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Band: Anaal Nathrakh Homepage Metalnews nach 'Anaal Nathrakh' durchsuchen Anaal Nathrakh
Interviewpartner: V.I.T.R.I.O.L.

Gut zwei Jahre nach „Vanitas“ legen die englischen Extreme Metaller ANAAL NATHRAKH mit „Desideratum“ ihr neues Studioalbum nach. Sänger Dave Hunt a.k.a. V.I.T.R.I.O.L. stand uns erneut im Interview Rede und Antwort zu ANAAL NATHRAKH.




Hi wieder mal! Wie läuft's bei Dir drei Wochen vor der Veröffentlichung von „Desideratum“ sowie nach der bereits erfolgten Vorstellung von zwei der Songs, d.h. „Idol“ und „Monstrum In Animo“?

Prima, danke. Wir bereiten uns gerade auf die Handvoll Konzerte vor, die um das Veröffentlichungsdatum herum angesetzt sind, und planen noch deutlich mehr Auftritte für das neue Jahr. Wir sind zufrieden mit dem Album, und die Leute von Metal Blade scheinen da auch sehr enthusiastisch zu sein. Die CDs werden meines Wissens nach gerade gefertigt, sodass wir uns sehr darauf freuen, bald das fertige Produkt in unseren Händen halten zu können. Der musikalische Teil des Lebens sieht also ganz okay aus, auch wenn die Welt an sich immer abgefuckter zu werden scheint.


Wie seid Ihr auf den Albumtitel gekommen? Worum dreht es sich bei diesem Desiderat, das laut dem Wörterbuch von Merriam-Webster als „etwas Essenzielles und Erstrebenswertes“ übertragen werden kann? Oder wollt Ihr den Hörern lieber selbst Freiraum für Interpretationen lassen?

Das ist ganz bewusst etwas, das man auf sehr unterschiedliche Art verstehen kann. Ein Teil dessen fußt auf der Hoffnung, dass die Leute sich ihre eigenen Gedanken machen werden. Es gibt aber einige spezifische Ansätze, die ich hier aufführen kann. Es gibt da ein Gedicht namens „Desiderata“, das meine Mutter hat einrahmen lassen, als ich noch ein kleines Kind war. Ihr hat die Ruhe, die das Gedicht ausstrahlte und vermittelte, sehr viel gegeben, und das ging mir genauso. Ich glaube nicht, dass dieses fokussierte, friedvolle Gefühl noch möglich ist, zumindest nicht für mich. Dieses Gefühl aber wieder zu spüren, könnte man als „Desiderat“ bezeichnen, was durch seine Unmöglichkeit nur noch mehr verstärkt wird. Dann gibt es den Ansatz, dass so viel in unserem heutigen Leben auf das Begehren ausgerichtet ist – die Gesellschaft selbst basiert darauf, dass die Leute konstant Bedürfnisse verspüren, und sie hierdurch zu kontrollieren. Wenn man das kontrolliert, was die Menschen wollen, dann kontrolliert man auch einen Großteil dessen, was die Leute denken. Und das, was die Menschen begehren, wird unendlich und erbarmungslos manipuliert. Ich glaube fest daran, dass die Leute, wenn sie in ein paar hundert Jahren darauf zurückblicken, wie wir heutzutage leben, sagen werden: „Was zum Henker haben die da gemacht?“ Und das ist wiederum mit dem Konzept der Desiderata verbunden, die wir begehren sollten, aber dies trotzdem nicht tun. Es ist zum Beispiel ein sehr häufiges Merkmal der meisten Moralsysteme auf dieser Welt, den Frieden zu fördern. Wenn wir das aber wirklich wollten, dann gäbe es nicht so viel Gewalt. Das ist natürlich ein riesiges Thema, das wir hier nicht detailliert aufarbeiten können, aber all dies gehört zu den Überlegungen und Ansätzen bezüglich des Albumtitels.




