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Interviewpartner: Victor & Andy

Wenn es um die Geschichte der deutschen Rockmusik geht, darf ein Name nicht fehlen. Die Rede ist von Dieter Dierks, in dessen Studio in Pulheim bei Köln nicht nur Bands wie SCORPIONS oder die TOTEN HOSEN ihre Platten aufnahmen, sondern hier fand auch die Listening Session von ALMANAC statt. ALMANAC ist die neue Band um den ehemaligen RAGE-Gitarristen Victor Smolski, der eine illustre Schar an Musikern um sich gesammelt hat und einen Neustart wagt. „Tsar“ schimpft sich das Debütalbum, welches am 5. Dezember 2015 der Presse vorgestellt wurde. Wir waren dabei und führten ein Gespräch mit Victor Smolski und dem BRAINSTORM-Sänger Andy B. Frankh, der auch ALMANAC seine Stimme leiht.




Hallo, ihr Zwei. Als Einstieg erst einmal die Frage, was es mit dem Bandnamen auf sich hat. Was steckt hinter ALMANAC?

Victor: Der Begriff verfolgt mich schon eine ganze Weile. Im Prinzip birgt das Wort ja mehrere Bedeutungen in sich. Da wäre in der Vergangenheit natürlich die Verwendung als ganz normaler Kalender. Aber in einigen Kulturen bezeichnet man den Almanach als so etwas wie ein Jahrbuch, in dem für verschiedene Bereiche, sei es Astronomie, Wirtschaft oder Kultur, die Ereignisse des abgelaufenen Jahres dokumentiert werden. Im spanisch-arabischen Raum ist es auch so etwas wie eine Vorschau, ein Wunschkalender, in dem wichtige Termine eingetragen werden. Man bezeichnet es als Jahresgeschenk, in dem die Wünsche für das kommende Jahr auch wahr werden sollen. Das übertrage ich auf die heutige Zeit. Wir als Profimusiker haben sehr viele Termine und das muss alles koordiniert werden. Das gilt ja nicht nur für mich, sondern für die vielen Leute, die alle in solch ein Projekt involviert sind, bis die CD fertig ist. Und all diese Termine zu einem Kalender zusammen zu fügen, um die CD letztendlich fertig zu stellen, das ist für mich dieses Jahresgeschenk, denn ich hoffe und wünsche, dass alles so klappt, wie ich es mir vorstelle. Man kann also sagen, ALMANAC verbindet uns.


Als ich ALMANAC auf der Musikmesse 2015 das erste Mal sah, bestand das Programm hauptsächlich aus den LINGUA MORTIS ORCHESTRA-Kompositionen. Nun haben wir gerade „Tsar“ gehört und ich konnte die Einflüsse, die durch die neuen Sänger entstehen, durchaus erkennen. Wie ist ALMANAC überhaupt entstanden, wie habt ihr euch zusammen gefunden? War es eine gezielte Suche?

Andy: Ich glaube, es geht in erster Linie darum, das Erbe von LMO würdig weiter zu führen. Es ist natürlich so, dass Victor die Idee zu dem Ganzen inklusive die Stimmen dazu hatte, mit denen sich diese Ideen realisieren lassen. Er hat die Gesangstimmen von Anfang im Kopf gehabt und auch die Vorgabe, dass sich die einzelnen Stimmen voneinander unterscheiden. David und ich haben eben markante Stimmen, die sich eben voneinander unterscheiden, die aber auch in der Lage sind, bestimmte Textteile besser zu verdeutlichen. Wie haben dadurch, dass meine Stimme etwas kräftiger und Davids Stimme ein wenig weicher ist, viel mehr Möglichkeiten, die Bedeutung eines Textes besser zu unterlegen.


Das kann man auf dem Album durchaus nachvollziehen.

Andy: Ich glaube aber, dass unsere Stimmen an sich dem Victor viel mehr Möglichkeiten bieten, das Erbe von LMO weiter auszubauen. Als wir uns kennen gelernt haben, hat mir der Victor bereits gesagt, dass da noch mehr geht und er eben die passenden Stimmen dafür benötigt.

