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Reviews von Prey For Nothing
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Band: Metalnews nach 'Prey For Nothing' durchsuchen Prey For Nothing
Interviewpartner: Yotam 'Defiler' Avni

Israel ist für die meisten Metalheads weitestgehend noch ein unbekanntes Fleckchen auf der Weltkarte, obwohl man dort doch einige Glanzperlen finden kann. Sänger Yotam 'Defiler' Avni der Progressive Melodic Death Metal-Band PREY FOR NOTHING, die uns zuletzt mit ihrem zweiten Album „Against All Good And Evil“ mehr als überzeugen konnten, steht uns Rede und Antwort. Dabei geht er bis auf die Gründung der Band zurück, gibt Ausblicke in die Zukunft und erzählt von der politischen Situation in Israel.






Hey, zunächst einmal, wie geht’s euch?

Uns geht es großartig, wir hatten seit Oktober eine erholsame Auszeit von Konzerten und beginnen jetzt an unserer neuen und verbesserten Setlist für die anstehenden Shows zu arbeiten, die sowohl neues als auch altes Material vermischen wird. Obwohl … ich vermute wenn die alten Songs 2008 veröffentlicht wurden – sind sie gar nicht so alt, ha.


Glückwunsch zu eurem neuen Album! Man findet sicherlich eine Menge von Einflüssen wieder, welche Bands und welche Musik beeinflussen PREY FOR NOTHING am meisten?

Es wird einfach sein DEATH als unseren Haupteinfluss herauszupicken, da es wahr und offensichtlich ist. Aber abseits von DEATH sind wir tief beeinflusst von klassischen Metal-Acts der vergangenen Jahre, alte METALLICA, alte MEGADETH, alte IRON MAIDEN … Alles ist so alt bei uns – es ist als ob wir nie etwas Neues anhören! Naja – das stimmt nicht – wir mögen nur nicht die gleichen neuen Dinge. Yaniv (Gitarren) zum Beispiel ist wirklich vertieft in OPETH und GOROD in letzter Zeit und Amir (Bass) mag es wie OBSCURA zu seiner jungen Lieblingsband wird. Ich auf der anderen Seite bin ein Thrash Metal Fan von alten und neuen Sachen und ich habe just HAVOK entdeckt.


Wenn du „Against All Good And Evil“ noch einmal anhörst,würdest du irgendwas verändern wollen?

Es gibt einige Stellen im Gesangsteil, die ich besser über die Bühne hätte bringen können, bösartiger und ätzender, aber so ist es eben. Im Rückblick könnte alles auf dem Album verbessert werden. Ich denke allerdings, dass unser Song-Writing und die Technik auf dieser Scheibe noch immer meine Ohren zufriedenstellt. Jedoch denke ich, dass wir den einen oder anderen Song für die Special Edition hätten sparen sollen anstatt monströse 70 Minuten aggressiven, komplexen Metals zu veröffentlichen. Wir leben in Zeiten in denen Special Editions nicht mehr wirklich etwas „total spezielles“ sein können. Deshalb veröffentlichten wir das gesamte Album für die reguläre Fassung ohne wirklich an limitierte Versionen oder ähnliches zu denken. Andererseits könnte es deutlich kommerzieller sein es so machen, aber wir sind im Metal-Business, da gibt es nichts kommerzielles!


Am Ende vom Song „Against All Good“ gibt es einen cleanen Vokal-Teil. Da ich keine Informationen bezüglich eines Gast-Sänger fand, nehme ich an, dass jemand von der Band gesungen hat, hab ich recht? Wird eure Musik in Zukunft öfter cleane Passagen beinhalten?

Ja und ja. Das cleane Singen wurde von unserem talentierten Drummer Iftah Levy übernommen, der ursprünglich der Sänger und Schlagzeuger der früheren Inkarnation von PREY FOR NOTHING war – DAMNATION. Wir hofften einen Gastsänger für diese Passagen zu finden und fragten viele Vokalisten der europäischen Metal Szene. Jedoch wurde uns dieses Privileg verwehrt, aber es ist trotzdem großartig geworden!
Dies ist tatsächlich ein Aspekt, den wir auf zukünftigen Veröffentlichungen gerne erweitern würden ohne es in Langeweile ausarten zu lassen wie das gesamte Metalcore-Genre. Es geht nicht dabei jeden Refrain zu besummen, PREY FOR NOTHING ist immer noch eine Metal und keine Emo-Band. Wenn wir in Zukunft öfter cleanen Gesang einsetzen, würden wir eher Bands wie SCAR SYMMETRY und STRAPPING YOUNG LAD folgen statt ATREYU und BULLET FOR MY VALENTINE wenn ihr versteht, was ich meine ...






Könntest du uns erzählen, worüber die Texte und das Album handeln? Gibt es eine tiefere Bedeutung?

