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.: INTERVIEWS :: Tom von Grandloom
Share: Band: Grandloom | ||||
| Interviewpartner: Tom | ||||
Straight outta Cottbus und mit mächtig Feuer machten sich GRANDLOOM in meiner Anlage breit. “Sunburst” dürfte die beste, weil kohärenteste deutsche Stoner-Instrumental-Platte seit SPACE PILGRIMs bislang einzigem Langläufer sein. Ein Gespräch mit Axtschwinger Tom zwang sich also geradezu auf.
Schöne Grüße nach Cottbus! Zu Anfang sei nach der Bedeutung Eures Bandnamens gefragt und welche Aspekte er in Eurer Musik hervorheben soll. Was macht für Euch darüber hinaus den Reiz aus, mithilfe dieser Band auf Klangreise zu gehen? Warum ist Euch wichtig, musikalisch tätig zu sein und die sich daraus entwickelnden Ergebnisse mit interessierten Zuhörern zu teilen? Hallo ans Metalnews.de aus Cottbus. Der Bandname soll nichts hervorheben. Er zeigt eigentlich das Wesen der Band. Wenn wir die Maschine anwerfen dann macht der Webstuhl, das was er soll , Riffs, Melodien, Grooves und unseren Mojo verweben. Der Reiz an der Sache? Es macht uns einfach Spaß, zusammen zu spielen, vor allem wenn zum Beispiel während einer Jam etwas völlig Neues entsteht und alle trotzdem wissen, was sie zu tun haben. Wenn wir damit dann auch noch andere für uns begeistern können, reicht uns das völlig. Ihr feiert demnächst Euer fünfjähriges Bestehen. Wird dieses Ereignis im Rahmen eines Gigs gefeiert oder zieht Ihr es eher vor, die Korken privat knallen zu lassen? Wir werden da wohl keine große Sache daraus machen und eher 'ne ruhige Kugel schieben. Sprich: bowlen gehen und ein paar Glen Grant kippen. Wie fühlt es sich eigentlich an, so lange an einem kreativen Strang zu ziehen? Hängt die Gefahr des Lagerkollers wie ein Damoklesschwert über dem Proberaum oder erstickt die Freundschaft zwischen den einzelnen Mitgliedern sowie die Liebe zur Musik solche Abnutzungserscheinungen im Keim? Nach welchem modus operandi geht ihr generell vor, wenn neue Stücke herangekarrt werden müssen oder ein Gig ansteht - geordnetes Chaos oder doch strikte interne Zeitvorgaben? Es fällt uns nicht immer leicht, neue Songs zu schreiben. Wir jammen sehr viel im Proberaum und es bleiben dabei immer wieder Sachen hängen, wo man sagt „Da könnte man vielleicht mal was draus machen“. Aber letztendlich ist es meist schwer, aus diesen Ideen einen Song zusammen zu kriegen der in sich geschlossen ist und mit dem alle zufrieden sind. Wir versuchen uns dann oft ein zeitliches Ziel zu setzten, aber manchmal kann sowas ja auch mehr schaden als dass es hilft. Als reine Instrumental-Band fallen viele potenzielle Fettnäpfchen wie bescheuerte Texte oder launische Sänger unter den Tisch; andererseits muss man sich umso eher auf ein fesselndes musikalisches Fundament verlassen können. Warum verzichtet Ihr auf jedweden Gesang? Gehört dieser Aspekt zu den unerschütterlichen Trademarks von GRANDLOOM oder kämen eventuelle Gast-Beiträge von befreundeten Kollegen in Frage? Und nach welche Kriterien werden die Titel für die einzelnen Tracks ausgewählt? Es hat sich wohl hauptsächlich durch unsere Besetzung so ergeben. Von uns konnte oder wollte keiner singen und wir waren irgendwann so aufeinander eingespielt, dass wir uns einen vierten Mann im Gespann nicht wirklich vorstellen konnten. Als uns dann immer öfter auf Konzerten gesagt wurde, dass alles gut so ist, wie es ist, haben wir uns auch nur noch selten damit befasst. Bei den Songtiteln lassen wir uns in der Regel vom Song und von der Stimmung inspirieren. Manchmal gibt es auch schon mal den Titel vor dem Lied.