Was kannst Du uns zum Artwork von „Desideratum“ erzählen? Da bislang immer recht viele Überlegungen in die Gestaltung eingeflossen sind, wird dies vermutlich diesmal nicht anders gewesen sein? :-)

Mick hat wieder einmal das Artwork erstellt; ich habe ihm die Ideen und Ansätze hierfür geliefert, die wiederum andere Aspekte des Titels „Desideratum“ darstellten. Das Wort „Desideratum“ selbst besteht aus dem Präfix „de-“, was „nach unten“ bedeutet, und „sidere“, was wiederum „Stern“ heißt. Ein Verlangen nach etwas ist also damit vergleichbar, als wolle man einen Stern vom Himmel holen. Dennoch sind die Dinge, nach denen wir am meisten streben und die wir begehren, geheimnisvoll und bedrohlich für uns. Und das ist die Grundstimmung, die wir mit dem Artwork zu erreichen versuchten – eher ein Gefühl anzudeuten als es offensichtlich zu machen. In die gleiche Richtung geht der Ansatz, kleine Fetzen der Texte in das Artwork einzubetten. Insgesamt bin ich wirklich sehr zufrieden damit. Es ist simpel, aber wirkungsvoll und enthält viele Andeutungen, ohne dabei zu offensichtlich zu sein.


Bitte erläutere doch mal die folgenden Songs etwas detaillierter für uns: „The One Thing Needful“, „Ita Mori“, „The Joystream“ und „A Firm Foundation Of Unyielding Despair“. Danke!

„The One Thing Needful“ wurde von der Bibelpassage inspiriert, in der Jesus im Grunde sagt, dass das Äußern von Lob die beste Sache ist, der man seine Zeit widmen kann. Ich finde diese Auffassung abstoßend, aber dennoch ist dieser Gedanke in einige sehr fundamentale Teile unserer Sozialpsychologie eingebettet. Es befasst sich zum Beispiel mit Ehrerbietung und einem Bestehen auf Ignoranz. Wenn man sich gänzlich auf eine Sache konzentriert, dann ist man nicht nur blind für die restlichen Geschehnisse auf dieser Welt, sondern man versagt auch darin, wirklich zu leben. Und das ist genau die Art, auf die wir meistens handeln.
„Ita Mori“ setzt ein Thema vom letzten Album fort, da es auch auf einem Gemälde basiert, das in die Kategorie des „Memento mori“ fällt. Das Gemälde zeigt einen Mann, der einen Schädel hält, und die Inschrift „ita mori“ befindet sich auf der Wand hinter ihm. Es impliziert sozusagen, dass er eines Tages dieser Schädel sein wird. Eine Besessenheit mit der Tatsache und der Bedeutung des Todes ist ein Teil der gesamten Kunstgeschichte und der Literatur – dies ist eine der fundamentalsten menschlichen Faszinationen. Ich habe eine moderne Ausgabe dessen, was augenscheinlich das älteste Werk der menschlichen Literatur darstellt, und ratet mal, womit es sich befasst... mit der Sterblichkeit.
„The Joystream“ dreht sich um das Thema Irreführung. Wie ich vorhin schon erwähnte, werden wir mit einer Welt der funkelnden neuen Dinge präsentiert, die man begehren soll. Wir werden außerdem mit Nachrichten des Wohlseins bombardiert, und anhand der Tracking-Technologie wird das Internet, das wir erleben, immer personalisierter und auf das fokussiert, was wir mögen etc. Das ist der „Joystream“. Die Realität setzt sich aber ungeachtet dessen fort, ungesehen. Wir hören nicht davon, aber zehntausende Kinder sterben jeden Tag. Aber der Joystream hält uns so weit wie möglich bei Laune. Hier gibt es ein bisschen Wrestling, dieser oder jener hat Geburtstag, schau Dir das Bild eines knuffigen Tieres an. Es ist wie eine verdammte Matrix.
„A Firm Foundation Of Unyielding Despair“ basiert auf einen Teil des Textes „A Free Man's Worship“ von Bertrand Russell. Er beschreibt auf eine sehr klare, bewegende Weise die Tatsache, dass sich das Universum einen Dreck um uns schert. Es ist einfach, diesen Satz zu sagen, aber es gibt einige tiefgreifende emotionale Reaktionen, die aufgrund des vollen Verständnisses dieser Aussage eintreten können. Russell sagt im Grunde, dass Verzweiflung die einzige Basis darstellt, die wir haben. Er äußert dann im weiteren Verlauf einige eher optimistischere Dinge, mit denen ich nicht wirklich übereinstimme, aber die früheren Abschnitte des Textes sind sehr kraftvoll, wie ich finde.


