusammenhält, die zwei Gegensätze in sich vereinen.


Es ist wohl auch wichtig Diskussionspunkte zu haben. Wenn man Eure Band betrachtet, bist du dann eher der kreative Part, der die Texte und die Musik schreibt, und Shagrath der organisierende Part?

Na ja. Also, wir schreiben alle Musik. Ich schreibe die Texte, das stimmt, aber Shaggy beschäftigt sich mehr mit den visuellen Themen. Mein Teil ist dann eher der Vertrieb und das Business, wenngleich er das auch macht, aber in geringerem Maße. Meistens bin ich es, der acht Stunden am Tag vor dem Rechner sitzt. [lacht] Wir teilen uns also in den Arbeitsaufwand rein.


Ihr habt derzeit alle Eure Solo-Projekte laufen. Du hast INSIDIOUS DISEASE, Stian hat CHROME DIVISION und OV HELL, Galder hat OLD MANS CHILD. Ist es eigentlich schwer, alle für eine neue Platte zusammen zu bekommen?

Für ein Album mit einem Seiten-Projekt?


Nein, für ein neues DIMMU BORGIR-Album.

Oh nein, das ist überhaupt kein Problem, denn das ist unsere Haupt-Priorität. Das soll nicht bedeuten, dass unsere Neben-Projekte keine oder wenig Priorität hätten, denn die Leute sollen diese Sachen auch als vollwertige Bands und nicht nur als Projekte betrachten; also ins Studio gehen, alles aufnehmen und fertig. Das ist auch ein Grund, weshalb ich INSIDIOUS DISEASE gegründet habe, denn nach so vielen Jahren wollte ich einfach wieder brutale Musik spielen. Extremer Musik war ich schon immer zugeneigt und vor DIMMU BORGIR spielte ich auch in derartigen Bands. Diese Szene und die Musik habe ich über die Jahre auch immer verfolgt. Und natürlich macht man das aus Spaß, denn es gibt kein Geld, dass auf dem Weg liegt und auf einen wartet. [lacht] Man möchte einfach brutale Musik mit seinen Kumpels spielen. Darum geht es bei INSIDIOUS DISEASE. Ich denke es ist auch gesund, nachdem man DIMMU BORGIR nun seit 17 Jahren hat. Es fühlt sich gut an, etwas an der Seite zu haben, auf das man als eine Art Geliebte schauen kann, um die Ehe frisch zu halten. [lacht laut]


[Lachen] Man bekommt auch sicherlich neue Inspiration, oder?

Ja, definitiv. Es ist einfacher verschiedene Ideen voneinander zu trennen. Was möglicherweise bei DIMMU BORGIR nicht funktioniert, kann aber bei INSIDIOUS DISEASE klappen, oder andersherum. Unter Umständen auch für ein drittes Projekt, wer weiß.


Kannst du uns etwas über dein Equipment sagen?

Mein Equipment. Ich unterstütze und benutze „Black Star“-Amps und mein Verstärker ist leicht modifiziert. Im Grunde gehe ich jedoch geradewegs in den Amp. Keine Effekte oder dergleichen. Wenn es Effekte gibt, dann gehen die nicht von mir aus, da ich im Grunde nicht der Lead-Gitarrist bin. Darum muss ich mir keinen Kopf machen.


Das ist dann sozusagen Galders Aufgabe?

Ja, genau. Und dann benutze ich ESP-Gitarren und davon nun unsere neuen Signature-Modelle. Und darüber bin ich unglaublich glücklich, es ist wie ein Kindheitstraum, der wahr wird. [lacht] Die eigene ESP-Gitarre. Die Jungs haben wirklich eine großartige Arbeit geleistet. Als Pick-Ups benutze ich „Seymour Duncans“; die Signature-Pick-Ups von Mick Thompson, dem SLIPKNOT-Gitarristen. Meine Saiten sind von "DR" mit einem 13 – 56er Durchmesser, das sind ziemlich dicke Saiten, so wie ich es mag. Würde ich auf ein ursprüngliches „E“ zurück stimmen, wären die wie Spaghetti. [lacht] Und so kann ich die Gitarre eine ganze Oktave runter stimmen, um einen düsteren Klang zu erhalten.


