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Thrash Metal
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Power Metal
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Thrash Metal
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"Mir nach, ich folge euch!"
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Da bin ich wieder und sitze vor meinem Laptop, um Teil zehn meiner biografischen Kolumne zu verfassen. Angesichts des überwältigenden Interesses an meinen Worten von Seiten der Presse und natürlich Leser, fühle ich mich sehr geehrt. Sehr viele Leute haben mir positives Feedback gegeben und mir nette Nachrichten zukommen lassen. Meine Kolumne wird übrigens in sehr viele Sprachen übersetzt... deutsch, englisch, französisch, spanisch, serbisch, italienisch, griechisch, finnisch... und immer wieder bekomme ich Mails von denen, die meine Kolumne übersetzen, dass ich daraus doch einfach ein Buch machen soll. Ich bin wirklich dabei, dies in Erwägung zu ziehen, nach dem mir so viele Leute geschrieben haben und mich sogar fragten, ob nicht bereits ein solches Buch existiert oder evtl. noch erscheinen wird. Vielleicht wird es ja wahr, wenn ich mit den Arbeiten am fünften MELECHESH-Album fertig bin.

Ich bin wieder zurück in Istanbul. Ich werde hier Silvester bzw. das neue Jahr feiern, allerdings auch Zeit mit dem Schreiben neuer Lyrics verbringen. Seit Juli ist dies meine zehnte Woche in der Türkei. Es gibt hier so viel zu sehen und zu tun und diese Stadt ist eine große Inspiration und darüber hinaus ziemlich unterhaltsam. Außerdem habe ich meine Gitarre bei mir, so dass ich auch in Sachen Kompositionen nicht tatenlos sein werde. Die Zeit ist reif, um ein definitives Datum für unseren Studioaufenthalt zu finden, denn es wird langsam etwas hektisch in meinem Terminkalender. Vor ein paar Wochen haben wir euch bereits unseren neuen [festen] Bassisten, Rahm, vorgestellt. Rahm spielt bereits seit über 13 Monaten mit uns. In dieser Zeit halt als Session-Bassist. Ich fühle mich mit ihm am Bass sehr wohl, denn er ist mental sehr stabil und hat genau die richtige Einstellung. Die Band ist in absoluter Bestform und alle sind heiß auf die Entstehung eines neuen, magischen Opus'. Moloch wird nächsten Monat zu mir nach Amsterdam fliegen, um eine Serie täglicher Proben zu absolvieren, in denen wir die letzten Akzente setzen und verfeinern möchten. Letzten Sommer verbrachte ich viele schlaflose Nächte, denn ich hatte Angst, dass die Ideen nicht einfach so kommen, wie sie sein sollten. Ich schlafe heute allerdings sehr viel besser, denn genau das ist zum Glück der Fall gewesen.

Diesen Teil meiner Biografie werde ich übrigens den letzten zwei bis drei Jahren widmen, die ich in Jerusalem verbracht habe. Tatsächlich und endgültig verlassen habe ich Jerusalem vor genau zwölf Jahren.

