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CD Review: Kadavar - Rough Times

Kadavar
Rough Times


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"Bleiben sich treu!"
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"Del Vecchios neue Platte"
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CD Review: Marty Friedman - Wall Of Sound

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Heavy Metal, Instrumental
5.5 von 7 Punkten
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CD Review: The Black Dahlia Murder - Nightbringers

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Heavy Metal
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"Angriff an allen Fronten"
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Black 'n Roll, Black Metal, Progressive
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CD Review: Air Raid - Across The Line

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"Yngwies Erben"
CD Review: Jag Panzer - The Deviant Chord

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US-Metal
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"Große Gefühle, harter Stahl"
CD Review: Cradle Of Filth - Cryptoriana - The Seductiveness Of Decay

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True Metal
5.5 von 7 Punkten
"Stimmt."
CD Review: Josh Todd & The Conflict - Year Of The Tiger

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"Erfolgreich zurück"
CD Review: Demons Dream - Nuclear Attack [EP]

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Heavy Metal
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"Starker Auftritt"
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Kaum zu glauben, aber ich bin wirklich schon beim siebten Teil meiner biografischen Kolumne angelangt, was bedeutet, dass ich das Ganze nun schon seit sieben Monaten mache. Ich dachte eigentlich immer, dass ich das Schreiben – abseits von Songtexten – hassen würde, aber jetzt stelle ich wirklich fest, dass es mir sehr viel Spaß macht. Wie ich bereits in Teil eins hoffte, hilft es mir in der Tat dabei, das Chaos in meinem Kopf etwas zu sortieren.

Ich bin kürzlich wieder in Amsterdam angekommen. Ich musste dringend einen Umzug hier hinter mich bringen. In dem Moment, als ich in Amsterdam landete, ging ich bereits auf die Suche nach neuen Möbeln. Einen Tag später fuhr ich mit unserem ehemaligen Bassisten, Al’ Hazred, durch die Gegend, um die gekauften Möbel abzuholen, während ein Kerl, den wir vorher telefonisch beauftragt hatten, meine neue Wohnung strich. An Tag drei zog ich schon in meine neuen vier Wände ein. Dieser Ort sieht einfach fantastisch aus und es stellte sich als eine würdige Stätte für Musik und Reflektion heraus.

