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Share: Band: Aborted | ||||
| Interviewpartner: Sven de Caluwé | ||||
Die belgischen Deather ABORTED legen am 20. Januar ihre neue Scheibe, „Global Flatline“, auf Century Media Records vor und besinnen sich darauf gleichermaßen auf ihre Wurzeln zurück und blicken nach vorne. Sänger Sven „Svencho“ de Caluwé steht im Interview zu „Global Flatline“ Rede und Antwort.
Hi Sven! Wie läuft's? Welche musikalischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten kannst Du auf „Global Flatline“ im Vergleich zum älteren Material ausmachen, zumal „Coronary Reconstruction“ ja schon etwas wie eine Rückbesinnung war? Alles ist prima, vielen Dank! Ich bin nur unruhig, weil das verdammte Album endlich erscheinen soll. :-) Ich würde sagen, dass die Gemeinsamkeiten in der Intensität und der Brutalität des älteren Materials liegen. Es geht im Vergleich zu den beiden Vorgängern zurück zu einem viel fieseren Sound und einem Ansatz, der auf völlige Zerstörung ausgerichtet ist. Das ist etwas, das wir schon seit einer ganzen Weile machen wollten. Eine andere Sache sind die zurückgekehrten Audio-Samples. Die Unterschiede hingegen bestehen in den neuen Elementen; es geht nicht nur darum, die alten Sachen wieder auf den Tisch zu bringen, sondern es gibt zusätzlich auch einige neue Aspekte. Zum Beispiel einige doomige, dunkle Parts, die wir in der Vergangenheit nicht hatten; dazu kommen die hinzugefügten Texturen in den Riffs und Melodien. Einige der Stücke sind in technischer Hinsicht auch eine Spur anspruchsvoller als das ältere Material, die Soli sind deutlich präsenter und besser ausgearbeitet, und es gibt meiner Meinung nach eine ausgeprägtere Dynamik und mehr Abwechslung. Und wir sind auch älter und hässlicher geworden. Was ist diese „Global Flatine“, diese globale Nulllinie, von der Ihr sprecht? Ist dies bei den ganzen Epidemien einfach „nur“ das Ende der Welt, ein Augenzwinkern in Richtung des endenden Maya-Kalenders oder ein starkes politisches Statement im Sinne von George Romero? Alles zusammen, ehrlich gesagt. Es geht um das Ende der Menschheit, nicht unbedingt das Ende der Welt. Es ist für niemanden ein Geheimnis, dass wir eine Spezies sind, die zur Selbstzerstörung neigt und so ziemlich alles vernichtet, womit wir in Berührung kommen. Wir verderben alles durch unsere Gier, religiösen Fanatismus und Kriegstreiberei; unser ganzes Bestehen ist eine einzige Plage. Ich bezweifle, dass das Ende der Welt sich 2012 anbahnt, aber ich hoffe doch sehr, dass dieses Album der Soundtrack für den Untergang der Menschheit sein wird. Was kannst Du uns zum schicken Artwork von Justin Osbourn erzählen? Ist dies hauptsächlich eine Hommage an die klassischen Zombiefilme, die er umsetzen sollte? Nun ja, ich gab ihm ein paar Hinweise, da wir wollten, dass es sehr nach den Slasher-Sachen aus den Achtzigern aussehen soll, was genau seine Spezialität ist. Justin ist ein faszinierender und talentierter Künstler, und meiner Meinung nach ist er die perfekte Wahl für die grafische Seite der Band. Die grundsätzliche Idee ging in Richtung einer postapokalyptischen Stadt, in der jede Menge Sachen passieren. Zombies oder tatsächlich tot aussehende Körper stolpern durch die Gegend, aber mehr als nur Zombies, denn ehrlich gesagt ist diese ganze Zombie-Thematik heutzutage von so ziemlich jeder Band, die das Finstere liebt, ausgiebig umgesetzt worden. Wir wollten dem ganzen Cover mehr Tiefe verleihen – durch bestimmte Gesichtsausdrücke, bestimmte Gegenstände an einem der Zombies im Vordergrund [der Priester], also mehrere wahrscheinliche Gründe für den Untergang der Gesellschaft, wenn man so will. Es geht somit um mehr, als nur ein paar Zombies in einer Stadt zu haben, zumindest für uns. Justin hat großartige Arbeit abgeliefert, indem er alles auf der Leinwand umgesetzt und seine eigenen Ideen und Ansichten hinzugefügt hat.