Die Produktion kam mir ein bisschen weniger massiv, aber natürlich dennoch recht aggressiv vor. Täuschen mich meine Ohren oder habt Ihr eventuell bewusst versucht, einen anderen klanglichen Aspekt von ANAAL NATHRAKH zu betonen?

Witzig, dass Du das sagst, denn der letzte Interviewer hat genau das Gegenteil geäußert! Um aber ehrlich zu sein, so denken wir nicht auf diese oder jene Art darüber nach. Wir konzentrieren uns nur darauf, wohin uns die Musik führt. Die Art, wie Mick die Musik schreibt und wie ich den Gesang hinzufüge, ist sehr instinktiv. Und sobald wir alles aufgenommen haben, zeigt sich der Klang eines Albums von ganz alleine. Man erhält ein sehr instinktives Gefühl dafür, wie es klingen sollte, und das Produzieren dreht sich darum, dies umzusetzen. Es hört sich vermutlich unglaublich anmaßend an, aber es ist ein bisschen wie bei Bildhauern, die vielleicht sagen, dass die Skulptur sich bereits im Stein befand und sie nur das Überflüssige entfernt haben. Es klingt diesmal alles etwas organisierter; nun ja, auch das ist natürlich eine sehr subjektive Sache. Wie es auch immer klingt, es fühlte sich so für uns richtig an. Natürlich erfordert es einiges an Begabung und Erfahrung, um etwas so klingen zu lassen, wie man es haben möchte – die Rolle des Produzenten wird meiner Meinung nach oft unterschätzt. Ich denke sogar, dass viel mehr Leute ein Album aufgrund seiner Produktion mögen oder eben nicht, als ihnen wirklich bewusst ist. Mick ist aber sehr gut darin, alles in Hinblick auf das erstrebenswerte Ideal zu betrachten. Und der Klang des Albums ist, wie es unserer Meinung nach klingen sollte, wie das auch immer sein mag. Ich persönlich finde, dass es großartig klingt, aber natürlich überrascht es Dich jetzt nicht besonders, dass ich das sage!


Ihr steht nun bei Metal Blade Records unter Vertrag: Handelte es sich einfach um das beste Angebot oder ging es primär um einen besseren Vertrieb sowie die Möglichkeit, noch mehr auf Tour gehen zu können? Interessanterweise gab es ein paar negative Reaktionen dahingehend, dass die Zusammenarbeit mit einem größeren Label nun zu einer Verwässerung Eures Klangs führen könnte, wobei „Desideratum“ meiner Meinung nach eher extremer geworden ist. Was meinst Du?

Von den Labels, mit denen wir gesprochen haben, haben sie ehrlich gesagt nicht das höchste Angebot gemacht, aber Du hast recht damit, dass sie eben eine größere Firma sind. Dies bedeutete für uns, dass es Sinn ergibt, uns für sie zu entscheiden. Allerdings liegt jeder, der vermutet, dass dies irgendeine Auswirkung auf die Musik selbst gehabt haben könnte, so richtig verkehrt. Ich glaube eher, dass das vom Unwissen darüber handelt, wie eine Plattenfirma arbeitet. Ja, große Labels wie Sony oder wie auch immer mischen sich bei ihren Künstlern ein, in manchen Fällen sogar bis zu einem Grad, dass der „Star“ eher wie eine Art „Model“ ist. Sie tragen die musikalischen Kleidungsstücke, die ihnen verpasst werden. In unserer Ecke des Musikbusiness passiert so etwas aber ganz einfach nicht. Und falls irgendjemand versucht hätte, uns dahingehend zu beeinflussen, die Dinge anders anzugehen, dann wäre das eine ziemlich kurze Unterhaltung mit einem abschließenden „Fuck off“ geworden. In diesem ganz speziellen Fall hatten wir das gesamte Album sogar schon aufgenommen, bevor wir überhaupt den Vertrag unterzeichnet haben. Wir erledigen alles selbst, sodass ein Label für uns in erster Linie einen Weg darstellt, ein Album zu veröffentlichen. Kein Label dieser Welt würde jemals einen Einfluss auf die Musik nehmen können.


