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Interviewpartner: Toschie

Mit ihrem selbstbetitelten Drittling haben die Norweger AUDREY HORNE kein einfaches Album vorgelegt. Das Teil braucht einige Durchläufe, um sich zu entfalten - und selbst danach bleibt es ein wenig [aber nur ein wenig] hinter seinen Vorgängern zurück. Trotzdem muss man anerkennen, dass sich die Band spätestens hier gefunden hat, erwachsener klingt und somit einen wichtigen Grundstein für die Zukunft gelegt hat, die einfach rosig sein muss, wenn man sich die bisherige Diskografie von AUDREY HORNE so anschaut. Dementsprechend locker und gut gelaunt gibt sich Sänger Toschie im Interview.




Normalerweise steht ein selbstbetiteltes Album für einen Neuanfang. Wieso habt ihr euch dazu entschieden, diesem Album keinen "richtigen" Namen zu geben?

Das haben wir gemacht, weil wir denken, dass wir jetzt nach zwei Alben einen Punkt erreicht haben, an dem wir uns wirklich vollständig als Band fühlen. Wir haben eine musikalische Plattform erschaffen, auf der wir uns zu Hause fühlen. Außerdem ist das Album auf eine Art und Weise entstanden, sowohl, was das Songwriting angeht als auch die Aufnahmen selbst, von der wir denken, dass so Musik kreiert werden sollte. Unser erstes Album, "No Hay Banda", kam recht schnell nach der Bandgründung heraus und war dazu da, um zu experimentieren und herauszufinden, wie wir arbeiten müssen. "Le Fol", unser zweites Werk, stellten wir in chaotischen Zeiten fertig: Zwei Leute hatten gerade die Band verlassen und wir waren unseren Plattenvertrag los. Bei "Audrey Horne" sind wir sehr fokussiert und selbstsicher ans Werk gegangen. Daraus resultierend fanden wir es angebracht, das Album nach der Band selbst zu benennen - auch wenn es natürlich klischeehaft ist. Das Album soll sagen: "Hey, das sind wir!"


"Audrey Horne" ist euer drittes Album. Du kennst bestimmt dieses Theorie, dass das dritte Album in der Karriere einer Band das Wichtigste ist und über die Zukunft entscheidet. Stimmt du dem zu oder geht dir das komplett am Arsch vorbei?

Auf eine gewisse Weise stimme ich zu. Natürlich ist jedes Album wichtig für eine Band, aber das Dritte scheint wirklich oft das "Make It Or Break It"-Werk zu sein. Normalerweise ist das der Punkt, wo deine Fans wirklich gutes Zeug von dir erwarten. Frei nach dem Motto: "Jetzt bist du erwachsen, übernimm Verantwortung und zeige, was du drauf hast!", hehe. In unserem Fall hoffe ich, dass wir das jetzt geschafft haben. Zumindest denken wir, dass wir das geschafft haben.


Wie würdest du "Audrey Horne" mit seinen beiden Vorgängern vergleichen und wie würdest du die Evolution der Band beschreiben?

Ich finde, dass unsere ersten beiden Alben deutlich mehr Post-Grunge-Einflüsse haben als das Neue. Hier dominieren eher klassische Hard Rock-Vibes. Quasi mehr '70/'80iger, weniger '90iger - aber mit einem modernen Sound. Das kommt wohl daher, dass wir viel altes Zeug in den letzten zwei Jarhren gehört haben und wir finden irgendwie, dass die Bands früher "fokussiertere" Alben gemacht haben. Heutzutage scheinen sich die Bands eher darauf zu konzentrieren, dass die Leute nur ein paar Songs und nicht das ganze Album herunterladen und vergessen dabei, dass die Kontinuität des Albums fast genau so wichtig wie die einzelnen Songs ist.




Was kannst du über den Produktionsprozess erzählen? Ihr habt dieses Mal in den Staaten aufgenommen, richtig? Was für eine Erfahrung war das?

Wir haben ungefähr 30-40 Songs für dieses Album geschrieben. Danach haben wir uns hingesetzt und entschieden,
welche Songs die Besten für das Album sind. Manche Teile von den Arrangements und kleine Soundstückchen haben wir offengelassen, damit sich Joe [Barresi, der Produzent. Hat u.a. auch schon die QUEENS OF THE STONE AGE, COHEED AND CAMBRIA und ISIS produziert - d. Verf] noch einbringen kann. Aufgenommen haben wir dann in den JHOC Studios in Los Angeles. Und zwar einen Song nach dem anderen. Wir haben ausführlich darüber beraten, welchen Sound das jeweilige Stück haben soll und über Amps, Drums, Mikros diskutiert, damit jeder Song den Sound bekommt, den er verdient. Wir sind auch alle im Studio geblieben - keiner ist nach Fertigstellung seiner Parts nach Hause geflogen, weil wir dachten, das jeder, auch wenn es nicht um sein Instrument geht, immer noch wichtigen Input liefern kann, wie manche Dinge gemacht werden sollten. Danach sind wir zurück nach Norwegen, haben Bass und Keyboard aufgenommen und das Ganze wieder zu Joe zum Mixen geschickt.