Unser Debüt, “As Jerusalem Burns… Al’Intisar” war veröffentlicht und die Dinge liefen hervorragend. Wir waren nun offiziell die erste Band aus dem mittleren Osten, die einen Plattenvertrag mit dieser Art Musik ergattern konnte. Dazu kam, dass wir die erste Black Metal Band des mittleren Ostens, die erste Black Metal Band aus Jerusalem und die erste Band aus Jerusalem waren, die überhaupt einen Deal bekommen hatten. Das alles freute uns extrem und das Leben für die Sache lohnte sich! Vor allem schlussendlich auch in dem Soundgewand, das wir zuvor bereits im Kopf hatten, jedoch aufgrund der Fertigstellung von „The Siege Of Lachish“ nicht umsetzen könnten. Darüber sprach ich ja bereits beim letzten Mal. Damals zog es auch Al’Hazred, unseren damaligen Bassisten, in die Niederlande. Wir buchten als Ersatz einen Session-Bassisten, was sich im Nachhinein als großer Fehler herausgestellt hatte. Der Kerl klaute einfach dreist unsere bisher entstandenen Riffs, um sie für sich selbst bzw. seine eigene Band zu nutzen. Gut, dass wir niemals arm an Ideen waren/sind. Wir entschlossen uns dazu, neue Musik zu schreiben. Wir probten und probten und schrieben immer wieder neue Songs, aus denen Perlen wie z.B. “Dragon’s Legacy” oder “Genies, Sorcerers And Mesopotamian Nights” entstanden. Wir wussten einfach, dass diese Musik eine Chance hatte, gut angenommen zu werden. Es war etwas Neues, es fühlte sich irgendwie mystisch an und man war in der Lage, seinen Kopf dazu zu schütteln! Währenddessen schwiffen meine Gedanken allerdings immer wieder über der Frage, in Jerusalem bleiben zu wollen oder eben nicht. Dafür gab es mehrere Gründe. Der Status Quo des Lebens in dieser Stadt ging mir auf die Nerven und ich zog einen Zweitwohnsitz in Betracht, da ich nicht in einem Krieg zweier Völker leben wollte, die jeweils meine Freunde auf beiden Seiten beheimateten. Ich brauchte einen neutralen Wohnort. Außerdem hatte ich meine eigenen Ansichten über die Geschehnisse auf beiden Seiten und ich stellte auch musikalisch fest, dass ich meine weitere Karriere nicht in dieser Stadt ankurbeln könnte. Konsequenterweise setzte ich den Fokus also darauf, die Stadt und wohl auch das Land zu verlassen. Während dieser Zeit erhielten wir auch einen Anruf von ein paar Leuten, die eine Dokumentation über MELECHESH drehen wollten. Wir haben uns mit ihnen getroffen und uns schlussendlich damit einverstanden erklärt, diese Doku zu machen. Natürlich mit einigen Klauseln, da wir mittlerweile wussten, zu was die Medienleute - gerade in unserer Region - fähig sein können. Ihr erinnert euch vielleicht an diesen “Satanischer-Kult-In-Jerusalem-Mist”. Wir lehnten die Kapitalabfindung ab, vereinbarten im Gegenzug allerdings, dass sie uns ein professionelles Musik-Video drehen und keinen unwahren Mist, wie z.B. Satanskult oder ähnlichen Blödsinn, verbreiten würden. Die Dreharbeiten nahmen einige Tage in Anspruch. Wir standen sehr früh auf, um einige Dinge in der Altstadt zu filmen und fuhren anschließend in das wüstenähnliche Umland Jerichos. Eine lustige und zugleich wirklich doofe Sache passierte während der Dreharbeiten in der Altstadt. Moloch spielte in einem Take Gitarre zwischen den alten Stadtmauern. Wir befanden uns in einem Besatzungsturm und hinter der Stelle, die wir filmten, befand sich eine Treppe abwärts. Wir dachten, es sei doch eine coole Idee, Moloch Gitarre spielend zu filmen und im Hintergrund Flammen die Treppe herauf lodern zu lassen. Wir hatten natürlich keine professionellen Pyro-Utensilien, also stürzte ich mich in die Bresche und schlug vor, die Treppen ein Stück hinunter zu gehen und von dort aus den größten Feuerball zu spucken, den man je gesehen hat. Der Nachteil war natürlich, dass ich so nicht einmal auf dem Video zu sehen sein würde, aber was soll's. Der Regisseur war ebenfalls begeistert und sagte: “So machen wir's, los geht's!” und ich nahm den größten Schluck Kerosin in den Mund. Damit klappt dieses Zeug übrigens super. Ich hatte also das Zeug im Mund, zündete meine Fackel an, stieg die Treppe ein Stück herab und wartete auf mein Zeichen. Dummerweise hatten wir dann ein technisches Problem mit der Kamera, so dass ich ein paar Minuten warten musste. Ich wollte den Treibstoff allerdings nicht ausspucken, denn wir hatten sowieso schon so viel davon verbraucht, dass kaum noch etwas davon übrig war. Nach weiteren fünf Minuten konnte ich einfach nicht mehr und gestikulierte, zeigte auf meinen Mund und summte herum, um ihnen klar zu machen, dass sie endlich filmen sollten, da ich nicht mehr an mich halten konnte. Während meines Versuches, die Leute darauf aufmerksam zu machen, schluckte ich den ganzen Mist leider herunter. Ich kletterte die Treppen zu ihnen herauf und erzählte schnell, was passiert war. Die [Motley] Crew ging sofort in Aktionismus über und sie riefen eine befreundete Krankenschwester an. Diese teilte uns mit, dass ich entweder versuchen sollte, den Treibstoff auszukotzen oder, falls das nicht geht, was auch der Fall war, da ich nicht kotzen konnte, literweise Wasser zu trinken. Ich aß später eine ganze, verdammte Zitrone, um den ekelhaften Geschmack und Geruch aus meinem Mund zu bekommen! Das war eine kranke Aktion, verdammt! Lustig war dann allerdings, dass anschließend wirklich nichts passierte. Es ging mir nicht schlecht und hatte auch keinen ekligen Geschmack oder Geruch mehr im Mund. Allerdings musste ich aufgrund des vielen Wassers zwischendurch böse rülpsen, und DAS war dann wiederum immer mit einem furchtbaren Gestank verbunden, wie man ihn von der Tankstelle kennt. Ich habe also die vollgetankte Metal-Maschine gegeben, bah!



Eines Nachts trafen wir die Crew erneut, um einige Aufnahmen “beim Rumhängen” zu machen. Wir trafen uns in einem Apartment, das wir immer zum Abhängen nutzen durften. Es gehörte Lord Curses Familie. Es war eine coole Location, denn alles war voller okkulter Artefakte, Bücher, Alben... also hervorragend geeignet, um ein Video bzw. eine Dokumentation zu drehen.

