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Interviewpartner: Tom Angelripper

Seit mittlerweile 32 Jahren im Geschäft sind die Thrash Metaller von SODOM ein essenzieller Bestandteil der Metalszene und aus selbiger natürlich nicht wegzudenken. Vor nicht allzu langer Zeit stellten sich bei der Truppe nicht unerhebliche Veränderugen ein, denn Langzeit-Schlagzeuger Bobby Schottkowski gab seinen Ausstieg aus der Truppe bekannt. Mit ihrem neuen Felldrescher Markus „Makka“ Freiwald hat das Trio nun allerdings ohne größere Pause mit „Epitome Of Torture“ schon das nächste Album in der Pipeline, weshalb wir uns mit Bandkopf Tom Angelripper in Verbindung setzten, damit er uns über den aktuellen Stand der Dinge bei den Ruhrpott-Thrashern ins Bild setzt.






Hallo Tom und vielen Dank für das Interview! Es ist jetzt etwa zweieinhalb Jahre her, dass mit „In War And Pieces“ Euer letztes Album erschienen ist. Was hat sich seither bei Euch getan?

Tja, ich finde es ein ziemlich gutes Intervall, etwa alle zwei Jahre eine Platte raus zu bringen. Früher war das ja ein bisschen anders, da konnten das schon auch mal vier Jahre werden und dann waren da ja auch noch die DVDs dazwischen. Erstmal hat sich ja der Wechsel am Schlagzeug ereignet und dann haben wir mit dem neuen Drummer die „In War An Pieces“-Tour gespielt und dann haben wir auch schon direkt mit dem Songwriting angefangen. Seither sind wir eigentlich ziemlich gut gebucht und so ziemlich jedes Wochenende unterwegs.


Möchtest Du die Umstände des Ausstiegs von Bobby kommentieren?

Das war natürlich eine reine Privatfehde zwischen uns beiden. Es gibt da Gerüchte usw. und ich möchte das auch gar nicht vertiefen, aber immerhin hat er 15 Jahre bei uns getrommelt und das ist natürlich eine lange Zeit. Irgendwann ging es eben einfach nicht mehr weiter – das kommt in den besten Ehen vor. Das war aber wie gesagt alles rein privat. Es war uns auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass er die Band verlassen hat und nicht, dass ich ihn rausgeschmissen habe.


Dann soll das auch privat bleiben. Wie hat sich die Suche nach dem Nachfolger gestaltet?

Wir mussten nach Bobbys Ausstieg leider drei oder vier Konzerte absagen. Die Tour zum neuen Album wollten wir aber natürlich durchziehen und Bernemann [Gitarre, Anm. d. Red.] und ich haben sofort an Makka gedacht. Wir wussten, dass er derzeit in keiner Band fest spielt und was er drauf hat. Wir haben ihn dann angerufen und dann ging alles ganz schnell: Eine Session, Setlist drauf geschafft und das war’s auch schon. Wir wollten dann auch gar keinen anderen mehr antesten – Makka wohnt in Dortmund in der Nähe vom Proberaum und wir kennen ihn ja auch schon seit den 80ern. Er ist eben einer von uns.


Das ist dann vermutlich auch für das Bandgefüge von Vorteil…

Klar, er hat sich sofort integriert. Am Anfang war er etwas skeptisch, ob er denn akzeptiert wird, aber das ist ja klar – ein neuer Mann wird immer argwöhnisch betrachtet. Aber er konnte natürlich auch musikalisch überzeugen und hat auf Tour astrein getrommelt. Er ist mittlerweile auch am Songwriting voll beteiligt und ist einfach ein lieber Kerl, der hilft, wo er kann.


Songwriting ist ein hervorragendes Stichwort, denn mit „Epitome Of Torture“ habt Ihr ja ein neues Album in den Startlöchern, das ganz anders klingt als sein Vorgänger. Woran liegt das?

Ich finde, die „In War And Pieces“ hat irgendetwas ganz Besonderes, die klingt einfach gut. Es gab da allerdings böse Zungen, die behauptet haben, das würde wie eine Nu Metal- oder Metalcore-Scheibe klingen und das kann ich natürlich überhaupt nicht dulden. Es ist mittlerweile so, dass viele Platten gleich klingen, weil viele Gitarristen die gleichen Amps benutzen. Digitalrecording ist heutzutage natürlich normal und auch wir werden das weiterhin machen, anders kann man das ja gar nicht finanzieren, aber „Epitome Of Torture“ klingt auf jeden Fall anders. Es war mir auch wichtig, dass das alles ein bisschen dreckiger und schmutziger rüberkommt – ich wollte da kein getriggertes Schlagzeug und ich hab mich auch mit Waldemar [Sorychta, Produzent, Anm. d. Red.] über den Bass-Sound gestritten. Ich wollte den gerne ein bisschen lauter haben und das haben wir dann auch hinterher so gemacht.


