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Interviewpartner: Tobias Sammet

Nachdem das von Tausendsassa Tobias Sammet verwaltete Heavy Metal-Opernprojekt nach dem letzten Doppel-Album sowie der zugehörigen, weltumspannenden Mammut-Tournee nebst entsprechender Live-DVD eigentlich zu Grabe getragen worden ist, kehrt Herr Sammet nun doch unerwartet zurück. „The Mystery Of Time“ heißt das neue Album, welches der Sänger heimlich, still und leise im heimischen Keller zusammen bastelte und wie es bei AVANTASIA eben inzwischen zum guten Ton gehört, tummeln sich auch auf dieser Platte wieder sämtliche Sänger, die auf dem melodischen Metal-Sektor Rang und Namen haben. Wir hatten das Vergnügen, Herrn Sammet zum trauten Zwiegespräch zu erreichen, damit er uns die Umstände der überraschenden Rückkehr von AVANTASIA erläutern kann.






Hallo Tobi, vielen Dank für dieses Interview! Seit der Veröffentlichung des letzten AVANTASIA-Albums sind drei Jahre verstrichen und eigentlich hat ja niemand mit einem Nachfolger gerechnet…

Nachdem das Album Fertig war, sind wir erstmal ausgiebig getourt, haben zwischendurch noch eine DVD gemacht und dann dachte ich, dass es jetzt reicht, weil alles gesagt ist. „The Wicked Symphony“ und „Angel Of Babylon“ waren weltweit sehr erfolgreich und wir konnten uns mit einem Headliner-Konzert auf dem „Wacken Open Air“ verabschieden – viel mehr kann da ja eigentlich nicht mehr kommen. Es war für mich dann einfacher, mich wieder auf EDGUY zu konzentrieren. Irgendwann zwischen der Abgabe des EDGUY-Albums und der Tour oder vielleicht auch erst nach der Tour habe ich als Ausgleich immer mal wieder abends in meinem Keller an neuen Songideen gebastelt. Es klingt natürlich ein bisschen paradox, wenn man zur Entspannung vom Stress des Musikgeschäfts noch mehr Musik macht, aber das war tatsächlich so. Irgendwann wurde mir dann klar, dass diese Songs sich wie AVANTASIA anfühlen. Das Schöne daran war aber, dass alle wussten, dass es damit vorbei ist – ich hatte dafür keinen Plattenvertrag, musste mit niemandem darüber reden und das Projekt war als solches im Endeffekt nicht existent. Als Künstler habe ich es als wahnsinnig entspannend empfunden, heimlich daran zu arbeiten. Es gab keinen Druck für die Veröffentlichung, weshalb ich einfach daran gebastelt habe. Irgendwann fand ich dann, dass, wenn ich schon mal sechs oder sieben Songs fertig und auch schon eine Idee für eine Story habe, ich das dann auch richtig fertig machen sollte. Plötzlich waren AVANTASIA dann schneller wieder da, als sie weg waren [lacht].


Dann ist „The Mystery Of Time“ vollkommen natürlich entstanden, richtig?

Das ist es tatsächlich. Ich bin so ehrlich, dass ich es auch zugeben würde, wenn die Leute mich mit Angeboten zugeschüttet hätten, aber so war es nicht. Ich hatte tatsächlich einfach Bock, das zu machen. Ich mache inzwischen seit über 21 Jahren Musik und ich denke, wenn man so lange durchhält und sich als Musiker etabliert, wenn man sich dann irgendein Privileg in dieser Zeit verdient hat, dann das zu tun, was einem gut tut. Und die Arbeit an „The Mystery Of Time“ war so stressfrei, ich konnte da ohne irgendwelche Grenzen basteln. Man muss sich das so vorstellen: Ich gehe in den Keller und tauche in eine komplett andere Welt ab. Ich sitze da unten dann in meinem „Musik-Reich“ und komponiere dort kleine Musik-Fragmente. Es gibt für mich nichts schöneres, als kreativ sein zu dürfen und wenn man dann irgendwann anfängt, die Platte zu produzieren, dann ist es natürlich hilfreich, wenn man weiß, dass der Vorgänger auf Platz zwei in den Charts war – da braucht man gar nicht drum herum reden: Es ist immer hilfreich, wenn man weiß, dass man das tun kann, was man möchte und in jedem Fall die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so vorfinden wird, dass man das ansprechend umsetzen kann.


