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Den Namen Tomas Lindberg könnte man auch locker als Synonym für Melodic Death stehen lassen. Kein anderer Sänger hat den extremen Metal um die Jahrtausendwende so stark geprägt, wie der rotblonde Schreihals aus Schweden. Natürlich fällt jedem gestandenen Metaller als erstes At The Gates ein, aber auch mit seinen Nachfolge-Bands (Lock Up, The Great Deceiver) hat er überragende Scheiben eingespielt. Bestes Beispiel ist der neueste Output von Nightrage [siehe Review-Anm. des Verf.]. Grund genug dem Meister ein paar neue Weisheiten zu entlocken.

Jeder Musiker verbringt Wochen und Monat damit, an seiner Musik zu werkeln und zu feilen bis sie in seinen Augen perfekt ist. Dann geht man ins Studio, nimmt sein Herzblut auf und hofft, dass es im Endeffekt dann so klingt wie man es sich erhofft hat. Spannend wird es immer dann, wenn man das fertige Produkt in den Händen hält. So dachte ich mir, wäre es einmal interessant diesen Moment der Offenbarung von einem direkt Betroffenen geschildert zu bekommen. "Ich war sehr glücklich", lässt ein hoch zufriedener Tompa verlauten, "denn die Produktion entspricht meiner Erwartungshaltung und wird den Songs voll gerecht". Es ist immer schön, wenn der Künstler mit sich und seiner Arbeit glücklich und zufrieden ist, aber das kann er auch sein. „Descent Into Chaos“ hat gegenüber dem Debüt schließlich von allem ein wenig mehr. Es ist härter, melodiöser, hat einige Thrash- und BM-Einflüsse und klingt insgesamt reifer.
Woran diese Steigerung gelegen hat, wollte ich wissen. "Mehr Konzentration, mehr Aufrichtigkeit, ein Mehr an Gruppenarbeit und das Wichtigste von allen, ein Mehr an besseren Songs. Im Endeffekt hängt doch alles an den Songs, oder?" Und diese sind auch mehr als gelungen.
Gruppenarbeit ist ein gutes Stichwort. Schließlich standen die Songs bei dem Debüt schon fest und somit blieb für den Sänger damals nur der ähm, Gesang übrig. War das diesmal anders und konnte er seine eigenen Vorstellungen besser zur Geltung bringen? "Absolut, Arrangieren, Gesangsstrukturen und so weiter, ich habe Marios auch einen Haufen bei den Texten geholfen." Wenn diesmal die Zusammenarbeit so eng war, wie darf man sich das in Bezug auf regelmäßige Proben vorstellen? Trifft sich die Band auch unter der Woche oder sieht man sich nur bei Konzerten und Studio-Terminen? "Weil unser Drummer Fotis Bernardo und Gus G. in Griechenland leben, treffen wir uns eine Woche oder so im Voraus um zu proben und so zusagen ein Gruppengefühl zu bekommen." Aha, Griechen und Schweden langt eine Woche um Gefühle für einander zu entwickeln. Nun ja, das lassen wir mal so unkommentiert stehen. Welche Gefühle soll eigentlich das Cover auslösen? Meine, zugegeben recht freie, Interpretation lässt ein Symbol für den totalen Überwachungsstaat der das Individuum in den Selbstmord treibt vermuten. "Das ist mehr eine Frage für Marios," wiegelt der Schwede ab und verweist auf seinen griechischen Kollegen, "ich habe nicht viel mit dem fertigen Cover zu tun gehabt. Es passt zur Musik und ich glaube das ist es wohl was zählt."
Gut, dann also Marios... "Das Cover symbolisiert die Tatsache, dass wir Menschen das Gift dieser Welt sind. Wir sind so selbstzerstörerisch und das einzige, was wir mit der Welt teilen, sind kalte Gefühle. Wir führen uns selbst mit diesem Verhalten zur totalen Vernichtung unserer Seelen. Die Darstellung auf dem Cover ist sehr stark und direkt und du bekommst ein gutes Bild von dem, was wir als Band darstellen. Aber wir müssen alles versuchen, probieren wieder uns selbst in all dem Chaos zu finden. Wir müssen dem widerstehen und kämpfen um diese Welt wieder besser zu machen. Wir müssen uns mit Respekt behandeln und versuchen viel bessere Menschen zu sein." Nach diesem Plädoyer, welches wahrscheinlich sogar Thomas Jefferson tief beeindruckt hätte, das nächste sozialtherapeutische Thema, die Texte. Wenn man sich die Songtitel, seien es die von Nightrage oder von The Great Deceiver sind immer Themen wie Selbstzweifel, Konfrontation des Selbst mit der Umwelt und soziale Konflikte jeglicher Art heraus zu lesen.
In wie fern spiegelt dies Tomas´ persönliche Haltung zu seinem sozialen Umfeld wieder? "Marios schreibt alle Texte, aber ich schätze seine Texte reflektieren seine Gefühle in einer sehr kalten, einsamen Welt zu leben mit dem Fokus auf eine kapitalistische Weltanschauung." Ja wie jetzt? Ich denke er hat bei den Texten mitgeschrieben? Na sei´s drum.
Kommen wir einmal auf seine andere Band The Great Deceiver zu sprechen.
Wo liegen jetzt eigentlich des Sangesmanns Prioritäten? "The Great Deceiver habe ich direkt nach dem Split von At The Gates gegründet und wird immer meine Nummer Eins sein. Aber ich glaube nicht, dass ich wählen müsste." Gewählt hat er auf „Terra Incognito“ auch wieder einen wesentlich tieferen Gesangsstil, der dem aus seiner frühen At The Gates-Phase recht nahe kommt. Somit stellt sich natürlich die Frage ob dieser Gesangstil wieder öfters Verwendung findet oder war er nur dem Album angemessen bzw. aus einem persönlichen Gefühl erwachsen und damit schon wieder Geschichte? "Bei The Geat Deceiver habe ich wesentlich mehr Möglichkeiten zu experimentieren und zu entwickeln, weit darüber hinaus von dem was die Leute von mir erwarten. Bei Nightrage hat die thrashige Stimme einfach besser zu den Songs gepasst. Ich schätze, ich konzentriere mich vor allem darauf was für den jeweiligen Song am besten ist." So soll es ja auch sein. Reine Egotrips, wie von vielen anderen Sängern kultiviert, sind dem Herrn augenscheinlich fremd.

