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Reviews von Terra Tenebrosa
CD Review: Terra Tenebrosa - The Purging

Terra Tenebrosa
The Purging


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Interviewpartner: The Cuckoo

Mit ihrem zweiten Album „The Purging“ setzen die Schweden TERRA TENEBROSA ihren musikalischen Sonderweg zwischen Hardcore, Metal und Industrial ebenso beeindruckend wie verstörend fort. Anlass genug also, ein paar Fragen in Richtung Stockholm zu stellen. TERRA TENEBROSAs Chefstratege The Cuckoo nimmt Stellung zum neuen Album, Geisteskrankheiten und mehr. Viel Spaß!






Hej, Grüße aus Deutschland! Ich hoffe, bei TERRA TENEBROSA läuft alles gut!

Hej und danke!


Ehe ich es vergesse: Wer und was sind TERRA TENEBROSA? Was ist euer Auftrag [falls es einen solchen gibt]? Sei so gut und stelle die Band unseren Lesern vor!

TERRA TENEBROSA sind drei fröhliche Gesandte aus deinem Unterbewusstsein, die dich dazu einladen, gemeinsam mit uns deine dunklen und verdrängten Seiten zu erforschen, wo wir unentwickelte Eigenschaften und Fähigkeiten finden können, die wir, falls wir es wagen, verwirklichen können um auf diese Art und Weise die Nabelschnur zu kappen und das Kinderstadium zu verlassen, in welchem wir uns jetzt befinden.


Glückwunsch zu eurer neuen Scheibe „The Purging“. Ich finde, es ist ein ausgezeichnetes Album. Wie war bisher die Resonanz?

Danke! Ja, die Resonanz war bisher gut finde ich. Gerade gestern wurde ein knapp dreiminütiger Einspieler über uns im Morgenfernsehen gemacht. Die Rezensionen die ich gesehen habe waren überwiegend positiv.


„The Purging“ scheint mehr vom Black Metal beeinflusst und etwas zugänglicher zu sein [wobei damit nicht „easy listening“ gemeint ist] als das erste Album „The Tunnels“. Wo siehst du die Unterschiede zwischen den beiden Alben? Habt ihr mit „The Purging“ euren musikalischen Ausdruck gefunden

Auf der ersten Scheibe haben wir mehr mit kleinen Variationen desselben Themas gearbeitet. Das Ziel war, Musik zu machen, die den Hörer in eine Art Trancezustand versetzen konnte. Aber eigentlich waren drei Lieder vom neuen Album bereits eingespielt, noch bevor „The Tunnels“ veröffentlicht wurde. „Black Pearl In A Crystalline Shell“ war beispielsweise schon aufgenommen, passte aber nicht recht auf „The Tunnels“. Der Unterschied zwischen den Alben ist wohl, dass wir auf dem neuen etwas geradlinigere Lieder mit klareren Arrangements haben, es hat mehr Gesang und ist weniger monoton. Ob wir unseren musikalischen Ausdruck gefunden haben? Ich weiß es nicht. Ich habe bereits angefangen, Lieder für das nächste Album zu schreiben und sogar schon einige Entwürfe eingespielt. Sie klingen überhaupt nicht nach „The Tunnels“ oder „The Purging“. Ich achte nicht bewusst darauf mich nicht zu wiederholen, aber ich lasse schon diejenigen Songideen fallen, die mich zu sehr an die vorherigen Alben erinnern. Ich will, dass es spannend ist, wenn wir ein neues Album herausbringen. Ich will, dass der Hörer jedes Mal überrascht wird. Hoffentlich positiv überrascht.




Es gibt beinahe keinen unverfremdeten Gesang in eurer Musik. Das hilft sehr dabei eine kalte, feindliche Atmosphäre zu erschaffen, finde ich. Dennoch ist das nicht gerade gewöhnlich für harte Musik ist, wo viele finden, dass alles handgemacht sein sollte. Welchen Stellenwert haben Effektgeräte, Loops und allgemein das Verfremden von Klängen bei TERRA TENEBROSA? Steht dahinter eine Philosophie?