Woran glaubst Du liegt es, dass Metal-Alben in Deutschland seit einiger Zeit so hoch in den Charts einsteigen?

Ich bin mir sicher, dass das daran liegt, dass kaum noch irgendwer Platten kauft und Metalfans einfach die treuesten Fans der Welt sind. Bands wie GAMMA RAY, HELLOWEEN, BLIND GUARDIAN oder auch EDGUY tauchen ganz vorne auf, weil unsere Fans eben noch wissen, dass sie eine Band unterstützen können, um auch die Qualität sicherzustellen. Ich kaufe mir auch die Alben meiner Lieblingsbands, weil man ja auch möchte, dass das auch wertgeschätzt wird wenn sich jemand ins Zeug legt, um etwas Opulentes abzuliefern und da viel Energie, Zeit und auch Geld rein steckt. Ich glaube, Metal- und Rockfans haben einen anderen Bezug dazu als jemand, der im Radio einen Hit hört, weil sie eben nicht einfach nur berieselt werden wollen. Ich möchte als Fan auch, dass GAMMA RAY auch in zehn Jahren noch Alben veröffentlichen und ich weiß genau, dass das nicht der Fall sein wird, wenn die Leute sich den Kram aus dem Internet herunterladen und ich glaube, dass Metal- oder Rockfans in diesem Punkt sehr viel Verständnis haben. Beim Schlager z.B. ist der Vorteil wahrscheinlich, dass die Leute technisch nicht dazu in der Lage sind, sich irgendwas runter zu laden, wohingegen das im Heavy Metal sicherlich sehr wohl der Fall ist. Da wird bewusst die Entscheidung getroffen, seine Lieblingsbands zu unterstützen, weil man sich dann sicher sein kann, dass die Band auch ein Jahrzehnt später noch ein Studio bezahlen kann.


Ist auch „Mystery Of Time“ wieder ein Konzeptalbum geworden?

Ja klar! Das ist ja so was von ein Konzeptalbum, viel mehr Konzept geht ja gar nicht! Die nächste Stufe eines Konzeptalbums wäre einfach nur noch ein Buch [lacht]!


Worum geht es denn diesmal?

Das ist ein bisschen komplex: Es geht um einen jungen agnostischen Naturwissenschaftler, der feststellt, dass den Leuten um ihn herum die Zeit immer knapper wird. Irgendwann glaub er, dahinter ein Prinzip zu erkennen, als ob irgendetwas danach trachtet, den Menschen die Zeit so sehr zu verknappen, dass sie nicht mehr die Zeit haben, sich mit sich selbst oder ihrer Existenz zu beschäftigen. Wie gesagt ist dieser Naturwissenschaftler am Anfang der Story sehr agnostisch eingestellt und macht sich dann daran, die Ursachen dafür zu erforschen und erlebt dabei ein spirituelles Wachstum – er beschreitet einen Weg, auf dem er immer mehr Fragen stellt, die ihn einerseits verwirren, aber gleichzeitig auch zu immer mehr Antworten führen. Er erforscht den Zusammenhang von Wissenschaft, Spiritualität und Zeit. Die Geschichte ist eine Mischung aus Fantasystory und Kriminalroman und ich habe auch noch ein paar Fragen, die ich mir selbst schon gestellt habe, in dieser Thematik untergebracht. Ich glaube, viele Leute können sich in dem Hauptcharakter, der eben recht zynisch an die ganze Sache herangeht, wieder finden. Die Geschichte spielt im viktorianischen England in einer Kleinstadt und ich habe versucht, mit Musik wunderschöne Bilder zu zeichnen, damit sich die Leute in eine andere Welt hineinfallen lassen. Das Album ist entweder eine Stunde lang einfach gute Unterhaltung, aber auch bei der regulären Edition ist ein 28-seitiges Booklet dabei, weshalb die Leute wenn sie denn möchten die Geschichte auch nachlesen können.


