.: SUCHE
    Erweiterte Suche
CD Review: The Great Old Ones - EOD - A Tale Of Dark Legacy

The Great Old Ones
EOD - A Tale Of Dark Legacy


Black Metal, Melodic Black Metal, Power Metal
6 von 7 Punkten
"Zurück in Innsmouth"
CD Review: John Garcia - The Coyote Who Spoke In Tongues

John Garcia
The Coyote Who Spoke In Tongues


Akustik
5.5 von 7 Punkten
"Lagerfeuerromantik par excellence"
CD Review: Kreator - Gods Of Violence

Kreator
Gods Of Violence


Heavy Metal, Thrash Metal
7 von 7 Punkten
"Kein schwacher Moment"
CD Review: Victorius - Heart Of The Phoenix

Victorius
Heart Of The Phoenix


Heavy Metal, Power Metal
5 von 7 Punkten
"Drachenzähmen leicht gemacht"
CD Review: Wolfchant - Bloodwinter

Wolfchant
Bloodwinter


Pagan Metal, Viking Metal
4 von 7 Punkten
"Säbelrasseln"
Share:
Band: Metalnews nach 'Dirkschneider' durchsuchen Dirkschneider
Interviewpartner: Udo Dirkschneider

Metal-Urgestein Udo Dirkschneider wird in einigen Tagen letztmalig mit den Songs seiner ehemaligen Band Accept auf Tour gehen. Wir sprachen mit dem Inhaber der wohl charismatischsten Reibeisenstimme im Geschäft über die Gründe und Folgen dieses Entschlusses.

Udo, du brichst im März zu einer speziellen Konzertreise auf. Was war der Auslöser für diese »Abschiedstour«?

Die Idee ist nicht so neu, aber wir haben sie in der Band immer beiseitegeschoben, weil wir mit U.D.O. beschäftigt waren. Als wir nach dem letzten Album übereinkamen, mal eine Pause einzulegen, weil wir in kurzer Zeit ziemlich viel rausgebracht haben, dachten wir darüber nach, ob es Interesse an einer reinen Accept-Show gäbe. Ich persönlich war zwiegespalten. Ich glaube zwar, dass ich mir damit selber eine Freude mache, weil das nun mal ein ganz wichtiger Teil meiner Geschichte ist. Doch die Konsequenzen sind natürlich nicht zu unterschätzen. Ich bin mit U.D.O. jetzt schon so viele Jahre erfolgreich und trage auch eine Verantwortung für diese Band. Ich wusste einfach nicht, ob es richtig ist, eine solche Sache durchzuziehen. Letztlich habe ich mich dazu entschieden, es zu machen, weil es immer wieder Anfragen gab, eine komplette Accept-Show zu spielen. Das mache ich jetzt – und es wird eine einmalige Sache bleiben. Ich schließe damit für mich mit dieser Geschichte ab.


Wird es einen Live-Mitschnitt eines Konzerts geben?

Wir überlegen noch, ob wir das machen. Natürlich hat man mich schon dazu gedrängt, das dürfte ja klar sein. Denn in dieser Form wird es eine solche Aktion mit Sicherheit nicht mehr geben.


Glaubst du, dass du bei Konzerten von U.D.O. durchhältst, keine Accept-Songs zu spielen? Schließlich wird immer irgendein Publikum »Balls To The Wall« oder »Metal Heart« fordern.

Ich kann dir versichern, dass es beim nächsten Konzert keine Accept-Songs mehr geben wird. Mit U.D.O. haben wir zudem genug eigene großartige Titel im Programm. Solange es Acceppt noch mit einem anderen Sänger gibt, macht so etwas eigentlich auch keinen wirklichen Sinn. Falls sie sich mal irgendwann auflösen, könnte sich das natürlich ändern.


Mit welcher Band wirst du auf der Bühne stehen?

Es wird die U.D.O.-Band sein. Die Jungs sind eingespielt und riesige Accept-Fans.


Was können wir von dem Programm erwarten? Schließlich gibt es so viele Songs und am Ende wird bestimmt jeder seine Favoriten vermissen.

Du kannst natürlich nicht jeden zufrieden stellen. Ich glaube schon, dass wir ein tolles Programm zusammengestellt haben. Eine Art Hitparade mit Songs, die seit Ewigkeiten nicht mehr live präsentiert wurden. Aber ich werde keinen einzigen Titel preisgeben, haha.