Es gibt immer eine tiefere Bedeutung. Die wirkliche Frage ist wie tief man selbst kam. Also als der Haupttexter verbleibe ich bei philosophischen Lyrics. Es ist allerdings nicht einfach für mich, da Englisch nur meine zweite Sprache ist und ich in einem sehr schweren, israelischen Akzent rede, aber Schreiben verbessert es. Jedes Lied auf diesem Album handelt von einem anderen Thema. Es ist sowohl eine Schmierkampagne gegen den regulierten Lebensstil der westlichen Zivilisation als auch ein Aufruf sich gegen Gehirnwäsche zu wehren und doch ist es absichtlich beschädigt durch seine eigenen Werte. Die abschließenden Titelstücke stellen diese auf die aufdringlichste Weise auf die Probe. Der erste Song [„Against All Good“] ist ein Wachruf aller Mitglieder der Gesellschaft ihren betäubten Verstand anzustrengen und eine Identität anzunehmen, während der Andere [„Against All Evil“] ein Gedicht darüber ist, wie nutzlos der Mensch ist wenn er sich in Gruppen ansammelt und wie keine wirkliche Ideologie von außerhalb vorgeschrieben werden kann. Das ist nur die Spitze des Eisbergs und ich ermutige alle Hörer und Leser nachdenklichere Bedeutungen in den Texten zu finden.


Wieso habt ihr damals aufgehört eine Progressive Metal Band zu sein und habt als PREY FOR NOTHING angefangen Melodic Death Metal zu spielen?

Ich denke, ich kann diese Frage sehr gut beantworten, da ich DAMNATION für viele Jahre gekannt habe, obwohl ich nur ein 18-jähriges Kind war als sie zum ersten Mal vor mir persönlich gespielt haben. [Dabei trugen sie zum Protest nichts als Unterwäsche, weil ihr Promoter ihr Line-Up vermasselt hat … kein angenehmer Anblick]. DAMNATION hatte alles was eine Progressive Metal Band haben wollen könnte. Zwei ultra talentierte Gitarristen, ein über alles erhabener Bass-Spieler, ein energetischer und intelligenter Schlagzeuger und ein Keyboarder mit Tonnen an Ideen und den Fähigkeiten sie zu verwirklichen.
Das Problem war, dass sie nie einen Sänger gefunden haben, mit dem sie zufrieden waren. Unter anderem weil Drummer Iftah selbst ein talentierter Sänger war und sie sich nicht mit weniger zufrieden geben wollten. Singen und Spielen war jedoch mehr als Iftah schlucken wollte, da konzentrierte er sich lieber aufs Drumming [obwohl er sowohl den Gesang als auch die Drums auf DAMNATION´s einzigen Album aufnahm - „Mentally Trapped“]. Sie gaben einigen Sängern über die Jahre die Chance und waren aus verschiedenen Gründen auf lange Sicht mit keinem glücklich, bis sie realisierten, dass sie es zu hart versuchten. Sie begriffen, dass sie nicht unbedingt so sehr auf Prog Metal pochten und sie lieber progressive Einflüsse in eine Extreme Metal-Formation einfließen lassen wollten … und dann riefen sie mich. Ich war der Sänger vom Metal-Act ABED (inzwischen könnte man es „Metalcore“ nennen, damals dachten die Leute nur es wäre brillant) – und sie mochten meinen Stil und meinen Gesang also fragten sie mich, ob ich ihnen nicht beitreten könne. Einige der DAMNATION Mitglieder verließen uns weil sie sich nicht an die neue Band gebunden fühlten und deshalb gibt es DAMNATION nicht mehr.


Hier drüben in Europa nimmt man nur von wenigen Bands aus Israel Notiz. Könntest du uns deine Meinung dazu sagen, wieso es so selten bekannte israelische Metal Bands gibt?

Ein Hauptgrund? Es ist wirklich schwer durch Europa zu touren wenn man nicht mit dem Bus oder Zug dahin kommt. Wir können nicht einfach den nächsten Zug nach Istanbul und dann nach Prag nehmen, weil wir Halt in Libanon und Syrien machen müssten – sie heißen nicht unbedingt israelische Leute willkommen, unabhängig von ihren politischen Ansichten auf die Regierung. [Ich kann euch versprechen, wenn ihr denkt, dass Amerikaner ihre Regierung hassen, solltet ihr mal einen israelischen Metalhead fragen was er über seine eigene Regierung denkt] Also ist der beste Weg nach Europa das Flugzeug. Fliegen ist nicht gerade die billigste Form zu Touren und nicht viele Labels [oder Booking Agenturen und Festivals] stecken ihr Vertrauen in eine israelische Metal Band. Wir werden als Randbereich aufgefasst, irgendwo hinter den dunklen Bergen am Ende der Welt. Da die israelischen Bands selbst es aus den gleichen Gründen zu schwer finden auf eigene Faust zu touren, gibt es nicht viele die von der weltweiten Metal-Gemeinschaft erkannt werden. Aber in den letzten Jahren sieht man eine Veränderung. ORPHANED LAND sind wie die israelischen METALLICA, wenn man die großen Maßstäbe vergleicht, andererseits gibt es Bands wie THE FADING, ARAFEL, VISCERA TRAIL und HAMMERCULT die durch Europa non-stop touren. Wir hoffen ihnen bald zu folgen.