Wie hat das Songwriting stattgefunden? Habt Ihr als komplette Band daran gearbeitet, zumal es ja wieder einige Besetzungswechsel gegeben hat? Ja, mehr oder weniger. Das Meiste davon ist über das Internet gelaufen. Der Hauptteil der Songs wurde von unserem Gitarrist Eran und mir geschrieben. Wir haben uns einmal pro Woche getroffen, um Ideen auszuarbeiten und dann Demos aufzunehmen. Unser Schlagzeuger Ken hat auch einen Song geschrieben, unser Session-Bassist JB hat bei der Ausarbeitung von vier Stücken geholfen, und Mike hat auch zwei Songs erschaffen. Sobald wir diese ganzen Grundgerüste hatten, haben wir uns ungefähr zwei bis drei Wochen vor den eigentlichen Aufnahmen genommen, um als Band zusammen zu sein, die Ideen zu jammen und noch fehlende Ideen oder Riffs zu ergänzen sowie die ganzen Strukturen und Tempi auszufeilen, bis uns alles gut erschein. Wie man sehen kann, ist das also auf alle Fälle eine Gruppenleistung. Was kannst Du uns zu den folgenden Songs berichten: „The Kallinger Theory“, „Endstille“ [sicher kein Seitenhieb auf die deutsche Black-Metal-Band, oder? ;-)] und „The Origin Of Disease“ mit seinem kyrillischen Titel? „The Kallinger Theory“ dreht sich um den Serienmörder George Kallinger, der dachte, dass er Leute ermorden müsste, um den Planeten zu retten. Er hat die Morde zusammen mit seinem Sohn verübt und dachte, dass er dadurch Gottesstatus erlangen würde. Musikalisch ist dies einer der eher Mid-Tempo-lastigen und groovigen Songs des Albums. „Endstille“ ist der doomige Abschluss der Scheibe. Der Titel erklärt sich mit „The Final Silence“ im Englischen von selbst und bedeutet für uns musikalisch und textlich das Ende der Welt. Es hat nichts mit der deutschen Band zu tun. „The Origin Of Disease“ hat einen russischen Titel, und die Grundidee ist, dass die Menschheit der Ursprung der Krankheit ist, entweder auf physischer oder mentaler Ebene. Das ist eines der extremeren Stücke der CD und hat in der Mitte einen großen Breakdown-Part. Unser Schlagzeuger Ken hat das Stück übrigens fast komplett geschrieben. Auf der Limited Edition werden zwei neu aufgenommene Stücke aus den Anfängen der Band vertreten sein. Welche habt Ihr ausgewählt und wie groß war die Herausforderung, diese Stücke neu umzusetzen? Wir haben „Nailed Through Her Cunt“ und „Eructations Of Carnal Artistry“ ausgewählt. Wir haben abgesehen vom Schlagzeug nicht wirklich etwas geändert, und es hat Spaß gemacht, die Songs gut zehn Jahre später noch mal neu zu machen. Wir haben „Nailed...“ schon live gespielt, sodass das einfach war. „Eructations...“ hingegen war eine ganz schöne Herausforderung, haha. Aber insgesamt finde ich, dass beide Songs prima geworden sind und den Originalversionen treu bleiben. Die Band feiert nun den zehnten Geburtstag von „Engineering The Dead“, also dachten wir, dass es eine tolle Sache für uns, für die Leute, die damals in der Band waren, und für die Fans wäre, anstatt einfach einen Batzen Coverversionen als Bonus aufzunehmen. Außerdem sind ein paar Stücke von „Coronary Reconstruction“ auf „Global Flatline“. Wieso habt Ihr die Songs noch mal verwendet? Die EP erschien nur in einer Auflage von 2000 Exemplaren oder so, und wir hatten das Gefühl, dass diese Songs es verdienten, auf einem besser publizierten Album zu stehen, als auf einer ziemlichen Underground-EP. Davon abgesehen waren wir mit ein paar Sachen auf der fertigen CD dann nicht ganz zufrieden, da die damaligen Aufnahmen in Home-Studios stattfanden und dann zum Mix geschickt wurden. Wir haben hier und da ein paar Details geändert, und natürlich wurde alles noch mal neu aufgenommen. Es gibt einige Gastbeiträge auf „Global Flatline“, unter anderem von Mitgliedern von MISERY INDEX, ROTTEN SOUND, THE BLACK DAHLIA MURDER und BENIGHTED. Wie kam dies zustande? Sind das hauptsächlich gute Freunde? Genau das ist der Fall, denn es sind gute Freunde. Ich wollte eine gute Zeit haben und ein paar Kumpels mit Gastbeiträgen auf der Scheibe haben. Sie sind nicht nur Freunde der Band, sondern sie haben zudem auch sehr einzigartige Stimmen und haben dem Album dadurch mehr Dimension verliehen. Wir haben für „Coronary Reconstruction“ erst kürzlich mit ROTTEN SOUND getourt, und Eran hat ein Gastsolo auf ihrem Album beigesteuert. Ich kenne Jason von MISERY INDEX seit unserem ersten Konzert. Auf der neuen BENIGHTED bin ich vertreten, sodass es großartig war, nun Julien auch auf einem unserer Songs zu haben. Und was Trevor betrifft, so sind wir in der Vergangenheit ein paar Mal mit THE BLACK DAHLIA MURDER getourt und seitdem in Kontakt geblieben.