Ihr habt kürzlich an der Kreuzfahrt „70,000 Tons Of Metal“ teilgenommen – ist das etwas, was Dich grundsätzlich anspricht, oder ist das einfach eine willkommene Abwechslung im Vergleich zu den „normalen“ Festival- und Clubshows? Wie sieht es mit Euren weiteren Tourplänen aus?

Ich muss zugeben, dass ich mit dem Umfeld der Kreuzfahrt nicht besonders gut klar kam. Natürlich ist das eine unglaubliche Gelegenheit, einen atemberaubenden Teil der Welt zu sehen, und wir wussten es wirklich sehr zu schätzen, dies miterleben zu dürfen. Die Leute sollten demütig genug sein, sich auf neue Erfahrungen einzulassen. Für mich selbst hatte es aber auch diesen Gestank zweifelhaften Wohlstands, und das finde ich ein wenig geschmacklos. Die interessantesten Erinnerungen verbinde ich damit, als wir mit den Typen sprachen, die auf der Insel, auf der wir auf halbem Weg einen Zwischenstopp einlegten, die Drinks servierten. Wir überzeugten sie davon, einfach mal eine Minute lang keinen Metal über die Anlage am Strand laufen zu lassen und ein Stück zu spielen, das sie auch mal selbst wiedererkennen können. Wir haben sie dann überredet, „Maddy Maddy Cry“ zu spielen, und mit ihnen jede Menge Spaß gehabt. Das alles war aber tatsächlich weit abseits der Normalität.
Momentan diskutieren wir unsere Tourpläne intensiv. Wir hatten schon einen Plan, aber die Dinge haben sich geändert, sodass wir nun an etwas Neuem arbeiten. Der Großteil der Termine wird im nächsten Jahr stattfinden, und dann kommen noch die Festivals etc. dazu. Wir werden auf jeden Fall präsent sein, aber es gibt noch nichts Spruchreifes zu berichten!


Wie nimmst Du den Extreme Metal heutzutage wahr? Was muss oder kann noch gesagt werden, um wirklich neue Akzente zu setzen? Habt Ihr z.B. selbst schon darüber nachgedacht, die Formel von ANAAL NATHRAKH etwas abzuändern oder mal ein komplett experimentelles oder auch elektronisches Album aufzunehmen, z.B. wie MY DYING BRIDE das mit „Evinta“ gemacht haben? Vermutlich wäre das dann aber nicht mehr ANAAL NATHRAKH, oder?

