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Reviews von My Own Private Alaska
CD Review: My Own Private Alaska - Amen

My Own Private Alaska
Amen


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Band: Metalnews nach 'My Own Private Alaska' durchsuchen My Own Private Alaska
Interviewpartner: Tristan

Als MY OWN PRIVATE ALASKA mit ihrem selbstbetitelten Demo 2008 auf der Bildfläche erschienen, fiel einem der Sack ins Gras. Was war das? Gesang, Piano und Drums – von einer Gitarre keine Spur. Die Musik selbst sehr fragil und verstörend – auf künstlerisch hohem Niveau. 2010 erscheint endlich das Debüt der eigenwilligen Franzosen, die ganz bewusst ausbrechen und nach neuen Ufern streben. Pianist Tristan erzählt, wie eins zum anderen kam…



Hi, Tristan! Erstmal Gratulation zu Eurem Debüt-Album! Wie laufen die Dinge derzeit für MOPA?

Hi Markus! Vielen Danke für die netten Worte, wir wissen das zu schätzen! Bei uns ist soweit alles super! Wir sind sehr glücklich, weltweit derartige Reaktionen zu bekommen. Es ist eine großartige Chance, dass wir unsere Musik mit allen möglichen Leuten teilen können – vor allem auch in Deutschland!


Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen, eine Band ohne Gitarrist zu gründen – nur mit Gesang, Schlagzeug und Klavier?

Der unbändige Wille, andere musikalische Horizonte im Hardcore/Metal/Screamo/Punk/was auch immer zu willst zu ergründen. Wir waren es einfach leid immer dieselben Bands und dieselbe Musik immer und immer wieder zu hören. Wir konnten einfach nicht länger warten, dass ein neuer Sound kommt, also warum nicht einfach selbst machen? Ich lerne das Klavierspiel seit ich fünf Jahre alt war und habe in meiner Jugend viel Grunge und Rock gehört. Wir sind open minded genug, um über klassische Musik zu schreien, um sie richtig dreckig zu machen. Das lieben wir!


Auch wenn es wohl eine der langweiligsten Fragen für eine Band ist – Euer Name schreit ja förmlich danach: Wofür steht er und wie seid Ihr darauf gekommen?

“My Own Private” ist die wohl persönlichste, selbstsüchtigste Art, zu beschreiben, was nur einem selbst gehört – in unserem Fall sehen wir an dieser Stelle die Musik.

“Alaska” bedeutet für uns das Ende von allem. Wir wollten einen Ort finden, der sogar die Rohheit der schottischen Highlands wie die Cote d’Azur aussehen lässt. Etwas, das sehr weit von jedem und allem entfernt ist. Ein Ort ohne jede Fluchtmöglichkeit. Nur man selbst, allein mit sich und der Natur, so, dass man schon gar keinen Namen mehr benötigt, der sowieso nur für soziale Zwecke notwendig ist. Ein Ort so unwirtlich, dass man sich die wirklich wichtigen Fragen stellt: Wer sind wir, wohin gehen wir und was ist der wahre Sinn des Lebens? Da war es bedeutend, einen Ort der USA zu wählen, der zu Russland gehört, bevor er 1867 für 7,2 Mio Dollar verkauft wurde…

Diese beiden Begriffe zu vereinen, war der Verdienst einiger Filme:
- “Insomnia”. Ein Film von Christopher Noland mit Al Pacino und Robin Williams, der zeigt, wie schwer es ist, in Alaska zu leben und wie sehr man an diesen Ort gebunden ist, wenn man erst einmal dort ist. Gegen Ende des Films fällt ein Satz, der die ganze Philosphie unserer Band beschreibt: “In Alaska gibt es zwei Arten von Menschen: Die, die hier geboren wurden und jene, die hergekommen sind, um etwas in ihrem Leben zu entfliehen.” – Wir wollten definitiv diesem ganzen Screamo/Hardcore entfliehen, der sich selbst in den Schwanz beißt.