Wie ist das Arbeiten mit Joe Barresi? Er hat ja bereits euer Debüt abgemischt gehabt, aber dieses Mal habt ihr komplett mit ihm zusammengearbeitet. War es euch wichtig, dass er kein Metal-Produzent ist? Und mit wem würdet ihr gerne mal zusammenarbeiten?

Joe war ein sehr wichtiger Teil dieses Albums. Und natürlich ist es sehr gut, dass Joe kein Metal-Produzent ist, wir sind schließlich auch keine Metal-Band. Joe kommt musikalisch aus der gleichen Richtung wie wir und er war auf jeden Fall der Richtige für diesen Job. Wir werden auf jeden Fall wieder mit ihm zusammenarbeiten. Es gibt natürlich auch andere Produzenten, die gut für AUDREY HORNE wären, aber wir bleiben erstmal bei Joe.


War der Schreibprozess dieses Mal anders als sonst? Wird das Schreiben von Album zu Album eher leichter oder schwerer?

Der Prozess ist eigentlich bisher immer relativ ähnlich abgelaufen, aber dieses Mal haben wir mehr als Band zusammengeschrieben. Wir waren eine Weile zusammen weg in einer Art "Writing-Camp", haha. Uns war es wichtig ein Album zu schreiben und nicht nur viele Songs. Wir sind sehr kritisch, was unsere eigene Arbeit angeht und setzen uns selbst hohe Standards. Es ist also wirklich harte Arbeit und manchmal kann das alles auch sehr frustrierend sein. But all's well that ends well!


Was gibt es über die Lyrics zu berichten?

Es geht hauptsächlich um das Leben, manchmal um die guten Zeiten, aber insgesamt eher um die harten Zeiten. Ich habe dieses Mal viele Seefahrer-Metaphern verwendet. Ich vergleiche gerne das Leben auf einem Schiff mit dem, das wir auf diesem Planeten leben. Du kannst das Schiff nicht verlassen und musst dich mit den Menschen und Situationen um dich herum auseinandersetzen. Du musst gegen die Wellen kämpfen und dem Sturm entkommen, um den Weg nach Hause zu finden. Deswegen benutze ich diese Bilder, um über das Leben zu schreiben. Das passt einfach. Okay, ich bin kein so großer Geschichtenerzähler wie BOB DYLAN, LEONARD COHEN oder TOM WAITS... aber ich schreibe die besten AUDREY HORNE-Lyrics der Welt, haha!




Auf dem neuen Album sind die Keyboard-, bzw. Hammond-Parts viel ausgeprägter als früher. Wie kam es dazu und wie groß ist der Einfluss von eurem Ex- und jetzt Session-Keyboard Herbrand Larsen?

Wir wollten diesem ganzen Kram mehr Raum auf dem Album geben, vor allem der Orgel und dem Bass. Also haben wir sie versucht, sie ähnlich viel wie die Vocals und die Gitarren einzusetzen. Also haben wir unserem [Session-]Bassisten Espen Lien gesagt, dass er das alles so machen soll, wie er will. Das hat viel besser geklappt, als wir erwartet hatten! Und Herbrand ist nun mal einfach ein unfassbar guter Keyboarder, also haben wir ihm freie Hand an der Hammond Orgel, dem Mellotron, Piano und anderen Tasteninstrumenten gewährt. Früher war das alles eher im Hintergrund, aber ich denke, dass die neue Arbeitsweise die Songs auf dem neuen Album stärker gemacht hat.


Espen und Herbrand sind trotzdem offiziell nur Session-Musiker, ihr seid weiterhin zu viert. Werden AUDREY HORNE in dieser Konstellation weiter machen oder werdet ihr irgendwann wieder einen festen Bassisten und Keyboarder haben?

Wir arbeiten am besten so. Zumindest momentan, also wird das auch erst mal so bleiben. Es gibt einfach keinen Grund, etwas an diesem Umstand zu ändern, wenn alles so gut läuft. Machen ja auch viele Bands inzwischen... Aber andererseits, frag mich in einem halben Jahr nochmal, vielleicht sind wir dann wieder zu sechst, keine Ahnung.


Wird es ein Video zu einem der neuen Songs geben? Wenn ja, zu welchem und was habt ihr euch schönes überlegt?

