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Interviewpartner: Tobi

Mit AVANTASIA und EDGUY hat der gebürtige Fuldaer Tobias Sammet zwei deutsche Exportschlager ins Sachen Heavy Metal geschaffen, führte er doch beide bereits mehrfach erfolgreich um die Welt. Seine „Hauptband“ EDGUY ist dabei schon mehr als 20 Jahre im Geschäft und hat seither so manche stilistische Kurskorrektur erlebt – so auch auf dem neuen Album „Space Police – Defender Of The Crown“, das verglichen mit seinem Vorgänger „Age Of The Joker“ wieder etwas rabiatere Töne anschlägt. Um herauszufinden, woran das liegen könnte, trafen wir uns zum Plausch mit Meister Sammet persönlich und der plauderte auch prompt munter aus den Nähkästchen.






Hallo Tobi und vielen Dank für dieses Interview! Euer letztes Album „Age Of The Joker“ ist vor etwa zweieinhalb Jahren erschienen. Was habt Ihr seither getrieben?

Wir sind vor allem relativ viel getourt. Alleine in Deutschland waren wir erst mit DEEP PURPLE unterwegs, etliche Festivals und dann auch noch ein Headliner-Tour gespielt. Wir waren zudem in Südamerika. Wir haben in dieser Zeit also einen Haufen Konzerte gespielt und ich bin natürlich auch mit AVANTASIA einmal um die Welt getourt und auch da haben wir ein Album veröffentlicht. Zumindest mir ist also nicht langweilig geworden [lacht]. Das ging alles von einem ins andere über und ich habe nicht das Gefühl, dass es übermäßig viel Leerlauf gab.


Wann hat Ihr mit dem Songwriting für „Space Police – Defenders Of The Crown“ angefangen?

Das ging relativ flott. Ich kam im August 2013 von der AVANTASIA-Tour zurück und habe dann recht schnell die Initiative ergriffen, weil ich wusste, dass meine EDGUY-Kollegen schon in den Startlöchern stehen. Wir wollten auch gar nicht viel Zeit verlieren und haben gleich für Anfang November das Studio gebucht und mussten dann eben gucken, dass wir bis dahin die Platte irgendwie komponiert kriegen. Wäre das mit dem Songmaterial bis dahin schief gegangen, hätten wir uns natürlich jederzeit noch ein bisschen mehr Zeit nehmen können. Das war Anfang September und wir hatten etwa zwei Monate Zeit, um ein neues Album zu schreiben. Eigentlich ziemlich wahnsinnig [lacht]. Aber es hat funktioniert! Man ist da so fokussiert und es gibt ja immer noch dieses Schutznetz, dass man im Zweifelsfall auch alles nach hinten verschieben kann, aber wir haben sehr konzentriert gearbeitet. Ich habe etliche Nachtschichten eingelegt und bin ganz intensiv auf die Jagd nach guten Songideen gegangen. Innerhalb von zwei Monaten war das Ganze dann musikalisch eingetütet.


Beeinflussen sich AVANTSIA und EDGUY gegenseitig?

Ja, auf jeden Fall. Das liegt in der Natur der Sache. Ich weiß nicht, ob sie sich wirklich gegenseitig beeinflussen, aber sie tragen natürlich beide meine Handschrift. Ich habe auf den neuen EDGUY-Album sieben Songs alleine und zwei zusammen mit Jens [Ludwig, Gitarre, Anm. d. Red.] geschrieben und bei AVANTASIA kommen alle Songs von mir, der Produzent ist auch der gleiche, also ist es logisch, dass beide Projekte sich überschneiden. EDGUY klingt anders als AVANTASIA und umgekehrt, weil es andere Leute sind, die das im Studio umsetzen und weil ich auch im Hinterkopf weiß, für welche Band ich zum jeweiligen Zeitpunkt arbeite. So gehe ich mit EDGUY vielleicht in bisschen bissiger und zynischer und auf jeden Fall weniger konzeptionell zu Werke. Das hat dann ab und zu auch mal ein Augenzwinkern. Das bedeutet nicht, dass ich da mit weniger Enthusiasmus oder weniger Ernst rangehe und ich habe auch den gleichen Anspruch an die Qualität, aber die Songs manchmal eben nur vier Minuten lang und gehen mehr aufs Maul. AVANTASIA ist märchenmäßiger und da habe ich beim Songwriting auch im Hinterkopf, dass da mal Bob Catley oder Michael Kiske bei einzelnen Songs singen werden. Bei EDGUY sind wir fünf Leute mit Schwächen und Stärken und entsprechend komprimiert. EDGUY sind eine Band und damit klingt das auch ganz anders.






Wie würdest Du das neue EDGUY-Album beschreiben?

