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Ein kurioser und, um ehrlich zu sein, eigentlich gar nicht mal so beeindruckender Anlass inspirierte mich zur Kolumne in diesem Monat. Abtreibung ist heutzutage das Thema, das in Irland die Meinung der Bevölkerung spaltet – im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern, die sich damit bereits in den 70ern oder sogar vor dem zweiten Weltkrieg beschäftigten. Wir hingegen haben über die Jahre immer schön mit dem katholischen Finger gewunken und unseren Politikern dabei zugesehen, wie sie über Generationen hinweg den Kopf in den Sand gesteckt haben. Aber das ist nicht der Mittelpunkt meiner Polemik in diesem Monat.

Aufnahmen eines BATHORY-Shirt tragenden, jungen Mannes, der an einer Pro-Choice/Life Veranstaltung teilnahm [mal beides genannt, weil's ja darauf ankommt, wer von welcher Seite des Zauns wen mit Scheiße bewirft], gingen jüngst durch die Presse und sollten seine angebliche Misshandlung durch die irische Polizei belegen. “Misshandelt und widerrechtlich weggesperrt!”, keiften die Online-Schlagzeilen. Gegenüber Menschen, die wirklich schon einmal misshandelt wurden und nicht lediglich mit etwas Pfefferspray besprüht und für ein paar Stündchen in einem Van auf der Rücksitzbank geparkt wurden, klingt dies doch etwas fehl am Platz. Vor allem, wenn man sie mal mit der freien syrischen Armee vergleicht. Aber so lauten die linken Schlagzeilen nun mal, wenn man mal wieder auf der Suche nach irgendetwas ist, woraus man der Staatsmacht mal wieder einen feinen Strick drehen kann. Glaubt mir, ich bin sicher kein Verteidiger des allgemeinen Benehmens der Polizei, aber mal im Ernst: wenn man an einem Aufmarsch teilnimmt, bei dem es um das Thema geht, das die Iren seit über 20 Jahren konstant entzweit, erwartet man doch eigentlich auch 'n bisschen Stress, oder?

“Ungerecht - Unfair!”, schrien beispielsweise die ganzen Social-Network-Polemiker. Und während ich bis zu einem gewissen Punkt Sympathien entwickelte, schien es doch zugleich nur allzu naiv, in einer ungerechten Welt Fairness oder Gerechtigkeit zu fordern. So einfach ist das. So laufen die Dinge nun mal. Wenn du im Zuge einer G8-Demonstration an der Spitze von tausenden und abertausenden Menschen marschierst und die Linie der Polizei zurückdrängst, dann wirst du früher oder später einen Schlagstock auf den Schädel bekommen – und das wusstest du vorher! Unsere Nachrichten werden bombardiert mit Bildern von gewalttätigem Machtmissbrauch. Das ist in erster Linie der Grund, warum alle glauben, es sei bereits überall auf der Welt die Regel. Seid ihr denn so naiv, dass ihr glaubt, dass die Welt so funktioniert? Ich stelle mich gewiss nicht auf die Seite der Autorität – und als Teenager sind auch wir vor den Bullen geflüchtet, weil wir entweder verbotenerweise Alkohol getrunken oder mutwillig irgendwelche Dinge zerstört hatten – aber das war so, weil es nun mal so war und es hat mir nicht geschadet. Ich sage nicht, dass das alles richtig ist, was passiert, versteht ihr? Ich sage, dass so was nun mal passiert, dass es nun mal so ist. Also kommt damit klar! All diese Dinge brachten mich und einen guten Freund in einen handfesten Streit zum Thema Anarchie.

Die Punk- und Metalszene waren schon immer empfänglich für Symbolik. Der Metal hatte das Pentagramm als eine Art Symbol der Rebellion für sich entdeckt. Oder vielleicht auch als einen Spiegel des Wunsches, irdischen Schwierigkeiten irgendwie zu entgehen, die Sorgen des Alltags einfach mal beiseite zu schieben. Der Punk hingegen, wahrscheinlich hauptsächlich durch CRASS, kultivierte das Anarchie-Symbol. Dies brachte mich schließlich dazu, die wahre Bedeutung von Anarchie einmal näher zu betrachten. Laut der Autobiografie von CRASS basierte die Idee lediglich auf den Auswüchsen einiger junger Kunststudenten, die, nach eigener Aussage, eigentlich selbst nicht einmal wussten, was Anarchie eigentlich war. Sie hatten jedoch ihren Spaß daran gefunden, eifrig im von Arbeitslosigkeit geplagten England der 70er wild mit anarchistischen Slogans um sich zu werfen. Thatcher saß auch gleich um die Ecke – perfekt. Also kam eins zum andern und CRASS, wie sie selbst schreiben, waren das Gesicht für alles, was damit losgetreten wurde.