Gibt es weitere israelische Metal Bands außer PREY FOR NOTHING, die du empfehlen könntest?

Natürlich kann ich. Hört unbedingt in folgende Bands rein: DARK SERPENT, die Thrash Metal im Stile der 80er bis ins Mark spielen, SHREDHEAD, die eher im Groove-orientierten Thrash zuhause sind, THE FADING dominieren die Melodic Death Metal-Sphäre mit ihren geilen Melodien, ihre Schwester-Band HAMMERCULT zocken Aggro-Thrash mit Death Metal-Einflüssen, ETERNAL GRAY gibt es für die heftigeren Gemüter, die alte MORBID ANGEL vermissen und zu guter letzt EDGEND und DESERT für die Leute, die ihren Metal eher klassisch und melodisch bevorzugen.


Was ist die öffentliche Meinung von Metal Musik in Israel? Gibt es noch immer Leute, die jeden Metal Musiker/Zuhörer für einen Satan-Botschafter halten oder ist die gute Art von Musik bereits weitflächig akzeptiert worden?

Es ist witzig – Ich war mir sicher, dass diese Zeiten sicherlich 20 Jahre hinter uns liegen – bis ein Magazin kürzlich den gleichen Bullshit über Satan-verehrende Sekten in Jerusalem veröffentlichte und natürlich war Metal Musik dort aufgeführt – ohne wirkliches Verständnis für die Realität. Just als ich wirklich dachte, dass wir über den ganzen Nonsens hinweg wären, hält irgendein dämlicher Journalist Metal für die Musik des Teufels, wie in den dummen Artikeln aus den 90ern. Aber abgesehen von diesem sporadischen Vorfall kann dieses Konzept mit Leichtigkeit überwunden werden.
Aber man sollte festhalten, dass sich Israel wie Amerika auf LSD verhält, wenn man sich mit Kriegstraumas beschäftigt. Denkt ihr, dass amerikanische Soldaten von posttraumatischen Belastungsstörungen seit Vietnam, Irak oder Afghanistan leiden? Das ist verdammt wahr, aber beziehe deren Intensität auf jeden erwachsenen Verstand jeglicher Sexualität aller israelischen Bürger. Alle Kinder werden eingezogen, sobald sie die Schule abgeschlossen haben – ohne die Möglichkeit auf Studium und Ähnliches – und werden in das nutzlose Gefecht des Mittleren Osten beordert. Wir sind alle ein bisschen „nicht einverstanden“ wenn wir dem Fakt gegenüber stehen, dass ALLE Kinder den militärischen Dienst ableisten müssen. Wir lassen nur die psychisch Kranken (oder die, die im Gericht das von sich behaupten, eingeschlossen aller zukünftigen Konsequenzen) oder die religiösen Fanatiker außen vor und mal so unter uns allen – wo liegt da der Unterschied?


Habt ihr bereits Pläne durch Europa zu touren?

Wir diskutieren zurzeit einige potenzielle Möglichkeiten, aber ich fürchte, dass wir noch nichts sicheres haben. Heutzutage ist das unser Traum durch Europa zu touren, mit Metalheads aus verschiedenen Ländern und Kulturen Zeit zu verbringen, anderen Metal Bands zuzuhören und unsere Live Shows jedem zugänglich zu machen.


Danke für das Interview! Du hast das letzte Wort, gibt es etwas, was du euren Fans und unseren Lesern sagen willst?

Wir danken euch für die tolle Möglichkeit uns mitteilen zu können. Wir hoffen, dass man Politik beiseite lässt, wenn es um Metal Musik geht. Wie wir bereits vorher erwähnt haben, wir sehen alle Metalheads, seien sie aus Iran, Ägypten, Dubai, dem Mittleren Osten, Asien, Europa, Amerika oder sonst wo als unsere Brüder und Schwestern an und ich persönlich verbinde mich mit ihren Worten und Taten deutlich mehr als ich mich jemals mit einem orthodoxen Deppen verbinde würde, nur weil wir beide jüdisch geboren worden sind und im gleichen Land leben. Iron Up und Shalom Alechem :)

Champ

Autor: Nico Carvalho [Champ] | 03.02.2012 | 22:14 Uhr

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