Victor: Das LMO Projekt von vor drei Jahren war ja bereits auf mehrere Stimmen angelegt. Und genau diese Idee wollte ich weiter verfolgen. Die Schwierigkeit bestand darin, einerseits einzelne charismatische Stimmen zu finden, die gleichzeitig auch noch optimal zusammen passen. Ich habe es in der Vergangenheit auch schon erlebt, dass es mit drei verschiedenen guten Sängern im Studio trotzdem nicht funktioniert, wenn sie sich nicht ergänzen. Ich hatte von Anfang an meine Favoriten und die jetzige Besetzung war meine erste Wahl und das ist es ja auch geblieben. Ich wollte immer mit Andy und David arbeiten, zusammen mit Jeannette klingen die Vocals einfach wie eine Wand. Ich war am Ende selbst sehr überrascht, wie schnell sich die Band zusammen gefunden hat. Das gilt übrigens auch für Schlagzeug und Bass, auch da stand die Besetzung nach der ersten Probe bereits fest.


Jeannette Marchewka hast du ja von LMO „mitgenommen“. Sie ist nun die einzige Frau in der Riege. Hat sie es da entsprechend schwer?

Andy: Ach was, nein. Wir machen auch mal den Abwasch, hahaha. Nein im Ernst, die musikalische Seite ist die eine Seite. Die andere Seite ist das Menschliche. Wir haben bereits bei den ersten Sachen, die wir zusammen gemacht haben, sei es auf der Musikmesse oder auf dem Festival in der Tschechei, gemerkt, dass es menschlich und persönlich hervorragend zusammen passt. Das ist wiederum eine gute Basis für eine langfristige Zusammenarbeit, darum geht es ja letztendlich. Ich denke, diese Harmonie hört man auf dem Album heraus. Das hat es wohl dem Victor auch einfacher gemacht, das Album zu produzieren. Er hatte in diesem Punkt wenigstens keine „Baustelle“, an der ständig gearbeitet werden musste.

Victor: Ich wurde allerdings von vielen Musikern gefragt, ob sie nicht als Gäste auf dem Album singen könnten. Ich wollte das aber nicht, denn ich möchte nach außen auch zeigen, dass es sich hier nicht um ein Projekt, sondern um eine konkrete Band handelt. Wir wollen Live genauso agieren wie eben im Studio.




Auch wenn ich das Album eben erst anhören durfte, so lässt sich sagen, dass die Geschichte mit den drei Stimmen hervorragend funktioniert. Ich will jetzt nicht das Wort Battle verwenden, aber es klingt so, als wolltet ihr euch gegenseitig anspornen. Man spürt geradezu die Lebendigkeit in den Liedern.

Victor: Das meinte ich eben, es steckt sehr viel Energie in den Stimmen. Jeder der Drei zeigt sich hier von der besten Seite.


Andy, wie kriegt ihr das logistisch auf die Reihe? Ich meine, David ist bei PINK CREAM 69, du hast jetzt mit BRAINSTORM demnächst wieder viele Dinge vor. Da sind wir wieder bei dem Kalender, bekommt man das alles unter einen Hut?

Andy: Wir wussten ja von Anfang an, was da auf uns zukommt. Von daher konnte jeder von uns das dementsprechend mit seinen anderen Bands absprechen. Schwierig wird es erst, wenn wir in noch mehr anderen Projekten zu tun hätten.


Jetzt mal zum Album „Tsar“. Mein Eindruck ist, dass es sich dabei um ein Konzept handeln könnte. Was ist die Geschichte hinter dem Albumtitel?

Victor: Ich habe irgendwann mit Andy Siry [Nuclear Blast sowie POWERWOLF-Management] zusammen gesessen und wir haben uns einfach mal ein paar Themen überlegt, worüber man mal Songs schreiben könnte. So sind wir auf die Geschichte der Zaren, insbesondere die Geschichte von Ivan dem Schrecklichen, gekommen, was ich sehr interessant fand. Es ist ja so, dass niemand als Bösewicht oder schrecklicher Mensch geboren wird. Als Kinder sind wir alle gleich. Es liegt meist am Umfeld, was aus jedem von uns später wird. Ivan ist das beste Beispiel dafür. Er ist irgendwann durchgedreht, nachdem sowohl seine Mutter als auch seine erste Frau starben, vermutlich durch Gift.

