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Band: Aborted Homepage Metalnews nach 'Aborted' durchsuchen Aborted
Interviewpartner: Sven de Caluwé

„Coronary Reconstruction“, die neue EP von ABORTED, hat zwar schon ein paar Monate auf dem Buckel, aber aufgrund mehrer Ursachen – Schuld war unter anderem der isländische Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen – trudelten die Antworten von Bandkopf Sven „Svencho“ de Caluwé nun mit Verspätung ein. Hauptsache jedoch, sie sind da, also Vorhang auf für das kleine Update in Sachen ABORTED!




Hi Svencho! „Coronary Reconstruction“ ist ja nun schon ein bisschen länger erhältlich. Schicke EP übrigens! Was hat Euch dazu veranlasst, ein bisschen mehr zurück zu den Ursprüngen zu gehen – verglichen mit beispielsweise „Strychnine.213“?

Hey Alex, hier ist alles gut soweit. Schön, dass Dir die EP gefällt. Nun ja, es gab mehrere Gründe für diese Entscheidung; eine davon bestand darin, dass ich mit dem letzten Album und wie sich alles entwickelt hat überhaupt nicht zufrieden war, und schon vor dem Besetzungswechsel hatte ich geäußert, dass dies die Richtung sein wird, die die Band nehmen soll. Und zusammen mit den neuen Mitgliedern, die allesamt seit Ewigkeiten Fans der Band sind, hat sich dies als gute Mischung ergeben, da sie in eine ähnliche Richtung dachten und dies zudem ihr bisheriger Lieblingsabschnitt der Bandgeschichte war. Also „Goremageddon“, „Engineering The Dead“ und „The Archaic Abbatoir“, und das ist bei mir persönlich auch ganz genauso. Also hat alles richtig gut zusammengepasst, sodass die Songs auf der EP sehr zügig und sehr spontan entstanden sind. Ich würde aber nicht sagen, dass wir einfach nur „Goremageddon“ kopieren oder nur dorthin zurückkehren, sondern eine ähnliche Intensität und Brutalität erreichen sowie uns auf das konzentrieren wollten, worum es bei der Band eigentlich geht. Und genau das haben wir meiner Meinung nach einfach gemacht, wobei es auch einige kleinere Neuerungen gibt, die zur Atmosphäre beitragen, ohne das Ganze zu verwässern oder so.


Wir können also davon ausgehen, dass das anstehende Studioalbum in eine ähnliche Kerbe schlagen wird, oder? Wie weit seid Ihr denn mit den Arbeiten daran fortgeschritten?

Ja, ziemlich sicher, wobei wir noch am Komponieren sind. Ich würde mal sagen, dass wir jetzt gerade gut die Hälfte der Scheibe geschrieben haben, und ein paar Songs von der EP werden auch darauf landen, da das Teil ja auf nur 1000–1500 Exemplare limitiert war und wir der Meinung sind, dass diese Stücke es auf alle Fälle verdienen, auf der Full Length zu stehen. Das neue Album soll dann alles in allem elf Songs oder so beinhalten, denke ich. Der Studioaufenthalt ist momentan für Anfang nächsten Jahres anberaumt, sodass die Scheibe wohl im Juni erscheinen wird, wenn alles glatt geht. Das ist die Frist, die wir anstreben, aber falls wir zusätzliche Zeit benötigen sollten, dann werden wir verschieben müssen. Diese Scheibe wird eine sehr wichtige Veröffentlichung für die Band sein, sodass wir sichergehen wollen, uns auch genügend Zeit zu lassen, um das beste Album zu schreiben, zu dem wir in der Lage sind.




Gib uns doch bitte mal einen kurzen Einblick in das aktuelle Line-up von ABORTED. Du bist ja seit einiger Zeit ein bisschen wie der ‚einsame Kapitän’ am Steuer der „MS ABORTED“, oder?

Es ist schon seit einer halben Ewigkeit so, dieser Status als Kapitän, wenn man dies so nennen möchte, und die alte Besetzung aus „Goremageddon“- und „The Archaic Abattoir“-Zeiten waren alles gute Freunde von mir. Wir stehen auch immer noch in Verbindung, auch wenn es aus unterschiedlichen Gründen einfach nicht geklappt hat, aber wir haben einen guten Kontakt. Das letzte Line-up war aber anders; ich kannte niemanden wirklich, bevor sie in die Band eingestiegen sind, und alles ist ziemlich aus dem Ruder gelaufen, könnte man wohl sagen. Unrealistische Erwartungen, eine Arbeitseinstellung, die sich nicht vereinbaren ließ, und so weiter und so fort. Es bestand ganz einfach nicht das gleiche Grundgefühl, was auch der Grund dafür ist, dass die neue Besetzung ausschließlich aus Leuten besteht, mit denen ich schon ewig befreundet bin. Eran ist zum Beispiel dabei, und den kenne ich schon seit 2002, und außerdem waren wir auch zusammen in WHORECORE, sodass wir schon wussten, dass es funktionieren würde, haha. Dann noch Ken von ABIGAIL WILLIAMS, mit dem ich schon seit Jahren in Verbindung stehe. Ein großartiger Musiker, der seine eigene Mischung US-amerikanischer Verrücktheit in die Truppe einbringt, hehe. Dirk ist natürlich kein Unbekannter, da bin ich mir sicher, denn er hat schon auf „Goremageddon“ und der „Haematobic“-EP gespielt. Jetzt ist er als festes Bandmitglied zurück, und es ist einfach ein Riesenspaß, mit einem solch talentierten Musiker und tollem Typen zusammenzuarbeiten. Sein Einfühlungsvermögen hat auf alle Fälle den richtigen Groove sowie Blast zurückgebracht, haha! Und zu guter Letzt haben wir da noch JB van de Wal; er hat schon auf den letzten Touren als Sessionsmusiker mitgezockt und ist dann fest eingestiegen. Er spielt außerdem noch in der Grindcore-Band DR DOOM, die auch ganz mächtig Arsch treten; testet die mal an!