Du gehörst – ob du willst oder nicht – zu den lebenden Metal-Denkmälern. In letzter Zeit musste die harte Rockwelt sich von vielen deiner Weggefährten verabschieden. Entweder, weil sie freiwillig abtraten – wie z.B. Mötley Crüe. Oder weil sie verstarben, wie Lemmy oder Jimmy Bain. Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich nachrechne, wen es eigentlich noch alles gibt. Und wenn ich mir die Musikwelt in zehn Jahren vorstelle, sehe ich ehrlich gesagt ganz schön schwarz. Was bleibt mal von den Ikonen übrig?

Es wird mit Sicherheit Bands geben, die noch Karriere machen werden. Es fehlen mir aber persönlich die Charakterköpfe auf der Bühne. Einen Ozzy oder Bruce Dickinson oder Rob Halford sehe ich bei den neueren Bands nicht. Es gibt ohne Frage tolle Sänger. Aber ob die wirklich 30 bis 40 Jahre auf der Bühne stehen werden und einem im Gedächtnis bleiben, kann doch niemand mehr so einfach sagen. Gerade Sänger brauchen das gewisse Etwas. Eine Karriere in dem Geschäft ist dank der zurückgegangenen Unterstützung der Labels auch nicht mehr einfach für junge Bands. Man hat einfach keine Zeit mehr, sich zu entwickeln. Die CD-Verkäufe gehen kontinuierlich zurück. Es gibt kaum noch Tour- Support, obwohl viele Bands immer noch von Labels unter Vertrag genommen werden. Da wird einfach zu wenig dafür getan, diese Bands aufzubauen. Man braucht einfach zwei bis drei Alben und intensive Touren, um sich zu entwickeln. Und diese Zeit haben die wenigsten Bands. Das ist das Problem.


Apropos Charakterköpfe: Was sagen eigentlich Accept zu deiner Idee, die alten Songs auf die Bühne zu bringen? Wie ist Euer Verhältnis heute?

Keine Ahnung. Wir haben keinen Kontakt. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie über meine Pläne sehr erfreut sind.


Accept sind zurzeit ziemlich erfolgreich und ihr Live-Programm besteht zu gut 70 Prozent aus neuen Songs. Könnte es sein, dass die Fans der ersten Alben bald keine Möglichkeit mehr haben werden, diese Songs live zu hören?

Na ja, man versucht natürlich immer die neuen Songs zu promoten. Aber ich habe schon öfter gehört, dass Accept sich zu sehr auf die neuen Platten konzentrieren und die Klassiker etwas vernachlässigen. Ich kenne den Grund dafür nicht, aber das ist auch nicht meine Baustelle.


Wir müssen noch mal über die Show in Solingen vor rund zwei Jahren sprechen. Mit welchen Gefühlen bist du damals auf die Bühne der Cobra gegangen? Welche Bilder hattest du im Kopf?

Ein Konzert in der Cobra ist immer was Besonderes – ein Heimspiel. Da wird man sofort an viele alte und tolle Zeiten erinnert. Sogar mein allererster Accept-Gitarrist war bei dem Gig da, den du ansprichst. So etwas ist natürlich unbezahlbar. Wir planen die Tour ja noch etwas länger. Daher könnte ich mir auch ein Abschiedskonzert in der Cobra gut vorstellen. Da, wo alles angefangen hat, hört auch alles auf.


Na hoffentlich nicht alles. Du kannst Dich jetzt ganz auf U.D.O konzentrieren, eine Band, die ebenfalls schon knapp drei Dekaden auf dem Buckel hat. Welche Herausforderungen siehst Du für die Zukunft?

Nun, zunächst mal müssen wir ein neues Album schreiben. Ich glaube, die Pause tut uns ganz gut. Erste Ideen habe ich schon. Aber in welche Richtung es gehen wird, weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall haben wir mit U.D.O. noch eine Menge zu sagen.

Mattaru

Autor: Marcus Italiani [Mattaru] | 02.03.2016 | 19:39 Uhr

Kommentare
HOME |  IMPRESSUM |  RSS |  FACEBOOK |  TWITTER |  DISCLAIMER
@Metalnews_de folgen

METALNEWS.DE - Metal-Magazin