Ein paar Tage später drehten wir dann im Studio ein Interview und mein Gesicht war so was von aufgedunsen von den ganzen Antibiotika, die ich geschluckt hatte, da ich eine dicke Grippe erwischt hatte. Außerdem haben wir dann noch ein “Live To TV”-Video für den Song “Hymn To Gibil” abgedreht. Die Show war zunächst nur in Jerusalem im Lokalfernsehen zu sehen, später allerdings im ganzen Land über das nationale Staatsfernsehen. Die Filmfirma hat allerdings niemals ihr Versprechen gehalten und ein Musik-Video gemacht...

Wie bereits erwähnt,war ich trotz allem in meine Überlegungen vertieft, das Land zu verlassen. Mein bester Freund in den USA bequatschte mich natürlich andauernd, zurück nach Amerika zu gehen, um dort ein Studium abzuschießen. Irgendwann klang dies auch nach der besten Lösung, denn während ich in Ost-Jerusalem wie eine streunende Katze umher zog, galt ich in West-Jerusalem als Bürger zweiter Klasse. Also keine Aussichten auf Erfolg oder Karriere und Perspektiven. Außerdem waren wir mit der Band an einem Punkt angekommen, an dem es nicht weiter ging, da die Möglichkeiten einfach zu beschränkt waren. Viele meiner engsten Freunde waren bereits ausgewandert und ich hatte die Schnauze voll von der Politik in der Stadt. Ich entschied mich für ein Englisch-Studium, da dies die für mich am einfachsten zu erlernende Sprache darstellte. Ich bewarb mich also in Folge dessen an Universitäten in den Staaten, bis plötzlich Al’Hazred anmerkte, dass es auch in Amsterdam eine Universität gäbe, an der ich mein Studium absolvieren könnte. Ich informierte mich und stellte fest, dass so gut wie jedes europäische Land seine Studiengänge bewarb und jedes Land Universitäten hatte, die einen guten Namen haben und außerdem nicht diese ekelhaft hohen Gebühren einfordern, wie es in den USA sein würde. Ich dachte mir, dass Amsterdam gerade einmal ein vierstündiger Flug von Jerusalem aus ist, also warum dann auch nicht? Ich wurde in Amsterdam angenommen und ein paar Monate vor meinem Abflug informierte ich jeden, dass ich auswandern würde. Viele meiner Leute waren sehr überrascht. Wir buchten ein Studio, um unsere „Mesopotamian Metal Promo CD“ aufzunehmen, die der Labelsuche diente. Die Aufnahmesession verlief sehr gut und wir bekamen das Studio von sehr guten Freunden zu einem sehr guten Preis. Wir nahmen fünf Songs auf und alle davon sind noch heute auf dem später entstandenen Album “Djinn” zu hören. Dies war zeitgleich auch die letzte Aufnahme mit unserem Freund und Drummer Lord Curse. Mein Plan war, Mitte August 1998 das Land zu verlassen, also gaben wir einen Abschiedsgig in Jerusalem. Es war eine sehr gute Show und Leute aus dem ganzen Land reisten extra an. In jener Nacht war der gesamte zentrale Bushof in Jerusalem vollgepackt mit Metalheads, die auf den Fahrtsteigen abhingen, um auf den ersten Bus zu warten – ein wahrhaft beeindruckender Anblick. Ein paar Tage später packte ich einige Koffer und meine Gitarre [die ich mir in diesem Moment gerade noch einmal anschaue] und schließlich war ich bereit, das Land zu verlassen. All meine Bandkollegen und Freunde waren bei mir zu Besuch und ich musste mich um alle kümmern. Gemeinsam übrigens mit meiner Mutter, die mich bis heute in meiner Entscheidung stärkt und unterstützt. Als ich jedoch wirklich ging, brach sie zusammen, was mich wirklich tief berührte. Ich konnte es nicht verkraften, sie so zu sehen und war beinahe dabei, den ganzen Plan mit der Abreise und Auswanderung über den Haufen zu werfen. Sie war/ist Single, mein Bruder lebte in Indonesien und ich war gerade dabei, meine Heimat in Richtung Amsterdam zu verlassen. Sie war also von jetzt an sehr einsam, aber sie wusste auch, dass es für eine gute Sache geschah. Ich wurde zum Flughafen gefahren, also war ich nun auf meinem Weg in ein völlig fremdes Land mit einer völlig ungewissen Zukunft. Ich wusste irgendwie, dass es mit MELECHESH weiter gehen würde, allerdings hatte ich noch nicht die geringste Idee, wie wir das anstellen würden. Alles, was ich hatte, war unsere Promo CD und meine Gitarre. Der Morgen einer gigantischen Ära sollte jedoch bereits angebrochen sein...

28.12.09 22:09 Uhr
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