Was gibt es zur Special Edition von „Coronary Reconstruction“ zu berichten? Was ist Euch diesmal eingefallen?

Hm, wir haben diesmal eine limitierte Fassung von 200 Stück gemacht, die in einem echten Sack für medizinischen Abfall verpackt ist. Dieser Beutel enthielt noch ein exklusives, großes Poster des „Coronary Reconstruction“-Artworks, einen Logo-Aufnäher und natürlich „Coronary Reconstruction“ selbst als Digipack. Und wie immer werden wir uns auch für die kommende Scheibe etwas echt Abgefahrenes einfallen lassen, das kann ich Euch versichern, haha!


Wie kam es zur Coverversion von „Left Hand Path“ von ENTOMBED? Das ist jetzt nach „Drowned“ auf der „Haematobic“-EP bereits der zweite Coversong von diesem Klassiker – habt Ihr vor, bis sagen wir mal 2025 das ganze Album gecovert zu haben oder wie? :-)

Aber sicher, wir nehmen das ganze Teil von vorne bis hinten auf und nennen es dann ganz einfach unser eigenes! Ha! Nein, ist nicht ernst gemeint. Wir hatten vier Lieder und dachten uns dann, dass wir noch einen Klassiker covern sollten. Der erste Song, an den wirklich alle sofort gedacht haben, war „Left Hand Path“, sodass wir das dann einfach gemacht haben. Ich bin ehrlich gesagt sehr froh darüber, da ich diese Version sehr mag und ich der Meinung bin, dass es sowohl dem Song als auch der Band, mit der ich aufgewachsen bin und die ich schätzen gelernt habe, Tribut zollt.




Wieder habt Ihr einige Horrorfilm-Samples in den einzelnen Stücken untergebracht. Sag mal, stammt das Ende von „From A Tepid Whiff“ nicht aus „Dumm und Dümmer“? Kannst Du uns mehr dazu sagen, und welche sind Deine fünf Lieblingshorrorfilme?

Oh ja, das haben wir, und richtig, das stammt tatsächlich daher! Die meisten Samples kommen von ziemlich alten Horrorfilmtrailern; einige sind von „Return Of The Living Dead“, andere von „Hellraiser II“, einige aus „Re-Animator“ und eben „Dumm und Dümmer“, hahaha. Meine fünf Lieblingshorrorstreifen? Wow, das ist nicht einfach… „Texas Chainsaw Massacre“, „Dawn Of The Dead“, „Re-Animator“, „A Nightmare On Elm Street 3“ und „Return Of The Living Dead 3“.


Die „Machines Of Grind Tour”, später in „Fuck The Volcano Tour” umbenannt, mit ROTTEN SOUND liegt nun hinter Euch. Wie verlief die Tour und wie fandst Du das ursprüngliche Billing mit THE RED CHORD und THOSE WHO LIE BENEATH?

Ja, letzten Endes waren wir aufgrund dieser fantastischen Vulkaneruption [herzlichen Dank…] dann nur mit ROTTEN SOUND unterwegs. Die ursprüngliche Idee war großartig, da mehrere unterschiedliche, jedoch gleich starke Bands miteinander kombiniert wurden. Die US-Amerikaner waren dann aber aus dem Rennen und wir haben dann mit unseren guten Freunden von ROTTEN SOUND durchgehalten, was ein Riesenspaß war, trotz der ganzen Probleme, die durch die Vulkanasche verursacht wurden. ROTTEN SOUND sind auch wahrscheinlich die beste Grindcore-Band der Welt, ganz einfach.


Kürzlich hast Du eine neue Klamottenmarke namens Skarewear aus der Taufe gehoben. Worum geht es hierbei?

Stimmt! Momentan dreht sich das ausschließlich um Serienmörder. Derzeit gibt es in dem Online Shop drei Designs zu erstehen. Und zwar Shirts von Jeffrey Dahmer, John Gacy und Charles Manson. Gerade habe ich noch ein „Nightstalker“-Design von Richard Ramirez fertiggestellt, und dann wird’s bald noch eins von Ed Gein geben. Ihr durchgeknallten Metalheads da draußen, schaut Euch das mal an und unterstützt diese Sache!


Neben ABORTED bist Du noch bei SYSTEM DIVIDE aktiv, die nun bei Metal Blade unter Vertrag stehen. Gibt es hierzu Neuigkeiten?

Das Album von SYSTEM DIVIDE sollte ungefähr Mitte September auf dem Markt sein. Ungefähr zu dieser Zeit werden wir dann hoffentlich auch mit dem Touren beginnen. Ich denke, dass das Album sowohl Freunde als auch Feinde überraschen wird, da jede Menge darauf passiert, und zwar an beiden Enden der extremen Musikskala. Leute, die aufgeschlossen sind, sollten das mal antesten. Außerdem habe ich neulich mit ein paar Freunden [Eran und JB von ABORTED sowie Luc von F.U.B.A.R.] auch eine neue Grindcore-Band namens RAZOR CULT gegründet. Haltet die Augen danach im Jahr 2011 offen! ;-)


Und damit wären wir auch schon wieder am Ende. Danke für das kurze Update, Svencho! Die letzten Worte sind die Deinen…

Kauft unsere CDs und kommt zu unseren Konzerten, sonst werden wir Eure Unterwäsche in Brand setzen!!! Grind on!



soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 07.07.2010 | 17:20 Uhr
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