Puh, das ist ganz schwierig. Es ist auf jeden Fall das Aktuellste [lacht]. So unmittelbar nach der Produktion lässt sich das wirklich nur schwer sagen. Ich kann ja mal eine Mischung aus dem wiedergeben, was mir bisher darüber zu Ohren gekommen ist, z.B. nach der Listening Session. Die Leute sagen, dass „Space Police – Defender Of The Crown“ so klingt, als würden wir uns in Richtung „Hellfire Club“ zurück bewegen. Das ist als Kompliment gemeint, aber ich persönlich würde nicht sagen, dass wir uns zurück bewegen. Das war auch nicht der Plan. Ich glaube aber zu wissen, was die Leute meinen: Auf unserem letzten Album „Age Of The Joker“ haben wir Lautstärke und Produktionsaufwand etwas zurück gefahren. Wir wollten mehr Dynamik haben und fragiler klingen. Viele Leute fanden damals, dass wir uns an den 70er orientieren. Wir haben damals penibel darauf geachtet, dass wir es mit der Studiotechnik nicht übertreiben. Dadurch ist ein sehr retro-mäßiges Album entstanden. „Retro“ war zu diesem Zeitpunkt noch nicht so hip – man konnte das noch machen und war originell [lacht]. Die „Age Of The Joker“ war für uns ein ganz wichtiges Statement und wir haben uns daran orientiert, wo unsere Wurzeln liegen. Bei „Space Police – Defenders Of The Crown“ haben wir da gar nicht drüber nachgedacht. Wir hatten zwei Monate, um das Album zu schreiben und ich habe da nur aus dem Bauch heraus gehandelt. Das ist auch kein Aufguss alter Ideen und klingt ganz unmissverständlich nach EDGUY 2014. Aber dennoch hört man dem Album an, dass es sich dabei um die Band handelt, die „Rocket Ride“, „Mandrake“ und „Hellfire Club“ gemacht hat. Man hört schon auch, dass es die Band ist, die „Age Of The Joker“ gemacht hat, aber es kracht alles ein bisschen mehr.


Würdest Du sagen, dass “Space Police – Defenders Of The Crown“ härter ausfällt als seine Vorgänger?

Ja, da gebe ich Euch Recht. Das war zwar nicht beabsichtigt, aber ich hatte beim Songwriting von Anfang an das Gefühl, dass das eine unserer härtesten Platten werden würde. Als ich von der AVANTASIA-Tour zurückkam, wollte ich mir den Start mit EDGUY so leicht wie möglich machen. Es gibt immer kleinere Schwierigkeiten bei der Umgewöhnung, weil das ja ein komplett anderes Arbeitsumfeld mit einer komplett anderen Arbeitsweise ist. Diese Startschwierigkeiten wollte ich vermeiden, denn dafür war eigentlich ja keine Zeit. Ich habe die Arbeitsweise von AVANTASIA dann erstmal beibehalten. Der erste Song war „Saber & Torch“ und den habe ich dann mit Sascha Paeth, dem Produzenten, der auch die AVANTASIA-Sachen mit mir macht, arrangiert. Ich habe das Demo dann dem Rest der Band vorgespielt und damit stand schon der erste Song. Da war für mich bereits klar, dass das Album in diese Richtung gehen wird. Das ist das erste, was man vom neuen Album für sich selbst damit assoziiert und damit war „Saber & Torch“ natürlich ein harter Einstieg in die Platte. So wusste ich bereits recht früh, dass dieses Album recht hart werden würde. Das hat sich dann ganz natürlich entwickelt.


Was steckt eigentlich hinter dem Titel?

Naja, zuerst hieß die Platte nur „Defenders Of The Crown“. Das haben wir gewählt, weil wir stets alles so machen, wie wir das für richtig halten und da stimmen uns nicht immer alle bei zu. Das mag bei unserer Fangemeinde oder auch bei der Plattenfirma nicht immer so populär sein, aber das ist eigentlich die Quintessenz von Heavy Metal: Dinge so durchzuziehen, wie man es für richtig hält. Egal, ob das jetzt genrekonform ist oder nicht. Den Titel „Kings Of Metal“ gibt’s schon, also haben wir gesagt, wir sind die „Defenders Of The Heavy Metal Crown“ [lacht]. Das passt auch ganz gut: „Defenders Of The Crown“ ist ein Computerspiel aus den 80ern und das klingt ein bisschen größenwahnsinnig, also alles gut [lacht]. Dann war aber der Songtitel „Space Police“ noch auf dem Tisch. Ich fand, dass das eigentlich noch ein schmissigerer Titel als „Defenders Of The Crown“, weil man das nicht so richtig einordnen kann. Ich kenne nicht sonderlich viele Heavy Metal-Bands, die ihr Album „Space Police“ nennen würden und dann da noch so ein Cover vorne drauf packen. Ich dachte, wenn wir das machen, sind wir schon wieder die Quintessenz dessen, was Metal ausmacht [lacht]. Die Plattenfirma fand die Idee, das Album „Space Police“ zu nennen, total scheiße [lacht]. Da dachten wir uns: OK, machen wir. Da wir uns aber nicht zwischen den beiden Titeln entscheiden konnten und die Meinungen auch innerhalb der Band auseinander gingen, haben wir irgendwann so entschieden: Wenn es „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ gibt, dann ist „Space Police – Defenders Of The Crown“ genau der richtige Name. Das klingt wie so ein total verrückter Fantasy-Film.






