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BLEEDING RED heißt eine junge Band aus dem schwäbischen Spraitbach. Erst kürzlich wurde ein Demo aufgenommen, zu dem ein Review in Kürze online gestellt wird. Außerdem konnten die Jungs dieses Jahr auf dem Summer Breeze Festival den New Blood Award für sich entscheiden. Grund genug sich mit den vier Blutroten auf dem Festival zusammenzusetzen und über die Zukunft der Band, die Vergangenheit des Metals und Bühnenenergie zu sprechen.





Wie sah euer bisheriger Weg aus und was waren die wichtigsten Punkte auf diesem Weg?

Timo: 2006 im Mai haben wir uns zusammengefunden und haben erst einmal über ein Jahr lang gecovert, aber auch schon teilweise eigenes Zeug geschrieben. In dieser Zeit hatten wir zwei Auftritte und später folgten dann auch zwei Auftritte mit eigenem Material. Dann sind wir über einen glücklichen Umstand ins Rock It nach Aalen gekommen und durften dort spielen. Das war dann eigentlich so der wichtigste Punkt, weil wir da Flori [Florian Milz, Metal Maniacs] kennen gelernt haben. Das hat uns halt ermöglicht immer mehr Auftritte zu spielen.


Wie war es für euch auf dem Summer Breeze zu spielen, vor den ganzen Leuten und dann den Award auch noch zu gewinnen?

Timo: Naja, das kann man sich ja vorstellen: Überwältigend. Man nimmt an dem Kontest teil und kommt unter die letzten zwanzig. Da freut man sich schon mal den Arsch ab. Man kommt auf’s Summer Breeze, gewinnt auch noch im Party Zelt – das ist überwältigend, einfach richtig geil. Man freut sich Wochen lang darauf und wenn es soweit ist – das ist einfach der Wahnsinn. Das ist einfach mega auf dieser großen Bühne und dann sieht man wie man auf der Leinwand rüberkommt. Das macht einfach Spaß.
Was man aber auch sagen muss, es ist einfach cool mal das ganze Breeze hinter den Kulissen zu erleben. Wir waren da, bevor überhaupt offen war und als noch überall aufgebaut wurde. In unserem Umkleideraum zum Beispiel steht ein Sofa und ein Kühlschrank und ich denke mir: jedes einzelne Sofa, jeder einzelne Kühlschrank muss organisiert sein. Also was hier an Organisation dahinter steckt, das ist Wahnsinn.


Ihr habt jetzt hier auf dem Summer Breeze den New Blood Award gewonnen. Das ist ja ein riesiger Schritt. Was ist euer nächstes Ziel? Was ermöglicht euch der Sieg bei diesem Kontest?

Timo: Unser nächstes Ziel? Alles eigentlich. Jetzt müssen wir wirklich schauen, was geht. Jetzt gilt’s. Also ein geiler Plattenvertrag wäre nicht schlecht. Reich werden wir damit ja eh nicht, aber damit sich die Band mal halbwegs finanziert und dass wir auf geilen Festivals spielen können und so. Wir müssen jetzt einfach richtig Gas geben.


Mal zu eurem Namen. Warum „Bleeding Red“? Was steckt dahinter?

Timo: Also die ganz normale Bedeutung aus dem Englischen wäre eben „blutrot“ oder „Fleischwunde“ oder „blutüberströmt“, das kann alles Mögliche bedeuten. Und wenn man ganz viel reininterpretieren will kann es auch heißen, dass wir genau so sind wie alle anderen. Wir haben alle das gleiche Blut. Jeder Mensch „blutet rot“. Man kann da viel reininterpretieren und deswegen wollen wir das so.


Ihr habt vor kurzem euer Logo geändert. Woran lag das? Wer hat das umgesetzt?