Was kannst Du uns zu den Aufnahmen in den Hansen Studios in Dänemark berichten? Es war alles ziemlich entspannt und verlief ehrlich gesagt auch ziemlich glatt. Das war wohl eine der leichtesten Studioaufnahmen, die wir jemals gemacht haben. Wir haben insgesamt drei Wochen für die Aufnahmen, den Mix und das Mastering des Albums benötigt. Jacob ist großartig in dem, was er macht, und er war auf alle Fälle die richtige Wahl. Wir könnten kaum zufriedener sein. In der Produktion gibt es diese Mischung aus Old School und New School, was genau das ist, was wir haben wollten. Das Schlagzeug wurde in ungefähr vier Tagen aufgenommen; das waren 14 bis 15 Songs. Die Gesangsaufnahmen haben dann auch noch mal vier bis Tage gedauert, während der Bass in wenigen Tagen im Kasten war und die Gitarren so ziemlich die restliche Zeit in Anspruch nahmen. Kürzlich habt Ihr eine Europatour mit DECAPITATED abgeschlossen. Wir verlief alles rückblickend? Ich bin sehr zufrieden. Das war eine lustige Tour, und alle Bands waren fantastisch, sowohl in persönlicher als auch professioneller Hinsicht. Die Tour hat eine gute Anzahl von Zuschauern angezogen. Die Leute schienen wirklich ihren Spaß zu haben, und wir haben auch ein neues Stück gespielt, das auch recht gut ankam, sodass wir uns nicht beklagen können. :-) Ich glaube, dass die Konzerte in Lyon und Montpellier die besten Shows waren, da die Leute bei unserem Auftritt wirklich völlig durchgedreht sind. Das war klasse. Eine andere großartige Sache war der Besuch des Giger-Museums in der Schweiz; das war echt beeindruckend. Welche weiteren Tourpläne gibt es für „Global Flatline“? Kannst Du uns eventuell schon etwas verraten? Im Februar geht es mit EXHUMED nach Brasilien, und direkt danach fliegen wir nach Großbritannien, um dort die Tour mit DECAPITATED fortzusetzen; das sind hauptsächlich Konzerte in Großbritannien, ehe wir dann auf dem Neurotic Deathfest in den Niederlanden spielen. Danach haben wir hauptsächlich Sommerfestivals, und vor dem Sommer geht es noch in die USA, aber davon abgesehen kann ich noch nichts offiziell bestätigen. ;-) Bonusfrage 1: Was waren Deine fünf Lieblingsalben des Jahres 2011? Das ist echt schwierig da ich immer vergesse, was eigentlich erschienen ist, haha. Dazu gehören aber sicherlich diese Scheiben: – BENIGHTED – „Asylum Cave“: Das ist meiner Meinung nach die beste Extreme-Death-Metal-Veröffentlichung des Jahres. Ein Hammeralbum. – VALLENFYRE – „A Fragile King“: Eine tolle Old-School-Death-Scheibe, die an damals erinnert. – SEPTIC FLESH – „The Great Mass“: Ich liebe diese Band, und die Scheibe ist phänomenal. – MASTODON – „The Hunter“: Meiner Ansicht nach viel besser als „Crack The Skye“, tolle Scheibe. – EXHUMED – „All Guts, No Glory“: Ich mochte EXHUMED schon immer sehr, und das ist ihr bestes Album. Bonusfrage 2: Gibt es eigentlich irgendwelche Zombiefilme oder -serien, die Du besonders magst oder uns empfehlen möchtest? „The Walking Dead“ finde ich z.B. recht gelungen. „Dawn Of The Dead“ [Original und Remake], „Day Of The Dead“ und „Dead Set“ [eine Fernsehserie aus Großbritannien]. „The Walking Dead“ ist cool, aber in letzter Zeit wurde das ein bisschen langatmig. Dazu kommt noch die „Return Of The Living Dead“-Serie etc. Bonusfrage 3: Um mal bei dem Zombiethema zu bleiben: Wenn Du einen Menschen essen müsstest, mit welchem Körperteil würdest Du dann anfangen? BRAAAAAAAAAAAAAAIIIIIIIIIIINSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS! Dann danke ich Dir für das Interview und wünsche Dir alles Gute! “Buy the album, or fucking die now! Thank you!” soulsatzero | ||||
| Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 03.01.2012 | 22:02 Uhr | ||||
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