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Interviewpartner: Tom Angelripper

Der SODOM-Frontmann Tom Angelripper bedarf keiner großen Einführung, gehört der Mann doch nun schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert zur einheimischen wie internationalen Metal-Szene. Mit seiner Hauptband SODOM hat er den Thrash Metal seit 1982 mitdefiniert und 28 Jahre später erscheint mit „In War And Pieces“ nun das 13. Studioalbum des Trios. Aus jenem Grund baten wir um Audienz bei Herrn Angelripper, die uns auch prompt gewährt wurde…






Hallo Tom und vielen Dank, dass Du Dir Zeit für uns nimmst! Seit Eurem letzten Album sind vier Jahre ins Land gegangen – was hat sich in dieser Zeit getan?

Unter anderem haben wir in dieser Zeit ja auch die „The Final Sign Of Evil“ mit Wichthunter noch gemacht. Die Arbeit mit ihm war natürlich auch sehr zeitintensiv und es hat sich alles aufgrund seiner Krankheit etwas in die Länge gezogen. Dann kam die zweite SODOM-DVD, die ich auf jeden Fall noch vor dem neuen Album fertig haben wollte. Im Prinzip waren diese vier Jahre natürlich viel zu lang, aber wir haben dann auch gemerkt, dass es bei unserer Plattenfirma SPV Probleme gab, weshalb wir da neu verhandeln mussten und uns auch generell neu finden wollten. Klar, normalerweise müssten SODOM mindestens alle zwei Jahre ein Album raus bringen, aber die Option muss man eben auch haben, was dann mit Business und Verträgen und all dem Kram zusammenhängt. Aber wir sind ja auch nie untätig und sitzen dann zuhause, ohne was zu machen.


Hast Du das Gefühl, dass sich diese Phase des Umbruchs auf Euer Songwriting ausgewirkt hat?

Ne, das läuft immer weiter – wir sind da ganz unbeirrt. Wir hätten ja auch jederzeit eine andere Plattenfirma nehmen können. Das habe ich auch hinterher immer wieder gesagt, aber wir wollten es auf jeden Fall noch mal mit SPV versuchen, weil wir ja immer sehr gut mit ihnen zusammen gearbeitet haben. Songwriting an sich ist von solchen Dingen aber ohnehin nicht beeinflusst: Wir machen das ganz klassisch mit Jam-Sessions und proben dann auch noch ein, zwei Mal die Woche. Aber es ist natürlich schöner, wenn man ein Ziel hat und weiß, dass man die Option hat, ein Album zu veröffentlichen, weil man dann natürlich intensiver arbeitet.


Wie würdest Du denn das neue Album im Vergleich zur letzten SODOM-Platte beschreiben?

Ich würde das einfach gar nicht vergleichen. Ich fand die letzte SODOM sehr gelungen, weil da ja auch tolle Songs drauf sind, aber ich weiß z.B. nicht, was gewesen wäre, wenn wir versucht hätten unseren jetzigen Sound auf die letzte Platte zu übertragen. Ich vergleiche eigentlich nie – wir haben unseren Stil ja schon vor langer Zeit gefunden und schreiben einfach immer neue Songs, ohne zu gucken, was wir damals gemacht haben. Vergleiche mit „Agent Orange“ würden schließlich auch hinken. Wir versuchen einfach, eine bessere Produktion zu fahren und ein ganz kleines Bisschen vom Spirit der 80er mit rüber zu retten. Natürlich ist das immer schwierig: Manche Sachen sind einem zu wenig „Old School“, andere wieder zu viel – man weiß es nie genau. Aber Vergleiche zum letzen Album würde ich nicht anstellen, weil ich beide Platten gleich gut finde.


Wen konntet Ihr denn diesmal als Produzenten verpflichten?

Produziert hat die Platte der Waldemar Sorychta. Den kenne ich schon länger, aber in diesem Jahr hat er mit THE VERY END eine junge Thrash-Band aus Essen produziert, wobei mir der Sound wirklich gut gefallen hat – endlich mal ein Drum-Sound, der auch nach Schlagzeug klingt und Gitarren, die auch nach was klingen. Wir sind dann auf dem „Rock Hard Festival“ ins Gespräch gekommen und sind uns dann recht schnell einig geworden, weshalb er dann hinter den Reglern saß. Der Unterschied ist, dass wir nicht im Studio waren, sondern alles bei ihm im Proberaum gemacht haben. Wir können es uns nicht mehr erlauben, ein Studio für tausend Euro am Tag zu mieten und müssten dann ja auch gucken, dass wir da in spätestens zehn Tagen wieder raus wären. Da stecken wir das Geld doch lieber in einen guten Produzenten, der sich Mühe macht und uns auch Zeit gibt. Wir haben solange produziert, bis wir alle zufrieden waren und damit ist die Platte dann ja auch richtig geil geworden. Die Gitarren sind schön präsent und das Schlagzeug klingt so, wie ein Drumkit zu klingen hat. Er war auch im Songwriting involviert und das war auch ganz gut so…


Mit „Knarrenheinz“ habt Ihr ja auch mal wieder einen deutschen Song auf dem Album – wie kam Euch die Idee dazu?