Andy: Ich denke, es hätte zum Konzept von ALMANAC auch gar nicht gepasst, wenn wir über Drachen, Regenbogen oder so etwas singen würden. Man kann „Tsar“ jetzt allerdings nicht als Konzeptalbum als solches bezeichnen, obwohl sich das Thema von Iwans Lebensgeschichte über drei Songs verteilt. Es stimmt zwar, dass sich das Album insgesamt mit geschichtlichen Themen befasst, aber du bist nicht gezwungen, die Platte als Konzeptalbum zu erfassen, sondern hier steht jeder Song für sich allein. Du kannst aber als Fan solcher Geschichten trotzdem in die Thematik abtauchen. Ich halte dies für sehr wichtig, denn es gibt einerseits die Fans, die einfach nur Metal hören und Spaß haben wollen und dann gibt es die anderen Musikfans, die auch mal das Booklet in der Hand halten möchten und verstehen wollen, worum es in den Liedern geht. Ich denke, beide Gruppen werden sehr gut mit diesem Album bedient. Zum Konzept nochmal, was ja schon beim Cover anfängt: Das Thema Ägypten oder Schottland beispielsweise wurde im Heavy Metal schon oft beleuchtet, aber auch die russische Geschichte bietet eine Menge, Ivan der Schreckliche ist lediglich ein Teil dessen. Zudem hat die Sache noch den einen oder anderen aktuellen Bezug. Man kann auch hier Teile aus der Geschichte von einst in der heutigen Zeit wieder finden.


Ich gehöre zu der Sorte, die sich noch das Booklet zur Gemüte führen…

Andy: Finde ich gut so. Schau dir mal BLIND GUARDIAN mit ihren Fantasy-Geschichten an. Da lesen die Fans die Texte mit der Lupe mit, überspitzt formuliert. Dann hast du aber eben auch die Leute, denen die Texte völlig egal sind. Wir versuchen, mit interessanten Texten der Sache auch eine gewisse Wertigkeit zu geben. Es geht ja auch für Jeannette, David und mich darum, dass wir uns mit dem identifizieren können und in dieser Thematik finden wir uns eher wieder als bei anderen Themen beispielsweise.

Victor: Ich finde, dass in diesem Falle Musik und Texte nahezu perfekt zusammen passen. Fast wie eine Metal-Oper, haha.



Es wird vor allen Dingen der Stempel aufgedrückt. Diese Band klingt bereits jetzt genau wie ALMANAC und nicht wie irgendetwas anderes. Victor, wie schnell war klar, dass du mit dieser Band bei Nuclear Blast bleibst?

Victor: Klar gab es auch andere Angebote. Mir war aber auch der persönliche Aspekt sehr wichtig, der über das rein Geschäftliche hinausgeht. Es ist gut, wenn du mit Leuten zusammen arbeitest, die du schon kennst und von denen du bislang immer guten Support bekommen hast.


Du hast bei der Albumproduktion auch mit Seeb [Sebastian Levermann – ORDEN OGAN-Mastermind – Der Red.] gearbeitet. Wie hat das funktioniert?

Victor: Da hat alles perfekt gepasst. Für mich eine neue Erfahrung, denn ich habe das erste Mal mit Seeb gearbeitet. Wir sind uns vom Charakter her sehr ähnlich, wir sind beide Perfektionisten. Daher war die Zusammenarbeit sehr angenehm.


Damit wären wir dann bereits am Ende des Interviews angelangt. Ich bräuchte nur noch ein schönes Abschlusswort für unsere Leser. Das letzte Wort hat bei uns immer der Musiker.

Andy: Der Musiker? Und dann schaust du mich an? Hahahaha… Grundsätzlich habe ich das letzte, Victor aber das allerletzte Wort, haha. Also, das Album „Tsar“ bietet jede Menge Facetten und viel Musik mit Anspruch. Seid gespannt, was ihr da im März zu hören bekommt und was wir dann auch Live auf der Bühne zeigen werden.

Victor: Viele Leute werden sich fragen, wie wird „Tsar“ klingen? Wie LMO? Nein, das ist es nicht. Es ist eine reine Metal-Platte, nichts für Weicheier. Keine Schnulzenballaden, sondern richtig auf die Fresse.

Fränky

Autor: Frank Wilkens [Fränky] | 14.03.2016 | 17:19 Uhr

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