Wir arbeiten momentan daran. Es wird zu "Down Like Suicide" sein.


Was sind eigentlich eure Einflüsse - nicht nur auf Musik beschränkt?

Hauptsächlich auf jeden Fall Musik, viele Genres und Stile, aber auch andere Kunstformen. Bücher, Filme, Graffitis, Tattoos, Mode, so ziemlich alles, was unser Leben betrifft. Man muss verdammt aufgeschlossen sein, um gute Musik machen zu können. Bei Musik geht es um Emotionen und die wiederum reflektieren dein Leben, deine Gedanken und deine Ideen.


Ihr habt euch nach der göttlichen Audrey Horne aus der David Lynch-Fernsehserie"Twin Peaks" benannt. Was verbindet ihr mit ihr und warum habt ihr euch für diesen Namen entschieden? Weil es interessant klingt und ein weiblicher Name ist oder steckt da mehr dahinter?

Nein, wir haben den Namen nur gewählt, weil er cool klingt. Ansonsten gibt es keine wirkliche Beziehung. Das ist wie als Tom Araya von SLAYER gefragt wurde, ob "God Hates Us All" so heißt, weil wirklich denkt, dass Gott alle Menschen hasst und er antwortete: "Nein, Mann, aber es ist einfach ein verdammt cooler Satz!" - ich denke, das trifft auch auf den "Hintergrund" unseres Bandnamens zu.


Der Titel eures Debütalbums "No Hay Banda" stammt ebenfalls aus einem Werk von David Lynch, "Mulholland Drive". Was ist dein Lieblingsfilm von Lynch? Und welche anderen Regisseure schätzt du?

Ich habe ein Menge Respekt vor ihm als Künstler, aber ich bin kein so fanatischer Fan, wie der Bandname und der Albumtitel vielleicht vermitteln. Wobei er schon verdammt viele coole Sachen gemacht hat. "Mulholland Drive" ist auf jeden Fall mein Favorit. Ansonsten mag ich noch Quentin Tarantino, die beiden Coppolas, also Vater Francis Ford und Tochter Sofia, Clint Eastwood - vor allem "Gran Torino"- und ich denke, dass das Erstlingswerk von Tom Ford, "A Single Man", großartig war. Ansonsten liebe ich noch Serien wie "The Wire", "The Sopranos" und "Heroes". Serien geben dir einfach mehr Zeit, die Charaktere richtig kennenzulernen.




Lass uns über das Cover reden. Wer hatte die Idee dazu und wer hat es gemacht?

Das komplette Artwork hat ein Norweger namens Remi Julieboe gemacht. Er hatte auch die Idee dazu - elf Symbole. Jedes Symbol steht für einen Song, sie sind in einem Kreis angeordnet, was den Zyklus im Album repräsentiert. Es ist wie eine Reise, mit einem Start und einem Endpunkt, aber der Punkt deutet wieder auf den Anfang. Der erste Song "These Vultures" ist nach einer Textzeile im letzten Song "Godspeed" bennant. Wir wollten einfach ein Album machen, dass du dir in Ruhe anhörst und dann vielleicht, wenn du fertig bist, gleich wieder von vorne anhörst. Und das wollten wir eben auch im Artwork unterbringen. Außerdem sieht es geil aus und passt zur Musik.


Wie wichtig ist Touren für euch? Werkelt ihr lieber im Studio herum oder präferiert ihr auf der Bühne die Sau rauszulassen?

Wir lieben beides. Es sind auch total verschiedene Dinge, aber beide sind sehr interessant und lustig. Im Studio geht um Kreativität, auf der Bühne um Adrenalin. Wir werden für das neue Album zuerst Norwegen im März und April beackern, dann kommen wir hoffentlich in Mai nach Resteuropa - als Support. Und dann spielen wir noch ein paar Festivals im Sommer. Wir sind gerade am verhandeln, bald wissen wir mehr.


Was für Ambitionen habt ihr mit AUDREY HORNE?

So sehr respektiert wie möglich zu werden, von der Band ganz gut leben zu können und das zu tun, was wir am meisten lieben. Außerdem wollen wir so viel wie möglich touren, neue Freunde machen, neue Orte besuchen. Und natürlich Alben erschaffen, die den Test der Zeit übernehmen. Zu guter Letzt: Glücklich sterben!


Was war der rock'n'rolligste Moment deiner bisherigen Karriere?

Lemmy zu treffen... Das kann man nicht mehr toppen, Mann!

[Foto "Audrey Horne im Kino" von Boris Draschoff]

nnnon

Autor: Michael Siegl [nnnon] | 02.03.2010 | 02:29 Uhr

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