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Band: Metalnews nach 'Hotei' durchsuchen Hotei
Interviewpartner: Tomoyasu Hotei

Der seit den Achtzigerjahren aktive japanische Gitarrenheld HOTEI dürfte leider den wenigsten Musikfans hierzulande ein Begriff sein, dabei kennt jeder, der die Filme „Kill Bill Vol. 1“ und „Fear And Loathing In Las Vegas“ gesehen hat, ein paar Stücke von ihm. Am bekanntesten ist dabei sicherlich „Battle Without Honor And Humanity“, das nicht nur in „Kill Bill Vol. 1“, sondern auch in den Filmen „Transformers“ und „Shrek der Dritte“ zu hören ist. Um sein aktuelles Album „Strangers“ [u.a. mit Gastaufritten von Iggy Pop, RAMMSTEIN-Gitarrist Richard Z. Kruspe und BULLET FOR MY VALENTINE-Fronter Matt Tuck] zu promoten, hat sich HOTEI entschlossen, auch eine kleine Europa-Rundreise mit vier Dates in Deutschland durchzuziehen und stand für ein paar Fragen Rede und Antwort.




Was sind deine Erwartungen an deine erste Europa-Tour?

In Japan habe ich inzwischen schon einiges erreicht, aber in Europa bin ich natürlich noch ein unbeschriebenes Blatt. Aber ich habe großes Vertrauen in meine Live-Performance und bin überzeugt davon, dass ich mir auch hier dadurch eine Fan-Base aufbauen kann. Man muss das Interesse des Publikums wecken, Schritt für Schritt, damit man wachsen kann. Das wird keine einfache Tour, aber ich versuche das Ganze natürlich sehr zu genießen.


Du hast bisher fast zwanzig Alben veröffentlicht. Wieso bist du nicht schon früher hier getourt?

Als ich noch in Japan gelebt habe, schien Europa immer so furchtbar weit weg. Inzwischen wohne ich seit 2012 in London, da hat sich das natürlich geändert. Ich kann jetzt auf jeden Fall nachvollziehen, warum die Leute Japan als den „fernen Osten“ bezeichnen. Als Teenager fühlte ich mich immer sehr zu Berlin hingezogen, vor allem wenn ich „Low“ und „Heroes“ von DAVID BOWIE gehört habe. Danach habe ich noch mehr deutsche Musik gehört, NEU!, CAN, KRAFTWERK, NINA HAGEN und D.A.F. - 1985 bin ich dann für Aufnahmen ins Hansa-Tonstudio geflogen, das war mein erster Besuch in Deutschland. Kurz vor der Wende bin ich dann nochmal nach Berlin, um den Fall der Mauer mitzuerleben und mit eigenen Augen zu sehen, wie sich die Stadt verändert. 1999 war ich dann Support von BLONDIE in Hamburg und habe auch einen Gig in Köln gespielt. Letztes Jahr habe ich in Berlin im Cassiopeia-Club gespielt, das war super! Ich freue mich sehr, dass ich dieses Mal gleich in vier Städten spielen kann.


Wie würdest du dem europäischen Publikum deine Musik beschreiben?

Selbst wenn du meinen Namen noch nie gehört hast, dann kennst du zumindest „Battle Without Honor And Humanity“ aus „Kill Bill Vol. 1“. Nach Konzerten kommen immer Leute auf mich zu und sagen: „Hey, so ein gutes Cover von diesem „Kill Bill“-Song habe ich noch nie gehört!“, das macht mich immer ein bisschen traurig. Ich glaube kaum, dass jemand diesen Song besser „covern“ kann als ich, haha. Meine Musik ist sehr cineastisch, aber auch punkig, jazzig und progressiv, das kommt schwer auf den Song an. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass die Leute meine Musik interessant finden, aber das macht sie auch gleichzeitig etwas schwer zu verstehen, da ich quasi ein Künstler ohne festes Genre bin. Aber ich bin, wie ich schon sagte, sehr von meiner Live-Performance überzeugt und glaube, dass du auch ohne meine Songs zu kennen meine Konzerte genießen kannst. Du willst doch bestimmt wissen, wie es klingen würde, wenn Jeff Beck bei den SEX PISTOLS Gitarre spielen würde, oder?


Wie würdest deine musikalische Entwicklung über die Jahre beschreiben?

Ich habe beim Entstehungsprozess meines letzten Albums „Strangers“ auf jeden Fall sehr viel gelernt. Die Arbeiten daran waren so viel anders als bei meinen vorherigen, in Japan entstandenen Alben. Ich wurde da sehr entspannt. Japaner tendieren zum Micromanagement. Das mag in vielen Bereichen gut und hilfreich sein, aber ich musste mir das auf jeden Fall abgewöhnen, um in London überleben zu können, haha. Außerdem glaube ich, dass sich meine Art des Gitarrenspiels etwas verändert hat. Ich spiele definitiv fokussierter, mit einem simplen, aber doch soliden Kernsound.


Wie kam es zu deiner Beteiligung am „Fear And Loathing In Las Vegas“-Soundtrack?

Ich habe ein Angebot von Ray Cooper, dem Produzenten der Musik des Streifens bekommen. Drei Tracks habe ich dafür damals in London eingespielt. Terry Gilliam, der Regisseur, kam auch im Studio vorbei, um ein paar Anweisungen zu geben. Die Stücke sollten für eine Szene sein, in der Johnny Depp gerade halluziniert, weil er total auf Drogen ist. Mir wurde gesagt, dass ich völlig durchdrehen soll und das habe ich gemacht. Ich habe die Gitarre verkehrt herum gehalten und dabei gespielt, Terry hat sich totgelacht! Ich bin auf jeden Fall sehr, sehr froh darüber, dass ich gleich mit zwei legendären Regisseuren, Terry Gilliam und Quentin Tarantino, zusammenarbeiten konnte.


Zu den Gastmusikern auf „Strangers“ zählen Iggy Pop, Richard Z. Kruspe und Matt Tuck. Wie kam es dazu?

Iggy kenne ich seit 1985, wir saßen damals im gleichen Flieger nach Berlin. Ich war schon ein großer Fan von ihm und wollte ihn eigentlich um ein Autogramm bitten, aber es stellte sich heraus, dass seine damalige Freundin ein Fan von mir war und stattdessen hat er also mich um ein Autogramm gebeten, haha. Richard und Matt wurden mir von meinem Label vorgestellt. Ihre Bands, also RAMMSTEIN bzw. EMIGRATE und BULLET FOR MY VALENTINE sind natürlich schon sehr anders als meine Musik und ich dachte, dass beide wilde Kerle sind, aber sie waren sehr ruhige Gentlemen. Durch Richard konnte ich schon einige Rock-Fans in Deutschland erreichen, er war letztes Jahr auch in Berlin auf meinem Konzert. Ich hoffe, dass noch mehr seiner Fans zu meinen Konzerten kommen. Leider kann ich keine fette Pyroshow auffahren, da die Bühnen zu klein sein werden, haha!


Du warst früher auch als Schauspieler aktiv und hast z.B. beim Kultfilm „New Battles Without Honor And Humanity“ aus dem Jahre 2002 mitgespielt. Werden wir dich in Zukunft wieder mal vor der Kamera sehen?

Nein, da ich dann Schauspieler, die ich nicht mag, nicht mehr kritisieren könnte. Das wäre schade!

nnnon

Autor: Michael Siegl [nnnon] | 02.04.2017 | 20:55 Uhr

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