Das Album ist in der Tat sehr basslastig geworden…

Das ist immer mit Kompromissen verbunden. Ich habe zu Waldemar gesagt, dass er sich mal ein paar alte VENOM-Sachen anhören soll, weil das da ja schließlich auch funktioniert. Wir sind eine Drei-Mann-Band und live haben wir auch nur eine Gitarre und ich finde, es tut dem ganzen Produkt auch gut, wenn der Bass etwas mehr im Vordergrund steht. Wir haben im Studio auch viel mit Re-Amping gearbeitet und mit den Mikrofonen herum experimentiert, aber das bekommt man auf Platte nicht so gut eingefangen. Die Produktion, wie man sie bei alten KISS, VENOM oder MÖTLEY CRÜE hört, kann man digital eigentlich gar nicht nachahmen. Wir haben hier einen Kompromiss gefunden und die Seele von SODOM sehr gut eingefangen, weshalb ich auch finde, dass das Album besser klingt als „In War And Pieces“.


Auf „Epitome Of Torture“ steht auch das Schlagzeug sehr im Mittelpunkt. Habt Ihr das gemacht, um den neuen Mann entsprechend zu präsentieren?

Das war mir auf jeden Fall wichtig. Ich möchte hier auch gar nicht über Bobby lästern, aber Makka ist für die Art von Musik, die wir machen, einfach besser geeignet und er spielt auch schneller. Wir waren dieses Mal in der Lage, auch ein paar schnellere Sachen mit 16teln auf der High Hat zu machen, weil er das eben kann. Er ist ein Speed Freak, ein bisschen so wie Dave Lombardo [SLAYER, Drums, Anm. d. Red.] auf Deutsch. So waren wir natürlich in der Lage ganz anders zu schreiben und zu arrangieren.


Was das Songwriting angeht, so gib es auf der Platte ja etliche Songs, mit denen man nach „In War And Pieces“ nicht gerechnet hätte. Z.B. klingen viele Riffs tatsächlich nach alten VENOM. Woran glaubst Du liegt das?

Ich gebe Euch auf jeden Fall recht, aber das war eher unbeabsichtigt. Bernemann kennt die Band zwar, ist aber wirklich nicht der größte VENOM-Fan und aus dieser Ecke lange nicht so beeinflusst wie ich. Wenn man mal einen Song von VENOM auseinander nimmt, dann merkt man, dass deren Arrangements oft ziemlich kompliziert waren und wie viele verschiedene Sachen da eigentlich drin stecken. Uns ist es generell wichtig, immer gute Refrains zu schreiben und da diskutiere ich auch oft mit Bernemann: Er kommt oft mit einem Riff, dass er als Refrain sieht, ich habe den dann aber schon auf einen ganz anderen Part gelegt. Refrains waren uns auf jeder Platte wichtig und so natürlich auch auf „Epitome Of Torture“: Bei „My Final Bullet“ kommt er relative explosionsartig und der Unterschied zu „In War And Pieces“ ist, dass wir uns da oftmals verzettelt haben – da ist dann schon mal ein Schlagzeug-Fill drin, das kein Mensch braucht, weil man es meistens sowieso nicht nachvollziehen kann. Ich wollte, dass wir die Songs diesmal wieder so strukturieren, wie wir es in der Vergangenheit gemacht haben und die leicht ins Ohr gehen. Das wir gute Musiker sind, ist ja sowieso klar und wir wollen ja gar kein Gefrickel: Ich kenne gute Musiker und Gitarristen, die keine Songs schreiben können. Wir können das schon.


Würdest Du also sagen, dass für Euch beim Songwriting “weniger ist mehr“ gilt?

Absolut. Wem sollen wir denn was beweisen? Ich meine, wir sind nicht RUSH [lacht]. Wir sind SODOM und wir müssen Songs wie „Nuclear Winter“ haben, die auch einfach aber eben Klassiker sind – das sind auch nur drei oder vier Riffs, aber es funktioniert. Wichtig ist für uns auch, die Songs so zu arrangieren, dass man sie live nachvollziehen kann und wir die selbst auch nachspielen können. Auf „In War And Pieces“ gibt es ein paar Songs, bei denen Bass und Gesang im Gegentakt laufen und da habe ich dann so meine Probleme mit – ich habe ja nur ein Gehirn [lacht]. Manche können das koordinieren, aber ich kann das eigentlich nicht. Ich spiele gerne das mit, was ich auch im Gesang mache. Auf „Epitome Of Torture“ haben wir alles von Anfang an eher einfach arrangiert. Thrash Metal lebt ja auch von der Präzision und das ist mit unserem neuen Drummer und seiner Technik viel einfacher geworden. Songs wie „Stigmatized“ hämmern so abgespeckt wie möglich durch und erst dann kommt dieser Effekt richtig durch.