Wonach suchen GRANDLOOM? Gibt es überhaupt ein klar definiertes Ziel oder ist für Euch allein der Weg schon das Ziel? Versetzt Ihr Euch während der Arbeiten zu einem Song sowohl in die Lage eines Fans als auch Kollegen oder lässt sich diese Ambivalenz aus der Distanz leichter einschätzen, als sie sich in Wahrheit darstellt? Klar wollen wir gerne so viel wie möglich touren, dabei andere Bands, Hörer und Länder kennenlernen, aber dabei müssen wir schließlich auch alle im Rahmen unserer Möglichkeiten bleiben, was Job und Ausbildung angeht. Vom Rock'n'Roll allein kann man schließlich nicht leben. Es gibt also eigentlich kein langfristiges Ziel. Wir werden halt sehen, was sich so ergibt. Was die andere Frage angeht: Man macht sich natürlich schon Gedanken, wie die Musik auf andere wirkt. Am besten wäre es, wenn man mal Zuschauer zu einem eigenen Konzert gehen könnte. Nun zu den eben erwähnten Ergebnissen: Euer Einstand "Sunburst" kam in Eigenregie heraus. Warum hat es Euch Spaß gemacht, an "Sunburst" zu arbeiten? Inwieweit habt ihr Euch von Eurer "5 Dollar Jam" EP in stilistischer und qualitativer Hinsicht absetzen können, ohne dabei den ursprünglichen Kurs aus den Augen beziehungsweise Ohren zu verlieren? In stilistischer Hinsicht hat sich nicht sehr viel geändert, nicht zuletzt weil viele Stücke von “Sunburst” schon als wir die “5 Dollar Jam” aufgenommen haben auf den Setlists standen. Allerdings war die Aufnahme für uns diesmal wesentlich angenehmer, weil wir das Ganze im Studio gemacht haben. Die “5 Dollar Jam”-Ep ist ja noch bei uns im Proberaum mit zusammengeschusterter Technik und vor allem einem ständig abstürzenden Rechner entstanden. Da war es schon wesentlich entspannter mit Richard vom Big Snuff Studio einen Tonmann zu haben, der sich um alles kümmert und immer noch ein paar Vorschläge parat hat, sodass wir uns einigermaßen aufs Wesentliche konzentrieren konnten. Ich bin vor allem von dem einfach gehaltenen Klang, der den Charme einer Live-Aufnahme im Raum versprüht, angetan. Wir gestalteten sich der Aufnahmen für die sechs Beiträge und welcher hat eurer Meinung nach von diesem Prozess am meisten profitiert? Der Nachteil bei der Live-Aufnahme ist natürlich, dass jeder bei jedem Take absolut perfekt spielen muss. Da kann es schon mal etwas länger dauern, bis man was fertiges im Kasten hat und es fällt dann natürlich schwer auch beim 15. Mal noch ein gutes Solo zu improvisieren. Allerdings war es auch interessant mal was anderes auszuprobieren, wie die Akustikgitarre und die Maultrommel bei "Larry Fairy". Wie habt Ihr die Reihenfolge der Stücke auf dem Debüt bestimmt? Sind irgendwelche fertigen Kompositionen übrig geblieben? So, dass es erst mal von den Songlängen her auf die Vinyl passt und dennoch spannend bleibt. Übrig geblieben ist diesmal nichts. Von allen Songs auf eurem Einstand gefällt mir "Apollo Moon" persönlich am besten, da er mich musikalisch jedes Mal geistig in den Weltall befördert. Erzählt uns die Geschichte hinter dem Stück! Wie schwierig oder einfach war es denn, ihn in seine endgültige Form zu gießen? Würdet Ihr ihn auch als Euren Favoriten auf "Sunburst" bezeichnen? “Apollo Moon” ist definitiv einer der Songs, die besonders live richtig gut funktionieren und in der Kombination mit “Orbit Wobbler” ist man dann eine ganze Weile richtig weit weg. Es war nur schwierig, ihn zu bändigen, damit er auf die Platte passt. Er war einer der zwei Songs, die das Album hätten sprengen können.
Wer zeichnete für das Artwork verantwortlich und wie verlief die Zusammenarbeit mit dem Künstler? Das Artwork stammt, wie schon bei der “5 Dollar Jam”-EP und unseren bisherigen Tourpostern, von Susi Baron. Wir können ihr nur noch einmal danken, dass sich so viel Zeit für uns genommen hat und auch immer noch ein paar Ideen parat hatte, wenn wir noch nicht ganz zufrieden waren. Dieses Gespräch wird über METALNEWS.DE veröffentlicht, streng genommen kann man Euch allerdings nicht in dieses Genre einordnen. Steht Metal überhaupt bei Euch auf dem täglichen Hörprogramm? Welche Eigenschaften dieses mittlerweile sehr großen Betätigungsfeldes bewegen Euch dazu, ab und an einer Band aus dem Bereich an die Heimanlage zu verfüttern? Von uns ist eigentlich nur selten noch jemand in dem Genre unterwegs. Man kann also nicht sagen, dass es auf dem täglichen Hörprogramm steht, aber hin und wieder zieht man sich doch auch mal eine Platte rein, die man früher öfter gehört hat. Bei wem kann man hinsichtlich des Erwerbes eines Exemplares Eures Albums vorstellig werden? Am besten auf unser Schreiben grandloom@gmx.de oder unter Kozmik Artefactz und Whited Warf Rock. Besten Dank für Eure Zeit! Wenn Ihr einmal in meiner Gegend aufkreuzt, soll ich Euch mit welchem Getränk begrüßen? Whiskey, White Russian oder einfach nur ein kühles Pils. Cheers! Micha | ||||
| Autor: Michael Bambas [Micha] | 10.01.2012 | 22:00 Uhr | ||||
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CD-Reviews
| 20.12.11 | ![]() | Grandloom Sunburst 6 von 7 Punkten |
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