Ich finde, dass der Extreme Metal schon seit einer ganzen Weile stagniert. Eine große anstehende Veröffentlichung ist beispielsweise das neue Album von BLOODBATH, und das stellt eine Referenz an Musik dar, die vor 20 Jahren erschaffen wurde. Ich meine damit jetzt nicht, dass das etwas Schlechtes ist. Ich habe mir jetzt insbesondere BLOODBATH auch nicht ausgiebig angehört, aber ich mochte diesen alten schwedischen Sound sehr. „Clandestine“ war damals eines meiner Lieblingsalben. Während das nun großartig sein kann, erscheint es mir so, als hätte es keine maßgebliche Entwicklung mehr im Extreme Metal gegeben, seit der Black Metal in Erscheinung getreten ist. Denkt mal an den Unterschied zwischen 1975 und 1985 und dann an den Unterschied zwischen 1985 und 1995 – und dann von 1995 bis heute. Natürlich gibt es einen Platz für eher traditionellere Sachen, aber ich bin auch der Meinung, dass es wichtig ist, die Grenzen weiter auszuloten. Wir haben dies auf alle Fälle manchmal versucht, und ich denke auch nicht, dass irgendjemand anderes genau wie wir klingt.
Mick und ich interessieren uns beide für elektronische Musik, aber die Dinge komplett anders angehen? Es wäre vermutlich einfacher, etwas musikalisch Abweichendes unter einem anderen Namen zu veröffentlichen. ULVER haben ihren Stil ganz offensichtlich mehrere Male drastisch geändert, aber für uns ist ANAAL NATHRAKH mit einem ganz bestimmten Gefühl verbunden. Die Musik von ANAAL NATHRAKH muss diesem Gefühl in erster Linie gerecht werden, und wenn wir etwas anderes machen wollten, dann wäre das nicht mehr ANAAL NATHRAKH. Es gäbe andere Möglichkeiten, dieses bestimmte Gefühl zu transportieren, aber bislang erschien uns der Metal immer als die geeignetste Form. Wo ich das aber gerade sage, wäre sicherlich Raum für z.B. eine EP mit experimentelleren Sachen, und wenn wir mit jemandem wie BROKEN NOTE arbeiten könnten, so wüsste ich, dass wir beide sicher daran interessiert wären. Falls wir aber so etwas machen würden, dann weiß ich mit noch mehr Gewissheit, dass es vermutlich noch grauenhafter wäre und ganz sicher nicht nach „Evinta“ klingen würde, haha!


Welches Buch bzw. welcher Film hat Dich in letzter Zeit nachhaltig beeindruckt? Was möchtest Du unseren Lesern vielleicht ans Herz legen? Das kann sich auch auf Bands beziehen.

Ich habe vor ein paar Tagen „12 Years A Slave“ gesehen und fand den Film exzellent. Chiwetel Ejiofor ist großartig. Und da ich bereits BROKEN NOTE erwähnte, so sollte ich auch noch die neue Veröffentlichung von BLACK MIRROR erwähnen. TERMINAL STATIC sind auch exzellent. Vorhin habe ich auch ein Buch von Christopher Coker bestellt, in dem es darum geht, dass der Krieg zur menschlichen Gesellschaft dazugehört. Ich habe es natürlich noch nicht gelesen, aber was ich darüber vom Autor im Radio gehört habe, klang sehr interessant. Ich hätte Lust, mal wieder neue und richtig abartig brutale Musik zu entdecken – ich werde mich wieder melden, wenn ich etwas gefunden habe, das erwähnenswert ist, haha!


Wie sieht es eigentlich momentan mit weiteren Projekten und insbesondere dem neuen Album von BENEDICTION aus, das schon seit einer Weile in der Pipeline ist?

Daz schreibt den Großteil der Songs bei BENEDICTION, und ich glaube, dass er vieles wieder verworfen hat, um ganz neues Material zu schreiben. Bei BENEDICTION ist das ein wenig knifflig – es ist vergleichsweise simples Zeug, aber es muss einfach stimmen. Die Jungs sind sehr strikt, wenn es darum geht, auf keinen Fall etwas zu veröffentlichen, mit dem sie nicht zu 100% zufrieden sind. Und das kann dauern. Und ja, es zieht sich schon eine ganze Weile hin, haha! Das neue Album wird aber irgendwann kommen, wir arbeiten immer noch daran, und ich habe nicht den leisesten Zweifel, dass es genau nach dem klingen wird, wofür BENEDICTION stehen.


Ein gutes Schlusswort – ich danke Dir für Deine Zeit und wünsche Dir alles Gute!

Cool, vielen Dank für die Unterstützung.

Fotos: Paul Kenney





soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 03.10.2014 | 15:32 Uhr

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