Wie viele sicher wissen, ist der Knarrenheinz ja unser Maskottchen, das auch auf den Album-Covers drauf ist. Der Song ist im Proberaum entstanden: Ich hatte noch keinen Text, aber die Nummer war schon arrangiert und beim Jammen hab ich dann einfach was rein geschrieen. Ich mach da immer so was wie „Pilotgesang“, damit ich schon mal das Versmaß kenne und im Refrain hab ich dann einfach mal „Knarrenheinz“ gesungen – ich weiß auch nicht, warum [lacht]. Die anderen Jungs fanden das dann so geil, dass sie gesagt haben “schreib doch ’nen deutschen Text!“. Ich hab dann einfach die Cover ein bisschen beschrieben und was der Knarrenheinz so erlebt hat – seine Abenteuer, wenn Ihr so wollt – und so ist der Song dann eben entstanden. Das war also nicht geplant, aber solche Überraschungen sind ja auch das Schöne dabei. Ich könnte mich nicht mit dem Ziel hinsetzen, einen deutschen Text oder etwas über den Knarrenheinz zu schreiben, solche Dinge ergeben sich oft aus der Inspiration, mit der man aus der Probe nach hause kommt.


Und welche Themen werden abgesehen von den Abenteuern des Knarrenheinz auf „In War And Pieces“ behandelt?

Mit Krieg hat das gar nicht mal so viel zu tun. Ich schreibe eigentlich über alle Sachen, die man so in den Nachrichten aufschnappt – so schlimm, wie das auch alles sein mag, ist es für einen Sänger wie mich natürlich eine gute Inspiration. Manche Sachen, so wie Nordkorea gegen Südkorea oder mal wieder ein Kinderschänder, der unterwegs ist, tauchen ja auch immer wieder auf – das sind dann Dinge, die ärgern und quälen mich und machen mich zum Teil auch traurig, weshalb ich sie dann zu Texten verarbeite. Das sind im Grunde alles recht greifbare Themen, die ich dann aber auch lyrisch umzuschreiben versuche, da es sich ja immer noch um Songtexte handelt. Ich weiß auch, dass ich an diesen Dingen nichts ändern kann, da ich ja kein politischer Aktivist bin und auch in dieser Szene nicht aktiv bin. Aber als Sänger einer Thrash Metal-Band kann ich das immerhin raus schreien. Da kann man sagen, man hat gute Themen und die passende Musik dazu, dann wirkt alles wie aus einem Guss.


Du hast ja in Deiner Funktion als Thrash Metal-Sänger auch mit den Briten ONSLAUGHT einen Song aufgenommen. Erzähl uns doch etwas darüber!

Wow, hat sich das etwa schon rumgesprochen? Ich kenne deren Manager, den Tommy, sehr gut – ONSLAUGHT sind ja auch eine Kult-Band, die ich selber früher gerne gehört habe – und der hat mich gefragt, ob ich mich nicht am MOTÖRHEAD-Cover „Bomber“ beteiligen möchte. So was mache ich natürlich gern und bei MOTÖRHEAD sowieso, da ich ja gerade auf das alte Zeug ziemlich stehe. Ich hab dann den Refrain gesungen und eine Strophe haben wir uns geteilt. Sie haben mir die Soundfiles geschickt und dann konnte ich das bei einem Kumpel im Studio machen. Das ist ja heutzutage auch alles viel bequemer, man muss nicht mehr groß durch die Weltgeschichte fahren, wenn man solche Dinge machen will. Dazu haben wir auch noch einen kleinen Videoclip geschnitten und Phil Campbell [MOTÖERHEAD, Anm. d. Red] hat ja in dem Song auch Gitarre gespielt. Ich mache bei so was immer gerne mit.


SODOM werden ja auch in vielen Reviews oft und gerne mit MOTÖRHEAD verglichen – was sagst Du dazu?