Ihr habt jetzt neue Mitglieder in der Band. Sind das stetige Musiker oder bislang nur Session-Musiker?

Ich wünschte... [lacht laut] Nun, wir hoffen wirklich sehr, hier ein festes Line-Up zu haben, aber wenn ich jetzt wieder irgendwas sage, werden die Leute es früher oder später wieder zerreißen. Also nein. Ich versuch das alles von der positiven Seite zu sehen. Aber das ist definitiv das beste und druckvollste Line-Up, das wir bisher in einer Live-Situation hatten; das kann ich ohne Zweifel behaupten. Also hoffentlich können wir mit dem Line-Up weitermachen, aber im Studio sind es immer noch Galder, Shagrath und ich. [Die Bus-Tür öffnet sich und ein Crew-Mitglied kommt etwas lautstark in den Bus gestiegen, sieht uns und fragt, ob wir immer noch das Interview führen. Silenoz bestätigt dies und der Kerl verspricht leise zu sein.] Bis hierher jedenfalls, mal sehen, was die Zukunft bringt.

Kannst du verraten, wer hinter dem Schlagzeug sitzt?

Ja, also das Schlagzeug spielt derzeit Dariusz „Daray“ Brzozowski. Er spielte bis 2008 bei VADER.


Ah, ok.

Er spielt nun seit den letzten Zwei-einhalb Jahren bei uns und wir dachten, es wäre gut, ihm die Möglichkeit zu geben, auf diesem Album zu spielen. Er hat sich wirklich kräftig reingehängt und sehr hart gearbeitet. Er hat sich enorm in sein Spielen rein gesteigert und einen guten Job gemacht, auf den er wirklich stolz sein kann. Dann haben wir noch einen Session-Bassisten und einen Keyboard-Spieler, der schon mit etwaigen norwegischen Bands unterwegs war.


Kommt er auch aus der Black Metal-Szene?

Nein, er kommt aus der Elektro-Szene. Elektronische Musik.


Ok, warum auch nicht.

Ja, richtig, wieso auch nicht.


Da gibt es auch verrückte und harte Sachen.

Ja, das ist wahr...[lacht]


Als ich mir Euer Album angehört habe, hatte ich das Gefühl, dass es an einigen Stellen wie ein Musical klingt. Vor allem durch den weiblichen Gesang. Eine gewisse Tendenz zu Danny Elfman ist ebenfalls zu hören.

Oh, danke. Ich fasse das mal als ein Kompliment auf.


Das ist auch ein Kompliment.

[Lacht laut]


Es ist definitiv ein gutes Album.

Es ist jedenfalls ein Album, welches Aufmerksamkeit vom Hörer verlangt. Selbst nach dem fünften oder sechsten Durchgang kann es immer noch wachsen und neue Eindrücke liefern. Da gibt es eine Menge zu entdecken, besonders, wenn man eine gute Stereo-Anlage oder ein ordentliches Headset besitzt; das ist eine andere Art des Hörens.


Ja, mit Sicherheit.


Ich nenne es unser „Kopfhörer-Album“.[lacht]


Man muss sich definitiv rein finden. Für nur einen Hördurchgang gibt es viel zu viele Rhythmen, Melodien und Instrumente. Man muss die Songs mehrere Male hören...

Ja, total.


...um alle Einzelheiten herauszuhören.

Da ist wahnsinnig viel zu entdecken und wir haben viel Arbeit in die kleinen Details gesteckt. Definitiv ein Album, das Zeit braucht und volle Konzentration auf Seiten des Hörers fordert.


Wie lange habt ihr für den Mix gebraucht?

Ungefähr zwei bis drei Wochen mit Andy Sneap in England. Es war eine große Herausforderung, denn es gibt im Grunde noch kein derartiges Album. Insofern hatten wir nichts, woran wir uns orientieren konnten, oder mit dem wir es vergleichen konnten. Da mussten wir wirklich nach Gefühl entscheiden und abwägen, was gesund und passend klingt. Und das haben wir getan und ein sehr organisch klingendes Album geschaffen. Besonders beim Schlagzeug. Es ist ein sehr natürlich klingender Schlagzeug-Sound. Wir waren etwas unzufrieden mit dem Drum-Sound der vorherigen Platten, besonders mit dem der „In Sorte Diaboli“ und das wollten wir ändern.