In Istanbul konnte ich für unseren Drummer, Xul, einen Endorsement-Deal für Becken an Land ziehen, was ihn natürlich sehr freute. Letzte Woche feierte ich hier in Amsterdam meinen Geburtstag und es war gut... ich hatte einen schönen, langen Tisch in einem griechischen Restaurant reserviert. Die Stimmung war exzellent und wir tankten abartig viel halbsüßen, griechischen Weißwein, dazu natürlich Ouzo und zu guter Letzt Jack Daniel's. Nach unserer kleinen Feier machten wir uns auf in Richtung Amsterdamer Innenstadt und hingen in der Metal-Bar “The Cave” ab, wo der Besitzer bereits mit ein paar zauberhaften Shots auf uns wartete. Anschließend musste dann wieder der gute, alte Jacky dran glauben und es war ein großartiger Abend mit einigen Bandmitgliedern und Freunden.
Jetzt aber wieder zurück zum biografischen Teil und somit zur Fortsetzung von Teil sechs. Letzten Monat erzählte ich euch von meiner “großen Chance”, als ich einer Death Metal Band beitrat. Ich habe noch niemals zuvor über diese Band gesprochen, weil ich bisher einfach nie die Nötigkeit sah, darüber sprechen zu müssen. Vor allem im Rahmen von MELECHESH. Nun allerdings für euch mal ein paar Infos, was es mit dieser Band auf sich hatte: sie entstand aus der Asche zweier aufgelöster Bands in Jerusalem. Da sie einen Sänger suchten, riefen sie mich irgendwann an. Wir probten recht häufig und ich kann heute noch sagen, dass ich schon damals dachte, dass diese Jungs sehr talentiert waren. Schlussendlich bekamen wir die Möglichkeit, einen Gig im Pargod [der Club, von dem ich euch das letzte Mal berichtete] zu spielen. Wir fühlten uns bereit dazu und die Show war sehr gut beworben. Was dabei heraus kam, war absolut groß. Ich war so sehr mit der Werbung beschäftigt, dass ich gar keine anderen Gedanken mehr hatte. Allerdings änderte sich das kurz vor dem Gig selbst. Ich wurde furchtbar nervös und machte mir Gedanken. Ich saß in diesem Backstage-Raum [sofern man das so nennen konnte] und fragte mich immer wieder, wieso ich dies eigentlich tun würde. Dann gingen wir auf die Bühne, und da diese mit extrem hellen Spots beleuchtet war und das Publikum quasi unsichtbar, war die Nervosität mehr oder weniger weg. Dummerweise habe ich mich dann doch noch gleich zu Beginn furchtbar blamiert, denn als ich unsere Band ansagte und uns vorstellte, benutzte ich nicht unseren Bandnamen, sondern einen der Namen der beiden aufgelösten Bands. Ich sagte: “Guten Abend, Jerusalem, wir sind DIVINITY...” und plötzlich lachten die Leute. Ich rettete die Situation und schob ein “... nein, nein, war nur Spaß. Wir sind CRUSHED CENOTAPH und dieser Song heißt 'Silence Has No Disguise'.” Sofort setzte die Musik ein und wir bangten alle synchron im Takt [eben so, wie es die wahren Metalheads auf der Bühne taten... ehm... TUN!] Dabei sah ich aus dem Augenwinkel die Zuschauer näher zur Bühne wandern, denn mittlerweile hatte auch der Zuschauerraum eine ausreichende Beleuchtung erfahren. Sie bangten wie die Verrückten. Das war der Moment, in dem ich entdeckte, dass ich die Bühne liebe. Klar, das klingt natürlich jetzt absolut nach Klischee, aber ihr werdet es verstehen, wenn ihr in diesem Moment die Energie und das Adrenalin im ganzen Körper spürt. Es ist unvorstellbar!
Wir spielten in der nächsten Zeit einige Gigs in Jerusalem und Tel Aviv. Wir hatten irgendwann einen Deal mit einem kleinen örtlichen Label namens Pounding und produzierten eine Demo sowie einen Song für eine Compilation. Beides wurde veröffentlicht und die Band bekam außerdem ein neues Logo verpasst, das übrigens aus der Feder von Lord Curse stammte, dem späteren Drummer von MELECHESH. Von da an war ich endgültig ein Teil des internationalen Metal-Undergrounds mit allem, was dazu gehört, sprich: Tapetrading, Verschicken und Erhalten von Werbeflyern, Fanzines und Briefe aus der ganzen Welt. E-Mails gab es damals noch nicht wirklich und es war generell einfach eine andere Zeit. Um ein Interview geben zu können, vergingen oftmals ein bis zwei Monate, denn die Antworten wurden handschriftlich gegeben und per Post geschickt. An alles kann ich mich leider nicht erinnern, denn es war so viel auf einmal. Vor allem, wie ich eben noch erwähnte, mochte ich das Schreiben eigentlich gar nicht. Wie dem auch sei... die Dinge liefen für uns wirklich gut, allerdings befriedigte mich das einfach noch nicht. Obwohl die Band technisch absolut perfekt war, fehlte mir irgendetwas. Ich strebte nach etwas Wahrerem, Echterem und Ehrlicherem.
Eines Nachmittags saßen wir bei einem Freund zu Hause. Ich stöberte seine Plattensammlung durch und er sowie ein weiterer Kumpel spielten Snooker. Da stieß ich auf das “The Return”-Album von BATHORY. Ich hatte diese Platte noch nie zuvor gehört und kannte nur die episch-thrashige “Hammerheart”, “Twilight Of The Gods” und “Blood, Fire, Death”. Ich sagte meinem Kumpel, dass ich dieses Album gar nicht kannte, doch er meinte, es sei Kacke. Ich machte ihm klar, dass wenn dann ich hier der Richter darüber sein würde. Also legte ich die Platte auf. Meine Güte, was ein Ding! Ich war regelrecht besessen von den Songs “Possessed” und “Total Destruction”. Ich sagte zu mir selbst: “Mann, DAS ist wahr, echt und dreckig!” Dann bestand mein Wunsch darin, eine Band zu gründen, die genau diese Stimmung und diesen Vibe hat.