Die Philosophie dahinter ist in diesem Fall wohl, dass es nicht so klingen soll, als ob Menschen singen. In der Art von Musik die wir machen gibt es nicht so viele verschiedene Gesangsstile. Meistens läuft es auf undifferenzierten Schreigesang hinaus, und den bin ich ziemlich leid. Ich wollte etwas anderes mit dem Gesang machen. Eine große Inspirationquelle gerade für den Gesang ist der frühe ALICE COOPER, seine Art, verschiedene Stimmlagen einzusetzen, um so oft eine ganz unbehagliche Stimmung zu erzeugen. Ich habe das ganze lediglich weiter getrieben. Außer dem Anwenden verschiedener Stimmlagen verstärke ich diese noch mit diversen Effekten. Ich finde einfach, dass es albern ist, sich über Effekte zu ereifern. Zerre ist doch auch ein Effekt. Es ist ja nicht so, als ob wir Effekte verwenden, um etwa dem Hörer vorzugaukeln, dass ich ein besserer Sänger wäre als ich wirklich bin. Die Effekte sind dazu da, um die Stimmung zu schaffen. Man argumentiert nicht so, wenn es um Filme geht. Das hier ist ein normales Projekt. Es geht nicht darum, harte Riffs einzuspielen. Es geht mehr um die Atmosphäre als um die Musik. Das heißt nicht, dass wir uns nicht um die Musik kümmern, aber die Effekte sind notwendig für das, was wir tun wollen. Gewisse Hardrocker sind dagegen, dass man Synthies einsetzt. Wir verwenden Synthies, Samples, unglaublich viele Effekte und wenn ich zufällig darauf kommen sollte, dass Akkordeon oder Mundharmonika etwas zu unserer Musik beitragen, würde ich sie verwenden.


Wovon handeln die Texte auf „The Purging“?

Sie handeln davon, in die unerforschten Tiefen der Seele und des Daseins hinabzusteigen um die Schätze zu finden, die im Dunkeln versteckt sind. Sie handeln davon, sich an den Früchten des Wissens gütlich zu tun und gottgleich zu werden, genau wie es die Schlange im ersten Buch Moses verspricht. Die Idee zum Titel „The Redeeming Terratoma“ ergab sich aus meiner Überzeugung, dass wir Menschen nur einen Bruchteil unserer vollen Kapazität nutzen, dass wir alle einen schlafenden Teil in uns tragen, der uns vervollkommnen kann. Das durchgehende Thema ist ein Reinigungsprozess, in dem wir uns selbst von unseren Mängeln und Schwächen befreien und die Transformation zu etwas Göttlichem. Den nächsten Schritt im Evolutionsprozess aktiv zu gehen. Der einzige Text auf der Scheibe, der nicht mit den anderen verknüpft ist, ist „Terra Tenebrosa“. Ich habe „Letters From The Earth“ von Mark Twain gelesen und anstelle des Briefes, den Luzifer an Gott schreibt, drehe ich das um und der Text zu diesem Lied ist Luzifers Brief an die Menschheit. Ich möchte darauf hinweisen, dass Luzifer nicht der Luzifer gemeint ist, der als Teufel persönlich beschrieben wird. Für mich ist Luzifer ein aktiv Symbol für jemanden, der aktiv nach Wissen sucht, nicht für etwas Zerstörerisches. Ich bin es ein wenig leid, dass TERRA TENBROSA ziemlich oft als Black Metal beschrieben werden. Das sind wir nicht. Weder musikalisch, noch textlich, noch was die Attitüde betrifft. Vielleicht sind es die Hörner, die Leute auf diese Gedanken bringen? Sie sind kein Symbol für Satan, sondern für höheres Bewusstsein.