Hätte das Album ein anderes Artwork bekommen, wenn es nur „Defenders Of The Crown“ geheißen hätte?

Hm... vermutlich hätte der Polizist mit dem Oberlippenbart dann auch noch eine Krone aufgehabt [lacht]. Das war so: Wir wollten mit diesem Cover gar nicht anecken. Wir haben uns einfach ein Cover gewünscht, das Schmiss hat. Die coolsten Polizisten sind halt immer noch die Motorradcops aus den 70ern, sowie in „Auf dem Highway ist die Hölle los“ oder Terrence Hill in „die Supercops“. Das sind die richtigen Teufelskerle unter den Cops, nicht Dein Freund und Helfer, der mit einem grün-weißen Auto unterwegs ist. Wir wollten eben so einen Teufelskerl auf dem Cover haben. In der Band haben wir uns dann darauf geeinigt, dass wir uns an sowas orientieren. Der musste dann eben noch zum Space-Cop gemacht werden. Das war aber gar nicht lächerlich gemeint und ist es meiner Meinung nach auch nicht. Klar hat das ein bisschen was augenzwinkerndes und es erinnert vielleicht auch ein bisschen an VILLAGE PEOPLE, es erinnert aber auch an Burt Reynolds und hat den Coolness-Faktor von Terrence Hill – mit Oberlippenbart natürlich. Peinlicher als ein Muskel-Typ auf einem komisch proportionierten Drachen ist es auch nicht [lacht]. Es gab allerdings tatsächlich noch ein sehr gut gelungenes Alternativ-Cover. Das ist ein Ölgemälde, das sich mehr auf den Titel „Defnders Of The Crown“ bezieht. Das ist sehr geil geworden und war sicher etwas „künstlerischer“, aber wir haben uns für das Cover mit mehr Schmiss entschieden.


Schmiss ist sicher auch nötig, um auf einer Metal-Platte FALCO zu covern. Wie habt Ihr „Rock Me Amadeus“ ausgewählt?

Ich bin schon seit Mitte der 80er FALCO-Fan. Wir hören öfter hinter der Bühne seine Musik, ehe der Auftritt losgeht. Ich wollte gerne irgendwann mal „Der Kommissar“ covern, weil ich die Nummer liebe. Über „Rock Me Amadeus“ habe ich gar nicht nachgedacht, aber Sascha Paeth meinte dann, dass wenn wir schon FALCO covern wollen, wir unbedingt diesen Song nehmen müssen, weil er sowas Selbstironisches und gleichzeitig Überhebliches. Das passt ganz gut zu uns [lacht]. Er ist allerdings deutlich schwerer zu singen. Wir haben entschieden, es zu versuchen und für den Fall, dass es nichts wird, hätten wir ihn einfach in die Tonne getreten und niemand hätte je davon erfahren. Wir waren dann aber alle gleichermaßen überrascht und begeistert vom Ergebnis, weil er schon recht weit im Anfangsstadium der Produktion gut klang. Auch da wurde uns - verständlicherweise – von der Plattenfirma nahe gelegt, ihn lieber nur als Bonustrack zu verwenden, damit das nicht der Presse als regulärer Teil des Albums vorgelegt wird, aber da fanden wird: Der Song dauert vier Minuten und die Platte fast eine Stunde – das sind gerade mal sechs oder sieben Prozent des Albums. In Österreich ist das wahrscheinlich Gotteslästerung und in Deutschland fragen sich vermutlich viele Metalfans, was sie mit einem FALCO-Song in ihrer Sammlung sollen, aber die meisten Leute, die wissen, worum es bei EDGUY geht, werden schon verstehen, was wir damit wollten. Ich finde die Nummer geil. Dass die Meinung da auseinander gehen, ist normal.


Wie sieht es mit Euren anstehenden Tourdaten aus?

Die gibt es [lacht]. Wir werden im September und Oktober eine große Europatour mit großer eigener Produktion spielen. Das wird auch Zeit: Wir wollen endlich mal wieder eine lange Show mit all unseren Songs und einer eigenen Produktion mit Sachen, die sich bewegen usw. spielen.


Möchtest Du gerne noch etwas hinzufügen?

Hört Euch die Platte an und staunt [lacht]!

Metalviech

Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 23.04.2014 | 08:29 Uhr

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