Zur Befriedigung des Egos dienten allerdings auch Lock Up, deren 2000er Wacken-Auftritt mir doch noch bestens in Erinnerung ist. Seit dem kam da aber auch nicht mehr viel. Wie sieht es denn an der Grind-Front aus? Kommt da noch mal was nach? "Wir werden auf alle Fälle mehr machen, wir waren nur alle verdammt beschäftigt in letzter Zeit. Aber wir hatten zusammen eine tolle Zeit und es wird mit Sicherheit noch was nachkommen." Na, das hört man gern. Und nachdem ich jetzt fast alle Bands durch haben, bei denen der gute Tompa das Mikro schwang fehlt natürlich noch eine und nein, ich frage nicht nach einer At The Gates-Reunion. Vielmehr interessiert mich, ob es ihm nicht manchmal auf die Nerven geht, dass egal wie stark eine neue CD von ihm auch ist, er jedes Mal eher nach At The Gates gefragt wird anstatt, sich über seine gegenwärtigen Aktivitäten zu informieren? "Ich bin glücklich darüber, dass Menschen an dem interessiert sind, was ich in der Vergangenheit gemacht habe," zeigt er sich doch dankbar für jedwedes Interesse an seiner Arbeit. "Ich neige dazu, das A.T.G.-Zeug schnell zu beantworten um dann den Fokus auf meinen gegenwärtigen Kram zu lenken." Gewiefte Taktik.

Nachdem wir jetzt erfolgreich Gegenwarts- und die Vergangenheitsbewältigung betrieben haben, bleibt nur die abschließende Frage nach der Zukunft. Wie sieht es denn mit Live-Aktivitäten in good ol´ Germany aus? "Wir verhandeln momentan über verschiedene Tour-Möglichkeiten, aber soweit wir es bis jetzt beurteilen können, geniest Deutschland auf alle Fälle Priorität."
Also Leute, Daumen drücken!

Azriel

Autor: Frank Zschäbitz [Azriel] | 05.03.2005 | 16:49 Uhr

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