Ich bin ein sehr großer Fan von „Daray“s Schlagzeug-Spiel. Er ist unglaublich kreativ, was die partielle Double-Bass angeht. Wohin verschlägt es Euch eigentlich nach dem heutigen Abend?

Morgen geht es nach Berlin.


In die Columbia-Halle?

Ja, genau. Das wird sicherlich gut. Wir hatten eine gute Show, als wir das letzte Mal dort waren. Die Leute berichten uns zwar immer, dass die Menge in Berlin etwas träge sein soll, aber für uns lief es dort bisher immer gut. Wir hoffen, dass es diesmal genauso wird.


Seid ihr dort allein oder werdet ihr wieder mit KORN auftreten?

Nein, diesmal wieder mit KORN, der letzte gemeinsame Auftritt. Danach geht es nach Polen, Tschechien und wieder hoch nach Skandinavien; zuerst nach Finnland und dann wieder nach Norwegen.


Und wie ist es mit KORN auf Tour zu sein?

Es ist gut. Ich meine, wir wussten, dass es sicherlich schwierig wird, was das Publikum angeht, denn KORN haben ein riesiges Gefolge und wir sind zwei völlig unterschiedlich klingende Bands. Aber das ist auch genau der Punkt, weshalb wir das gemacht haben. Wir wollten einfach auch ein neues, erweitertes Publikum erreichen. Wir haben mit Sicherheit mehr Spaß, wenn wir vor unserer eigenen Menge in einer Headliner-Show spielen, aber ich denke man muss auch neue Felder erschließen und den KORN-Kids mal etwas härtere Musik zeigen. [lacht]


Wenigstens mal etwas Hartes.

[lacht] Ja, ich bin nun auch kein großer KORN-Fan. Es gibt einige Songs, die mir gefallen und live sind sie wirklich erstaunlich professionell. Sie klingen unglaublich live und ich hab größten Respekt vor ihnen.


Es war amüsant zu beobachten, dass eine große Meute die Halle verließ als ihr fertig wurdet, und die andere große Meute in die Halle eintrat.

[zeitgleich, lachend]...in die Halle eintrat, ja. Haha, das passiert oft. [lacht] Aber ich denke, dass die Leute, die während des ganzen Konzertes bleiben und sich alle Bands anschauen viel mitnehmen können. Wenn sie ihren Geist etwas öffnen, werden sie später in ihrem Leben eine großartige Zeit haben und viel gute Musik entdecken können. Als ich damals 14, 15, 16 war, konnte nichts gut sein, dass nicht Black Metal hieß. [lacht] Im Jahr 1991 stand ich total auf PANTERA, hätte mich jedoch niemals getraut, das meinen Freunden zu erzählen; es war ja kein Black Metal. Aber das hier ist schon eine coole Sache, wir gehen jeden Abend heim und haben zumindest ein paar neue Fans, oder wenigstens Interessenten dazugewonnen.


Ich denke es ist ziemlich wichtig, mehrere Musik-Genres zu hören. Ich könnte nicht nur eine Sparte bedienen.

Das kommt alles mit dem Alter. Wenn man erwachsener wird, dann öffnet man seine Sinne auch für ein viel breiteres Musik-Spektrum. Ich bin sehr froh, in dieser Beziehung nicht mehr 14 zu sein. [lacht]


Ok, vielen Dank. Du hast das Fragen-Bombardement überstanden. Wenn du willst kannst du letzte Worte auf dieser Maschine hinterlassen.

Ahh... nein. Ich habe noch keine letzten Worte. Das klingt, als würde ich zu Grabe getragen werden. [lacht]


Haha. Das stimmt allerdings. Vielen Dank und viel Erfolg. Tschüss.

Necrologue

Autor: Tobias Naumann [Necrologue] | 17.10.2010 | 17:56 Uhr

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