Fakt ist zwar, dass ich meine Zweifel daran habe, dass sich beispielsweise eine solide Begründung hinter dem ACAB-Slogan versteckt, aber ich es brachte mich auch dazu, im Zuge des G8-Gipfels darüber nachzudenken, ob Kommunisten und Anarchisten nicht gleichermaßen in den vergangenen hundert Jahren eine verarmte, arbeitslose Gesellschaft in gewisser Weise und mit Hilfe von Marx und Engels romantisiert haben könnten – dies ist immerhin ein Hauptbestandteil der anarchistischen Weltanschauung. Diese utopische Theorie einer arbeitenden Gesellschaft, die jedoch zugleich dem Prinzip des Tauschhandels unterliegt... das scheint wirklich ein Hirngespinst leicht zu beeindruckender Kunststudenten zu sein. Eine Jäger-und-Sammler-Gesellschaft, was ja zunächst einmal eine Alternative aufzuzeigen vermag, wird früher oder später nun mal in das Prinzip des Rechts des Stärkeren verfallen, so dass die Stärksten und Skrupellosesten dem Kollektiv ihren Willen aufzwingen werden. Menschliche Natur, nicht wahr? Die Sklaverei war das Erbe einer verarmten Gesellschaft und menschliches Leid war genau so eine Ware wie alles andere auch. Die Ironie, dass heute meist genau die Leute, die sich mit mir über die Natur der Anarchie streiten, von der Staatskasse leben, spricht wohl auch für sich. Der verhasste Staat als ständig gemolkene Cash-Cow. Die Freiheit und Hingabe einiger, sich das Recht zu nehmen, die Infrastrukturen und Institutionen eines Staates zu kritisieren, scheint grundsätzlich damit einherzugehen, dass der Staat eben jenen Menschen die Miete zahlt. Das Finanzsystem, Geld an und für sich als Mittel des Erwerbs, beseitigt, vereinfacht gesagt, das Recht des Stärkeren. Natürlich kann man sich nun darüber streiten, da dieses Prinzip im 21. Jahrhundert sicherlich ein anderes Gesicht hat und dass das Gesetz des Stärkeren heute fest in Händen der Banker liegt. Dennoch ist es nicht ganz so einfach. Rothschild wurde auch nicht in den Reichtum hineingeboren – er verdiente ihn sich. Ein fundamentaler und symbolischer Unterschied! Die Wirtschaft, die Visitenkarte des Kapitalismus, erlaubt es uns, soziale Aufsteiger zu sein. Natürlich können wir die immensen Schluchten zwischen der ersten und der dritten Welt diskutieren oder die Konflikte einiger Nationen untereinander in einer unfairen Welt anprangern, aber wer bitte hätte vor drei Jahrzehnten die Entwicklung Chinas hin zu der finanziellen Supermacht kommen sehen, die sie heute sind? Eine kommunistische Gesellschaft, die eigentlich verhasste kapitalistische Ideale durchgesetzt hat...? Wenn das mal nicht der perfekte Beweis dafür ist, mit dem globalen Finanzsystem den perfekten Ort zu finden, um etwas, das man eigentlich ausschließt, zum reinen Eigenvorteil einzusetzen, anstatt das Recht des Stärkeren weiter in der eigenen Gesellschaft heranwachsen zu lassen. Wenn das kein Beweis ist, dann weiß ich es auch nicht.

Für den Handel zwischen Ländern muss es existieren und auch für kleine Unternehmen muss es existieren, um sich von der Gründung bis zum florierenden Geschäft eine Straße raus aus der Armut zu bauen – das Kapital. Ganz gleich, ob wir oder die idealistische, sozialistische Mittelklasse des Westens es mögen. Die ersten Münzen werden auf die Zeit um ca. 600 v. Chr. datiert und im Temple von Artemis bei Ephesos gefunden, was in der heutigen Türkei liegt. Dieses System und was bis heute daraus wurde, stellt dem gesellschaftlich Schwächeren immerhin die Mittel zur Verfügung, die verhindern, dass ihnen die letzte Habe von irgendeiner Macht oder Instanz genommen wird. Es ist ganz und gar nicht perfekt - und ich bin sicherlich kein Verteidiger dafür oder für die unfaire Welt, in der wir nun mal leben, aber es ist immerhin keine anarchistische Alternative, die lediglich ein Luftschloss, erbaut auf leeren Phrasen darstellt.
Alan Averill

29.09.13 17:08 Uhr
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