Bei Pseudonymen wie „The Cuckoo“ und „Risperdal“ muss ich wohl fragen: Welche Rolle spielen psychische Krankheiten, wenn es um Inspiration geht? Sind TERRA TENEBROSA auf ihre Art eine schizophrene Band?

Oft wird man als schräg oder „psychisch krank“ angesehen nur weil man der Norm nicht folgt, oder man soll geistig krank sein, bloß weil man in der Gesellschaft nicht funktioniert. Sicherlich gibt es psychische Krankheiten, aber ich glaube, dass es sich oft um eine eine Form von Erwachen handelt, wenn Leute als psychotisch beschrieben werden. Dass es diesen Leuten trotzdem schlecht geht liegt, glaube ich, in gewissen Fällen am Druck der Gesellschaft dahingehend, was als normal gilt und was nicht. Ich habe ein Buch über die Kundalini-Erweckung gelesen, in dem die fraglichen Personen nicht aktiv mit der Kraft gearbeitet haben, und was diese Personen erlebten war, dass sie glaubten verrückt zu werden, obwohl sie auf eine höhere Bewusstseinsebene gelangt waren. Dass die anderen sich nach Medikamenten benannt haben unterstreicht wohl, was ich gerade gesagt habe. Den Namen The Cuckoo habe ich von einem Wesen in „Sandman“ übernommen, ein Wesen, das durch die Träume der Leute streift [Sandman - Comicserie von Neil Gaiman, Anm.d.Verf.]. Die Gestalt The Cuckoo bzw. die Maske, die ich gemacht habe, ist ein Abbild von jemandem/etwas, das ich schon als Kind in Träumen gesehen habe. Als Kind bekam ich davor Angst, aber nun habe ich begonnen, die Gestalt als schlafenden Teil meines Selbst, der mit mir zu kommunizieren versucht. Psychische Krankheiten an sich sind wohl keine Inspirationsquelle für uns, aber das Meiste in unseren Texten handelt davon, tiefe Tauchgänge in die dunkelsten Gräben in unserer Psyche zu unternehmen.


Ihr habt ein Releasekonzert mit KONGH in Stockholm gespielt. Schade, dass ich nicht dabei sein konnte, as hätte ich gerne gesehen. Wer hatte die Idee dazu? Wen hattet ihr als Livemitglieder dabei? Wie lief es? Werden TERRA TENEBROSA nun öfter live spielen, vielleicht sogar auf Tour gehen?

Wir haben ja nun sehr lange geplant live zu spielen, aber alles ging sehr langsam voran. Teilweise deswegen, weil wir kein konkretes Datum hatten, auf das wir hinarbeiten konnten und teilweise, weil wir die Lieder auswählen mussten, bevor wir mit den Proben anfangen konnten. Wir arbeiten nicht so, dass wir alle Stücke, die für ein Album gedacht sind, einige Monate üben. Wir schreiben ein Lied, spielen es ein und springen zum Nächsten. Da vergisst man leicht. Außerdem war es gelegentlich schwierig gewisse Gitarrenparts zu hören, wegen all dem Anderen, was in der Musik passiert. Darüberhinaus waren es die technischen Aspekte. Ich bin mir dessen bewusst, dass TERRA TENEBROSA live anders als im Vergleich mit dem Album sein werden, aber ich wollte nicht allzuviele Abstriche bei Effekten und Samples machen. Die anderen schlugen Backtracks vor, aber das mag ich ungefähr genausowenig wie Playback. Es gibt keinen Platz für Spontanität, wenn man einen Klick hat, dem man sklavisch folgen muss. Nach vielen Wenn und Aber haben wir wohl den richtigen Weg gefunden.
Es war Dadvid von KONGH der fragte, ob wir diese Sache machen wollen, da wir ungefähr gleichzeitig neue Alben herausbrachten. Daher kann man wohl also ihm dafür danken, dass er uns dazu gebracht hat, die Sache ernsthaft anzugehen. Um ein Konzert zu geben sind wir gezwungen, auf ein paar gute Freunde zurückzugreifen. Schwierige Sache, zwei Gitarren und Bass mit einem Trio zu bewältigen, und ich kann nicht gleichzeitig singen und Gitarre spielen, wenn ich mich auf alle Effekte und Samples konzentrieren muss. Die Idee war, dass ich mich um Gitarre und Gesang kümmern sollte, aber als ich als Gast bei SWITCHBLADE gespielt habe, habe ich eingesehen, dass ich das unmöglich machen kann, wenn ich gleichzeitig die Gesangseffekte steuern muss. Es lief gut, es hat Spaß gemacht. Wie hatten ein paar Schwierigkeiten mit dem Sound aber sowohl wir als auch das Publikum waren glücklich. Wir haben definitiv Blut geleckt, wir wollen jetzt auf jeden Fall raus und spielen. Bookingagenturen sollen gerne von sich hören lassen!