Irgendwann zu dieser Zeit verließ mein bester Freund Jerusalem und ging in die USA, wo er ein Studium angetreten hatte. Er lebt noch heute dort und arbeitet als Chemikant und Wissenschaftler. Ich hatte seinerzeit die große Ehre, sein Trauzeuge bei seiner Hochzeit dort zu sein. Ich will dies einfach mal gesagt haben, da wir Zeit unseres Lebens immer miteinander rumhingen und einfach wie Brüder sind. Wir haben damals niemals irgendetwas allein gemacht, außer eben in der Zeit, als ich in den USA war. Tja, und jetzt ist er eben derjenige, der die Heimat verlassen hat. Vielleicht war gerade das auch damals meine größte Motivation, mit der Musik weiter vorwärts zu kommen. Ich saß damals jeden Tag allein in meinem Keller und probte, lernte zu spielen, schrieb einfache, jedoch böse klingende Songs. Irgendwann merkte ich, dass östliche Klänge sehr gut zur Musik passen, also fügte ich sie hinzu. Es gab der Musik irgendwie einen nomadischen Touch und machte sie gleichzeitig noch sehr viel bedrohlicher, aber eben auf eine andere Art und Weise. Außerdem wunderte ich mich damals sehr darüber, wie viele von diesen ganzen bösen Bands plötzlich damit begannen, Geschichten und Mythen meiner eigenen, nahöstlichen Kultur zu benutzen, das Necronomicon (welches auf die sumerische/mesopotamische Sprache zurück geht) zu benutzen und leider fast immer zu miss-interpretieren. Ich bin selbst halber Assyrer und deswegen lag es recht nahe, später für MELECHESH mesopotamische Elemente einfließen zu lassen. Und... JA, verdammte Scheiße, es gab immer Assyrer und es gibt sie immer noch!!! Mit den Assyrern ist es nur ähnlich wie mit den Armeniern, sie sind einfach nur in Europa und den USA verstreut. Mein Vorhaben war es jedenfalls, den Sound des Nahost Black Metals zu erfinden und ich war sehr besessen davon. Außerdem stellte es für mich irgendwie eine Ehre dar, die erste Black Metal Band in der Heiligen Stadt gegründet zu haben. Nach wie vor ist dies mehr oder weniger ein Luxus. Hm, eigentlich ist Luxus nicht das richtige Wort, aber es war ein verdammt langer Weg für MELECHESH und auch für mich persönlich, das alles zu etablieren. Ich glaube bis heute daran, will es aber auch nicht als in Stein gemeißelt bezeichnen, da ich eigentlich kein Freund von endgültigen Statements bin. Dinge, die aus ehrlichem Vorhaben entstehen und wirkliche Herausforderungen annehmen, ergeben ein hohes Maß an Inhalten, die ausreichen, um vor der Mittelmäßigkeit zu bestehen.
Aber jetzt erst einmal genug davon. Erinnert ihr euch noch an die Story über meinen Schuldirektor, der mich damals zwingen wollte, dass ich mir die Haare schneiden lasse? Damals konnte ich ihn durch geschickte Argumentation dazu bringen, dies nicht tun zu müssen. Er erlaubte mir damals schlussendlich, meine Haare wirklich weiter wachsen zu lassen. Er wusste, dass ich irgendwann einen Abschluss erreichen bzw. anstreben würde. Er sah mich immer grinsend an und sagte: “Irgendwann kriege ich dich auch noch dran!” Ich habe nur nie verstanden, was genau das sollte. Er grinste halt immer dabei, also habe ich das irgendwann einfach als einen Witz akzeptiert, den er immer und immer wieder erzählte. Außerdem war er einer dieser christlichen Brüder... so eine Art Mönch, der auch noch aussah, wie ein Affe! Jedenfalls waren meine Haare ordentlich lang, da