Timo: Wir mussten feststellen, dass unser altes Logo teilweise zwischen anderen Schriftzügen unterging. Deswegen haben wir uns entschieden, dass ein neues, rabiateres, her muss, das auch unseren Stil besser widerspiegelt. Also habe ich ein bisschen rumgekritzelt. Ich habe eine gotische Schrift genommen und dann die Spitzen dran gezeichnet. Als es uns gefiel, haben wir es an Arda [Arda Taner, Rockfall Merchandise] gegeben, der dann die finale Umsetzung gemacht hat.


Wie läuft das bei euch mit dem Songwriting? Wer schreibt die Lieder? Einer alleine oder eher die ganze Band?

Timo: Mittlerweile ist das eher Teamwork. Wir setzen uns da zu zweit oder zu dritt zusammen, tragen die Riffs zusammen und überlegen uns wie man da eine Songstruktur reinbringen kann. Manchmal schaffen wir das an einem Tag und manchmal dauert das Wochen. Manchmal dauert ein Song sechs Wochen und ein anderes Mal ist er nach fünf Stunden fertig. Wenn die Riffs soweit sind geben wir den Song Fabi [Fabian Joos, Drums] und der haut dann das Schlagzeug drauf.

Manuel: Ganz genau. Wie Timo gesagt hat: Manchmal kriegt man innerhalb von einem Tag in wenigen Stunden einen ganzen Song hin und manchmal hat man ein Lied, das man schon vor zwei Jahren angefangen hat, das man noch mal aufgreift, überarbeitet und dann eben ein richtig gutes Lied draus macht.


Manchmal werdet ihr mit DISSECTION verglichen, manchmal klingt es etwas nach CHILDREN OF BODOM. Was würdet ihr als eure Einflüsse sehen?

Timo: Das ist ein interessanter Punkt. Denn jeder von uns hört eigentlich unterschiedlichen Metal oder hat seine verschiedenen Spezialgebiete. Bei Michi [Michael Müller, Bass] zum Beispiel ist es eher Death und Thrash Metal. Ich bin jetzt eher dem Black Metal zugeneigt. Also NAGLFAR oder wie gesagt DISSECTION. Bei Manu [Manuel Waible, Gitarre] und Fabi geht es mehr Richtung Pagan. Sagen wir mal so: DISSECTION, das gefällt bei uns halt jedem. Deswegen hört man das vielleicht auch raus. NAGLFAR findet eigentlich auch jeder geil. Ich kann aber zum Beispiel mit ENSIFERUM nichts anfangen. Dafür kann Manu mit manchen Bands nichts anfangen die ich höre. Die Einflüsse sind also sehr verschieden, so dass man sich nicht auf etwas Bestimmtes einigen kann. Vielleicht lebt es gerade davon, dass jeder einen anderen Einfluss mit rein bringt.

Manu: Man kann aber schon sagen, dass wir im Großen und Ganzen schon sehr ähnliche Sachen hören. Nur bei den Favoriten unterscheidet es sich halt teilweise.

Timo: Ja, das stimmt schon. Ich würde sagen: gleiches Grundgerüst, andere Spezialgebiete.




Wie seid ihr überhaupt zum Metal gekommen?

Timo: Also bei mir hat es klassisch mit METALLICA angefangen. Die alten Alben habe ich hoch und runter gehört. Außerdem die „Best Of The Beast“ von IRON MAIDEN. Später hat mir dann ein Kumpel DISSECTION gezeigt und dann ging’s los. Man kann sagen über METALLICA und IRON MAIDEN mit einer kurzen Zwischenstufe bei CHILDREN OF BODOM weiter zum Death Metal.

Manu: Bei mir war es auch METALLICA. Als die „S&M“ raus kam, das war 99 oder 2000, da war ich gerade mal zwölf. Die habe ich damals von meinem Bruder bekommen und rauf und runter gehört. Das war dann der Einstieg. Kurze Zeit später kamen CHILDREN OF BODOM und DISSECTION dazu. Das waren so die Bands die ich ganz am Anfang gehört habe.