- “My Own Private Idaho”. Ein Film von Gus van Sant mit Keanu Reeves und River Phoenix. Ein großartiges Roadmovie.

- Und ein dritter Film, de runs total umriss, weil er total zu unserem Konzept passt und es exakt repräsentiert: Sean Penn’s “Into The Wild”. Es ist total verrückt, wie der Protagonist alles tut, worüber wir im modernen Leben nachdenken und dann nach Alaska abhaut - bis zu dem Ende, das wir alle kennen.


Ich persönlich würde Eure Musik als Kunst beschreiben – habt Ihr die Band mit diesem Hintergedanken gegründet? Würdet Ihr selbst sie ebenfalls als Kunst bezeichnen oder seht ihr es eher von wegen „das ist eben die Musik, die wir spielen!“?

Wir haben nichts erwartet, außer das zu tun, wofür wir stehen, wer wir sind, was wir fühlen und lieben! In anderen Worten, eine andere Musik spielen, um andere Gefühle zu erfahren, aber immer noch auf eine brutale und extreme Art und Weise, denn so sind die Menschen sehr oft. Wenn Du schon mal Bands wie ATTACK ATTACK gehört hast, dann weißt Du, warum wir diese Musik machen wollten. Ehrlich gesagt wussten wir aber am Anfang noch gar nicht, was wir machen sollten. Wir wussten nicht, wohin die Reise gehen würde. Nach einer Zeit schoben wir derlei Gedanken einfach beiseite und entschieden uns, einfach nach unserem Herzen zu gehen. Ich glaube, das war die beste Entscheidung. Sobald wir unser Herz die Arbeit machen liesen, fühlten wir uns wie ein musikalischer Christoph Columbus, der neues Land entdeckt – das war verdammt aufregend!


Für „Amen“ habt Ihr auch einige Songs Eures brillanten Demos neu aufgenommen. Warum habt Ihr nicht alle Songs neu eingespielt?

Eigentlich haben wir alle neu aufgenommen [gut, den letzten Song nicht, da dieser rein improvisiert war und ich ihn so belassen wollte.]. Den einzigen, der nicht auf dem Album gelandet ist, ist „Ego Zero“, weil er nicht perfekt zum Rest gepasst hätte. Aber wahrscheinlich wird er auf dem nächsten Album enthalten sein! Wir wollten die Tracks vom Demo darauf haben, weil wir nichts davon bereuen und wir den Unterschied zu „Ross Robinson-Version“ hören wollten.



Ich denke, es passt perfekt zu Eurem Stil, aber warum habt ihre das Traditional „Where Did You Sleed Last Night“ gecovert?

„My girl, tell me where did you sleep last night ?...“. Diese Frage wurde für uns in der Vergangenheit bittere Realität. Es war also offensichtlich, dass wir diesen Song covern würden. Noch dazu bin ich ein riesiger Kurt Cobain-Fan und ich wollte NIRVANA etwas zurückgeben, weil sie mir so viel gegeben haben und auch mein Leben veränderten.


Das Cover des Albums erinnert mich ein wenig an SLAYERs „God Hates Us All“ – war das Absicht?

Absolut nicht, nein! Ich habe das Cover nie gesehen, bis Du es jetzt erwähnt hast. Für mich sieht das Cover ziemlich kindisch aus, sehr inszeniert und es zeigt eine Bibel… Was uns angeht, so ist zwar der Name des Albums „Amen“, aber es gibt keine Verbindung zur Religion. Unser Cover kommt von einem Echten Bild meines Klaviers, nachdem ich es für das Video zu „After You“ gespielt hatte. Es gibt keine Veränderungen daran, außer ein paar Effekten, um es nach einem Gemälde aussehen zu lassen. Das Cover repräsentiert, was wir machen und wer wir sind: ein Klavier mit Punk-Hintergrund.