Ein bisschen beeinflusst hat diese Band uns natürlich schon. Ich bin mittlerweile kein so großer MOTÖRHEAD-Fan mehr, wie früher. Die Platten, die um 1982 und 1983 erschienen sind, die fand ich natürlich am besten. Lemmy ist für mich aber nach wie vor eine absolute Kultfigur und der größte Rock ’n’ Roller, der noch rumläuft. Wir haben auch mit SODOM einen Song geschrieben, den es auf der Vinyl-Fassung des Albums als Bonus geben wird, der heißt „Murder One“ und ist ein Tribut an Lemmy. Ich bin ja auch gerade mit ONKEL TOM im Studio und auch da habe ich ihm einen Song gewidmet, der „Lemmy macht mir Mut“ heißen wird. Der Mann ist einfach Kult: Er wird 65 und ist immer noch Rock ’n’ Roll durch und durch. Ich würde jetzt nicht unbedingt sein Leben führen wollen, weil ich nicht am Tag zwei Flaschen Whiskey saufen könnte. Ich bin stolz auf Lemmy, dass er noch lebt und das alles noch mitmacht, weshalb ich mich auch immer freue, wenn ich mal was mit MOTÖRHEAD machen kann.


Du hast eingangs bereits die neue DVD „Lords Of Depravity Part II“ erwähnt – was kannst Du uns darüber erzählen?

Natürlich hat die auch einige Zeit in Anspruch genommen – ursprünglich sollte das ja mal ein Teil werden, aber weil das so viel Material ist haben wir entschieden, das zu Teilen und mit der ersten Hälfte bis 1995 zu gehen und dann weiterzumachen. Das hat sich dann auch alles etwas hingezogen, denn um so ein Ding zu produzieren, muss man erstmal Geld von der Plattenfirma bekommen. Vor ein paar Jahren war ja noch der Manfred Schütz Geschäftsführer [bei SPV, Anm. d. Red.] und mit dem habe ich mich dann getroffen und das ausgehandelt. Normalerweise ist so ein Monster, wie das, was wir da abgeliefert haben, natürlich erheblich teurer, aber wer einen guten Produzenten hat, der mit Herzblut arbeitet und nicht immer auf die Kohle guckt, der kriegt das auch so hin. Das war bei uns der Roland Matthes. Ich würde mich freuen, wenn mehr Bands so was angehen würden, aber das ist natürlich auch unglaublich viel Arbeit, wenn man all das Material durchgehen muss – und es soll ja auch nicht langweilig werden. Wir haben ja dann auch noch jede Menge Konzertmitschnitte beigelegt, aus Südamerika usw. und das ist ja auch immer sehr interessant.


Der Digipack-Version Eures neuen Albums liegt ja auch ein Live-Mitschnitt vom „Wacken Open Air“ 2007 bei. Wie habt Ihr entschieden, dass es diese Aufnahme sein soll?

Wacken war für mich sowieso eine ganz besondere Situation, alleine schon wegen der Ex-Musiker, die dabei waren – für mich war das schon ein historischer Augenblick. Wir hatten da auch so unsere Probleme zu Beginn, weil wir ja keine Headliner-Band waren und wir uns nicht besonders viel bewegen konnten, aber wir haben das einfach durchgezogen. Für mich war wichtig, dass alle Ex-Musiker, die noch da sind oder die noch spielen können, mit mir auf der Bühne stehen. Ich hätte mir natürlich noch gewünscht, dass der Witchhunter noch mit dabei ist, aber das war zu dem Zeitpunkt nicht mehr wirklich machbar. Das Konzert ist aber echt eine coole Bonus-Beilage – ich selber habe lieber ein Digipack als ein Jewelcase, weil man das schöner anpacken kann.


Letzte Frage: Wie sehen Eure Tourpläne für das kommende Jahr aus?

Die Tour ist schon gebucht und startet im Februar. Ich kann noch nicht verraten, mit wem wir unterwegs sein werden, aber man kann ja auch nicht immer die Bands mitnehmen, die man gerne dabei hätte – da haben auch immer Plattenfirmen und Booking-Agenturen noch ein Wort mitzureden. Es wird diesmal wahrscheinlich eine jüngere Band sein, aber ich will ja auch nicht, dass das so eine reine Old School-Angelegenheit wird. Wir möchten in erster Linie uns präsentieren und die Leute sollen auch wegen uns kommen.


Gut, damit sind wir auch schon am Ende angekommen. Möchtest Du gerne noch etwas hinzufügen?

Ich möchte mich hier noch bei den Fans bedanken, dass sie uns über all die Jahre unterstützt haben. Wir haben ja schließlich vor Kurzem unser 25jähriges Jubiläum gefeiert und so was schafft man nicht, ohne Fans, die das ermöglichen.


Vielen Dank!

Metalviech

Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 29.11.2010 | 18:16 Uhr

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