Michi: Bei mir ging’s etwa mit neun, zehn los. Damals merkte ich schon, dass ich irgendwie eine Neigung zu Rock und Metal habe. Also hab ich dann mal mit den Bands angefangen, die man so auf dem Fernsehen kenn. Ich sag mal „MTV-Metal“. Erst mit 14 kam ich dann zu METALLICA und ab dann wurde es immer härter. Mittlerweile höre ich mich durch alle Genres durch.


Welche sind jetzt eure Lieblingsbands?

Timo: [sehr schnell] DISSECTION, NAGLFAR, EMPEROR und IMMORTAL.

Manu: Also bei mir sind es auf jeden Fall SUIDAKRA. Dann auch DISSECTION, IMMORTAL, HELRUNAR und auch CHILDREN OF BODOM finde ich immer noch sehr geil.

Michi: Naja…Lieblingsband kann man so direkt nicht sagen. Aber ich denke KREATOR ist es am ehesten.


Mit welcher Band würdet ihr gerne mal auf Tour gehen oder wenigstens auf einem Festival die Bühne teilen?

Timo: Also wenn es DISSECTION noch geben würde, dann ganz klar mit denen. Falls NAGLFAR noch den alten Sänger hätten dann mit NAGLFAR. Und sonst mit IMMORTAL.

Michi: Oder KREATOR.

Timo: Ohja, KREATOR wäre arschgeil. Streich IMMORTAL, sag KREATOR. [grinst]

Manu: [nickt] KREATOR!

Timo: Kannst meinen ganzen Auftakt streichen. KREATOR!! [habe ich nicht :-) ]


Was war das letzte Album, das dich so richtig umgehauen hat?

Timo: Die meisten Alben die ich höre sind vor über 10 Jahren raus gekommen. „Sheol“ von NAGLFAR war 2003. Das ist, glaube ich, das neueste. Vielleicht die DISSECTION – „Reinkaos“. Die war, glaube ich, 2005.


Also ziemlich „Old-School“. Hört man bei euch ja auch am Sound. Oder besser gesagt am Flair. Momentan ist ja old-school ganz schön angesagt. Wie findest du es, dass junge Bands versuchen, den Sound ihrer Idole zu verwenden?

Timo: Also wenn dieser Flair tatsächlich noch mal rüberkommt, fände ich das ’ne geile Sache. Also wirklich, so eine „New Wave Of Heavy Metal“ wäre schon recht fett.


Timo, du bist ja als Frontmann sehr publikumsbezogen. Du hast die Menge im Griff und kannst sie mitreißen. Woher nimmst du diese Energie?

Timo: Naja, wir proben uns halt den Arsch ab, dass das Technische mal sitzt und wenn das dann nebenher läuft, dann kann man eben auch auf die Menge eingehen. Das ist so eine Energiesache bei uns. Wir sprühen unsere Energie auf das Publikum und die kommt dann aus dem Publikum wieder zurück. Und wenn die Zuschauer mal nicht so mitmachen brauche ich eben mehr Energie. Aber wenn die Menge von Anfang an voll dabei ist, dann ist das einfach nur eine einzige Party. Ich denke das ist das Stichwort. Ich habe Bock da oben Party zu machen und nichts anderes.


Wir sind am Ende. Noch ein paar abschließende Worte? Vielleicht was an eure Fans?

Timo: Man muss sagen, unsere Fans sind einfach absolut loyal. Die meisten sind Kumpels, die einfach so mit uns hierher reisen. Ohne die wäre es nicht möglich. Die kommen zu fast jedem einzelnen Gig und wenn es darum geht ist halt die Bude voll, dass es kracht. Deswegen möchte ich mich bei allen bedanken, die das hier möglich gemacht haben. Dass wir hier spielen und dass wir machen können, was wir machen.

Sammy

Autor: Samuel Stelzer [Sammy] | 27.08.2010 | 13:25 Uhr

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