er es widerwillig für die letzten zweieinhalb bis drei Jahre auf der Schule erlaubte. DANN kam allerdings der letzte Tag in der Schule. Er stellte sich vor mich und sagte: “Hör mir gut zu. Ich werde dir deinen Abschluss hier niemals erteilen, es sei denn, du schneidest dir endlich die Haare! Und zwar sehr kurz!” Ich war geschockt und schrie: “Was zur Hölle willst du eigentlich von mir? Ich habe meine verdammten Haare all die Jahre wachsen lassen und du wusstest das... jetzt soll ich sie abschneiden? Einen Tag vor dem Abschluss? Wieso??” und er antwortete nur trocken: “Tja, ich sagte dir doch, dass ich dich eines Tages noch dran kriegen würde, oder etwa nicht?”. Für einen Mann mit Gottesglauben war der Typ verdammt sadistisch und hinterhältig. Sogar jetzt, 15 Jahre nach meinem Abschluss, habe ich diese Meinung über ihn aufrecht erhalten. Aber ich habe GEWONNEN! Ich verweigerte den Haarschnitt und er schickte mich nach Hause. Anschließend schloss er mich von den Abschlussprüfungen aus. Er wollte meine Zukunft einfach so vernichten!! Aber wie gesagt... ich habe gewonnen! Viele Leute an der Schule und sehr viele von außerhalb setzten ihn so dermaßen unter Druck, dass er mir schlussendlich erlauben musste, meine Prüfungen zu schreiben. Ich schrieb sie und bestand alle. Mittlerweile bin ich übrigens stolzer Besitzer eines Master-Titels [MBA] von der Uni!
Zurück zum Hauptthema, dem neuen Bandprojekt. Ich begann damals, die ersten MELECHESH-Songs zu schreiben und ganz ehrlich: ich mag heute noch die Songs, die ich ganz zu Beginn geschrieben habe. Ich rekrutierte Lord Curse am Schlagzeug und zunächst einen Gitarristen, von dem ich allerdings wusste, dass er den Ruf eines unzuverlässigen Penners hatte. Ich sagte ihm, dass er entweder zu unseren Proben erscheint oder fliegt. Er erschien nicht, er flog! Ich sprach also mit Lord Curse und irgendwann fiel der Name Moloch. Er war in einer anderen Band mit Lord Curse aktiv und streng genommen war ich sogar mit ihm verwandt. Ich entschied mich dazu, es einfach mal mit ihm zu probieren. Jeder von uns war zwar zu 100% motiviert, jedoch leider nicht zu 100% diszipliniert. Wir hatten manchmal einfach keinen Bock, unsere Gitarren zu stimmen, also ließen wir es einfach sein, denn es war uns egal. Wir hatten auch wenig Interesse daran, uns dauernd neue Gitarren-Plektren zu kaufen [hey, wir brauchten all unsere Kohle für Bier!], also benutzten wir zum Spielen zerschnittene, alte Telefonkarten. Wenn uns eine Saite riss und wir nicht genau diese irgendwo auf Lager hatten, benutzten wir einfach eine andere. Irgendwie hat das immer funktioniert. Die Pedale der Fußmaschine am Schlagzeug waren irgendwann so durchgespielt, dass Lord Curse sie an mehreren Punkten zusammenschweißen musste. Wir mussten definitiv gewisse Dinge etwas disziplinierter angehen! Um allerdings wirklich ehrlich zu sein... für die gesamte Geschichte zur Entstehung von MELECHESH will ich eigentlich viel mehr Details nennen und Zeit aufwänden. Deswegen beende ich meinen siebten Teil an dieser Stelle und werde euch das nächste Mal ausführlich berichten. Ich werde euch von den großen Hürden erzählen, die uns im Wege standen, aber auch von den Dingen, die wir gewinnen konnten und vom Lohn für die Mühen.

21.09.09 23:12 Uhr
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