TERRA TENEBROSAs erstes Album „The Tunnels“ war für einen Manifest-Award nominiert. Wart ihr mit auf der Verleihungsfeier? Den ganzen Abend maskiert zu sein stelle ich mir etwas anstrengend vor, oder?

Ich war bei der Verleihung, aber ohne Maske. Ich habe nicht damit gerechnet zu gewinnen, aber wenn es gegen alle Vermutung so gekommen wäre, hätte Tim [Bertilsson, SWITCHBLADE Anm.d.Verf.], dem Trust No One Recordings gehört, auf die Bühne gehen und einige wohl gewählte Worte sagen dürfen. Es hätte wohl lächerlich ausgesehen, wenn der Kuckuck sich mit einem Glas Milch in der Hand unters Volk gemischt hätte.


Okay, hier kommt die Bonusabteilung!

Wenn TERRA TENEBROSA ein Film wären, was für ein Film wäre das?


Ui. Vielleicht ein Stummfilm? Die sind oft stimmungsvoller als moderne Filme. Vielleicht deshalb, weil sie gezwungen waren, den Geist zum großen Teil über das Visuelle zu vermitteln. So ist es auch mit unserer Musik. Die Texte sind zweitrangig. Sie dienen dazu, die Stimmung der Musik zu verstärken, nicht umgekehrt. Die Leute drängen die ganze Zeit, dass sie die Texte zu den Liedern haben wollen, aber die sind nicht das eigentlich Wichtige. Das Wichtige ist, in welche Stimmung dich die Musik versetzt. Ich habe dem auf dem neuen Album ein wenig nachgegeben, habe aber nur die wichtigsten Teile genommen und sie zu einem trotzdem zusammenhängenden Text zusammengebacken, hauptsächlich um zu unterstreichen, dass alle Lieder miteinander verknüpft sind.


Wenn du wählen könntest, wärst du dann lieber ein Hund oder eine Katze? Warum?

Das einzige Tier das ich gerne wäre wäre ein Vogel, ein Kuckuck. Aber wenn ich zwischen Hund und Katze wählen muss, dann Katze. Katzen gehören sich selbst, sie gehen ihren eigenen Weg, du kannst sie nicht dazu bringen etwas zu tun, was sie nicht selbst wollen. Was für ein schreckliches Dasein Hunde eigentlich haben. Aber sie sind halt so dumm, dass sich sich in alles fügen. Wenn sie genauso intelligent wären wie Menschen, würden sie mit Besteck essen.


Das wäre erstmal alles, vielen Dank! Die letzten Worte gehören dir:

Dir auch vielen Dank! Ich hoffe es dauert nicht so lange, bis wir Gäste in eurem Land sind. Ich mag Deutschland.

Grim_Rieper

Autor: Lennart Riepenhusen [Grim_Rieper] | 18.03.2013 | 20:54 Uhr

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