Die teutonischen Metal-Veteranen GRAVE DIGGER haben jüngst ein Video zu ihrem Song "Zombie Dance", in dem ihre Label-Kollegen RUSSKAJA als Gastmusiker auftreten, veröffentlicht.

Die um den legendären Gitarrenhelden Michael Schenker [UFO, SCORPIONS] versammelten MICHAEL SCHENKER FEST haben ein Video zu ihrem Song "Take Me To The Church" veröffentlicht.

SLASH FEATURING MYLES KENNEDY & THE CONSPIRATORS haben mit „Mind Your Manners“ einen Song von ihrem kommenden Album "Living The Dream" vorgestellt.

Die schwedischen Progressive Metal-Veteranen OPETH haben ein neues Live-Album mit dem Titel "Garden Of The Titans: Live At Red Rocks Amphitheater" angekündigt.

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Die aus Ohio stammenden Hardcore-Formation BEARTOOTH hat mit "You Never Know" einen neuen Song ins Netz gestellt.

HomeReviewIvar Bjørnson & Einar Selvik – Hugsjá
Das Cover des Albums Hugsja

Ivar Bjørnson & Einar Selvik – Hugsjá

Das Cover des Albums Hugsja

Wertung
5.5/7 Punkten


Info
VÖ: 20.04.2018
Label: By Norse Recordings
Spielzeit: 01:02:22


Line-Up
Ivar Bjørnson – Guitars, Electronics
Einar Selvik- Vocals, Taglharpa, Kravik lyre, Goat horn, Flute, Percussion


Tracklist
Hugsjá
WulthuR
Ni Døtre av Hav
Ni Mødre av Sol
Fornjot
Nattseglar
Nytt Land
Nordvegen
Utsyn
Oska
Um Heilage Fjell

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Ursprünglich sollte die Kooperation zwischen ENSLAVED-Chef Ivar Bjørnson und WARDRUNA-Mastermind EINAR SELVIK eine in diesem Rahmen einmalige sein – mit „Skuggjsá“ haben die beiden Künstler 2014 zur 200 Jahr-Feier der norwegischen Unabhängigkeit ein gemeinsames einstündiges Stück aufgeführt. Dabei ist es aber natürlich nicht geblieben. Neben weiteren Auftritten wurde das Werk dann 2015 auch aufgenommen und 2016 veröffentlicht. Weil beide Musiker in ihren ziemlich umtriebigen Hauptbands offenbar aber noch weiße Flecken im Terminkalender haben, erscheint zwei Jahre später das nicht weniger ambitionierte selbstbetitelte Zweitwerk. Auf dem eigenen Label und mit deutlich geringerem Brimborium, und das passt auch zur Ausrichtung des Albums.

 

„Mitbringen muss man für den Hörgenuss vor allem eines: Zeit.“

 

Obwohl ich den Vorgänger sehr mochte, habe ich fast zwei Monate gebraucht, um mit „Hugsjá“ warm zu werden. Das liegt aber nicht etwa an der mangelnden Qualität, sondern eher an der Komplexität des Materials und vor allem an der Tatsache, dass man sich dem Album nicht beim Staubsaugen oder im Ferienstau nähern kann. Eine Stunde konzentrierten, unabgelenkten Hinhörens ist pro Durchlauf schon notwendig. Und sein wir ehrlich: Wer nimmt sich diese Zeit schon? Schafft man es dennoch, das Smartphone zur Seite zu legen, Netflix abzuwürgen und nur zuzuhören, wird man allerdings ausreichend belohnt. Elf Stücke lang entführt vor allem Einar Selvik seine Hörer in ein Norwegen, wie man es sich als Mitteleuropäer vorstellt: Archaisch, mystisch, naturverbunden, durchdrungen von ruraler Kultur und Volkstümlichkeit, bodenständig und stets ein wenig melancholisch. Begleitet von Lauten, Leiern, Flöten, Hörnern und Perkussion (oft auch Schlagzeug) und einer Vielzahl von Gastmusikern erzählt Selvik mit seiner unverwechselbaren klaren Gesangsstimme Geschichten von abenteuerlich-romantischen Seefahrten, dem ungewissen Segeln durch die Nacht und Neuland, das nur der Mutige findet. Wem das bekannt vorkommt – schon denkbar, dass die WARDRUNA-Gastbeiträge zum „Vikings“-Soundtrack ein bisschen inspirierend gewirkt haben mögen.

 

Ohnehin ist „Hugsjá“ recht offensichtlich ein Projekt, das sich eher an WARDRUNA- als an ENSLAVED-Hörer richtet. Weniger als auf dem Vorgänger ist offensichtlich, an welchen Stellen Ivar Bjørnson seine Hände im Spiel gehabt haben mag. Die mit Strom versorgten Versatzstücke des Albums muss man jedenfalls mit der Lupe suchen, was den Projektzweitling zu einem Folk- oder Weltmusik-, keinesfalls aber zu einem Rock- oder gar Metalalbum macht. Das ist nicht schlimm, denn die Highlights sind trotz allem überaus zahlreich. Vor allem die sehnsüchtigen, nachdenklichen Stücke („Ni Mødre Av Sol“ oder „Utsyn“ etwa) berühren, während die eher rockigen Songs wie „Nattseglar“ oder „Oska“ eine beschwingtere, fast progressive Richtung einschlagen. Zum Glück machen beide Musiker dabei nicht den Fehler, das musikalische Erbe ihrer Nation an das Mittelaltermarkt-Publikum zu verraten. Obschon viele Melodien wunderschön und eingängig sind, ist „Hugsjá“ zu keiner Zeit ein poppiges, massentaugliches Album, das man sich im Aufwärmprogramm von Metalfestivals vorstellen kann, sondern tatsächlich ein Stück Kunst um der Kunst Willen. Trotz der thematischen Berührungspunkte zum Metalmarkt hat es letztlich mit diesem absolut gar nichts zu tun. Das ist gut so, denn erstens gibt es ja genug Metalalben mit verhunzter Wikingerromantik, und zweitens erweitert der Genuss dieses Albums sicherlich den musikalischen Horizont.

Florian Dammasch / 13.06.2018

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