Wie reagierst Du, wenn „The Mystery Of Time“ mit SAVATAGE verglichen wird?

Es gibt schlimmere Beleidigungen, finde ich [lacht]. Ich bin nicht unbedingt der größte SAVATAGE-Fan unter der Sonne, aber wenn ich mir z.B. eine Platte wie „Streets“ anhöre, finde ich das schon geil. Ich habe ha auch schon mit Jon Oliva zusammen gearbeitet – geiler Sänger und geiler Typ – also kann ich mit solchen Vergleichen natürlich leben. Im Hinblick auf das winterliche Artwork habe ich das natürlich schon öfter gehört.


Wie kam die Zusammenarbeit mit Arjen Lucassen von AYREON zustande?

Ich habe ihn angerufen und gesagt: “Arjen, komm doch mal vorbei, dann zeig ich Dir, wie es richtig geht!“ [lacht] Nein, das war natürlich nur Spaß. Arjen und ich haben ja mal praktisch zeitgleich eine Platte raus gebracht und da wurden wir dann immer zu gefragt und wir haben dann immer beide so reagiert, wie ich jetzt gerade eben. Irgendwann fand ich dann, dass es langsam ein bisschen zu böse wird, was ich da ständig über ihn sage, also hab ich ihn mal angerufen. Wir fanden uns dann total nett und er meinte dann, dass zu seinem aktuellen Album noch eine Single erscheinen wird und ob wir dafür nicht zusammen ein Lied einsingen sollen. Schon beim letzten AVANTASIA-Album habe ich ihn dann gefragt, ob er nicht ein Gitarrensolo beisteuern möchte, aber er hat sich etwas geziert, weil er schon so lange nicht mehr Leadgitarre gespielt hatte. Im Internet hatte er dann gelesen, dass ich ein neues Album mache und hat sich dann gemeldet und so kam es, dass er jetzt auf „The Mystery Of Time“ zu hören ist. Wir kommen also wunderbar miteinander aus. Arjen ist ein echtes Komplettpaket: Er ist ein großartiger Songwriter, ein wunderbar kauziger Vogel und einfach cool drauf. Er macht ja gerade ein neues Album und ich wünsche ihm allen Erfolg der Welt!


Mit EDGUY wart Ihr ja zuletzt mit DEEP PURPLE auf Tour – wie war das so?

Die waren sehr nett. Sie sind immer mittags rum gelaufen und haben sich eigentlich ganz gut benommen [lacht]. Nein, mal ehrlich, uns hat das sehr viel Spaß gemacht. Es ist natürlich so: Wenn man auf die Bühne geht, und nach einem spielt eine Band, die 40 Jahre Rockgeschichte auf dem Rücken hat und da steht ein Publikum, dass auch für diese Band gekommen ist, dann ist es für eine Band wie uns, die vielleicht auch ein bisschen härter and die Sache rangeht, natürlich schwerer, zu begeistern. Das Publikum war also vielleicht nicht immer superenthusiastisch, aber es hat der Bühne unheimlich viel Aufmerksamkeit entgegen gebracht – man hatte das Gefühl, da stehen Leute, denen kann man nichts vormachen. Da kann man gerne ein bisschen durch die Gegend hüpfen, aber letztendlich wollen die gute Musik hören. Und dass die sich dann hinstellen, und einem eine faire Chance geben, ist natürlich eine geile Herausforderung. Das sind eigentlich die dankbarsten Fans, denn diese Leute muss man mit dem Ursprünglichsten, was Rock ’n’ Roll ausmacht, auf seine Seite ziehen. Ich glaube, das haben wir auch geschafft.


Damit sind wir auch schon am Ende – möchtest Du gerne noch etwas hinzufügen?

Ich finde es schön, dass sich die Leute für das neue Album interessieren! Wir sehen uns auf Tour und ich hoffe, dass die Leute an der Platte genauso viel Spaß haben wie ich, als ich sie gemacht habe!


Vielen Dank!

Metalviech

Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 21.04.2013 | 11:43 Uhr

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