Da wir ja ein Meta-Magazin sind: Wie sehr Metal seid Ihr? Ich meine, Eure Musik ist ja nicht wirklich Metal, eher Ambient, Acoustic, Post…

Ich weiß es nicht. Es ist nicht an uns, unsere Musik zu definieren, nur sie mit Herz und Ehrlichkeit zu spielen. Natürlich spielen wir eine Menge mit Screamo- und Post-Hardcore-Bands, aber für uns ist eigentlich nur wichtig, mit einer Punk-Attitüde zu spielen. Das Hirn auszuschalten macht einen echter und menschlicher. Deshalb nenne ich es „mit dem Herzen spielen“. Denn die einzige Weise, originell zu sein, ist, wenn Du du selbst bist. Wir müssen mit allen Klischees, Einstellungen und technischem Können brechen, um echt zu sein, um menschlich zu sein.


Du hast es vorhin schon kurz angesprochen – wie kam denn die Zusammenarbeit mit Ross Robinson zustande? Er ist eine Produzenten-Legende, Ihr hingegen eine recht unbekannte Band…

Obwohl Ross Robinson ein bekannter Produzent ist, ist er ganz anders, als viele Big Player – er ist Vegetarier, sehr spirituell und philosophisch und hat Bands wie KORN, SLIPKNOT, AT THE DRIVE IN, GLASSJAW, FEAR FACTORY oder DEFTONES entdeckt… Er spricht vorher stundenlang mit den Bands, bevor er den Aufnahmeknopf drückt, um die wahre Bedeutung der Musik zu begreifen.

Getroffen haben wir ihn dank des Internets. Ich habe ihm auf MySpace einen Freundschaftsantrag gestellt. Am Tag darauf, schrieb er uns, dass er unsere Musik wunderschön fand und fragte, wie er uns helfen könnte. Im Sommer 2008 nahmen wir also unser Debüt mit ihm auf. Seine Vision von der Welt und der Musik machte unsere Möglichkeiten nur noch größer. Wenn man sein Hirn ausschaltet und alles gibt, was man hat, gibt man seiner Musik die Menschlichkeit, die sie braucht, um andere zu berühren und wird sehr viel ehrlicher.

Von da an wurden aus unseren Screams manchmal Ur-Schreie, gesprochene Passagen und die Bedeutung unserer Musik vergrößerte sich. Wir gingen von Leiden und Nihilismus zu Erlösung und Klärung über. Wir erlegten uns selbst auf, uns künstlerisch zu übertreffen und stellten uns selbst zu unserer Kunst in Frage. Die Vision war bereits im Hinterkopf Teil des Konzepts unserer Musik, aber in Ross haben wir einen echten Coach gefunden – nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich. Er fand Worte für die Musik, die wir machen. Er wurde der missing Link zwischen unserem musikalischen universum und dem nicht greifbaren Gefühl, das die Leute berührt.


Wie sehen Eure Pläne für die nahe Zukunft aus?

Wir werden eine Menge touren, denn die Musik lebt nur durch Konzerte. Die Musik muss geteilt werden und wir wollen sie mit so vielen Menschen wir möglich teilen. So werden wir also im Juli nach Russland gehen, im August nach England und Deutschland, einige Sommer-Festivals und im September dann in die USA. 2011 steht dann eine Asien-Tour an. Das wird der Hammer! Wir haben außerdem schon mit neuen Songs angefangen und sind da sehr zuversichtlich!

Ich habe außerdem auch ein Klavierstück für WILL HAVEN komponiert, das eventuell auf deren neuer Platte erscheint, die von Shawn Crahan, dem Clown von SLIPKNOT, produziert wird.


Das war’s schon – danke für Deine Zeit und dieses Interview! Die letzten Worte sind die Deinen…

Wir möchten allen Leuten danken, die uns helfen und unterstützen und unser Album kaufen – unserer Meinung nach, ist es schon fast ein militanter Akt, in Zeiten von Finanz-/Musik-Industrie-Krisen eine CD zu kaufen! Wir sehen Euch auf Tour, wenn wir gemeinsam unsere Passion, unser musikalisches Gefühl teilen!

shilrak

Autor: Markus Jakob [shilrak] | 07.06.2010 | 00:19 Uhr

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