Findest Du, dass die Leadgitarren auf „Epitome Of Torture“ rockiger ausfallen als in der Vergangenheit?

Ich denke, das macht die Kombination. Da ist das harte Riffing, das man in „Cannibal“ oder „Tracing The Victim“ hört und dann kommen da Bernemanns Soli dazu. Ich will bei SODOM keine Gitarrensoli wie bei SLAYER hören, weil das ja oft gar nicht nachzuvollziehen ist. Aber Bernemann ist ja ein sehr melodischer und manchmal auch melancholischer Gitarrist, der auch die Melodien so arrangiert, dass sie passen. Da sind die Soli eine Art eigener Song für sich. Bei Kerry King und Jeff Hanneman von SLAYER vermisse ich so was oft. Bei uns macht es eben die Kombination, weil wir ja auch mal etwas langsamere und rockigere Songs wie „Into The Skies Of War“ haben, die vielleicht auch ein bisschen nach TANK klingen. Ich sehe SODOM ja auch nicht als klassische Thrash-Band, das sind dann vielleicht doch eher DESTRUCTION.


Woher kommt es, dass Dein Gesang auf dem neuen Album noch ein bisschen mehr als auf dem Vorgänger in Richtung Death Metal geht?

Unser Produzent Waldemar Sorychta war total begeistert, dass ich so variabel bin, weil ich ja Screams wie Tom Arya oder Shouts wie Cronos von VENOM genauso drauf habe wie Death Metal-Vocals. Viele Leute haben uns gefragt, wer die Gast-Vocals auf dem Album macht, aber ich kann das eben auch selber. Death Metal gab es ja früher auch schon und in Deutschland haben wir ja mehr oder weniger damit angefangen. Der Waldemar hat mich jede Zeile in verschiedenen Versionen singen lassen und natürlich war da auch Quälerei dabei, aber letztendlich haben wir beschlossen, dass man da im oder anderen Song auch mal mehr in Richtung Death Metal gehen kann. Ich möchte mich jetzt auch nicht selber loben, aber von den großen Thrash Metal-Sängern in Deutschland bin ich denke ich der variabelste – alleine bei ONKEL TOM muss ich die Lieder ja auch richtig singen und das habe ich dann auch gelernt und kann das jetzt.


Wie kam es, dass Du auch auf dem letzten DESTRUCTION-Album bei einem Song mitgesungen hast?

Ach, da hat der Schmier angerufen und mir erzählt, dass er einen schwerkranken Kollegen hat, der ein totaler SODOM- und Thrash Metal-Fan ist und der sich unwahrscheinlich über so einen Tribute-Song freuen würde. Schmier hat ja dann auch einen Text dafür geschrieben, der aus den alten Alben- und Songtiteln sowie den Floskeln, die man früher eben so benutzt hat, besteht. Klar habe ich da mitgemacht.


Was kannst Du uns über „The Big Teutonic 4“ erzählen?

Da gibt es von Nuclear Blast ja mittlerweile eine Single. Auf dem „Beastival“ wird es auch einen Song geben, wo wir alle vier zusammen spielen werden – ich finde das eine geile Sache und natürlich werden inzwischen die Stimmen lauter, das auch mal auf andere Bühnen zu bringen.


Wie stehen die Chancen dafür?

Ich versuche es, aber es ist natürlich schwierig, weil man auch die ganzen Plattenfirmen im Rücken hat und sich mit verschiedenen Booking-Agenturen arrangieren muss. Aber ich finde es gut, dass die Bands selber sich einig sind, dass man das überhaupt machen kann. Ich bin mit Schmier im Gespräch und Gerre von TANKARD hat auch sofort zugesagt. Mille von KREATOR muss ich noch mal ans Telefon bekommen und dann gucken wir mal, ob wir da nicht ein paar Termine finden. Man muss ja keine große Tour daraus machen, es würde ja schon reichen, wenn man in Deutschland drei oder vier Shows spielt. Die Fans wären ja auch bereit, dafür ein bisschen weiter zu fahren und das ganze Package zieht bestimmt auch zwei- bis dreitausend Leute. Ich würde das jedenfalls gerne machen.


So, damit sind wir schon am Ende angekommen – möchtest Du noch etwas hinzufügen?

Ich möchte den Fans für die mittlerweile 31 Jahre treue danken. Wir haben eine sehr treue Fangemeinde, die uns schon lange unterstützt und ich hoffe, das bleibt auch weiterhin so.


Vielen Dank!

Metalviech

Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 14.04.2013 | 11:55 Uhr

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